Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-13103

Jrnerius . Isaacites .
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gen , und ich erinnere mich , daß viele Personen , welche man für Personen von sehr gutem Geschmacke gehalten hat , denselben für scharfsinnig befunden haben : Man hat ihn dem Herrn Roze , Cabinetöfecretar zugeeignet . Ich glaube nicht , daß er gedruckt worden , und dieses verbindet mich , ihn bekannt zu machen .
a ) Aus dem Valerius Andreas , in Topographia Belgica , p . qz . 44 . 6 ) Ipra colorandis gen» prudentillimae lanis , Will . Britto , Philippid . Libr . II .
( 4 ) lLin vorgegebener Brief - t - an den Arnauld . ] Hier ist er nach der Abschrift , die ich zur Zeit davon genommen habe , . da man ihn für ein ganz neues Stück ausgegeben bar .
Dries Oes Roniges an den Arnauld über die Belagerung von Z ? pern .
„ Mein Herr Arnauld . Wir wollen eine Belagerung anfangen , wo - „ bey ihr uns viel mir eurem Ansehen dienen könnet . Ich habe den „ Herren von Ppern fünf Vorschläge zu thun : der 1 ) daß ich in Flandern „ gekommen , um aller Welt gutes zu thun . - ) Daß der Befehl , den ich „ ihnen gegeben , die Stadt zu überliefern , nicht unmöglich gewesen . Der , » ; ) daß es in ihrer Gewalt steht , meine Gnade zu verdienen , oder nicht „ zu verdienen . Der 4 ) daß ich überflüßige Hülfe bey mir habe , um sie „ zum Gehorsame meiner Befehle zu bringen , und der ; ) daß , so genöthi - „ get sie auch sind , sich zu ergeben , sie solches dennoch mit einer völligen „ Freyheit thun sollen . Es kömmt also darauf an , mein Herr , sie die - „ se fünf Vorschlage unterzeichnen zu lassen , welche den ganzen Vertrag „ der Gnade einschließen , die ich ihnen thun kann . Ich glaube nicht , daß „ sie meine Befehle durch die Unterscheidung des Rechts und der Macht „ ablehnen können : denn das Recht betreffend , so bin ich seit so langer „ Zeit im Besitze , Städte einzunehmen , daß mir die Zeit allein , zur Ver - „ jährung in den Niederlanden dienen könnte ; wenn ich nicht überdieß so
„ viel unstreitige Rechte hätte . Sie können sich also mit nichts , als mit „ der Macht schützen , und deswegen will ich sie mit dreyßigCanonenüber - „ zeugen ; auf welche mit Nachdrucke zu antworten , ich sie herausfordere . „ Denn sie heben alle Schwierigkeiten . Hieraus werdet ihr wohl urthei - „ len , daß ich nicht so lange Zeit brauchen werde , sie zur Unterschrist mei . „ ner fünf Vorschlage zubringen , als ihr gebraucht habet , des Pabste« „ seine zu unterschreiben . Dieserwegen gebe ich euch Befehl , die Großen „ und Geringen der Jansenisten zusammen zu rufen , und unverzüglich „ nach Paris zu reisen , um . als ihr Anführer , auf dem Grabe des Jan , „ senilis das TcDeum zu singen , Gott für den glücklichen Fortgang mei - „ ner fünf Vorschlage Dank abznstatten . Ihr könnet zum Freudenfeuer „ ein hundert Exemplare von den , Spiegel der christlichen Gottesfurcht „ mit bringe» , um diese guten Flamländer in eine heilige Verzweiflung zu „ stürzen , daß sie bestandig an Spanien gehören sollend Hieraus könnet „ ihr nach England ubergehen , das Unterhaus daselbst zu leiten , welches „ vom Geiste und Herzen sehr ungeneigt zum Frieden ist . UebrigenS ge - „ fällt mir eure Staatskunst wohl , und noch mehr euer Geld , dessen ihr „ euch so wohl bedienet , die Leute von allem zu überreden , was ihr wollet . „ Hiermit bin ich versichert , daß wir mit England und Spanien eher „ Friede haben werden , als ihr ihn mit den Jesuiten haben werdet . Im „ Lager vor Ypern den >7 März 1678 . »»
3ntentl# , a ein deutscher Rechtöverständiger , lebte im XII Jahrhunderte . Man hält ihn für den ersten , der die Pro - feßion des römischen Rechtö erneuert hat , die seit dem Einfalle der Barbarn unterbrochen gewesen . Er stund in Italien bey der Priniessinn Mathildiö in großemAnsehen , und ist , da er den Kaiser LothariuS vermocht hatte , zu befehlen , daß der Codex und die Digesten in den Schulen gelesen würden , der erste gewesen , der diese Profestion in Italien getrieben hat . Seine Lehrart ist gewesen ,
Venn man saget , oap zoryarms , nawoem er aue an vre ^e , eye avge , cyaffr , ot . oiiini vup ^u , rinia , is ^ecyr vey oen ^icyterftu - len seine alte Gewalt wieder haben sollte ( B ) . Der berühmte Calixtus , Professor der GotteSgelahrtheit zu Helmstädt , hat tettx , - - " i - ~ —g - >
Berthold !
