Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-13258

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Julia .
mans fe ad tanti honoris deeus eueöum , obeabeneficia , quibiisillum puerum affeciflet .
( N ) Der fcan5osisihe - Hsf hat seinem Neffen eine prinzeßinn vomGedlöre angebolhen und diese - Heirarh ist ausgeschlagen wor - den . ] Der Pabst har geantwortet , daß die Heirathen unter Personen von so verschiedenem Stande nicht glücklich seyn könnten , und daß , wie er das königliche Haus von Frankreich für das ageredelste der Welt er - kenne , er das seinige für das niedrigste auf dem ganzen Erdboden hatte . Unterdessen hat er die wahrhafte Ursache dieses Abschlags nicht ben : denn es hat ihn die Begierde , seinen Neffen mit der Tochter des Großherzogs zu verheirathen , gereizet , eine solche Verbindung aus« zuschlagen ; welches ihm viel mählicher war , dasjenige auszuführen , was er zum Besten seiner Familie entworfen hatte . Diese Sache belehret uns Thuan im XIV B . zu Anfange , auf der a8o S . aufs 1554 Jahr .
lius , saget er , äd'fcurrifitatem vfque feftiuus , et alienam ab innata de - ceftöribus Pontificibus ambitione mentcm prae fe ferens , cum tarnen interea Cofmi , vt proximi et fuoriim rebus vtililfimi principis adfi . nitatem vltra modum expeteret , et Camertium principatum Fabiano deftinaret , vt cdnditioneni tarn ampläm eluderet , fic Lanfacum vr - gentem dimifit , vt diceret : quam ex nobililfima omnium , quae vf - quam fuifient , familia rex prognatus eflet , tarn fe ac fuos omnium , qui viuerent , mortalium ignobiliflimos agnofcere , proinde nuptias , quae inter pares melius coirent , inter inaequaleis adeo perfonas , com . mode contrahi non pofle . Man merke , daß die Verlobung zwischen ei« ner von den Töchtern des Cosmus , und dem Fabian del Monte geschlos - sen worden , welches Balduins Sohn war , der noch nicht das mannbare Alter hatte . Siehe Thuans Xlll B . Palavicin beobachtet in der oben angeführten Stelle , daß Fabian , Balduins Bastart gewesen .
Julia , die Gemahlin» des Septimius Severus , römischen Kaisers , und eine Tochter des Baßl'anus , Priesters der ne ( A ) , war in Syrien gebohren . Die Sterndeuter hatten ihr vorher gesagt , daß sie einen König Heirathen würde ( B ) j die - scrwcgen hat Severus , ehe er noch zum Kaiserthume gelangt war^ um sie anaehalten und sie geheirarhet . Er hat der Stern - deutkunst viel zugetraut ; er glaubte also , daß ihm eine solche Heirath eine Bürgschaft seyn würde , daß er einmal den Thron besteigen müsse . Sie war eine sehr witzige Frau , und zu großen Geschafften geschickt Einige sagen , daß ihr Gemahl ihr viel Theil an der Regierung gegeben ( C ) , ob er sie gleich nicht sehr liebte . Sie legte sich auf die Philosophie ( D ) , und wendete viel Zeit mit aufgeweckten Köpfen , die ihre Auftvartung bey ihr machten . Es ist Schade , daß man sie zur Ehre und zum Vortheile der Wissenschaften nicht rühmen kann , daß sie so viel Tugend als Geschicklichkeit gehabt . Man kann es nicht sagen , weil die Gcschichtschreiber bezeugen , daß ihre Ehbrüche dem Leben ihres Gemahls einen Schandfleck angehanget ( L ) . Einige Schriftsteller sagen , daß sie sich