Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-13184

( A ) Man hat gesaget , daß er ein Schiffer gewesen . ^ Erasmus hat diese Tradition der III Centurie feiner Adagim , Sftum . 86 . p . m . 7 - 5 . eingeschaltet . A remo ad tribunal , saget er , dici folitum , vbi quis re - pente ab infima conditione prouehitur ad honefti immer» admini - ftrationem . Id quod hatid fcio an . vlli comigerit foelicius , quam Iulio fecundo . Nam fama eft , hunc imicnem ad ftip'em fcalmmn remo tu . bigere folitum , et tarnen a remulco tion foliim ad tribunal , verum - ctianiad ftmuniini illnd rerinn hiimananun culinen eue<5lus eft . Net content« ? hoc faftigio , pontificiäe'ditionis pomeria multum protulit : longins etiam proouchirus , fi per mortis inclementiam vitara illi producere licuiflet . P . TheophiluS Rainaud bekriegt also , wenn er »splotheca , 8e6t . II . 8erie , III . cap . I . p . m . zoz . saget , daß Erasmus ebenderselben Sache in der Erklärung des Sprüchwortes , a fcapha in triumphalem quadrigain , gedenke : dieß ist »licht er , sondern Hadrian JuniuS , Adag . Cent . VI . num . 4z . der dieses Sprüchwort erkläret , und gesager hat ; EfFerri poteft de quouis e faece hominum ad magnas opes dignitatesque proueöo , quemadmodum Iulins Ligin : poft feaen - tariam operam in aucendo fealmo diu nauatam , Sixti Pontificis bene - ficio infignibus Ecclefiafticorum bonorum ornatus , tattdem adPonti - ficatum Maximum emerfit . Anastasius Germönius , Erzbischof zu Ta - renro . hat behauptet . daß alles , was mau von der Geburt Sixtus des I V , und Julius des II , erzählet , falsch ist , und daß Leonard vonRou - vere . des Sixtus Barer , ein sehr edler Ritter , und die Familie von la Rouvere , schon vor der Erhebung dieses Pabstes , in großem Ansehen ge - Wesen . Sixtus IV falfo iadlatus eft e plebeiis et pifcatoribus editus cum patrem haberet Lconarduni de Ruuere , Equitem nobiliffimum , vt obferuatiit Anaftafius Germönius , exponens indultum Hieronymi Cardiitalis de Ruuere § . Sixtus num . 28 . qui etiam § . Mugnls , de gen - tisRuuereae antiquo , ( etiam ante Sixtum ) fplencjore , agit diffufiili - me . Hopfotheca , p . 304 .
La Monnoie giebt , in einer geschriebenen Anmerkung , die er mir mit - getheilet hat , vor , daß Anastasius Germönius , „ der nur den Onuphriuö „ abgeschrieben hat , nicht gegen den Philelphus , den Baptista Fregosius . „ Bolateran , Corio , Erasmus , Machiavel , Challeneu - - , Bändel , du Eer - „ ron , Masso , und so viele andre Halten könne , davon man eine ziemliche „ Anzahl von dem Spondan in seiner Fortsetzung des Baronius , aus« „ , 471 Jahr . Num . 10 , angesiihret , sehen kann . „ Bändel versichert , daß sich Iulins II , selbst gerühmt , ein kleines Schiff geführet zu haben . Giulip fecondo Pontefice , anchorche di baffiflima gente fofle difeefo , c nön fi vergognafle fpefle fiate dire che cgli da Arbizuolä , villa dd Savonefe , havefie con una barchctta piü volte , quando era garzone , menato de le cipolle ä vendere aGenova , fu nondimemo grandiflimo ingegno , e di molto clcvato fpirtö . Notivelle XXXI . des I Th . fo ! . 2i9 verfo . Monnoie hat mir diese Stelle mitgetheilt .