wiß , daß . . . . „ . HP . . . I
Rechts giebt ( C ) . Er ist es auch , saget man , der den Kaiser LothariuS vermocht , dessen Kanzler er gewesen , auf den Akademien die Doctorpromotion einzuführen , und daß er ein Formular dazu aufgeseßt . Daher kömmt e6 , daß man zur selben Zeit , dem Bul - garuö , Huaolin , Martin , Pileus , und etlichen andern , welche die römischen Geseße auszulegen anfingen , dieDoctorwürde feyerlich ertheilt . Es ist zu Bononien gewesen , wo diese schönen Feyerlichkeiten ihren Anfang genommen ; sie haben sich von da aufandre Universitäten ausgebreitet , und find von der Facultät des Rechts zu der theologischen übergegangen . Man will , daß die sität zu Paris , nachdem sie diese Gebräuche angenommen , sich derselben zum erstenmale gegen den Peter Lombard bedient habe , den sie zum Doctor der Gottesgelahrtheit gemacht f .
a ) Man nennet ihn auch Werner , iS , oder GuarneriuS . b~ ) Aus Forftero , Hift . Iuris Citiil . Roman . Libr . III . cap . VI . c ) In Li - bello de Morali Theologia . / / ) Man ziehe die Vorrede des Originis Iuris Gennanici , 1643 gedruckt , zu Rothe , e ) Siehe die Schrift , welche Irnerius betitelt ist , und die im >642 herausgegeben worden . / ) Mathiaa , Theatr . Hift . in Vita Lotharii II .
bestätiget worden . S . den Nihufius in Irnerio pag . 13 . Es ist gewiß , daß er vor dem n ; o Jahre , und nicht im 1 . 90 gestorben ist ; denn man weis ( Otto Murena , in Chronol . Laudenii , beym Baronius aufs >158 Zahr ) daß Jacob von Porta Ravegnana des Jrnerius Nachfolger auf dem Lehrstuhl ? der Rechtsgelehrsamkeit gewesen ist , und daß er das Recht zu Bononien vom njo Jahre an gelehrt hat . Siehe den Nihusius , in Irnerio , wo er die ganze Antwort der hohen Schule zu Bononien ein . geschaltet hat .
( k ) Man saget , daß LothariuS - - - befohlen hat , daß da« Recht yaßiniaiis bey den Xidttetfiüblen feine alte ( ooraft wie» der haben sollte . ) Hier ist dasjenige , was Heiß in seiner Reichskisto - rie unter dem nzz Jahre gesagt hat ; nach dieser geendigten keit nahm dcrRaiser den Rückweg nach Deutschland , wo er nach dem Rache eines gewissen Werner Ursperg genannt , sonst rius , ( die holländiMe Ausgabe sagetJrnervis ) welcher in Dem alten Rechte Justinians sehr gelehrt war , verordnet hat , daß das Recht indem Reiche nach den Digesten oder dem Codex gesprochen werden sollte , deren Gebrauch seit fünf bis sechshundert Jahren aufgehöret hatte . Solchergestalt sind diese Geseye in Italien , in Deutschland , und dann in Frankreich und in Spanien eingeführt worden , wo sich die Völker zuvor des Recht« . das sie jedes für sich harren , »ndderH ? Mühr , der sie absonderlich folgten , bedie« net . Antea homines Iure incerto vtebantur , Iure neinpe Romano - rum corrupto , Iure iten , Longobardico et lege Salica Chrift . Ma - thiae Theat . Hift . pag . 921 . Calvistus , ohne von unserm Werner zu re - den , saget unter dem uz ? Jahre , daß LothariuS unter dem Raube die mischen Gesetze gefunden habe , welche er den Pisanern gegeben und be» fohlen hat , daß sie erklärt würden , und daß man sich in den Gerichten des Reichs darnach richten sollte . Er setzet dazu , daß dieses Buch nach die« sem in die Bibliothek nach Florenz gebracht worden . Christian Mathias im historischen Schauplatze pag . 920 , wo er denChyträus in Chronol . p . 309 anführet , deutet dieses auf die Zeit , da dieser Kaiser wider den Roger , nig von Sicilien , ungefähr zu Felde gezogen , und bemerket , daß , da das Manufcript der römischen Gesetze , das man unter dem Raube geftin« den , eines Auslegers nöthig gehabt , diese Verrichtung dem Jrnerius ge , geben worden .
