Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-13392

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che Beweift gebrauchet habet , deren Falschheit euch bekannt war . Mr wollen die Folge seiner Gegenantwort ansehen .
Ungeadbtet alles dessen , jaget er p . 545 , . dringt unser Sophist m Mick , ick solle ihm zeigen , daß damals , da der Vater der Goner sich mir den Federn und der Gestalt eines Ruckucks verkleidet hat , der Name dieses Vogels einen Mann bedeutet , dem seine »Lhfrau Treulosigkeiten erwiesen . Ick verspreche es ihm , und gebe mein XDoit , ihn 5» vergnügen , wenn er mir durck bewährte Zeugnisse bekräftiget haben wird . daß man dem Jupiter ehmals vorgeivorfen , er habe i» ftinem Hauswesen nicht an die Hahnreyfchaft gedacht . Die - Horner betreffend , so ist dieser Ausdruck in Oer Bedeutung , die ick ihm gebe , viel alter , als man denket . tvir erfahren vom XTi - cetas . daß der Raiftr Andronicus , um der Einwohnerzu Lonstan - tinopel zu spotten , und ihnen die Unkeusckheit ihrer Ehfrauen vorzuwerfen . gewohnt gewesen , auf den öffentlichen Platzen ser großen Stadt , die größten - Hirschgeweihe aufrichten zu lassen , die man finden konnte : lind Arcemidorus , der langer , als vor fünfzehnhundert Jahren gelebt hat , bedient sick in des II B . n Cap . des lvortes , Horner aussetzen , als eines Spruckwortes , das gemein war , und nickt erstlich zu seiner Zeit angefangen hatte . Man muß den Menage in seinen Origines Fran^oifes , unter den Wör - kern Zornes , und Locu , zu Raths ziehen . Man würde seine Muße sehr übel anwenden , wenn man den Ursprung davon chen , und sich bekümmern wollte , ob es zur Zeit Jupiter - Ham - mons im Gebrauche gewesen . Dem sty , wie ihm wolle , so ist mein Gegner , so fein er auck ist , für diesesmal nickt gewahr worden , daß ick seiner gespottet habe . Man sieht aus diese ; le handgreiflich , daß Girae seine Sache verlohren hat : er ist nicht im Stande , dasjenige zu beweisen , was er behauptet , und ohne welches seine Critik nichts ist : und er rühmet sich , daß er seines Gegners spotten wol - len . Es könnte ein jeder Seribent zu diesem Schlupfwinkel Zuflucht nehmen , wenn er nicht mehr wüßte , wo er hincuis wollte . Wir wollen auch denCostar seiner Seirs in einiger Verwirrung sehen . Seine Ein - ficht hat ihn verlassen , da er sich des Zeugnisse« des Erasmus zu einer Sache bedienet , worinnen Erasmus «cht Recht hat . Die vom Costar aiv geführte Stelle des Erasmus ist in der Erklärung d ? s Sprüchwortes : Seit quornodo lupiter duxerit vxorein . Es ist das 23 der IV dentutie in der IV Chilias pag . IN . 914 . Er beobachtet , daß der Scholiast des The - okritus dieses auf das Wort eines gewissen Aristoteles anführet : Adiun - git fabulam quam retulerit Ariftoteles , nefcio quis . Hieraus erhellet , daß er nicht geglaubt , wie Girae gethan , daß Aristoteles , Alexanders Lehr - meister , dieses Histörchen angeführt hätte . Es hat etlicke Aristoteles ge - geben , welche Bücher gemacht haben . lonfius , de Hift . Philof . p , 61 . WaS liegt ihm daran , daß sich Jupiter nicht in einen Guckuck verwan - delt habe ? Wie hat er nicht gesehen , daß diese Verwandlung des Ovi« dius in nichts gültiger ist , als so viele andre , die wir im Ovidius lesen ? Giebt er nid ; r zu erkennen , da er sich über diejenigen ärgert , die es be - hauptet , daß er es als eine seiner Gegenpartei ) vortheilhaste Geschichte sieht ? Und heißt sich dieses nicht zuin Vortheile seines Feindes schänd - lich vergehen ? Man hat nicht ermangelt , dieses zu seinem Nutzen anzu - wenden . Man erwäge alles wohl , was folget . Es ist eine Stelle Gi - raes . Replique pag . 