( L ) iSs ist eine sehr seltsame Sache bey seiner U ? ahl vorge - qancten . 1 Sie ist gewiß gewesen , ehe die Cardinäle ins Eonelave gietv qen , und also ist Julius von Ruvere , schon als Pabst hinein gegangen . Er hat also den Stich dieses sehr gemeinen Sprichwortes vermieden , daß derjenige , der als Pabst ins Conelave gehl , als Cardinal wieder heraus komme' , chi entra Papa , efee Cärdinale . Memoires des Intrigues de la Cour de Rome , pag . 20 . zu Paris , 1677 , gedruckt . Die Ursache ist , daß er sich seiner Partey durch so viele Versprechungen versichert , und so viel Mittel gehabt , diejenigen zu weichem . die ihm günstig seyn wur - den , daß ihm die päbsrliche Würde nicht entgehen konnte . Außer den Reichthümern , die er sich bereits erworben halte . , hatte er auch das Ver - mögen anderer in Händen : jedermann hat sich bemühet , ihm sein Geld , und auch seine Pfründen cinzubiethen ; so . daß er sich im Stande gesehen , mehr »u versprechen , als man von ihm gebethen hat . Dieß waren die unerlaubten Mittel , wodurch er zum Pabstthume gelangte . Es ist fem Protestant , der es saget^ es ist ein italienischerScribenr . Mamolto piu ve lo promofl'ono le promiffioni imnioderate , et infinite fatte da lui a' Cardinali , a' Principi , a'Baroni , et a eiafeuno , che gli potefle efllre utile a quefto negotio , di quanto feppono diniandare : et hebbe öltra cid fäctilta di diftribnir danari , e molti beneficii , e dignita Ec . clefiaftichc , coli delle fue proprie , come di quelle d'altri : perchealla fama Hella fua libcralitä molti concorrevano fpontaneamente ad of . ferirjrfi' che ufafl'e a propofito fuo i danari , il nome , gli ufficii , et i benefici'i loro : ne fu confiderato per akuno eifere molto maggiorc fe fue pfomefle di quello , che poi Pontefice poteire , o dovefle oder , vare - perche haveva lungamente havuto nome tale d'huomo libero , et veridico , che Aleflandro Sefto , oimico fuo tanto acerbo morden - dolo nell' a & rc eofe , confefläva lui ellerc huomo verace ; laqual de eeli fapendo , che NlVNO piu facilmente inganna gli altn , che chU föiito , et hafamadimainon gl'ingaimare ; non tenne conta , per conftguirt il Ponteficato , di maculare Guicciard . Lib . VI . folio m 165 vofo Wenn er diese Simonie nicht gebraucht hatte , wie hätte er die Cardinäle bewegen können , ihm leine Stimmm zu geben , ihm , der beständig ein so unruhiges und erschreckliches Naturell gezeigt , und sich so vu - le FeMde gemacht hatte ? u quäle era notifllmp eflere d . natura molto diffieik e fonnidabile a eiafeuno ; et il quak ln^uetiüimo in ogm tempo , e che haveva confumato l'eta in co . mnui travagh ; haveva per neceffita ofTcfo molti , effercitato odn , enirnicme con molti huo - niini eranäi . Ebend . Das Geld bringet alles zu Stande : es hat einen Pabst aemacht , ehe man sich zur Wahl versammlet hatte ; eine Sache , d e mm L niemal - geftben hatte , ll Ordinale di San Pietro in Vmcola potente d'amici , de riputatione , e di ncchezze , haveva tirati a fe voti di tantiCardinali , che non havendo ardirc dl opporfegh quegh , che erano di contraria fentenza , entrando in Conclave gia Papa certo , 6 ftabilito 5 fii con eflempio incognito pr . ma alla memoria de gli huo - fenzache altrimenti fi chiudefle il Conclave , la notte inedefi - ml , che fu la notte dell' ultimo giorno d' Ottobre , afllinto al Ponte -
HCfr\ Ä öem^etrjoge von Valcntinois weis gemachet , ( C ) rJL vLa : wave . Ich Kabe dieses nur in einem Werke deS er . snn Vater Geschichtschreiber saget . Anecdote ? deElo - Barillas gelesen . ^ Vic Franzosen Julius Sen II beschul -
rence , p . 229 . 25° . " öe8 u n , durch jjreert unrecktmasiu
diget , daß er auf den Thr^de^y . ^ . our^ ) ^^ ver . Simonie ,
II 2>«nä> .