( C ) Die Tradition hat ihm den Titel des ersten - Herstellers des römischen Rechts gegeben . Z Der bereits angezogene Mathias redet pag . 920 seines Schauplatzes davon also : Irnerius primus legibus glof - fas appofuit , et fuo exemplo caeteris illuminandi iuris exemplutn de - dit ; vnde LVCERNA IVRIS didhis fiiit : et inftaurator legum Romanarum cognominatur . Unzählige Schriftsteller sagen ebendas - selbe .
' " Jfdacihtf . Unter diesem Namen sind« mm dm Rabbi S - Iom» Iarchi in d . rwbbmisiwnBid>i°lh - kdk - B - rk°I<>c - ^ Ich Ä & dickmN«« . dacheniges - Senkinnen , wa - b . ydemA»« - I>r»> mangele . W«l«ii - nais°d . - rsag . n , ^ II Sand .
( ^ ) Er starb ungefähr im 1190 Jahre . ) Es kömmt mir schwer «n , zu glauben , daß er bis zu dieser Zeit gelebt hätte ; denn zum ersten hat Lorharius der II , aufs höchste , nur bis nz8 gelebt ; und dieß ist ein handgreiflicher Beweis , daß Forsterus nicht genaue Achtung gegeben hat ; den , , er hat gesaget , daß diese Herstellung des römischen Rechts sich un - gefähr 1150 eräuget hat . Incidit haec reuocatio et reftitutio Iuris Ci - uilis in annutn Chrifti iijo . Hift . Iuris CiuiL Libr . III , cap . VI . Wa , tum sollte man denn glauben , daß er in Absicht auf den Tod des Jrne> rius richtiger gerechnet hätte ? Zum andern , eignet man diese Sache dem nzz Jahre zu . Siehe die folgende Anmerkung . Wer wird nun ben , daß eine Sache von dieser Wichtigkeit durch die Rathschläge eines jungen Menschen ausgeführt worden ? E« ist hundertmal wahrscheinli - chcr , daß Jrnerius seinen Nachschlagen durch das große Ansehen einen glücklichen Ausgang verschafft hat , das er sich durch seine Wissenschaft und durch seine Klugheit erworben hatte , und deswegen darf man sich densel - ben unter 40 Jahren nicht leicht vorstellen . Wenn er also bis 1 , 90 lebt hätte , so würde er fast hundert Jahre gelebt haben , und in diesem Falle wäre Forsterus gar nicht zu entschuldigen , daß er dieses so unge - wöhnliche Alter nicht bemerkt hatte . Man füge dazu , daß ein Kanzler des Kaisers fast allezeit ziemlich alt ist . Noch mehr würde es dem Forste - rus zur Last gereichen , wenn man gegen ihn behauptete , daß Mathil - bis , bey welcher er dem Irnerius so viel Gewalt giebt , diejenige Gräfinn gewesen , die so freygebig gegen die Päbste war , und 1 , 15 gestorben ist ; oder diejenige Königinn Italiens , die uo , gestorben ist , ( Matthias atr . Hift . pag . NI . 902 ) und welche Conrads , des Sohns Kaiser Heinrichs des I V Gemahlinn , und Rogers , Königes von Sicilien , Tochter war .
Unter währendem Streite , der zwischen dem Doctor Calixtus und dem Berthold Nihusius entstanden , um zu erfahren , ob unser Jrnerius das Rechtsstudium durch das Ansehen der Gräfinn Mathildis oder des Kai - fers LothariuS des II erneuert habe , ist die Universität zu Bononien um Rath geftagt worden , und hat dem Vorgeben des Nihusius gemäß ge - antwortet . Man findet in ihrer Antwort , es enthalte die beständige Tradition , daß Irnerius 1 , 28 zu Bononien das Recht zu lehren angesan - am habe . Diese Tradition wird durch die Aufschrift , auf dem Bildnisse des Jrnerius , unterstützt , das man , unter vielen andern , in dem Collegio •it Nononien fleht . Irnerius ornniurn primus leges commentatus eit annoMCXXVIII . Dieß ist die Umschrift . Nicolaus Alidosio II , der rede des Buchs , U Dottori Bolognefi di legge Canonica eCivile , sichert daß dieser Doctor , da er die Philosophie zu Bononien gelehrt , vom «aiser Lotbarius dem II Befehl erhalten , die Rechte zu lehren , und daß er Elches »u tbun ungefähr n - S angefangen habe . Gleichwohl hat man llrÄ1 „ , » ( ünbeti baß er solches einige Jahre nach einander , aus eigner
Bewegung ^Ur<^ ^ ®efe & 'e 6 ( 8

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