Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-13194

922 . Julius
Lib . IX . fol . 268 . vcrfo . Er hat sich über seine Heerführer beklagt , unddie Soldaten durch die Hoffnung der Plünderung aufgemuntert ; denn er hat ihnen versprochen , dieser Stadt keinen Vergleich zu verwilligen , sondern sie ihnen Preis zu geben , Stette alla Concordia pochi giorni ricorv ducendolo all' eflercito la medeflma impatientia , et ardore ; il quäle non raffredo punto nel Camino la neve groffiffima , che tuttavia ca - deva del Cielo , ne i freddi coli fmifurati che a pena i foldati pote - vano tollerarglh et alloggiato in una Chiefetta propinqua alle fue artiglierie , e piii vicina alle mura , che non era 1' alloggianiente pri - ino , ne gli fatisfacendo cofa alcuna di quelle , che fi erano fatte , e che fi facevano : con impetuofiffinie parole fi lamentava di tutti i Capi - tani , eccetto che diMarc' Antonio Colonna , il quäle di nuovo haveva fatto venire da Modena ; ne procedendo con minore iinpeto per 1'eflercito , hora quefti fgridando , hora quelle altri confortando , e facendo con le parole , e con i fatti 1' officio del Capitano . teva , che i foldati procedevano virilmente , che non accetterebbe la Mirandola con alcuno patto : ma lafciarebbe in potefta loro il fac - cheggiarla . Libr . IX . fol . 363 . Mezerai , Abrege Chronologique , Tom . IV . p . 4jy . aufs , 5» Jahr , erzählet , daß , da die Stadt den 19 Marz , ( er sollte sagen den so Jenner , ) durch Vergleich eingenommen worden , der Pabst sich durch den Mauerbruch habe hinein tragen lassen .
( * ) DuPleßis Mornai führet denMonstrelet in den neuenZusätzen an , allein dieses ist ein Fehler ; denn Monstrelet ist vor dem Pabstthu - me Julius des II , gestorben , und ist nicht der Urheber dieser Zusätze .
( F ) Unzählige Scribenten versickern , daß er eines Tages die Schlüsse ! des heil , pettus in Sie Cybcc geworfen habe . ] Bis hierher habe ich noch keinen andern Bürgen von dieser Geschichte gefnn - den . als dieses lateinische Sinngedicht eines gewissen Gilbertus Duche - riuS Vulto ( >«° ) , Aquapersanus .
In Gallum , vt fama eft , bellum gefturus acerbum ,
Armatam educit Iulius vrbe manum :
Accindhis gladio , claues in Tibridis amnem Proiicit , et faeuus , talia verba facit :
Quum Petri nihil efficiant ad praelia claues ,
Auxilio Pauli forfitan enfis erit .
( * ) DuPleßis Mornai ffthret niemanden , als diesen Autor , an . und nennet ihn Gilbems Ducrenus . Er ist von Aigueperse in Auvergne gnvesen . Seine Sinngedichte sind zu Lion , > ; z8 , gedruckt worden .
