Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-13301

JuiIIUs . 933
einen solchen Namen , daß man ihm in England den Platz des berühmten Matthias Lobel angebothen , der zu London 1616 ben war ; allein er wollte lieber in Deutschland bleiben . Er hatte sich bereits hervorgethan , indem er viel zu dem Werke , Hor - tus Eyftettenfis betitelt , beygetragen , welches die Figur und Beschreibung aller Pflanzen in dem Garten des Bischofs von Eych -
^ , beygetragen hatte . Er hat drey Iahre bey dieser
Profeßlon zurückgelegt ; und dann hat er eben dergleichen nebst der botanischen zu Altorf 1625 gehabt . Er hat sie bis au seinen Tod verwaltet , welcher sich den 7 des Brachmonats , 165z eräugete , und hatin d " , . acht und zwanzig Jahren , so lange dieselben gedauert , solche Sorge für den medicinischen Garten getragen , daß er ihn auch in den fremden Ländern berühmt gemachet . Er hatte um so viel mehr Zeit auf diese Verrichtung zu verwenden , da er seine ganze Lebenszeit nicht allein , ohne sich zu verheiraten .
Universität Altdorf vermacht . Wir müssen nicht vergessen^ daß er außerordentliche Lust gehabt , ' Buchstabenwechsel ( Ana . grammata ) zu machen ( B ) . Ich weis nicht , ob er der Sterndeutkunst ergeben gewesen : Allein in einer Einladunqsschrift , woraus ich diesen Artikel nehme , bemerket man sehr ernsthaft , daß die Dünste eines Geschwüres , die auf einmal gestocket , da Mars rücklings gegangen , an dem äußersten der Füße einen salzigten Krebsschaden hervorgebracht haben ( C ) . Gottfried und Ludewig Iungermann , hatten einen Bruder , Namens Caspar , der ein Gelehrter war . Man sehe Gottfried JungermannS Noten im IV Cap . des Tractats de Equuleo .
a ) In quo ( coelibatu ) non eft necefle continentiam praedicari , qua nulla in ipfo opus erat , virtus enim cd cum ludta , Ariftotele cenfore , coniundta , cuius indicium nulla quae vnquam in hoc genere emicaret flamina , praebere animadtierfa eft . Abdias Trevv , Ma< thef . et Philof . Prof . et Reftor Vniuerfitatis Altdorfinae , in Programmate , apud Henning . Witten Memor . Medicorum .
( A ) Er wurde ; um Professor der 2lr ; neMnst in ( Hießen , Eichstädt ist 1613 gedruckt worden ; man urtheile , ob die Sachen hier
, 62 - , gemacbt . ^ Der Rector der Universität zu Altdorf , hat die Zeit - wohl nach ihrer Zeit gesehet worden sind . Wittens viarium Biogra -
rechnung in seiner Einladungsschrift ein wenig verwirrt . Er will , es phicum gicbt vor , daß unser Jungermann Professor zu Leipzig , unl»
habe Jungermann unter seinem Professoramte zu Gießen so viel Ruhm dann zu Altdorf gewesen . Man verbessere daselbst , ohne Gefahr , und setze
erworben / daß man sich bemühet , ihn nach England zu ziehen , um ihn Gieflenfi , anstatt Lipfienfi .
zum Nachfolger des berühmten KrauterkundigerS , Lobels , zumachen . C
Dieß heißt die Zeiten vermengen : denn Lobel starb erst 1616 , und Zun - der'
germann ist von 1622 , bis 162 ; zu Gießen Professor gewesen . Wo ist die worden .
