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sich selbst« - Ihre Lehre wird vielmehr Eindruck bey uns machen , wenn ihr das Exempel gleich nachfolgt .
Alles , was ein liebenswürdiger Mensch rhut und saget , da ? muß Geschmack haben . Denn im Reden und Thun gibt es eben so einen Geschmack als in Malerei ) , Baukunst und Mustc . Mit Ge - , schmück reden , heißr : daß man in Gesellschaft nichts als klare , richtige und kurze Bigriffe her - - vorbringt , daß man sie durch eigene und ihnen ge * Masse Worte ausdrückt , und unter denselben eine gewisse Ordnung und unvermerkte Gradation fest setzt ; mit Geschmack reden , heißt : daß man aiK derer ihrer Gedanken mit Feinheit erläutert und entwickelt , daß er allzeit nach der Beschaffenheit der Sache antwortet , daß er aus der Rede dasjo nige bey Seite schafft , was dem Gegenstände fremd» ist ; daß er die Aufwallunge und so große Hitzeder Einbildungekraft »näßiget . Mit Geschmack re * den , heißt : daß man mehr Witz anzeiget als ver ? schwendet ; daß man andrer ihren an Tag bringt , daß wir bisweilen unsre Gedanken in einem rechten Bezirk von Reden einschränken , und ein andermal sie auch wieder ausbreiten . Dieser Geschmack be - stehet endlich darinn , daß man unterscheidet , wie Man mit diesen und jenen Personen insbesondere , und wie man mit ihnen in dieser oder jenen Gele - gcnheit sprechen muß . Er bestehet in der klugen Unterscheidungskunst , daß wir die Art , unsere Ge - danken auszudrücken , nach der Gemüthsart , und dem Character derjenigen einrichten , mit welchen G 5 wir
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