Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-13116

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der Zuname Raset ,
Der P . Bartolocci !
ren gewesen ( A ) ; b . p . . — . — » —y ^ , ö „ — - , - -
ßen . Isaacites Hat im XXX Jahre seines Alters zu reisen angefangen . Er hat Italien besehen , nach diesem Griechenland , ! salem und ganz Palästina ; darauf ist er nach Aegypten gegangen , und hat daselbst den Rabbinen Maimonides gesprochen . ' weiter nach Pechen , der Tartarey , Moscau , und andern mitternächtlichen Ländern , und endlich nach Deutschland gegangen , vonda er in sein Vaterland ^zurückgekehrt . Er hat sechs Jahre zu dieser großen Reise angewendet . Er hat sich verheirathet , und drey Töchter gehabt , die an sehr gelehrte Rabbinen und Urheber vieler Bücher verheiratet worden . Einige von feinen Auslegungen über die h . Schrift , Md durch die Christen ins Lateinische übersetzt worden ( B ) . Man saget , daß er die Arzeney - und Sterndeut - kunst und viele Sprachen wohl verstanden , und in einem Alter von 75 Jahren zu Troyes gestorben . Sein Körper ist nach Böh - men gebracht , und 1180 zu Prag begraben worden A .
a ) ConstantinuS der Kaiser , Not . in Itinerar . Beniam . Tutel , p . , 49 . saget , daß Salomo Jarchi Jsaacides genennet worden , weil er ein Sohn des Rabbi Jsaac gewesen , b ) R . Salomo Jsaacite« . 0 BartolBibl . Rabbinica , Parte IV . jp . 378 . d~ ) Aus dem Bartolocci , Biblioth . Rabbin . Parte IV . 378 . U . f . S .
CA ) Bartolocci saget , daß er 5» Lunir , einer Stadt der vinz Aquitanien gebohren gewesen . ^ Bartolom setzet dazu , daß dieß eine Stadt ist , wo es viel Juden gegeben hat , wie es der H . GregoriuS in dem 2i Briefe des III B . bezeuget . Biblioth . Rabbin , Parte IV , p . 378 .
Alles dieses ist voller Fehler ; denn zum ersten hätte er sagen sollen , Lu - „ el und nicht Lunir . Zum 2 ist Lunel nicht in der Provinz Guienne .
Zum z redet der Pabst GregoriuS nicht von Lunel oder Lunir , sondern von Luna , einer bischöflichen Stadt in Italien . Man sehe oben in der An - merkung ( A ) des Artikels Iarcbi . den Tadel eines hoornbeekischen Fehler«
Hier ist ein anderer Schnitzer . Ibidem ( das heißt in der Catena Caba - lae ; Rabbi Iofeph lachiia Auftor dicit , quod nahis fit anno ab Orb« condito - - - 4865 , Chr . iioj , in vrbe Treuis , feu Trecis ( « ) in Gallia in prouincia Narbonenfi , vel in Linguadoca . Bartolocci , blioth . Rabbin . Parte IV , pag . 378 . Dieß Heißt vorgeben , daß die Stadt Troyes in Languedoc ist , und nichts ist lacherlicher , als dieses .
Man merke , daß sich der Tod unsers Isaacites nach etlichen Rabbinen , 105 eräuget hat : ( Siehe oben die erste Anführung bey dem Artikel Jarchi . ) Allein wir haben gesehen , daß dieses nach andern Schrift - ftellern sein Geburtsjahr gewesen . Die chronologische Richtigkeit ist nie - mals die Stärke der jüdischen Scribenten gewesen , und es ist eine leltsa - me Sache , daß sie die Zeit ihrer berühmtesten Lehrer so übel bemerkt ha - ben . Benjamin von Tudele , itiner . pag . m . 6 , welcher 1173 gestorben , ziebt denJüden von Lunel großes Lob , und nennet einige von ihren Ge - ehrten , und unter andern den Rabbi Salomo . Es giebt Leute , welche
von Tudele nicht unser Isaacites ist . Ich wollte leichtlich glauben , daß sich Constantin L'Empereur versehen , wenn er vorgiebt , daß dieser Beiv jawin von unserm Salomo Jarchi geredet hat . Wenn er von einem so berühmten Lehrer als dieser geredet , so hatte er ihm große Lobsprüche gegeben ; seinem Salomo aber giebt er sie nicht . Will man ein Merkmaal der bösen Zeitrechnung der jüdis . Schriftstell« sehen , so darf man nur betrachten , daß da« Buch , Catena Cabalae , ( siehe des Bartolocci rabbinifche Tibl . IV Th . pag . 378 : welches enthält , daß der Rabbi Salomo Isaacites iioj ren worden , versichert , daß Maimonides uz ; in Spanien gebohren ist , und daß diese zween Rabbinen einander in Aegypten gesprochen , wohin gleichwohl Salomo erstlich ungefähr im z - Jahre seines Alters gegangen ist . Man merke , daß Andreas Acoluthus . in Tra & atu de Aquis amarii maledi & ionem inferentibus , pag . 3 , behauptet , daß der Rabbi» Salomo Jsaacite« nicht den Zunamen Jarchi in den Büchern der Jüden hat , und daß es schwer seyn würde , die Zeit , die Ursache und die Gelegenheit dieses falschen Zunamens zu finden , und daß die Jüden der christlichen Schrift« steller spotten , die ihn brauchen .