Nun wird man mir zugeben , daß ein solcher Grund sehr gebrechlich ist ; denn wenn ein Poet einen artigen Gedanken hat , und keine unge - schickte Materie findet , wo er ihn anwenden kann ; jo machet er sich nicht leicht ein Gewissen daraus , diesem durch seine Erweiterungen und Erdich - tnngen abzuhelfen : er will lieber die Wahrheit sparen , als einen guten Einfall verliehren : Poetae modo aliquid argute vcl acute dicere <'i - deantur , plerumque verumne fit an falfum , propemodum non cu - rant . Papyr . Maflo , in Vita Leonis X . Diesem fty , wie ihm wolle , so findet sich doch diese That Julius des II , sie mag wahr oder falsch seyn , in verschiedenen Schriftstellern . Einer von den neuesten , wo ich sie gesehen habe , erzählet sie also , loh . Heinr . Heidegger . Hiftoria Pa - patus , p . 192 . 193 . Percufl'o cum ipfis ( Venetii ) foedere exercitum fuum aduerfus Imperatoris confoeaeratos Ferrarienfem et Ludoui - cum XII , Regem Francorum , iniquiffimus etperfidilfimus bellator edu - xit ( * ) , cum ea voce , qux ipfum non S . Petri , fed pcrditilfimi et fceleratiflimi latronis fuccefl'orem esse commonftrauit . Cum exercitu enim Roma egreflus , Petri dauern furibundus in Tiberim iaftauit , adeoque , vti ingeniofe Bibliander conclufit , omne , quod a Sanfto Petro fe habere finxit ius , Tiberino flumini refignauit ; additis hifce verbis : Quin clauis S . Petri amplius nil iuuat , ( euaginato gladio ) va . hat rladius S . Pauli . Ich muß nicht vergessen , daß Horromaim eben dieselbe Sache , auf das Wort des Arnold Du Ferren , anführet : Is eft Iulius fecundus , saget er in Bruto Fulmine , p . m . 110 , m . de quo et Arnoldus Ferronus , vir inprijnis dodtus , et Galliae noftr . ie hifto - ricus , et Burdegalenfis quondam Parlamenti Senator , itemque aüi complures memoriae prodiderunt : quod cum exercitu comparato Roma in Galliam , infefto in Regem noftrum animo , contenderet , fuasque armatas copias ipfe loricatus ex vrbe per Tiberis pontem educeret , multis hominum audientibus haec pronuntiauit : Quando nobis claues Petri nihil profunt , age , gladium Pauli diftringamus : fimul claues , quas feciim attulerat , in Tiberim proiecit , gladium - que vagina eduxit . Qua de re nottim illud vetus carmen eft . Hier sehet Hottomann das ganze oben angeführte Sinngedicht her .
( * ) DuPleßis , auf der 580 S . hatte diesen Kriegszug nicht kurz nach seiner Erhebung zum Pabstchume setzen sollen .
Ich hätte nimmermehr geglaubet , daß Hottomann zu derjenigen Unred - lichkeit fähig wäre , der ich ihn überzeugen will . Ich habe den Arnold Du Ferren zu Rathe gezogen , und nicht gefunden , daß er das Sinnge . dicht des Ducherus anführet , wie ihm Hottomann beyzumessen scheint . Die Verse , die er anführet , sind von einer ganz andern Art . und er füget die Antwort darzu , die Johann LascariS , zum Besten Julius des II , darauf gemacht hat . Ich läugne nicht , daß er das Mährchen von den sln des heil . Petrus , die in die Tyber geworfen worden , nicht erzählet : allein er zweifelt , ob dieses nicht eine Erdichtung fty . Qi»n vtilgatum eft , saget er , in Ludouico XII , fol . m . 52 verfo , 1OO . ONE CON . FICTO an vero , quando Romani pidtores Petro claues , Paulo en . fem tribuunt , ilhnn in Gallos emiflhrum copias enfe accindium et clauibus ad Tybrim profeflum in aquas amnemqueproiecille claues , haec inferentem , quandoqiridem nihil Petri clauesprodeflent , Paulien - fem ( quem mox eduxerat ) auxilio futurum . Erduldet die Aufrichtigkeit , daß man ein solches Mährchen aus das Zeugniß einer karhol . großen Raths - person stüket . indem man die Erklärung unterdrücket , die er gethan hat , daß er nicht wisse , ob dieses nicht ein Betrug fty ? Die meisten Bücher sind mit dergleichen Anführungen angefüllet , und man kann sich oftmal« nicht die Mühe nehmen , die Wahrheit zu untersuchen , ob diejenigen , welche die Schriftsteller anführen , redlich verfahren ; man kann , sageich , sich oftmals diese Mühe nicht nehmen , ohne daß manemMistrauen bey sich erwecket , welches einen so weit bringt , daß man niemanden , als ftinen eigenen Augen glaubet . Wenn sich ein so berühmter Schriftsteller , als Franciftus Hottomann ist , so viel Freyheit nimmt , was sollen die kleinen
der II .
