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gang überzeugen , fontern auch mit Unternehmungen anfangen und sofort Hey dcr Eröfnung diese Fahrt dem Lande nutzbar machen könnte ? Kann nicht jeder Unterlhan durch Actien Antheil an diesem Handel nehmen ? Wenn sich auch der Fond der Canal - Compagnie verdoppelte ; so würde sie doch , in Betracht der Grösse des Ostsee - Handels , allezeit nur eine geringe Teilnehmerin bleiben und andern Gelegenheit genug lassen , dieselbe Bahn zu betreten .
So lange alle Unterthanen Danemarks , sie reden die danische oder deutsche Sprache , sie bewohnen die südlichen oder nördlichen Gegenden des Reichs , gegenseitig sich nicht als Brüder betrachten , sich nicht über ein - zelne Portheile , die dem einen oder dem andern zufallen , freuen , so lange noch Neid und Mißgunst unsere National - Bande schwächen , oder wohl gar so weit verleiten , daß man selbst sein eigenes Interesse aufopfern kann , um nur den in einer entfernten Provinz wohnenden Mitbürger in der Aus - führung eines vortheilhaftscheinenden Plans zu stören , so lange noch Je - mand , der den mindesten Einfluß hat , oder in der Lage ist , an tzigen Anstalten Theil zu nehmen , diese unzeitige Eifersucht befördert , mit - hin eine so unmoralische als unpolitische Denkungsart verrath ; so lange werden wir einer gegen den andern im Staate arbeiten und alle eine Schwä - che zeigen , die uns in den Augen anderer Nationen herabwürdiget , und ausser Stand setzet , grosse Dinge auszuführen . Sind wir nicht alleGlie - der einer grossen Kette ? einer Familie , die sich einer gleichen väterlichen Liebe und Vorsorge des Regenten zu erfreuen haben ? Leiden wir nicht alle , wenn ein Glied fehlt oder schwach wird ? Mnß nicht eines dem andern zu Hülfe kommen , wann Noch ist ? Können wir von dem nicht die nachdrück - lichste nnd beste Hülfe erwarten , dcr vorzüglich im Stande ist , solche zu leisten ? Sind wir nicht alle sicherer und glücklicher , wenn wir mit verein - ten Kräften alles anwenden , diesem und jenem Theil des Staatskörpers , der unserer Hülfe bedarf , eine Festigkeit zu geben ? Haben wir mehr als eine allgemeine Casse ? Warum sollten wir denn scheel sehen , wenn es un - serm Bruder wohl gehet ? Ich erröthe bey dem Geständniß , daß dieser unselige Fall oft unter uns viel Gutes störet . Zwischen den Bürgern der einen und andern Provinz verlieret sich bey dieser Denkungsart wechselsei - rige Hülfe und festes Zutrauen , die allein grosse Unternehmungen begünsti - gen . Lange nagte dieser Fehler an dem Flor des Ganzen . Er fand Nah * rung . Selbst in die Collegia versuchte er sich jezuweilen einzuschleichen . Allein , zu unserm Glücke hat er nie die Minister , die nur aufdas Ganze sahen , mit seinem Blendwerk täuschen können . Wie oft hat man nicht bey Anlegung des Canals in dem Munde der Unverständigen die Aeusse - , K 2 rung

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