§ ( - ) Trecae , in dem Lateinischen desP . Bartolocci bedeutet nicht die Stadt Troyes in Champagne , sondern Treys in Provence . Es ist wahr , daß die erste den Namen Trecae bey dem GregoriuS von Tour« hat : allein Thuanus , welcher die andere Trecae heißt , nennt die Einwohner dieser Stadt Tricoßes . Cr . Anmerk .
( B ) Einige von feinen Auslegungen sind von den Christen ins / Lateinische übersetzt worden . Z Seine Auslegung über den Joel und über das Hohelied ist durch den Genebrardus lateinisch gemacht worden . Er hat die Uebersetzung der Auslegung über den Joel zu Pa - ris 156z und die über das Hohelied >570 herausgegeben . Arnold von Pontac ist der Urheber der lateinischen Uebersetzung der Auslegungen über den Abdias , über den Jonas und über den Zephanias , zu Paris >566 in 4 gedruckt . Heinrich von Aquin hat die Auslegung über das Buch Esther mit Noten i ; - - zu Pari« herausgegeben . Aus des Bartolocci rabb . Bibl . 4TH . p . 380 , 381 .
Pst , ( Alexander von ) reformirterPrediger zuGrenoble , und dann Professor der Gottesgelahrtheitzu Die indem Delphi - nate war der natürliche Sohn einer Familie - - - von welcher heutiges Tageo b Jacob von Pst , parlementsrath zu Grenoble ist . Dieser resormirte Prediger hat einen Discurs zur Vereinigung der Religionen aufgesetzt , in welchem er sich von den Grundsätzen der römischen Kirche nicht sehr weit entfernet hat c . Man wird hier unten etliche Auszüge davon sehen ( A ) . Man hätte ihn wegen dieses Werkes abgeseßet , wenn die Beschaffenheit der Zeit , den Synodus der Provinz nicht genöthiget hätte , sich einiger Mäsiigung zu gebrauchen ( L ) . Man ist mit den Erklärungen vergnügt gewesen , die Pse vor seinem Tode ge - than hat d . Der Proceß , den er wegen der Summen gehabt , die für die Waldenser erhoben worden , hak nicht die verdrießlichen und schimpflichen Folgen gehabt , die ein katholischer Scribent bekannt gemacht hat ( C ) . Ein Brief , den ich 1678 erhalten habe , hat mich belehrt , daß Cregut eine Schutzschrift herausgegeben hat , worinnen er diesen resormirten Prediger mit sehr schwarzen
^ch daz^daß ihn die Kirchen der pilmontesischen Thalerzur Zeit Cromwells nach Engsand zur Aufhebung einiger Schwierigkeiten abgeordnet , welche die gesammleten Gelder für die Waldenser betrafen , und daß er dem Nationalsynodo von Loudun als Abgeordneter der Provinz Delphinac beygewohnet hat
$
sagen , daß er hiedurch den Salomo Jarchi verstehe , und'wenn man ihnen entgegen sehet , daß dieser Salomo 1105 gestorben ist , so werden sie antwor - ten : daß Benjamin von Tudele nicht vorgiebt , daß alle die Lehrer , die er nennet , wenn er von denjenigen redet , die er zu Lunel gesehen , noch am Le - ben wären . Diese Auflösung will mir nicht gefallen . Es kömmt mir wahr - scheinlich vor , daß er von einem Salomo redet , der noch gelebt : also müßte man voraus setzen , entweder daß man sich betriegt , wenn man den Tod de« Salomo Jarchi ins 1105 Jahr setzet ; oder daß der Salomo des Benjamin
v . 2 - 4 . «O
he
) Allard , Bibl . de Dauphine , p . 233 . 224 . i ) Allard hat dieses im 1680 Jahre herausgegeben . « ) Allard , Biblioth . de Dauphine , <0 Siehe die Anmerkung ( B ) zu Ende . 0 Aus der Historie der waldensischen Kirchen , durch Johann Leger , zu Leiden 1669 ,
erausgegeben , p . 255 . des II Theils .
