Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-13069

J»viu§ .
tifex quendam praetulerit . At quem kommen , ? qui Comi nequc natus , neque vnquatn vifus fit , et qui ( ficut a multis audio , ) ex ar - canis cubiculi fordibus in luceui repente fit produöus . Dieß geht gut : dieß heißt ziemlich frey von dem y . Vater reden ; man geht in der Folge nicht besser mit ihm um : Quis in hoc Pontificem «nwröregov non indicet ? non enim hoftis bonarum litterarum et plane ferreus eiTe non poteft , qui te grauiifitnarum rerum fcriptorem intempeftiue contemferit . - - Dices te indigne decepturn ab inueterati aftus fene principe , qui blandis promiflis vota tua nonefte concepta inique fefellerit . Ich fürchte sehr , Thuanus habe hier einen Fehler be - gangen : er giebt vor , daß e« Clemens der VII gewesen , der dem Paul Iovius das Bischofthum von Como abgeschlagen hat , und daß ihm diese Verweigerung verschiedene Grobheiten in den Büchern de« Anhalten - den , zugezogen habe . Cum ad Nouocomenfein Epifcopatum omnibus votis anhelaret , fuaeque erga Mediceara familiam , in euius laudes profnfus fuerat , obferuantiae deberi id meritorum fiducia putaret , tarnen ab eo obtinere non potuit : quod in caufa fuifle plerique cre - dunt , cur dementem in Hiftoriis auaritiae et tenacitatis infimulet . Thuan . Lib . XI . p . 235 .
( I ) Er hat einen Bruder , Namens Benedictus Iovius , der «ticke Bücher gemacht hat . 1 Er ist älter , als Paul gewesen , und hat Vaters Stelle bey ihm vertreten : er hat ihn erzogen , ihn unterwies sen , und aufgemuntert , ein Bücherschreiber zu werden ; da er ihm zwey von seinen Werken gewiesen , nämlich die Historie von Como , und einen Tractat über die Thaten und Sitten der Schweizer , so erweckte er bey ihm die Begierde , eine allgemeine Historie aufzusetzen . Er hat ein sehr stilles und eingezogenes Leben in seiner Vaterstadt geführt : aus welcher er nie - mals gekommen war , als die Vorlesungen eines griechischen Professors in Mayland zu hören . Er hatte diese Sprache von sich selbst gelernet , allein er wollte gern die Aussprache derselben lernen ; dieß ist Ursache zu seiner einzigen Reise gewesen . Er hat 75 Jahre geleber , allezeit gesund , und bey vollen Leibes - und Gemüthskräfren . Er hatte der Welt ein hundert Briefe voller Gelehrsamkeit bestimmet : seine Söhne sollten da - für sorgen , sie nebst etlichen andern Schriften , die er ihnen gelassen , et - liehen Uebersetzungen aus dem Griechischen und etlichen poetischen cken herauszugeben . Sed haec et Graece traduflionis non ignobilia opera cum lepidis poematibus eruditorum liberorum diligentia pu - blicabit . p . Iouius , Elog . cap . CVI . Ihr Vetter hat dieses von ihrem Fleiße erwartet ; aus de« Paul Jovins Lobsprüchen der Gelehrten im CVI Cap . Allein mir deucht nicht , daß etwas anders von diesem Schrift - steller , als lateinische Gedichte , gedruckt worden .
Man darf nicht glauben , daß p«ul Iovius , der jüngere , von wel , chem man viele lateinische Verse in den Lobsprüchen sieht , die unser Paul Iovius aufqesehet hat . den Benedictus Iovius zum Vater gehabt . Er ist der Neffe des Julius Iovius gewesen , der zum Coadjutor seine« Vetters , ( nämlich unser« Paul Iovius , ) bey dem Bischofthume Nocera , den 21 Airnust 1551 , gemacht worden , und welcher diese Prälaturnach ihm besessen hat . Paulus Iouius Iunior , ein guter Poet , ist Coadjutor seine« Vetters , Julius Joviu« , bey ebendemselben Bischofthume , den 29 de« Win - termonars 1560 , geworden , und daselbst sein Nachfolger gewesen . Er hat das Bisthum - 5 Jahre besessen , und ist 1585 gestorben . Aus des Ughelli , Ital . Sacra , Tom . III . p . 746 . Ich habe bey dem Artikel Hadrian der VI , in der Anmerkung ( 0 ) gesager , daß Paul Iovius kein Poet gewesen .
