Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-13293

I
9Z2 Julis . Junttin . Jungermann .
Iuliö f eine Stadt der Insel Cea , in dem ägäischen Meere . In dieser Stadt " sind der Poet Simonides , der Poet Bacchylides , sein Neffe , der Sophist Prodicus , der Arzt Erasistratus , und ein Philosoph , Namens Aristo« , gebohren worden ( A ) . Valerius Maximus b erzahlet eine sehr seltsame Sache , davon er ein Zeuge gewesen , da er in dem Gefolge des Sextus Pompejus durch Julis gegangen , welcher nach Asien reisete , daselbst das Proconsulat zu verwalten . Ich rede anderwärts da - von c . Als die vier Städte dieser Insel aus zwo gebracht , so ist Julis eine von diesen zwoen gewesen d . Sie war auf einem Gebirge drey Meilen vom Meere erbauet . Das Vaterland so vieler großen Männer hätte vom Moreri nicht ausgelassen , noch aus dem Wörterbuche Carl Stephans durch den Lloyd verjagt werden sollen , welcher besser gethan haben würde , wenn er diesen Artikel verbessert ( B ) , als ganz weggelassen hatte .
a ) Strabo , Lib . X . Suidas , Stephanus . F ) Lib . n . cap . VI . e ) In dem Artikel die Anmerkung ( C ) zu Ende , d " ) Strabo , Libr . X .
( A ) lLi» Philosoph , Namens Aristo» . ^ So muß man sagen , sen Artikel verbessert hatte . Z Carl Stephan hätte wohl gethan , nicht und nicht wie Moreri , unter dem Worte Cea , der Philosoph Aristo» ; so ausdrücklich zu sagen , daß die Insel Cea , ohne Unterschied te : so sehe man , was wir hiervon in den Anmerkungen des Artikels Zi»
( B ) Äloyö - - t - würde rvohl gethan haben , wenn er vie - sagen werden .
IuNttlN , ( Franciscus ) italienisch Giuntino , einer von den berühmten Mathematikverständigen und Sterndeutern des XVI Jahrhunderts , war von Florenz ; allein er brachte einen guten Theil seines Lebens in Lion zu " , und gab daselbst verschiedene Bücher heraus ( A ) . Sein theologischer Doctortitel h hat ihn nicht abgehalten , der Sterndeutkunst mit vieler Leichtglaubig - keit ungemein ergeben zu seyn . Ich weis nicht , in welchem Jahre er gestorben ist . Er war sechs und fünfzig Jahre alt , da er 1577 die Auslegungen über die Sphäre des Sacrobosco herausgab c . Man ziehe hieraus das Jahr seiner Geburt . Uebrigens ist er manchmal ans der Gegend des Himmels herunter gestiegen , um sich an menschlichen Untersuchungen zu ergeßen ; denn er hat ei - nen DiscurS über den Zeitpunct von den LiebeShandeln des Petrarcha aufgesetzet d . Ich habe anderswo von der Nativität geredet , die er Luchem gestellet . Wir werden hier unten die besondern Umstände seines Lebens sehen , welche Possevin bekannt gemacht hat ( B ) .
a ) Siehe la Croix du Maine , p . >01 . ! > ) Ebendas . c ) Vofllus , de Scientiis Mathem . p . 194 . d~ ) Ich gebe den Titel davon in der Anmerkung ( A ) . 0 3« der Anmerkung ( B ) , des Artikels Luther .