Wahrscheinlichkeit , daß die Engländer LobelS Platz sechs bis sieben Jahre serS in keinen schlimmer» Zustand versitzet ,
ledig gelassen hätten ? Sie haben solchen , ohne Zweifel , kurz nach seiner ( k ) Er bat außerorvcmliche JLuft gehabt , Buchstaben -
Erledigimg , dem Jungermann bestimmt gehabt ; er hatte sich also , ehe rvecbsel 5» machend Er hat zu Gießen , 1624 , eine Sammlung davon ,
er Professor zu Gießen geworden , den Ruhm erworben , der ihm dieses Aualeum Academicuni betitelt , in 4 herausgegeben . Man hat zwey an -
große Merkmaal der Hochachtung verschafft , welche die Englander gegen dere Werke von ihm , nämlich das Verzeichniß , davon ich in dem Texte
ihn gefaßt hatten . Pauk Freher , der in seinem Schauplätze , 13s S . den diefis Artikels geredet habe , und ein ander dergleichen Verzeichniß , un -
Auszug dieser Einladungsschrift gegeben hat , hat an einem Theile die ter dem Titel des Cornucopiae Florae Giefienfis etc . Gieflae , 1624 .
Zeiten besser angegeben , als sie angegeben gewesen ; allein andern TheilS in 4 -
dienet dieses weiter zu nichts , als daß es die üble Rechnung desto deutli - ( C ) Man bemerket < - t Safi die Letxkrigkeir eine - ,
cher zu erkennen giebt , darein er verfällt . So ist seine Ordnung : Do - fdwutrs - , - - einen salxigten Rrebsstiiaden hervor gedraciit . Z
clor Med . creatus , et ad Profeflionem Med . publicam promotus eft Wir wollen die Worte der Einladungsschrift sehen : Luit , * ( erefipelatis )
A . 1622 . Hinc ( * ) per triennium ea nominis celebritate praefuit , fluxus confueti fubito fubfiftentes , gangraenani fcorbuticam ante ,
vt in Angliam , quo celeberrimi Botanici Matthiae Lobe / ii fuccefl'or trimeftre ( circa motum Marlis in loco Lunae natalitio oppofito tar .
fieret , iniiitaretur A . C . >S>6 ; fed ille Germania« conditiones praetu - dum et retrograduin ) in extremitate pedum pepercrunt . Die Aerzte
lit . Ad deferiptionem etiam Horti Eicbftettenßs tota Germania cele - derselben Zeit pflegen dem Einflüsse der Sterne , bey der Beurtheiluug der
bris , Iaudabilem nee vulgarem operam contulit . Dieser Garten von Krankheiten , viel beizulegen .
Imn'us , ( Hadrian ) gebohren zu Horn in Holland ( A ) den ersten des Heumonats 1511 ( B ) ; ist einer von den gelehrtesten Mannern seiner Zeit gewesen . Er war der Sohn eines sehr verdienten Bürgermeisters ( C ) , und studierte anfänglich zu Harlem , dann zu Löwen und zu Paris , und endlich zu Bononien in Italien , wo er sich zum Doctor in der Arzneykunst machen ließ . Nach seiner Zurückkuuft in sein Vaterland , gienq er 1543 nach England % und wurde daselbst Leibarzt des Herzogs von Norcsolk , und dann einer großen Daine . Er hat daselbst einige Bücher geschrieben , und unter andern ein griechisch und lateinisches Wörterbuch , wo er über 6500 Wörter dazu gesetzet hatte . Er schrieb es dem jungen Könige Eduard 1548 zu ; und weil er ihm den Tirek , als König , gab , so hat man ihm lange Zeit hernach an dem Hofe zu Rom deswegen Handel gemachet . Er ist sehr empfindlich über diese Verfolgung gewesen ; denn man sieht einige von seinen Briefenb an den Lindanus , Bischof zu Ruremonde , und an den Cardinal von Granvelle , in welchen er eifrig zu wünschen bezeuget , daß man den Schandfleck wegnehmen mochte , damit man ihn belegt , seitdem die Bücherrichter , seine Bücher in das Verzeichniß der verbothenen Werke gefetzt hätten . Er hat dieserwe - gen , aus Anratben des Ariuö MontanuS , an den Pabst geschrieben , und eine Schußschrift fertig gemacht , woriNnen er unter'der Berheurung , daß er allezeit ein guter Katholik gewesen , zeiget : daß er sich