Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-13383

9lach ? selbst hatte beschimpfen sollen . Wider den Bastard hat er den des himmlischen Feuers vorgewendet . Der von mir angeführ , te Scholiast entlehnet dieses aus dem Euphorien .
Die Reustbheit der Juno ist - - » eine sehr Zweifel , pafte Sache gewesen . ) Ich will diesen Text durch die Worte eines neuem Schriftstellers auslegen , welcl>er , wenn er beweisen will , daß Jupiter ein großer - Hahnrey gewesen , fich also ausdrücket : „ Der «Riese Eurymedon , hatte von Jupiters Gemahlinn , die ersten Gunstbe - „ zeigungen erhalten : ( Didy . in Horn . II . XIV . Euftath . ebendas . ) und , „ derInsel Samos nicht zu gedenken , die wegen der unkeuschen LiebeShän - „ del dieser Göttinn so berühmt ist ; weis man denn nicht , daß , da Jupi - »»ter , wenig Tage nach seiner Heirath erkannt , daß sie bald Mutter von »flnem Kinde seyn würde , das ihm nicht zugehörte , sie ihm dennoch so viel gu - »»keWorte zu geben gewußt , daß er sich leicht überreden lassen , sie habe von „ sich selbst empfangen , und ihre Jungferschaft unversehrt bewahret . Ein „ andermal hat sie ihm weis gemacht , sie wäre schwanger geworden , weil r ■ «£•« 3f3ftTen - Wenn also die Hörner , die man in Lybien auf „ seine Bildsäule gesehet hat , nicht bedeutet haben , daß er ein Hahnrey ^gewesen , so hatte er doch verdienet , daß sie solches bedeuteten , und zu der - „ gleichen Redensarten Anlaß gegeben hätten , die seit so langer Zeit mit „ gemeinem Beyfalle aller Völker im Gebrauche sind ? , , Cirsc , Rcpii - que i Coftar , Sefl . LXIV . p . m . s4y .
( E ) Jupiter hat sich in einem Guckuck verwandelt , damit er der Juno genießen konnte . ) Um das allerartigste anzuführen , was von dieser Sache gesaget werden kann , so darf ich nur Costars und Gl - racs Streite folgen . Hier ist der Grund davon : Jupiter ist bey ? er - schiedenen andern wichtigen Gelegenheiten eben so vergeßlich ge - u ? esen . Pallas beklaget sich im - Homer , daß er nicht an den sen Ulysses gedenke . ( Bin andrer wirft ihm vor , daß er in fei= nem - Hausstände nidbt an die^ahnreysckaft gedacht habe , davon er so viel vortreffliche Dienste erhalten harte ( « ) . Dieß sind Costars Worte , in der Defenfe des Ouvrages de Voiture , pag . m . 116 . Sein Gegner Girac hat ihm geantwortet , daß dieser Vorwurf höchst»» - gerecht wäre : Denn der gute Jupiter hat , saget er , Rcponfc a la De . fenfe de Voiture , Seöt . XXVI . pag . 194 . um die - Hochachtung , u be - »eigen , die er für die Hahnreyschaft gehabt , und seine Begierde , ein - Hahnrey ja seyn , hat sich in einen Vogel verwandelt , der diesen t7«men ( Cocu , Guckuck ) , führet , da er seine Gemahlinn , Juno , zur lLhe gesucht . Und dann hat er , jur Bezeugung seiner Dank , barkcir , denen von Argos gebothen , einen schonen goldenen Gut - kuck zu machen , und ihn über den Zepter von der Bildsäule der Juno ja setzen , wodurch diese große Gottinn nicht beleidiget rvorden ; weil sie zum wenigsten ebenso viele Dienste von der - Hahnreyschaft erhallen harre , als sie ihrem Gemahle gethan ha - den konnte . Und auch nahe bey der Stadt - Hermione , sind zween kleine Berge , davon der eine der Guckucksberg beißt , aufweichen man zur Zeit desPausanias , ( in Corinrh , ) den Tcm . pel Jupiters , und auf dem andern Becge^egen über , der Juno ihren gesehen hat . Jn^ybien hatte dieBildsauleJupitcrHammons , große - Horner auf dem Ropfe . Dieses ist diesem Gone so ange - nehm gewesen , daß , ob man ihm gleich durch die ganze rvelt Bildsäulen aufgerichtet hat , er gleickrvohl