( A ) Er gab versckiedene Hücker zu Äioit heraus . ] Er hat daselbst , 570 seinen Tradtatum iudicandi reuolutiones natiuitatum , in 8 herausgegeben . Drey Jahre darauf hat er fein Specidum Aftro - logiae quod attinet ad iudiciariatn rationem natiuitatuin atque an - nuarum reuolutionnm , cum nonnullis approbatis Aftrologorum fen - tentiis herausgegeben . Siehe Epitome , Bibl . Gefner . Dieses Werk war in 4 ; allein in der Ausgabe von > ; 8> ist es , vermittelst der Ausle - «Zungen , ein Folioband gewordm , die er in duos pofteriores Quadripar - " titi Ptoloniaei libros innumeris obferuationibus referta , ( dieses Wort bezieht sich aus Commentaria , ) et certiflimis Aphorismis Cquatenus cx llderiun pofitione liceat Chriftiano more aliquid coniicere ) ex probatiffimorum Aftrologorum fcriptis depromtis , infignita , dcirzu zesüget hat . Seine lateinischen Auslegungen , über die Sphäre des Johann von Sacrobosco , sind >577 erschienen . Zu Lion , beym Io . Tor - naefius gedruckt . Voßius bemerket nur diese Ausgabe ; Du VerVier Vau - Privas redet nur von der von 1578 , apud Symphorianuin Beraud . Man hat zu Cöln , 1580 , ein Buch gedruckt , welches den Titel hat : De Diuinatione quae fit per aftra diuerfum ac difcvepans duo - rum Catholicorum facrae Theologiae Doclorum iudiciuni , fcilicet Francifci Iunftini ac Ioannis Lenfaei . Man hat zween Tractate vom FranciscusJunctin : näml . Ample vitcours für ce que la Comete apparue au wois de Novembre 1577 nienafie devoir advenir a plufieurs Prin - ces , Pays , et Peuples de la Chreftiente , zu Paris , bey Gervasius Mallot , 1557 . ( l . a Lroix du Maine , p . 101 . ) und zu Lion bey Francis , cus Didier , 1578 , in 8 . ( Du Verdier Vau - Privas Bibl . Franc , p . 404 . ) und Difcours für la reformation de 1 an faite par noftre Saindt Pere le Pape Gregoire XIII . Avecques les caufes pour lesquelles ont efte oftez dix jours et le Nombre d'or ; zu Lion , 1582 , in 8 . Es wurde in eben derselben Stadt im Jahre 1580 in 8 gedruckt . Difcorfo fopra ll
Iungennann , ( Gottfried ) hat sich durch seine Gelehrsamkeit zu Anfange des XVII Jahrhunderts bekannt gemacht . Er war zn Leipzig gebohren , wo sein Vater Caspar Jüngern , ann ( A ) , Professor der Rechte war . Seine Mutter war die Tochter des berühmten Joachim Camerarius von Bamberg der auch Professor zu Leipzig war . Gottfried Iungennann verstund die griechisch Sprache vollkommen . Die Welt hat ihm die erste griechische Ausgabe der Nachrichten Julius Cä - sars zu danken ( B ) . Er hatte bereits seine lateinische Ueberseßung der Pastoralen des Longus , mit Noten , herausgegeben Er hat 1609 neun Anmerkungen über den Tractat de Equuleo , drucken lassen ( C ) , die Magills im Gefängnisse gemacht hatte . Wir haben auch gedruckte Briefe von ihm . Er ist den 16 August , 1610 c , zu Hanau gestorben , wo er lange Zeit Druckver - besserer bey den wechelifchen Erben gewesen war ( D ) .
d ) Bapenbergenfis . Ich sehe bieten Titel dazu , um diesen Camerarius von seinem Sohne , Joachim Camerarius , zu unterscheiden , den man Norimbergenfis zunamet . i ) Man wird in der Anmerkung ( A ) , des Artikels longus , einen Schnitzer des Moreri , den Jungermann betreffend , sehen . 0 Diarium Biogr . Henningi Witten .
( A ) Sein Vater , Caspar Jungermann . ] Bermulhlich ist er der Urheber etlicher juristischen Disputationen , deren DraudmS , BibliotK .
GlaMca , p . 7 . 6 . gedenket , und eines Gedichte« , de Cuftodia Angehca , dessen von eben demselben Draudiu ? , p . >507 , und von Simlern , . in dem Auszuge der geSnerischen Bibliothek , p . gedacht wird .
( B ) Die rvelr hat ihm die erste grieckiscke Ausgabe Oer Nackrickren Julius Casars , u danken . ] Er hat diese Uebersetzung , die von einigen dem PIamides beygeleget wird , und davon ihm dasMa - nuscript , das in der Bibliothek des Petavius gnvesen , durch den Don - gars geliehen worden war ; ( mansche die an Scaligern geschriebenen französischen Briefe , p . 368 . ) er hat sie , sage ich , nicht allein mir seinen Anmerkungen über den griechischen Ueberseher sondern auck mit verschie - dener gelehrten Kunstrichter ihren , über den Julius Cäsar begleitet .
Diese zu Frankfurt , 1606 , in 4 gemachte Ausgabe wird sehr gesuchet .