546 . „ Da man nicht leugnen kann , daß ich die „ Verwandlung Jupiters in einen Guckuck zu sehr gelegner Zeit angefüh - „ ret habe : so ist er auf den Einfall gerarhen , diese Fabel für ein altes „ XVeibermährcken und eine lackerlicke Erfindung auszugeben ; „ als wenn die Verwandlung eben dieses Gottes in einen Schwan , in ei - „ nen Stier , und in einen Adler , etwas sinnreicher« und besser» in sich hiel - „ te : als weiin nicht alle Fabeln überhaupt gleich eitel wären , und diese „ nicht so wohl , als die andern , ihre Allegorie und mythologische rung hätte . Allein da Costar behauptet , daß dies« die Erfindung „ eines Spracklehrers si / . der sick seiner Muße gemisbrauckcr ; daß „ sie aus dem Sckoliajken des Theokritus genommen worden ; „ und mit des Erasmus Zeugnisse beweist , daß sie sick in keinem ein - „ zigen Schriftskeller finde , der nur ein wenig alt ist : Was thut „ er anders , als daß er seine Unwissenheit offenbar zeiget , und die Scri - „ benten aus keiner andern Ursache liest , als ihre Fehler zu lernen ? In „ der That finde ich keine Fabel , daran eine größere Anzahl berühmter „ Scribenten mehr gedacht hatte , als dieser . Und so gar der Scholiast , „ den Costar anführet ( so groß ist die Dummheit dieses Mannes ) versi - „ che " , daß er es aus einem Tractate ( * ) genommen , den Aristoteles „ von dem Tempel der Hermione gemacht hat . Plutarch gedenket des - „ selben gleichfalls in seinem Buche von Flüssen ; Pausa , üas redet an ver - „ jchiedeiien Stellen seiner Corinrhiake» davon , und Didymus über das „ vierzehnte Buch derJlias , erzählet sie aus dem Euphorien , einem sehr al - „ ten Schriftsteller , des Scholtasten der griechischen Sinngedichte und noch „ unzahliger andern nid ) t zu gedenken , davon das Verzeichniß allzuverdrieß - „ lich ftyn würde . , , Ich übergehe andre Dinge , worüber ihn Girac auf «ine gelehrte und vernünftige Art , von weaen der Hörner , und des Hahnreys , eritisirte . Die große Anzahl guter Schriftsteller , die von die« ser Verwandlung Jupiters geredet haben , bekümmern mich aus Liebe cj< - gen den Erasmus . Es wäre zum Vortheile seines Ruhms zu wun - schen , daß er den alten Scholiasten in Ruhe gelassen hatte . Es würde besser gewesen seyn , daß man mit der Feder in der Hand eingeschlafen wäre / da man eine solche Sache zu schreiben hatte . Hatte er nicht gele - sen , »vas Pausanias im II B . 78 S - den Berg Thornax ( * * ) betreffend , saget , »wichet seit dem Coccvgius oder Coccyt genennet worden , seit der in einen Guckuck verwandelte Jupiter die Juno daselbst geküßt hatte ? Dieß war ein Berg in Lakonien . Ebenderselbe Schriftsteller saget im II B . 59 S - daß eben dieselbe Ursache , weswegen die Juno zuArgoö , einen Ze - pter ( dieß isteinWerkdeSPolykletns gewesen ) geführt , auf dessen Spitze ein Guekuck gestanden , weil der verlieote Jupiter die Gestalt dieses Vo - aels angenommen habe , um der Juno zu genießen . Ich glaube dieses nicht , setzet Pausanias dazu ; aber nichts destoweniger , saget er , habe ich es für eine Schuldigkeit gehalten , es nicht auszulasten , kixKuyaii i * i rü
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Ytaaoj . Cuailurn vero auem idcirco feeptro aiunt iropofitum , quod virginislunonis amore captus lupiter , in eam fe auein verterit , quam puclla tanquam ludicrum captarit . Haec ego , et quae bis Amt fimi - lia de dis vulgata , etti vera neutiquam cxiltimo , non puUui tarnen negligenda .