Scribenten thnn , die nichts zu verliehren haben ' ! Man muß hier in einem widrigen Verstände von demjenigen urlheilen , der ausrief :
Quid Domini facient , audent mm talia fures .
Virgil . Eclog . III . v . 16 .
( G ) Der Ronig vo»Lra»kreick bat sick auf eine sehr de Art unterworfen . ] Dieses bestätiget , was ich in dem Artikel Gregorius der VII , zu Ende der Anmerkung ( B ) , gesaget habe , daß die Prinzen aus ihren Irrungen , mir dem Pabste fast niemals , als zu ihrer Beschämung , gekommen sind . Ludwig der XII hatte izio eine Versammlung der gallicanischen Kirche nach Tours berufen , um zu wis - sen , ob er mir gutem Gewissen wider Julius den II Krieg führen könne . Er hatte von dieser Versammlung erfahren : daß seine NOaffen ge - reckt , und Oes pabstes seine unbillig waren , und daß er so gap 5» seiner Vertheidigung seinen Feind angreifen könne . Mezerai Abrege' Chronol . Tom . IV . p . 453 . Auf sein und des Kaisers Anhal - ten , und 50 Folge des Beschlusses der Rirchenversammlung von Costnin , hatten einige Cardinäle eine allgemeine Kirchenversammlung nach Pisa berufen ( ebend . 457 S . ) ; er und der Kaiser hatten durch ihre of - fenen Briefe , welche im Heumonare , 15» , gegeben waren , die Ankündigung dieser Versammlung gebilliget . Er hatte die Väter beschützet , daraus sie be - stund , welche den Julius von der Verwaltung de« pabstrhums fit - spenöitt , und verbothen hatten , ihm zu geyorcken . Ebend . ^S . Er harte sie , sage ich , wider diesen Pabst beschützet , der sie in dem late« ranischen Concilio in den Bann thar und absetzte ; und nichts destowe - niger hat eben dieser König einige Zeit darauf erkläret , daß er die Per - - fammlung von Pisa für ein falsches Concilium halte . Seine Bevoll - mächtigten , dieß sind die Worte der Acte , welche in der Antwort des Coesseteau auf das Myftere d'Iniquite' , 1221 u . f . S . ganz steht : • ben die offenen Briefe des besagten allerckristlickstcn Roniges , mit öefltn Siegel besiegelt , und durck ihn unterzeicknet , und auf seinen Befehl ausgefcrrigct , in der - Hand haltend , nack der , bey dergleicken Fallen , erforderlicken Verbeugung und Dcmuthigung ganzlick von der Rirckenversammlung ; » Pisa abgezogen , unS derselben völlig abgesaget , und sick frey , sckleckt und unbedingt dem heiligsten Concilio vom Ä . accran , als den , wahren , eiinigen und recktmaßigen bekannt , rveiter haben sie , nack der erwahi^ - tenVollmackt , versprocken , daß benannter allerckristlickster R6 - nig künftighin dem falscken Concilio von Pisa weder Vorsckub Nock Beistand auf irgend eine Art . wie sie heißen mockre , leisten würde : so daß vielmehr alle diejenigen , die sick in seiner Stade JLion , und andern Theilen des Ronigreicks , - Herrsckasten und ^ . andern , die ihm Mgehorren , befanden , und bey besagtem falschen Concilio von Pisa blieben , dieselben im folgenden Monate ran - men , und diejenigen , die darwider handeln würden , von was Stande , Grade , Würde oder AnsebeN sie waren , rveltlicke und Geistlicke , daraus verjagt , und für Spaltungsmaciier erklärt werden sollten , und daß er dieselben auf des Pabskes Befehl , wenn es nöthig wäre , mit gewaffnerer - Hand verfolgen wolle . Weiter : haben die Bevollmächtigten in obengemeldtem Namen verspro - cken , daß obenbesagter allerckristlicksterRönig versckaffen . wolle , daß secks Prälaren und