( C ) Er hat Anmerkungen über den Tractat , de Equuleo , cken laflen . ] Das Tagebuch der Gelehrten , vom 2 März , 1665 , p . m .
182 . holländ . Ausgabe , hat von diesen Anmerkungen mit Verachtung ge - redet ; als wenn sie fast über alle Rleinigkeiten angewendet wor»
Iungennann , ( Ludewig ) zu Leipzig den 4 des Heumonats , 1572 , gebohren , ein Bruder des vorhergebenden , ist ein vortrefflicher Krauterkundiger gewesen . Er legte sich bey guter Zeit auf die Erkenntniß der Pflanzen , und erwarb sich dadurch " einen
tempo dello innamoramento del Petrarca , Con la fpofitione del nette , Gia fiammegiava l'atnorofa ftella . Siehe die französische Bi - bliothek des Verdier Vau - privas p . 404 . 405 .
( B ) Xvir werden die besondern Umstände seines Lebens sehen , die posfcvm bekannt gemackt hac . ^ Ich habe ihn in Frankreich ge - kannr , saget er Bibl . Seledt . Tora . II . p . in . - 45 . wo er im Elende leb - te , und sich auf die gefahrlichen Speculationen der Astrologie legte . Er ist ein abtrünniger Flüchtling gewesen : er war ein Carmeliter , und zur Priesterschaft , ja so gar zu dem Amte eines Provincials erhoben wor - den . Er hat seine Gelübde , seine Proseßion und die römisd>e Religion verlassen ; allein er ist durch die liebreichen Rathschläge einiger Andächri - gen einigermaßen wieder auf den guten Weg gebracht worden . Er hat feine Ketzereyen in der Kreuzkirche zu Lion öffentlich abgeschworen , und einige Zeit Ursache zu glauben gegeben , daß er Willens wäre , zum De - sten der katholischen Kirche zu arbeiten . Gleichwohl hat er die Werke nicht widerrufen wollen , die er über seine wahrsagenden Gottlosigkeiten gemacht hatte ; non vidimus eum libros fuos de impietate diuinatrice retraäafie ; er ist einer von denen gewesen , die , da sie die Hand an den Pflug geleget , und wider zurück gesehen , nicht geschickt zum Himmel - reiche sind . Er hat mit Wechselbriefen gehandelt , und Geld auf Zinsen geliehen , und damit sechzig tausend Thaler gewonnen , davon man nach seinem Tode nicht die geringsten Spuren gefunden hat . Er hatte den Junten , bey welchen er Druckverbesserer war , drey tausend Franken ver - macht . Diese Freundschaftsbezeigung hat ihnen zu nichts gedienet . Iuntis honeftiflimisTypographis ( in quoram aedibus faepe librorum correöionibus operani Lugduni pofuerat ) mille aureos nummos cum moriens Iegaflet , ii mihi fafli funt , eos vti reliqitos euanuifie ; nimirum omnia perdita fuifle , quae perditus ille anxiehinc indc corraferat . Ebendas .
den , 5 . E . ob man sagen müsse , equuleu« , oder eculein : allein man kann versichern , daß bey dieser Veurtheilung eine Uebereilung vorgegan - aen ist ; denn ob gleich dieftr kleine Punet der Rechtschreibung durch den Jungermann ein wenig zu weirlauftig untersuchet worden : so hätte man doch nicht von allen Anmerkungen nach dieser urtheilen sollen , die außer - dem zu der Materie nicht unnützlich und nicht ungeschickt ist , vielen Per - sonen zu gefallen .
( D ) Tr war Druckverbesserer bey den weckeliscken ( Beben ge , wesen . ^ Dieses belehren uns die Briefe , die er an den Goldast geschrie - ben hat . Siehe die Sammlung der Briefe an den Goldast , zu Frank - furt , >688 , gedruckt , und die Briefe des Gudiuö , die zu Utrecht , 1697 , herausgegeben worden . Man sieht auch darinnen , daß er über den Ju - lins Pollux gearbeitet hat ; allein man wußte es schon aus der Vorrede seiner Ausgabe des Herodotus . Er hat diese Ausgabe mit verschiedenen Stucken bereichert , und unter andern mit verschiedenen mangelhasten Stücken desKtesias . Chevilier hätte ihn in das Verzeichniß der gelehr - ten Manner setzen können , welche Druckverbesserer gewesen sind . Origin« de rimprimene de Paris , p . 19J . 19S .

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