durch keine , als diese Grakel gegeben hat . ( * ) Er hat sich so wohl bey diesen - Hör - nern befunden , daß er feine allerbesten Freunde vermocht , nach seinem Beyspiele , dergleichen anzunehmen . Bacchus ( Cic . I . de Nat . Deor . ) und p«n , die Satiren , die Götter der Flüsse , und viel andere , haben ihm nackgeahmcr . Juno selbst ist von der Parrey gewesen , um zu bezeigen , daß sie manchmal Gefälligkeit gegen ihren Gemahl gehabt , und man sieht noch heutiges Tages schiedene Schaumünzen von dieser Gottinn , mir - Hornern . Dia , na und Venus haben auch welche genommen , als eine Zierde , die einem schonen Gesichte ungemein wohl anstünde . Diese Antwort enthält viel Gelehrsamkeit ; allein sie ist falsch ; denn man sieht nichts darinnen , das die Sache bewiese , davon die Frage Ist . Die Fra ,
f1 ist diese : hat denn Jupiter den Stand der Ehmamier geehret , deren hftauen Buhler haben ? Man beweise so sehr , als man will , daß er dem Vogel viel Ehre erwiesen , den wir Guckuck nennen : man füge darzu , daß er gewollt , daß seine Bildsäulen Hörner tragen sollten ; man vergesse diejenigen nicht , welche die andern Götter haben tragen wollen : so trifft man es doch nicht , weil das Wort - Hahnrey , und das Wort - Horner , zur selben Zeit nicht in dem Verstände genommen worden , den man ihm seitdem gegeben hat , und heutiges Tages giebt . Ueber . dieß würde die Verwandlung in einen Guckuck , um in seinen verliebten Unternehmen glücklich zu werden , auch zu unserer Zeit kein Merkmaal seyn , daß man gerne mir einer verbuhlten Frau verheirathet sevn wollte . Meine Leser werden sich leicht einbilden , daß Costar die Nichtigkeit der ihm gegebenen Antivorten wahrgenommen hat : allein wenn einige daran zweifeln sollten , so will ich ihnen , durch Anfuhrung seiner Worte , bald aus dem JrrthumeHelfen . Man wird darinnen sehen , daß dasgezwun - gene Wesen allzuviel Belesenheit auszukramen verbindet , gewisse Dmge in seine Gegenantworten zu mischen , welche seine Sache verderben . Er ma - chet mit der Verwandlung Jupiters , in den Vogel den Anfang , der den t7amen Guckuck führet , und saget folgendes davon : Suite de
la Defenfe , p . 380 .
§ ( et ) Man wird dieses Mährchen in den Schriften der Alten ver - «eblich suchen . Es ist aus des Rabelais III B . zs Cap . __ Allein der Grund davon findet sich im Plutarch Num . 17 der Trostschrift , die er dem Zspolloniu« wegen des Todes seines Sohnes zugeschickt . Cr , t . Anm .
( * ) Costar , Suite de la Defenfe , p . Z82 . widerleget es durch dieft Worte - Aristoteles erzählet an irgend« einem Orte seiner Rhetorik , daß Leaesippus bey seiner Zurückkunft von EliS , wo er das Orakel Zup - ter« Rath geftaget , auch noch das Gutachten des Orakels , u Delphi« r mn rr den Avollo qanz vertraulich auf diese Art gl
Juno . 941
„ davon geredet ) ist au« einem Scholiasten de« Theokritu« genommen , , , welcher erzählet , daß Juno , nachdem sie sich von ihren Gespielinnen ent - „ fernet , um sich allein und in Freyheit zu unterreden , nach einem langen „ Spaziergange sich an einem schönen Orte bey dem Gebirge Thronax in« „ Grab gelegt . Jupiter , der sie in diesem Stande erblickt , hat sie so wohl „ gemacht befunden , daß er Feuer gegen sie gefaßt : und , da er seine Gluth „ nicht zu ertragen vermocht , sich mit den Federn und der Gestalt eine« „ Guckucks verstellt , und , nachdem er eine außerordentliche Kälte in der „ Luft erweckt , sich ganz zitternd und erfroren in die Arme dieser Göttinn „ geworfen habe ; wo er , nach Annehmung seiner ordentlichen Gestalt , „ und