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wir reden und nach den Umstanden , indenenwir uns befinden . Ein artiger Mensch muß also in allen Fallen ein Mensch vom Geschmack seyn . Allein , es ist damit noch nicht genug , daß dieser Ge - schmack in unsern Reden , in unsern erlangten senschaften und in alle demjenigen herrscht , welches zu Ausschmückung unsrer Seele dienen kann ; er mnß auch unsre ganze Lebenszeit über die Regel unsers Betragens seyir . Denn dieser Unterscheid dungswitz , diese Klugheit muß uns eigentlich in unsern Handlungen leiten und uns lehren , was wir bey dieser und jener Gelegenheit zu thun haben , und auf welche Art wir solches thun müssen .
Die Hauptsorge eines gesitteten Menschen wird allemal seyn , daß er , so viel in seinen ten ist , zu derjenigen Glück beyträgt , mit denen er lebt . Es ist aber was sehr seltsames , daß man Personen antrifft , welche so zärtliche Gesinnungen haben , daß sie sich mit andrer Lenke Glückscligreit beschäftigen , da sie doch selbst kümmerlich leben» Ein liebenswürdiger Mensch mnß sich also in glück - lichen Umständen befinden . Dieses sage ich hier aber nicht , daß er eben im Ueberflusse leben muß» Ich will nichts , als daß er nur vor die Anfälle des Elendes gedeckt fty , lind keineöweges , daß er im Gelde bis über die Ohren sitze , ich will nur , daß er die angenehme Ruhe des Geistes , die so kostbare Ruhe der Seelen besitze , welche die ungemäßigten Begierden nnd den unruhigen Ehrgeitz ausschlieft set . Kurz : ich habe hier bloß von dem Glück des Weisen reden wollen . Man weiß sehr selten zu

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