Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-13440

Zun» .
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Hinc genus , Aufonio miftiim quod fanguine furget ,
Supra homines , fupra irc Deos pietate vidcbis .
Nec gens vlla tuos aeque celebrabit honores .
Anmiit his luno , etmentem lactata retorfit .
Aeneiu . Libr . XII , Verf . 8z» .
CQ t ■■ ■ 2>ie Ehrenbezeigungen , Sie sie in andern ten Italiens erhalten , sind sehr groß gewesen . ] Es ist ihr unter dein Titel Sospita , zu Lanuvium , nahe bey Rom , auf dem appifchen Wege mit großer Andacht gedient worden . Die Römer haben diesen Dienst solchergestalt angenommen , daß ihre Confuls bey dem Antritte ihres ConfulatS dieser Juno ihre Opfer bringen müssen . Nolite a facris propriis Itinonis Soipitae , cni otnnes Confules facere nccefle eft , do - mefticuni et fmim Confulem potiffimum auellere . Cicer . Orat . pro Muraena , zu Ende . Da man den Einwohnern zu Lanuvium das römi - sche Burgerrecht ertheilte , so hat man fest gesetzt , daß dieser Dienst ihnen mit dem römischen Volke gemein seyn sollte . Lamiuinis ciuitas data , facraque fua reddita cum eo , vt aedes lucusqueSofpitae Iunonis munis Lamiuinis Municipibus mm populo Romano eilet . Lib . VIII , c . 14 . Es ist ein Schatz in dem Tempel dieser Göttinn gewesen : Augu - stus hat gute Stimmen davon genommen , und die Zinjen davon zu 6e> zahlen , versprochen . Appian , Lib . V , de Bello Ciuil . pag . m . 399 . Man glaubet , daß dieserTempel von dcnPelasgern gestiftet worden , die ur - sprnnglich aus Pelopones waren , und man uurerstützet diese Meynung darmit , daß die Juno von Lanuvium , von dem Aelian , Hiftor . Aniinal . Li» - XI , c . 16 , Inno Argolica genennet wird . Dieses ist der Aufzug die - ser Gottini» . I^oltram8ofpitam . . . tu nunquam ne in fomnis quidem vidcs nifi cum pelle eaprina , cum Kalla , cum fcutulo , cum cal - ceohs repandis . Cicero , de Nat . Deor . Lib . I , c . 29 . Man bemerket in dieser Stelle nicht , ob das Ziegensell mit Hörnern versehen gewesen : lein sehr gelehrte Leute zweifeln nicht daran . „ Es ist gewiß , daß die „ Zuno von Lanuvium das Haupt mit einem Ziegenfelle mit wahrhaften » . Hörnern bedeckt gehabt , und man müßte keine Augen haben , wenn man „ sie nicht ganz deutlich auf den römischen Münzen des Golzius und auf „ derjenigen erkennte , die Vigenere in seinen Aiimerkungen über den Li - „ vius anführet . , » Alfo redet Girac in der 65 See«»« , 556 S . seiner genantwort . Man wird auf dem Rande seines Buches folgendes fin - den : Romani Iunonem Sofpitam colebant , cuius caput pellis caprina cum cornibtis exornabat . Lud . Nonnus in Golzii Graec . Man ke dieses wohl ; die Schlange des Tempels zu Lanuvium war eine wun - derthätige Sache : sie bat erkannt , ob sich die Magdchen ihre Jungfer - schaft hatten nehmen lassen , oder nicht . Man sehe den Aelian Hirt , Ani - mal . Lib . XI , c . 16 , auch denPropertius , Lieg . VIII , Lib . IV .