versprochener Heirath , von ihr das gewünschte Vergnügen erhalten „ hat . Diese Kälte , die Jupiter bey dieser Gelegenheit erregt , ist nicht „ viel größer gewesen , als die Kälte der Übeln Spötterey unsers ten . Es erhellet in der Thar , daß sich Jupiter nicht au« Liebe zur „ Hahnreyschaft in einen Guckuck verwandelt hat ; weil damals weder „ unter den Göttern , noch unter den Menschen der Name diese« Vogel« „ einen Ehmann bedeutet hat , dem seine Frau ungetreu war . Zum we> „ nigsten sieht man davon nicht die geringste Spur bey den Alten ; hin - „ gegen sind Frauen im Plautuö , welche ihre Ehmänner Guckucke nen - „ nen , die sie im Ehbruche ergreifen : und Juvenal < * * ) hat einen armen „ Mann , dem man diesen Schimpf erwiesen , eine Grasemücke genennt : „ vermuthlich weil die Grasemücke die Jungen des Guckucks ernährt , „ die er in ihr Nest leget . , , Hierauf geht Costar zur Betrachtung der Hörner fort , und drücket sich pag . z«> also au« : «Hat - Herr Girac et« wan ein altes Manuscript , welches deutlich beweis ? , daß die - Horner zur selbigen Zeit die Merkzeichen der - Hahnreyschaft ge - Wesen i Und ihr , mein - Herr , ( er redet mit dem Menage ) der ihr al - les wisset , könnet ihr mir wohl beweisen , daß diese Redensarten , Hörner tragen , Hörner ausseben , in dem Sinne , wie wir sie gebrau« chen , viel alter , als Artemidorus sind , der unter dem Adrian geblü - her har< die - Horner Jupiter - Hammons , sind keine - Horner eine» - Hahnreys , sondern eines schone» Nidders gewesen , der auf dem lybischen Sande prophezeyet , wie unser Ronsard saget . Er un - tersuchec die Hörner gewisser Gottheiten Stück für Stück , die Girac an - geführt hatte , und zeiget deutlich , daß sie keine Verwandtschaft mit dem Zustande der Männer haben , die wir Hörnerträger nennen ; und daß sie nicht au« Gefälligkeit gegen den Jupiter angenommen worden sind , und dieses ist sein Schluß , i«6S : XOenn ( Bicac au» allem diesem etwa« machen kann , das zu seinem Vorhaben dienet , so bin ich nicht willens , mich dawider zu setzen : allein ich müßte mich sehr be - trügen , wenn er damit fortkommen , und uns zwingen sollte , zu bekennen , daß Jupiter , da er sein - Hauswesen eingerichtet , die - Hahnreyschaft nicht vergessen habe , die ihm allezeit so nützlich gedient harre . Dieß ist wohl geschlossen : dem , dieß heißt die Sachen wieder auf den Stamm caufae bringen , und dieß ist der Mittelpunkt , wo alle Linien zusammen laufen müssen .
( * ) Equidcm vix credo hanc fabulani apud veterei inueniri , fed fufpicor ab otiofo quopiam Grammatico fuifle confictam :
«m yuuy - n z^llo ganz vertraulich aus vie , e . 'irr
Var
Allel Wor
piter an andern urren fiafie
keine Bildsäule , außer , » Aegypten , gegeben habe .
ijniK ; : ilKvnHny . . . .
Vater 1 XÜittf du dich unterstehen . ihm zu widersprechen . Mein Girac beklaget sich p . jyi feiner Gegenantwort , daß man seine Worte verfälschet habe : er beweist , daß er sehr wohl wisse , daß Ju - piter an andern Orten Antworten ertheilet , daß er aber dieselben durch
>v

pit anile quiddatn .
( * * ) Tu tibi nunc curruca , placesfletumquelabeUisExforbei . Sat .
VI , v . 276 .
Wir wollen die Gegenantwort betrachten . Es befremdet den Girae , daß Costar diese Materie nach der Scharfe der Schule , und als etwas ernsthaftes abhandelt . Repl . a Coftar , Scä . LXIV , pag . 544 . Er will , daß ich ihm demonstrativisch und durch Zeugnisse be« weisen soll , daß sich Jupiter au« Liebe zur Hahnreyschaft in einen Guc - kuck verwandelt habe .

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