( A ) man wird hier unten etliche Auszüge davon sehen . Z lischen Kirchen zu begleiten , ob man Dieses Werk ist betitelt : Propofitions et Moyens pour parvenir a la reunion des deux Religion» en France . Es ist 1677 den letzten August im Drucke fertig geworden : es enthalt 60z S . in 4 , und ist in zween Thei , le abgetheiit . Der Urheber leget in dem ersten Theile fünf Betrachtungen vor , welche dahin zielen , die Parteyen zu einer gegenseitigen Nachgebung
nicht dieKnie beuget ; und wel - cher nichts destoweniger diejenigen für erduldlich erklärt , welche wie Naa -
zu bewegen , und in dem andern giebt er ein langes Verzeichniß von den Artikeln , darüber sie einig werden können .
Er führet pag . i85> einen Lutheraner , den Albrechl Grawerus cap . z , Polemicae Sacrae , an . welcher behauptet , daß sich die Calvinisten mit ei - nem Gefpenste herumschlagen , wenn sie eine räumliche Gegenwart Jesii Christi beym Nachtmahle , und ein natürliches Essen widerlegen . Er führet noch den Tobias Wagner , Doctor der Gottesgelahrthett zu gen an , Inquif . theol . in Atta Henotica , welcher ebendieselbe wart , und eben dasselbe Essen verneinet , und behauptet , daß der Leib Christi wohl in den Mund , aber nicht in den Magen gehe . Dieser Luthe - raner ( siehe die Propofitions etc . p . 526 ) bekennet , daß die Calvinisten die heilsame Frucht des Sacraments genießen , in so fem sie sich sittlicher Weise in einer unüberwindlichen Unwissenheit ihrer Jrrthumer befinden ; aber nicht , wenn sie dieselben wider ihr Gewissen und mit Halsstarigkeir behaupten . W machet viel Anmerkungen über die ftiedfettige^Lehrart
mann und der Herzog von Sachsen öffentlich bezeugten : daß sie sich mit den Abgöttereien rvcvcr beflecken , noch verunreinigen wollten , die in den Tempeln vorgingen , die sie besuchten . Propofitions etc . p . 3Z - . Er faaet , daß , nach der Resormirten Meynung , die allgemeine Kirche
eben dieselben , als deren sich Jurieu in seinem Syfteroe de l'Eghfc , net hat : so wohl in Ansehung der Mittel des Heils , die vielen Personen dargebothen werden , welche dem Jrrthume innerlich absagen , als in An - sehunq der Folaerung . die man zum Besten derer machet , welche , da sie innerlich die falschen Lehren des PabstthumS verwerfen , doch bis itzo in derselben Gemeinschaft bleibe» . Bey dieser Gelegenheit redet er von ei - ner dem Naamann ertheilten Erlaubniß , und von einem 155 ? zu Pari« gehaltenen Nationalsynodo , welcher «rbiethet , feinen Herrn in die katho -
nicht im Absehen aus die zur Seligkeit nöthigen Mittel irren könne , und daß man bey genauer Ueberlegunq der Sache erkennen werde , daß die Ro - mischkatholischen , so viel Aufhebens sie auch machen , der Kirche weniger Unfehlbarkeit zutheilen , als die Resormirten ; denn saget er , der Carditial Richelieu erkläret in des II B . 2Cap . daß die allgemeine Kirche in Anfe« hung der Grundartikel irren kann . Er mißt gewissen protestantischen Lehrern einen Jrrthum bey , den er einen Grundirrthum betitelt , daß sie nämlich die Offenbarung Johannis für kein canonisches Buch anneh - men , und bekennet , daß sie die erste Kirche nicht für canonisch angenom - men hat . Es ist wahr^daß er vorgiebt . es hätte dieKirche auöllnwissen - heit , und weil sie eine Wahrheit nicht erkannt , aber nicht aus Halsstar - rigkeit . und dieselbe zu leugnen , geirret . Die Kirche hat nach diesem Car - dinale Wahrheiten nicht gewußt , die sie nach der Zeit erkannt , und dann zu Glaubensartikeln gemachet hat . Der Urheber füget dazu , daß man in den Verweisungen des andern Sitztages der Kirchenversammlung zu Trident , lese ; ob die allgemeinen , rechtmäßiger Xveise versammle - ren Rirchcnversammlungen in Entscheidung des Glaubens irren können . Die Antwort ist gewesen , dieß ist eine zweifelhafte Sache . Und da er auf der 441 S . diese Sache wieder berühret , so saget er , daß ver - schiedene Doctores daselbst angesühret worden , die Ja , und andre , die Nein gesaget . Er hatte bereits pag . 209 gesager . daß die lateranischen Concilia von 1180 , und »15 , und etliche andre pro Ecclefia reformanda in fide et moribtis gehalten worden . Er bemerket pag , 366 , daß wenn die Mönche , nach dem römischen Pontisical , eine beständige heit versprechen , so viel als die menschliche Schwachheit zulassen wird , dies«« ein Bewei« sey , daß ihr Gelübde bedinglich ist , und daß ihnen , da
ihnen

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