Doctoren , oder Graduirtc , von denAn - sehnlicksten unter denen , die sick' bey besagtem falscken Concilio von Pisa befunden , an de» pabst , abgeordnet werden , und für das besagte falscke Concilium von Pisa , und im Namen dergan - ; en Gesellsckaft . xwiscken hier und dem ersken des Jenners , sick in Person vor Sr . Heiligkeit stellen sollten , um besagter Rircken - Versammlung von Pisa pur , und unbedingt abzusagen , und der - selben abmsckworen , nackdem sie um Vergebung und Äoajah * lung , demüthig und auf geziemende Art bey Gr . - Heiligkeit gebe - then und dieselben erhalten haben . Und daß sie überdieß dem lareraniscken Concilio , als dem einzigen , wahrhaftigen , und un« fehlbaren , so wobl in ihrem als ihrer andern AnHanger Name» beytreten , und sick demselben einverleiben sollen ; daß , wenn sie sick dieses zu thun weigerten , der besagte R^nig keinem einzige» von denen , die sick bey besagtem falscken Concilio befunden , oder demselben Vorftliub gerhan " haben , die geringste - Hülfe , Beystand oder Vorsckub wider die Gewalt des h . apostoliscken Stuhls leisten , hingegen alles sein moglickstes zur Ztusführung der Ur - theilc , Bescklüsie und Censuren unsers h . Vaters , «uck so jtßc , mit gewaffnerer - Hand ausführen wolle , wenn es nöthig wäre , ohne alle Verstellung und einigen Betrug . Dieß ists , was die Prala - ten gewinnen , die der Partey ihres Prinzen , bey ihren Streitigkeiten mit Rom anhängen : man opfert sie dem Pabste auf , wenn' man sich vergleicht . Man hat Ursache , sich zu verwundern , daß sich H viele der - selben finden , welche ihre weltlichen Prinzen , dem geistlichen Prinzen vorziehen .
( H ) Man hat ihm erlaubet , sick von diesem harte» Streicke M erholen . ] Er hat sich so wohl davon erholet , daß die Franzosen noch in demselben Jahre gezwungen wurden»das Mayiäl , dische zu verlassen . Nichts ist Ludewigen dem XII nachtheili^er gewesen , als der Aberglaube der Anna von Bretagne , seiner Gemahlinn . Sie hat sich so viele Gewis - sensscrupel , über den Krieg , in den Kopf gesetzet , den Frankreich wider den 'pabst sührre , daß sie alle gute Anschlage ihre« Gemahls verzögert . Siehe JKezerai , Abrege Chronol . p . 457 . 460 .
( I ) Gr ist gegen die Cantons sehr freygebig mit Titeln gewe« sen . j »Anstatt , daß seine Vorfahren dem Bettelorden Vorrechte er - „ theilet haben : so hat dieser den EantonS der Schweiz , den damaligen „ vornehmsten Vollstreckern seiner hohen Unternehmungen , den bestan - „ digen Titel , der Besckütter der Rirckenfrevheir , mit vielen Bul - „ len , Standarten , Sckwerdtcrn , und güldenen - Hüten und an - „ dem Geschenken gegeben , um sie alle nach seinem Willen zu verbin - „ den . „ Du Plessis Mornay , Myftere d'Iniquite , p . 580 . Siehe auch Heideggers Hiftor . Papatus , p . 192 . 193 . '
( K ) <£c ist an einer Rrankheit , unter weitlaustigen Anschlagen , gestorben . ^ Varillas , in derHistorie Ludwigs des Xll , im X Buche , 217 u . f . S - zählet derselben sieben , wohl gerechnet . Dieses ists , was Guicciardin , Libr . XI . fol . 325 , bezeuget : In quefti tau e tanti pen - fieri ( das heißt , den König von England zu vermögen , Frankreich zn bekriegen , Ludwig den XII abzusetzen , und das Königreich dem ersten , der es ervbem könne , ju gehen , ) « iorlc ancora in altri piu occulti ,

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