( * ) 'hgKvrttyl Si hoft7 In rS mg } 'UffuiniS iheSrefov weft rS Aik t ? « " n ? zf y & n * , etc . Schol . Theoer . in illiun Ver£ Eid . XV . nivr * lyvmixt { itceri , ycfi ü ( ztis tty & ysb' " hjijv .
( * * ) Also muß man ihn nennen , und nicht © ? , Thronax , wie in dem Scholiasten des Theokrttuö steht . Meursiuö har diese Verbesse - rung gemacht . MifcclL Lacon . pag . 310 . Costar ist dein Erasmus Punct sür Punct gefolgt , welcher Thronax gesagt hatte .
( ? ) - - - Ihre Streitigkeiten sind bis zurEhsckeidung ge , trieben worden . ^ Pausanias erzählet im VIIIB . - ; z S . das ; zu Styui - phalus , einer Stadt in Arkadien , drey Tempel der Juno gewesen . Der erste hat der Tempel Juno der Jungfer , der andre Junö der Ehfrau ? und der dritte Juno der N ? itw^gehelßen . Diese drey Tempel sind ihr durch den Temen»« erbauet worden , bei ; welchem sie erzogen worden war . Der letzte ist ihr zu der Zeit erbauet worden , da sie zu Stympha - lum gewohnt , wohin sie sich nach ihrer C'hscheiduug begeben hatte . Man wird in dem Wörterbuche Carl Stephans , das durch den Lloyds ) ' verbessert worden , schen , auf was für Art Jupiter die Juno wieder zurück gebracht , die ihn verlassen hatte . Er hat das Gerüchte ausbreiten lassen , daß er sich mit des Aesopus Tochter verheirathen wollte . Diese Zeitung har mehr Eindruck in das Herz der erzürnten Göttinn gemacht , als alles Bitten Jupiters . Man sehe die Anmerkung ( Q_ ) an " dem Orte , wo ich Typhone Zeugung anführe .
( * ) Er führet den Philarchus im XIX B . an . Allein Natalis ComeS , Mythol . Lib . II , c . 4 , pag , m . IZZ , führet den Dorotheus an , Lib . II , Nar - rationum fabulofarum .
, ( G ) Kr bat sie einsmals zwischen - Himmel und Erde aufgo - hangt gehalten . ~ ] Weil sie einen heftigen Sturm wider den Herkules erreget hatte . Jupiter erinnerte sie dieser Sache , als er den Streich er - fahren , den sie ihm unter währender Belagerung von Troja gespielt hat - te . Sie hatte ihn so zu bezaubern , und m ihren Armen einzuschläfern gewußt , daß NeprunuS die nöthige Zeit hatte , die Sache» der Trojaner in Übeln Stand zu fetzen . Ich rede von dieser Arglist der Juno in der foU genden Anmerkung weitläuftig . Jupiter , der ihr so viele Liebkosungen vorgesagt mid erwiesen , hatte kaum ven Schaden erfahren , den die Tro - janer unter währender Zeit erlitten , da er bey ihr geschlafen hatte , als er sie auf das heftigste anfuhr . Er drohte ihr mit der Ruthe >V » - n * * - y\iffiv IjJitew , et te verberibus caedam , ( Horn . Iliad . Lib . XV , v . 17 ) und fragte , ob sie vergessen hätte , wie er sie mit jedem Fuße an einem Ambose angeschlossen , und zwischen Himmel und Erde im Angesichte aller Götter habe Höngen lassen , davon sie selbige loszumachen sich vergeblich bemühet hätten ; denn er hat sie sogleich vom Himmel auf die Erde fallen lassen , so viel ihrer es unternahmen .
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affnxTOi - , ti i' ev stSUgi vyj Exff'f / w , tjAarfov ii 3sa ) nxra naxgcv Otonwai .
ASroci i' hm iätivavTc Trccgutaiiv , o'j ii / . itßaifti ,
V'Iztxvmv Ttrayuv lato ßqAä ; Spp an ikijtki rijv otoyiftriMuii .