nach dem Tode des Severus in eine blutschänderische Ehe eingelassen habe ; dieß heißt , daß sie den Caracalla , ihres Gemahls Sohn , geheirathet hat ( F ) ; allein dieß ist eine Unwahrheit ( G ) . Sie ist nicht weniger des Earacalla , als des Geta Mutter gewesen . Sie hat das Unglück gehabt , daß sie die Eintracht unter diesen zween Söhnen nicht erhalten können b . Ihre Geschicklichkeit , so groß als sie auch war , ist allzu klein zu einem solchen Werke gewesen . Geta ist vom Earacalla in den Armen der Julia ermordet worden , hie selbst verwundet ward , und sich nach diesem nicht erkühnte , das geringste Betrübniß zu bezeigen c . Wenn ich mich nicht bekriege , so ist das beste Mittel , dessen sich Earacalla bedienen können , seiner Mutter einigen Trost zu geben , gewesen , daß er sie viel Theil an der Regierung hat nehmen lassen ( Ii ) . Dieß war eine große Lust für diese Dame : und da sie sich den Tod anthun wollen , als sie erfuhr , daß Earacalla ermordet worden war ; so ist es nicht so wohl darum geschehen , daß sie den Tod ihres Sohnes bedauert , als weil sie gefürchtet , ehstenö in den Zustand einer Privatperson versetzet zu werden d . Sie dachte auch nicht weiter an den Tod , so bald sie wahrnahm , daß Macrin , des Eara - calla Nachfolger , gut mit ihr umgieng . Allein so bald sie erfahren , daß er die Schimpfreden rächen wollte , die sie wider ihn ausgesehen , als sie des Earacalla Ermordung erfahren , so hat sie sich durch Hunger das Leben genommen ( F ) . Der Titel Don , na , den man ihr giebt , ist der Familienname gewesen ( K ) . Es giebt einige Schwierigkeiten wegen der Zeit ihrer Ver» mahlung mit dem Severus ( L ) . Man hat Aufschriften e , wo sie die Mutter der Läger , die Muffet des Vaterlandes , und die Mutter des Rathes genennet wird .
a ) Siehe die Anmerkung ( I ) zu Ende , t ) Herodian . Lib . IV . cap . III . c ) Xiphilin . in Caracalla , p . 345 . 346 . d ) Xiphilin . in Macrino , p . 362 . - ) Tristan führet sie im II Bande feiner historischen Auslegungen an .
O t / 'S« STelDero Sri «f ) r«r«v Srt' rtj ) ruv afJMj ri» fu»Tgl 5roAAi >5 / xk>>5« iragctiviitti . huItoi rtjv rüv ßißMuv Tun rt »»itoxww exaTifW , * Xi } y twv xäv« i - jxyxatm , SioUtftiv aury iiritffyw , rjrf ro o / o^ta ai / ri ) ? in tai« tjjv ßdAiju «r<«aec< { ößo'tuf t» ts iiia > - « / tm t«v ^arsuucnm ,
( fri wu & Tcti j fist faaivm xoaawv iyyi ; 6$uv . Ii yicg Sei afyiu , b'ri j ) titäZjtra iq / ioria vctvras rS ( irguTtit t »uS & rtef vjrf ixtivof . Qua in rc caeterisque oninibus rninirne obternperabat matri iufta et Vtilia mo - nenti , licet ei curam libellorum atque epiftolarum vtriusque generis , praeter admodum neceflärias f * ) Conimififlet , eiusque riomen pari - ter cum l'uo et exe'rcitus nomine poneret cum maximis laudibus in epiftolis qua» mittebat ad fenatum , . dum omnes valere fcriberet : nec opus eft referre , ab hac omnes primarios viros falutari , non fecus quam ab illo , confueuilTe . Ich will bemerken , daß eS auf die Borstel - lung unserer Julia geschehen , daß ihr Gemahl den Krieg wider den Pes - cenniuS Niger und den Clodins AlbinuS unternommen hat . Capilo - linus , in Clodio Albino , cap . III , p . 689 .