Die Zuno Lacinia , deren Tempel sechs Meilen von Croton war , ist wunderbar berühmt gewesen . Dieser Tempel ist noch einmal so groß gewesen , als der größte Tempel in Rom war . Siehe die folgende Spal . te . Er ist mit marmornen Platten bedeckt gewesen , davon ein Theil nach Rom geführt worden , um zum Dache der ritterlichen Fortuna zu die - nen , welchen der Sittenrichter Quimus Fulvius FlaceuS bauen ließ : als er aber elender Weife umkam , so hat der Rath die Platten wieder hinführen lassen , wo er sie weggenommen hatte . Valer . Max . Lib . I , c . 1 . Hannibal hat den Anschlag nicht ausgeführt , die güldene Säule wegzunehmen , die man in dem Tempel dieser Juno sah . Cicero de Diuinat . fol . m . 307 , D . Siehe den Artikel Silenus . Plinius er - zählet , daß die Asche , die man auf dem Altare dieser Göttinn , allem Unae - stüme der Luft ausgesetzt gelassen , sich nicht von der Stelle bewegt habe . In Laciniae Iunonis ara fub dio fita , cinerem immobilem eile perftan - tibus vndique procellis . P ( in . Lib . II , c . 107 . Valerius Maximus Lib . I , c . 8 , in Exempl . extern , mim . >8 , saget eben dasselbe . Man sehe den Li - vius hier unten . Servius , in Aeneid . Libr . III , v . 552 , erzählet ein an - der Wunderwerk ; daß nämlich , wenn jemand seinen Namen auf die Platten dieses Tempels gegraben , das eingegrabene vergangen , so bald der Mensch gestorben war . In boc templo illud miraculi fuifle dici - tur , vt fi quis ferro integula templi , iplius nomen incideret , tamdiu illa feriptura maneret , qiiamdiu is homo viueret , qui illud fcripfiflct . Liviuö erzählet im XXIV B . 3 Cav . auch ein Wunderwerk , daß nämlich alle Thiere , die dieser Göttinn gewidmet waren , in den Wiesen dieses Tempels geweidet haben , ohne daß sie jemand gehütet hat , und daß sie sich des Abends von sich selbst in ihre Behältnisse begeben , ohne daß sie jemals von wilden Thieren oder Dieben beunruhiget worden . Laeta in media pafeua habuit ( £«« / ) , vbi omnis generis facrum Deac pafeeba - tur pecus , fine vllo paftore : feparatimque egrefli cuiusque generis greges , nofte remeabant ad ftabula , nunquam infidiis feraram non fraude violati hominum . Er giebt zur Gnüge zu erkennen , daß er eben auf die Wahrheit dieser Sacke nicht schwören wollte : und daß die unbewegliche Asche viel größere Gewißheit hätte . Man leget , saaec er , dergleichen Oertern gemeiniglich einige Wunderwerke bey . Miracula alt - qua affinguntur plerumque tam infignibus locis . Fama eft . aram efle in veftibulo templi , cuius cinerem nullus vnquam moueat ventus .
Niemand weis dieses besser , als christliche Mönche - Er setzet dazu , daß dieserTempel nicht allein wegen seiner Heiligkeit , sondern auch wegen sei - ner Schätze berühmt gewesen : Inclytum templuin djuitiis etiam , non tantum fanftitate fuit . Ebend . Man sehe auch den Strabo , Lib . VI ,
Es ist nicht zu verwundern , daß es verschiedene Meynungen von dem Stifter dieses Tempels , und der Gelegenheit der Stiftung gegeben hat ; denn alle Völker sind geneigt , tausend schöne Dinge über dergleichen Ma - Krim zu erfinden . Man sehe den Servius , in Aeneid . Lib . III , v . 55 - , welckcr unter andern Meynungen erzählet , daß ihn der Konig ^cinius , zur Ehre der Juno bauen lassen , weil sie den Herkules haßte , der ihn nicht hatte beherbergen wollen . Allein wenn uns in diesem Stucke die Veran - derunaen nicht wunder nehmen dürfen , so muß man sich zurr> wenigsten verwundern , daß die Schriftsteller wegen der Lage die , es Gebäudes nicht einig sind . LiviuS setzet eS secks Meilen von Croton . Sex m , lha abe - rat ab vrbe ( * ) nobile templum ipfa vrbe nobdn . s . ^aniae h . no - nis fanrtutn omnibuä circa populis . Lib . XXIV , c . 3 . Allein Baie - riu« «w» ni . is seket es nach Lokrum : und er istin mehrern Puncten vom : ! miarn feine Worte anführen . Q , R * ® Flaccu« immine non tulit , quod in cenfura tegulas marmoreas ex Iu -