nicht einbrechen können , Eduarden den Königestitel zu geben f . ' Weil er ein guter Poet war , so hat er 1554 ein Hochzeitgedichte auf die Vermahlung Philipps des II . mit der Kö - niginn Maria herausgegeben < Dieses würde ihm vielleicht ein großes Glück zu wege gebracht haben , wenn England in Ruhe aedli - >ben wäre . Er gieng unter wahrenden Unruhen von da weg ( P ) , und verschloß sich in Horn ; allein der König von Dänne - - mark zog ihn gar bald von da weg , ' und machte ihn zum Lehrmeister seines Prinzen - . Junius , der sich weder an die Him - melsaeaend , nöchandieGemüthsart der Einwohner gewöhnen konnte ( E ) , gieng auf eine so trotzige Art von da weg , daß er sich nickt einmal bey dem Könige beurlaubte . Der Wahrscheinlichkeit nach ist dieses 1564 geschehen f . Er hat sich zu Harlem niederlassen ( F ) : er trieb daselbst die Arzneykunst ; er verheirathete sich allda und ward Ausseher des dasigen Collegii . Die Staaten von Holland haben ihm aufgetragen , die Historie der Provinz zu schreiben , welches er rühmlicher und mir mehrer Auf - merksamkeit verrichtet Haben würde , als er gethan hat , wenn er d«e letzte Hand an das Werk hatte legen können , welches nach seinem Tode unter dem Titel Batavia erschienen ist * . Als dleSpanier die Stadt Harlem belagert hatten , so hat er Mittel funden , heraus zu kommen , i . m de , . Prinzen von Oran . en zu besuchen , welcher sich feiner Hulssmittel zu bedienen gewünscht hatte . Nach eroberter Stadt , . 57z , plünderte man seinen Buchervorrath , wo er verschiedene Werke zurück gelassen , die , hm v . el Arbea gekostet hatten , und wodurch er sich unsterblich zu machen hoffte . Er hatte , . e gar bald - n den Stand setzen könne . , , das Licht zu Wen und eb n dieses hat seinen Verdruß vermehrt . Er gieng nach Seeland , wo ihm die Empfehlung des Prinzen che Besoldungen verschaffte , um die Arzneykunst in Middelburg zu treiben ; allen , d . e Lust des Landes ist chn fthr zuwider gewe - sei . Er bat ücb daselbst Krankheiten zugezogen , welche ihn nebst dem Verdrusie , übe . den Ve . lust seiner Bibliothek , d . n 16 des weniaer etliche Taae alt , ins Grab legte . Seine Leiche wurde von Armuiden nach Middelburg ÄÄÄßn & ältester Sohn begraben lassen , und ihm eine Grabschrift gemacht ( G ) . Man hat vermiedene Bücher von seiner Arbei ( tt ) . Ich werde in der letzten Anmerkung etwas davon sagen . Man hatte wegen eines öffentlichen Lehrstuhles « Leiden dk Augen auf ihn geworfen ( I ) , wo die Universität gleichsam erst gebohren wurde , da er starb , jd ) habe noch n . chrdie 4H . ^ . . . * nhr«7f% rtftyrmirf geworden ( ivy *
3 R erhelltt aus e - 'nem von seinen Briefen <> , daß er sich sehr erzürnt , als er erfahren , dak ihn emer von seinen Schülern f « , llÄSe als wmn er seinen Kostgängern befohlen , nicht , n die Kirche zu gehen ; er betheuert im Gegenthe - le , daß er sie beschuldiget hatte , a» mmn s fr hat diejenigen zu ziemlichen Ge dbußen verdammt , die es verabsäumt haben .
SP1 ? ! 'niSÄ ? daßer - sichüber seine Armuth beklagt , und daß er , Mit Schulden beladen , zur Einrichtung feiner
Haushaltung nicht einen Haller im Beutel hatte .
rc unter seinen Briefen , p . ZY - . wo er saget , daß er dahin gegangen , als Carl der V , vor Landreeie gel , «
- » ) Man sehe seine Schu / ch f Vulcanius , > - 4 S . wo er sich rühmet , diesen Schandfleck verachtet zu haben , d ) Eben -
s - n h J88 . 4^ 0 f^e , Jga7E ; . / ) Siehe seine Briefe . Z»5 S . . g ) Voffi . . . de Scient . Mathem . P . - 59 . Pontu . Reuter .
0 w ® . Ä „ ch e . ( A ) ^

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