( * ) Tristan hat also falschlich gesaget , daß sie die Aufsicht über die Vitt - fchriften gehabt , so wichtiafie auch waren : er hätte , wie Tillemont , in der Hift . des EmpereursTom . III , p . m . 189 . zum wenigsten diese nahme brauchen Men ; wenn sie nicht etwas sehr wichtiges halten haben .
( D ) Sie hat sich auf die Philosophie gelegt . ] Unmittelbar nach obigen Worten versichert Xiphilin , daß Zutia , mitten unter so vielen Ge - schafften , dennoch philosophirt habe , 'a>k' >j niv vgl fitt« riym in h«a - ac» Se^ ea nihilominus pliilofophabatur . Er hatte in
Septimio Seuero pag . 330 gesagt , daß , da sie durch den PlaptianuS ver - folgt worden , dessen Ansehen keine Grenzen hatte , sie angefangen habe , sich aUf die Philosophie zu legen , und ganze Tage mit den ScpWm zu - zubringen : Kai t «vri TI MpeTv Sielt ruÜT «To , vjrf aotyi - ixi ; ttMtnifivcn ; Qiiae dum ob eam caufam philofopharetuf , et tetnpus cum Sophiftis tranfigeret . PhilosttatuS nennet sie die Philosophinn : 'awtwv / vo« , saget er in VitisSophiftanim inPhilifco , wenn er vom Cara - calla redet , * * i ritt ^ia8 , pag . IN . 625 , lesen . Er hat eine andre Stelle des PhilostratuS verbessert , wo man erfährt , daß der Sophist Philiskus einen öffentlichen Lehrstuhl zu Athen , durch der Julia Ansehen erhalten hat . Sie hat dem PhilostratuS befohlen , des Apollonius Leben zu schreiben . PhilostratuS in dem Leben des Apollo - nius , Lib . I , c . 3 , saget eben dasselbe , und bemerket zu gleicher Zeit , daß die - se Frau die Redekunst sehr geliebt habe . Tzehes gedenket der Anzahl ge - lehrter Männer , die bey der Julia gewesen . Ei ? tS 'vnrugm v« iqotlifurrtuiyrm rij 'l«Ala rf Kgarma ) BatiMh . VllUS . illorum Rhetorum et Grammaticorum , qui Iuliae Imperatrjci frequentes ad - cfle folebant . Chil . VI , Hift . XLV .
JLe Moyne har zwo Anmerkungen gemacht , die angeführt zu werden verdienen . I . Hat er sich verwundert , daß Scaliger , dessen Muthmaf - fangen so kühne gewesen , sich nicht erkühnt hat , etwas wegen Antonius , des Sohnes der Julia , zu wagen , dessen PhilostratuS gedenket . II Hat er dnrch des Tzetzes Worte des SalmasiuS Verbesserung bekräftiget , von welcher es gleichwohl nicht scheint , daß er davon hätte reden hören . So redet er den Scaliger betreffend : „ Sic MiloßratusJ» vitls Sophßarum , , , / ff PhilifCO , A'vrmiivBS 5i ijn i th ( pitototpu lutiat . Antoninus „ erat Filius Philofophi Iuliae . Ad quae verba haerens et attwitus „ Sealher , Antonino Philofopho aliu« filius quam Commedus , alia
„ vxor
( A ) Sie war die Tochter des Saßianus , Priesters ver Sonne . z Dieses kann man aus folgenden Worten AurcliuS Victors , in Lpitomc pag . m . 2li . schließen : Laracalla Seueri filius - - - Baffianjis e ? aui materni nomine diöus . . . . Huius ( Heliogabaii ) matris Semeae auus Baifiamis nomine , fuerat folis facerdos , quem Phoenices vnde erat Heliogabalum nominabant . Semen , ( oder vielmehr Soa - mis nach Herodians V B . III Cap . ) war der Mäsa Tochter ; nun war Mäsa der Julia Schwester ; ebendas . also muß Bassianus , der Priester der Sonne , der Julia Barer seyn . Atan kann nicht gewiß behaupte» , ob Emesis , oder Apamäa . der Julia Vaterland gewesen . Denn nach dem Herodian , und dem Julius Capitoliuus , in Macrino , cap . IX , p . m . 