ciebat tranftulit Neeatur enim , poft hoc factum , mente coniti tifle : 'quin etiam per fummatn aegritudinem animi expuaiuf , cum cx II
duobus filiis in Illyrkp militantibus , alteram deceffifle , alterum gra - uiter audiflet affeöum . Cuius cafu motus fenatus tegulas illico Lo - eros reportandas curauit : decretique circumfpeclilfima fandhone iin - pium opus ; cenforis retexuit . Lib . I , c . 1 , num . 20 . Ich habe mich hier nach dieser Erzählung gerichtet , so viel die Bewegmigsursache betrifft , die den Rath vermocht , die Dachplatten wieder zu erstatten ; allein ich habe mir das Recht vorbehalten , die Dinge , die es nöthig haben , nach dem Berichte des Liviuö zu verbessern . Man muß also wissen , daß dieser ernsthafte Ostorienschreiber beobachtetes habe sich der Sittenrichter Fla - vius Flaecus mit Eifer beflissen , es so zu machen , daß der Tempel , den er erbartte , keinem Tempel in Rom , weder an Prackt , noch an Größe et - was nachgeben sollte . Er har geglaubt , daß ein Dach von Marmor die» fem Tempel einen größem Glanz geben würde : diesenvegen hat er die Hälfte des Tempels der Juno Lacinia abdecken lassen . Profe & us in Bruttios , aedem Iunonis Laciniae ad partem dimidiam detegit , id fatis forc ratus ad tegendum quod aedifkaretur . Tit . Liu . Lib . XLII , c . 3 . Dieses läßt mich nach dem CluveriuS , Ital . Antiq . Lib . IV , c . 15 , sagm , daß der Tempel der Juno ^ . acinia noch einmal so groß gewesen , als der größte Tempel in Rom . Dieses ist zu seinem Vorhaben genug gewesen . Nachdem er diese marmornen Platten nach Rom fuhren lassen , so hat er nicht sagen wollen , wo er sie hergenommen hatte ; allein man har e« den - noch erfahren , und darüber ist so viel Murren entstanden , daß die Eon - sulS verbunden gewesen , den Rath über dieser Sache zu versammle» . Der Rath hat den Flaecus vor sich kommen lassen , und , nachdem er ihm alle Gattungen der Vorwürfe gethan , mit einhälliger Genehmhaltung be> schlössen , daß die Platten wieder in den Tempel der Juno gebracht , und zur Besänftigung dieser Göttinn dasjenige gethan werden sollte , was die Gesetze vorschrieben . Die Worte des LiviuS haben mich dergestalt be - zaubert , daß sie , nach meiner Einbildung , meinen meisten Lesern angenehm seyn werden : es sind schöne Worte , voller hohen Gedanken : Poft quam cenfor rediit , tegulac expoßtat de nauibus ad templum portabantur : quanquam vnde effent ßlebatw , non tarnen celari potuit . Fremitus igt . tur in curia ortus eft : ex Omnibus partibus poftulabatur , vt confules eam rem ad fenatum referrent . Vt vero accerjitus in curiam ccnfor venit , multo infeßius ßnguli vniuer / ique praefentern lacerare • Templum au - guftiflimum regionis eins , quod non Pyrrhus , non Annibal violaflent , violare partim habuifle , nifi dctexifi'et foede ac prope diruiflet . Dc - tradhim culmen templo , nudatum teftum patere imbribus putrefaci - endum . Cenforem moribus regendis creatum , cui farta tedla exi - gere facris publicis et loca tuenda more maiorum traditum eilet ; eum per fociorum vrbes diruentein templa , nudanteinque tefta ae - dium facrarum vagari , et quod , fi in priuatis fociorum aedifieiis fa - ceret , indignum videri poflet , id Deum immortalium templa demoli - entem facere , et obftringere religione populum Romanuni , ruinis templorum templa aedificantem : tanquam non iidem vbique Dii im . mortales fint , fed fpoliis aliorum alii colendi exornandique . jQuum , priusquam referretur , appareret quid fentirent Patres : relatione faflt * in vnam vmnes fenterttium ierunt , vt hae tegulae reportandae in plum locarentur , piaculariaque lunoni fierent . Der RathSspruch ist nicht in allen seinen Puncten auSgefiihret worden ; denn diejenigen , de« nen man es aufgetragen hatte , die Platten wieder an ihren Ort legen zu lassen , meldeten , daß sie kein einziger Handwerksmann wieder an ihre Stelle legen können , und daß sie also dieselben in dem Hofe d , S Tempel» hätten liegen lassen . Quae ad religionem pertinent cum curafafta : tegulas reliftas in area templi , quia reponendarum nemo arti - fex inire rationem potuerit , redenitores nuntiarunt . FlaccuS hat sein Gebäude nicht liegen lassen ; er hat eS vollendet und eingeweihet , und vier Tage theatralische Spiele , einen Tag aber eireensiscke gegeben . Fuluius aedem Fortunae Equeitris , quam Proconful in Hifpania di - micans cum Celtiberorum legionibus vouerat , annos fex poftquajn vouerat , dedicauit , et fcenicos ludos per quatriduum , vnum diein in circo fecit . Ebend . 10 £ . Hier ist also ein ansehnlicher Unterschied zwischen dem LiviuS und dem Valerius Maximus , welcher zeiget , baß der letzte von diesen Schriftstellerl , dem römischen Rache einen großen Tort gethan : er hat vorausgesetzt , daß er nicht eher an die Ersetzung des Schadens gedacht , als da er die entsetzliche Strafe gesehen , damit der Himmel den Sittenrichter Flaecus belegt hatte . Allein Livius belehret uns , daß sich der Rath zu dieser frommen und gerechten That aus bloßer Betrachtung der Sache bestimmet , und ohne daß cr das geringste Merk - maal der himmlischen Rache gehabt . Er leugnet das klägliche Ende dieses Sittenrichters nicht ; er stellet es noch viel kläglicher vor , als Vale - riuS Maximus gethan hat : denn cr saget , daß sich Fulvius Flaecus er - henkt habe , und sehet dazu , daß man unter dem Volke gesagt hätte , es habe ihnJuno des Verstandes beraubet . Qi Fuluius Flaecus pontifex qui priore anno fuerat cenfor . . . foeda rnorte periit . Ex duobus filiis eins , qui tum in Illyrico militabant , nunciatum alterum decelHITe , alterum graui et periculofo morbo aegrum eile . Obruit animuni fiinul Iu & us , metusque : mane ingrefli cubiculum ferui , la - queo dependentcin inuenere . Erat opinio , poft cenfuram minus compotcni fuifle fui : vulgo Iunonis Laciniae iram ob fpoliatum tem - plum alienafl'e mentem ferebant . Ebend . c . 28 . Man setzet dasjenige ins 579 Jahr Roms , was die Platten betrifft , die aus der Juno Tempel weggenommen worden .
( * ) In dem Valerius Maximus des ThysiuS 27 S . läßt man den Li' vius sagen , daß der Tempel in der Stadt gewesen : In vrbe nobile tem . plum , ipfa vrbe erat nobilius .
( Z ) Die Eigenschaft ihrer Beviennngen . so mühsam und mit so vielen Unannehmlichbciten sie auch angefüllt gewcstn seyn mo - gen . Z Sie hat die Aussicht über die Heirathen und derselben Folgen ge , habt . Man sehe die Ausleger Virgils über diese Worte , Aeneid . Lib . IV , v . 57 .
Maftant leftas de more bidentei» ,
Legiferae Cereri , Phocboque patrique Lyaeo : lunoni ante omnes , cui VINCLA iVGALIA CVRAE . Sie werden hintdert andre dergleichen Stellen anzeigen , und von den Beywörtern pronuba , iugalis , fyyla , , rctg & wnipoe , u . d . M . rc« den , die des Jupiters Gemahlinn beygelegt worden , weil sie den ehlichen Verbindlichkeiten vorgestanden hat . Man sehe die folgende kung ; dieses Amt hat viel Sorgen erfordert : die Umstände dabey waren unzählig , und es war sehr schwer , sich derselben mit Ehren z» entledigen . Wenn es nur darauf angekommen wäre , ju machen , daß man sick ver - Ddd ddd - heira -

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