Julius der II . 921
die er in dem Conclave verbrochen , und nach der U ? ahl , den Cardinälen gegeben bar , welche die - Häupter von der Parrev wa - ren , und sie haben die Geldsummen beniemr , welche die anvern Cardinäle ; um Preise ihrer Stimmen erhalten barcen . DenÄe , trug ; u beroeisen , bat man eben demselben pablke vorgelieilr , daß die spaniscben Cardinäle , die sich mit einem Eide verbunden , keinem andre ihre Stimmen zugeben , als demjenigen , den derber - zog von Valentinois vorschlagen würde , so hat der Cardinal von S . Peter in Banden , der ein gescbworncr Feind dieses Her - ; ogs von Valentinois war , ihm durch erkaufte Personen weis machen lassen , daß er sein Vater wäre : daß er seine Mutter zu derselben Zeit unterhalten hätte , da sie , dem Ansehen nach , dem Cardinale Borgia allein ergeben gewesen , der nach diesem Ale - xander der VI geworden ; daß die Eifersucht , die eben dieser Borgia deswegen gefaßt , die einzige Ursache der Verfolgung ge - wesen , die »hm über zebn Jahre erwiesen worden ; allein daß er , yo , da es darauf ankäme . einen neuen pabst zu machen , er ihn als seinen Sohn halten wolle , wenn er ihm güusiig seyn würde . Der - Herzog von Valent , no , s har geglaubt , was man ihm im Vertrauen gesagt , und so weit nachgegeben , daß er Sen Cardi - nalen von seiner parrey erlaubt , den Cardinal von S . Peter in Äanven zu wählen , welcher nicht ermangelt har , ihn unnerzüg - lich des ganzen Romagna und Umbriens zu berauben , anjiarr , Saß er ihn für seinen Sohn erkennen sollen .
. ( D ) Niemals har ein Mensch eine kriegerischere Seele gehabt , als er . ^j Hier ist es , was Johann le Maire von Beiges , Historien * schreiber , LudivigS des XII , in der Vorrede des Traite' des Schismts , fjt der andern Folloausgabe zu Lion , 1549 , davon gesaget har . XDic len noch einen andern wunderbaren Unterschied , zu Ende diese» Lverkes erklären : Nämlicl , die Freundlichkeit und Gefälligkeit des Sultans gegen den allcrchrijilichsten Ronig , in Ansehung der - Härte und - Halsstarrigkeit des heutigen pabstes , der ganz kriegerisch und barbarisch , in seinem - Harnische gleich als wenn er von seinen entftylichen und kriegerischen Xvaffen , wie der große Camerlan , R'aiser und Sultan der Cartarn , beständig im Rriege bleiben wollte , welcher ihm auch so wohl an> ? andig , als einem gestiefelten Mönche das Tanzen , vvenn er nicht eine ganz ungeheure neue N ? elr machen wird , wie er es anfangt ; denn die Schweine fteß'en beständig Eicheln : So wird die »Li« che zur gehörigen Zeit ihrer Blätter berauber seyn , und das - Holz zudemGebrauche angewendet werden , wozu dergleichen aeho , rig ist . Allein die schöne Sternkrone und der Adler Jupiters , welches helle , feste , und unbewegliche sichrer des Himmels sind , wie die Sternkundigen versichern , werden so lange amFir« mamenre leuchten , als die XPelt dauren wird . Wilhelm Budauö , de Alle , beym Hottinger , Hirt , t'cclef . Tom . V . p . 545 . nennet ihn ein blutdürstiges Haupt der Fechter , cum Interim fub ifto lanifta fangui - nario , und hat das Aergerniß mit einer großen Stärke berühret , das ein Pabst gegeben , der sich im 70 Jahre feines Alters in Kriegsklei - duug sehen lassen ; in währender Zeit daß daSVolk Gott in einem öffentli - che» Umgange um Friede gebetheu hat . Cum facerdos fepti , iagenanus Chriiii , Pacis conditoris et parentis Legatus , Bellonae facris operarc - tur : cui cum gmeris huniani luculento difpendio litare contendc - bat . Idquc tum , cum profanum vulgus ad delubra pacis et concor - diae miferabili fpecie fupplicationes inibat . Enim vero vifendum fpeftaculuin , Patrem non modo fanftiflimum , fed etiam fenio et cani - tie fpeflabilem , quafi ad tumultum Gallicum Bellonae fama fuos euq - catos cientem : non trabea , non auguftis infignibus venerandum , non Pontificiis geflaminibus facrofaiidtum , fed ualudamento et culfu bar . barico confpicuum ; fed furiali vt ita dicain confidentia fucciri - öum , fulminibus illis brutis et inanibus lucidum , eminente in truci vultu cultuque fpirituum atrocitate . Ebenda f . p . 546 . Dieß ist nur ein kleiner Theil der heftigen Strafpredigten des Budäus wider diesen Pabst . Man kann sie der Lange nach in dem XX B . des vom Fla - riuS Jllvrieus verfertigten Verzeichnisses der Zeugen der Wahrheiten sehen . . ( E ) i£t hat sich in Person bey Belagerungen der Städte funden , und er ist viel hiniger gewesen , als diejeniqen , die sein Rriegsvolk commandirten . ^ Du PleßiS Moniay füget , Allere d'Iniquite , p . 578 . den Ausdrückungen Guicciardins nichts bm . wenn er saget : „ Nach gefaßtem EntschlüsseFerrara anzugreifen , istgerathen „ worden , zuerst Mirandola wegzunehmen , und da er verdrießlich wurde , „ daß die Belagerung nicht nach seinem Willen von statten gienqe . ( eine „ nicht erhörte und niemals geschehene Sache , ) wo er sich in Person be , „ sand , wider eine christliche Stadt , der Statthalter Christi auf „ Erden , saget Guieeiardin . alt und krank , in einem von ihm wider „ die christlichen Prinzen erregten Rriege , so verbärtet , so hitzig , daß „ ihm niemals nichts geschwinde genug geschah , im beständigen Geschrey „ auf die Heerführer , allezeit voller Wüth , nahe bey der Schießschanze „ wohnend , so gar , daß zween Man» in seiner Küche getodtet worden , „ ungeachtet aller Vorstellungen , die ihm seine Cardinäle wegen des'Aer - „ gernisies thaten , daniit er sowohl seine Person , als seinen Stuhl beleg» „ te . Monstrelet ( * ) schreibt bey dieser GejeZenheit : Er har den „ Stuhl des h . Petrus verlassen , um den Titel des Mars , des „ Gottes der Schlackten , anzunehmen , die drey Rronen in den Lä - . . gern fliegen zu lasten , und in einem Sckilderhause zu scklafen : „ und Gott weis , wie schon es anzusehen gewesen , die Bischofs , „ mütten , Rreuze , und Bischofsstäbe in dem Felde herum sprin - „ gen sehen : der Teufel bat nicht dabey seyn wollen ; denn mair „ hat den Seegen daselbsk zu gliten Rauss gegeben . „ Guieeiardin Kellet dasjenige sehr stark vor , was die Belagerung vor Mirandola betrifft : denn er beobachtet , daß dieser Pabst die entsetzliche Kalte der Jahrszeit nicht in Betrachtung gezogen hat , welche die Arbeiten der Belagerer verzögerten . Parti il fecondo dl di Gennaio , ( des > ; » Jahres , ) da Bologna accompagnato da tre Cardinali , e giunto nel campo , alloggio in una cafetta d'un villano , fottopofta a' colpi dell' artiglierie de' ni . mici ; perche non era piu lontana dalta mura della Mirandola che tiri in due volte una baleflra commune : quivi affaticandofi , et eller . citando non meno il corpo che la mente , e che I'Imperio , cavalcava quafi continuamente hora qua , hora per il campo , follecitando che fi delle perfettione al piantare dell' artiglierie , delle quali infino » qucl giorno era piantata la minor parte , elTendo impedite quafi tutte l'opere militari da' tempi afpriflinii , c dalla neve quafi confimia . , Aaa Lib . IX .

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