759 . ist ih : e Schwester Mäsa von Emeseö gewesen ; allein nach dem Dio im LXXVIII B . pag . 90 * . ist sie aus Apamäa gewesen . Lampri - dmö . in Alexandro Seuero , cap . V , pag . 8 ? o . nennet die Julia nobilem Orientis nuilieretn , allein Dio im I . XXVIII B . 899 ©• Ausgabe von 1606 / machet sie zur gemeinen Frau , i * e genereplebeia
( B ) Die Sterndeuter hatten ihr vorher gesaget , daß sie einen Ronig heirathen würde . ] Wir wollen Spartians Worte anfuhren , damit man erkennet , wornach sich Severus hauptsächlich erkundiget hat , da er sich verheirathen wollte ; er hat sich nicht nach dem Verdienste der Person erkundiget , sondern nach den Versprechungen ihrer Nativität . Qtium amiflä vxore aliam vellet ducere , genituras fponiänim reqm - rebat , ipfe quoqiie mathefeos peritiflimus : et quum audifiet eile lü Syria quandam quae id geniturae haberet , vt regi iungeretur , eandetft vxorem petiit , Iuliam fcilicet : et aeeepit interuentu amicorum : , ( C ) Einige sagen , daß ihr Gemahl ihr viel Theil an der Re - gierung gegeben habe . ^ „ Sie hat die Besorgung seiner Acren , Brie - „ fe , und Bittschriften gehabt , so wichtig sie auch waren , dieses saget Dio „ in dem Leben des Caracalla . Dieses zeiget , von was für einer Fähig - „ feit sie gewesen ist . Denn sie hat ihr Gutachten über alle wichtige Ge - «schaffte gegeben , und gleichwohl hat weder er sie , noch sie ihn sehr ge - „ liebt , wie man im Dio und Herodian sieht . Gleichwohl ist sie diese „ Ehre von seiner Seite zu erhalten gewohnt gewesen , daß er sie in seinem „ Schreiben allezeit mit Ehrenbezeigungen and Lobeserhebungen genennet „ hat , auch so gar n enn er an den Rath und an seine Kriegsheere schrieb , „ da er ihren Namen nebst dem seinigen , nach der Schreibart der dama - „ ligen Zeit , einrückte . Sie hat auch ihren Rang wohl behauptet ; denn „ sie erwies den größten Männern des Reiches nicht mehr Ehre , noch „ grüßte sie mit mehr Ehrerbietbung , als Severus uud Caracalla thaten . „ Jedoch Caracalla , da er zur Regierung gelanget war , hat einen Theil „ ihrer Gewalt beschnitten , so daß er nichts weniger , als ihren Rathschla - „ gen gefolgt ist , zumal wenn ihm die Phantasie ankam , jemand hinrich - „ ten zu lassen . Allein ihren Gemahl , Severus , betreffend , so hat er ih - „ rem Gutachten , und ihrer qesunden Vernunft viel nachgegeben . „ SS redet Triftan . Comment . Hiftor . Tom . II , pag . 110 . allein es ist sicher , daß er sich bekriegt , indem er den Vater für den Sohn nimmt ; denn , was er anführet , daß betrifft den Zustand nicht , daririnen sich Julia unter der Regierung ihres Gemahls befunden hat ; dieses muß lediglich von ihrem Anstände unttr dem Kaiserthume des Caracalla verstanden werden . Die Sache leidet keine Schwierigkeit , wenn man nur die Worte Xiphilins , in Epitomc Dionis in Caracalla , pag . m . Z5Z . ein wenig betrachtet .

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