An non memiuiAi quando pependifti ab alto , a pedibus autem Incudes demifi duas , fircuni manus autem vinculum miß Aureum , infrangibile ? tu autem in aethere et nubibus Pependifti , indignab^ntur autem dii per excelAim Olympum : Soluere autem non noterant circumftantcs : quemeumque au - .
tem apprehenderem ;
Proiiciebam correptwn de limine - ^ / « / »« , donec perueniret In terram vi * fpirans . Ebend . v . tR .
Juno mußte die Pfeife einziehen ; sie hat sich durch falsche Eidschwüre entschuldiget ; sie hat versprochen , sich dem Verlangen ihres Gemahls ge - mäß zu bezeigen . Dießma ! ist der Streit nicht weiter gegangen . Ich muß nicht vergessen , daß Juno an dem Kriege der Titanen Ursache gewe - sen . Sie hat sie angettieben , ihren Gemahl vom Throne zu stoßen , ( Hy - gin . Lib . CL . ) und den Saturnus wieder herzustellen , welchen Jupiter vom Throne gestoßen hatte . Die Eifersucht ist damals viel stärker gewe - sin , als die Herrschsucht : Denn der Verdruß , den EpaphuS ( dieß ist Ju - piters Bastard gewesen ) mit einer Krone begnadiget zu sehen , ist Ursache genasen , daß Juno , lieber eine abgesetzte Göttinn seyn wollen , in so fem ihr Gemahl nur vom Throne gestoßen würde , als mit ihm zu regieren . Allein vielleicht hat sie sich eine Rache vorgesetzt gehabt , wobey ihre Herrschsucht nichts verlohren haben würde . Sie hat sich Hoffnung ma - chen können , daß , wenn sie sich der Angelegenheiten eines unrechtmäßiger weis« vom Throne aestoßenen Vaters , gegen die Angelegenheiten eines Gemahls , der denselben mit Gewalt bestiegen hatte , annähme , sie unree einem wieder hergestellten Vater an der Regierung Theil haben würde , und auf ewig mir dem Jupiter brechen wollte . Man wird in ber Alp - merkung i . F ) des Artikels Jupiters eine andre Verschwörung sehen , i» welche sie sich eingelassen hat .
Ich kann nicht an die zwischen Himmel und Erde hangende Juno ge - denken , ohne meinen Lesern eine Stelle vorzulegen , die ich nicht verstehe . Hygin erzählet im 166 Cap . daß , da Vulean dem Jupiter und den ander» Göttern güldene Schuhe geschmiedet gehabt , Juno sich nicht so bald - nie * hergesetzt habe , als sie zwischen Himmel und Erde aufgehangen gewesen . Vulkan hat Nachricht davon bekommen , damit er kommen und feine Mutter los machen sollte , die er gefesselt hätte ; allein er hat geantwor - tet , ich habe feine Mutter . Man hat ihn vom Himmel gestürzt , und er war noch zornig über dieser Begegnung . Wir wollen den lateinischen Text anführen . Vulcanus loui caeterisque Diis foleas aureas ex ada - mantc cum teeiflet , Iuno cum fediflet fubito in aere pendere . coepit . Quod cum ad Vulcanum miflum eilet , vt mafrem , quam ligauerat , fol - ueret , iratus quod de coelo praeeipitatus erat , negat fe matrem vllam habere . Ich lobe die Kunstrichker , die so gelehrte Beobachtungen über die ersten Worte Hygins gemacht haben ( * ) ; allein ich wollte wünschen , daß sie mich belebet hatten , wie Schuhe es machen können , daß eine Frau , so bald sie sich niedergesetzt hat , in der Luft hänget . Ich sehe auch nicht , wie solches ein Stuhl oder ein Thron zuwege bringen kann , zumal in Ansehung einer gebundene» Person . Mir deucht , daß man sich über die geringe Urteilskraft des Geschichtschreibers beklagen könne . Hat er wohl glauben können , daß sich ein Leser an einer so verstümmelten und verfälschten Erzählung begnügen würde ? Wgrun» hat er nicht gesagt ,

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