( I ! ) iSin Paul Iovius bat auf eine artige XVtife , über die ge , von der Gegenwart der Bischöfe gestimmt . ^ Einer von meinen Freunden , der mich alles dasjenige hatte sagen hören , dessen ich mich von unserm Paul Iovius erinnerte , hat mir vorgestellet , daß ich das Beste vergäße . Er ist , sagte er zu mir , einer von den Bätern der Kirchenver - sammlung zu Trident gewesen : und wie er gar kein Gottesgelehrter war , denn er war ein Arzt gewesen , ehe er die Bischofsmütze erhalten , und die schönen Wissenschaften niemals bey Seite gesetzet ; so hat er sich , wie ich glaube , bey dieser Versammlung nicht sehr hervor thun können , wenn er seine Gedanken von einem oder dem andern Lehrpuncte sagen müssen . Es war ihm viel daran gelegen , den Schluß zu verhindern , daß die genwart der Bischöfe , göttlichen Rechtens wäre . Dieser Satz , der durch einige von den Abgeordneren so hitzig behauptet wurde , konnte ihm gar nicht anstandig seyn . Dieses hieß den - Hofbischofen die Residen ; pre - diqen . Er hat ihn durch practische Gründe bestritten . r er hat gezeiget , daß die Kirchensprengel , wo die Bischöfe wirklich ihren beständigen Aufent - halt haben , nicht weniger in Unordnung wären , als die andern ( * > und er hat die Stadt Rom namentlich angeführet . Dieser Freund zeigte mir sogleich die 470 S des Fra - Paolo , wo ich folgendes gefunden habe , rvenn die Abwesenheit der Prälaten die wahre Ursache der tMsbrau , che wäre , so würde mau weniger Verderbniß m denen R , rchen sehen , wo die Bischöfe xu unserer Feit rcsivirt haben . Seit hun - derr Jahren haben sich die Pabste aufs fleißigste , u Rom halten , und alle ihre Sorge angewendet , basVolk umernchrm * 0 lassen , und bey allem diesem sehen wir nicht , daß diese Sradt besser gesittet wäre . Die - Hauptstädte der Ron , gre , che , wo d»e Bischöfe ; u residiren niemals ermangelt haben , jmd weit dorbener , als die elenden Städte , die , hre Bischest tn hundert Jabren nicht gesehen haben . Und nicht einer von den alten Prälaten , die hier sind , und ihre Residenz beständig bewohnet haben , ( denn es sind einige darunter . ) wird uns beweisen ton# nen , daß sein Rirchensprengel in besserer Ordnung wäre , als temer Nackbaren ihre , die niemals daselbst residirt haben . D - e -
icniqen , welche sagen , daß dergleichen Rirchen , - Heerden ohne
Wirten waren , sollten betrachten , daß den Pfarrern die Gorge 0 er Seelen sowohl , als den Bisten , aotz^^en , st
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nirbts destowen , gcr redet man nur von diesen , gleich als wenn ? s da kewe t ? euen Christen geben konnte , wo keine B . sckoft wa - , , nv Volker in den Gebirgen , die dergleichen niemals ZJkhrn haben , lind welche gleichwohl den bilchoflichen Srad , «n » » , ÄTie e dienen können . XViv müssen den E . fer und ^ der Väter der Rirckenversammlung , unter
und die Hindernisse weg - uräumen angefangen babe^welche
der Rirche hervor bringen werde , Mutten vinmeyr «
luvten , daß , wie wir iyo Mittel für die Gegenwart suchen , die Ungelegenbeiren ( * * ) / . die daraus entstehen werden , unsere Nachfolger nicht nochigen , das - Hulfsmirtel der Abwesenheit dagegen ; u gebrauchen . Era . Paolo , Hirt , du Concile deTrente LivnVI . p . 470 . auf« 156 - Jahr , nachAmelor« Uebersetzung . Siehe die 499 S . Italien . Ausgabe , in 4 . Ich habe nicht viel Mühe gehabt mei - nen Freund aus dem Jrrthume zu bringen : ich habe ihn nur beobachten lassen dorfen , daß der Geschichtlchreiber de« Concilii , von einem Paul Iovius redet , der 156 - Bischof zu Nocera ( nämlich Pauli» iouius Iunior , von dem ich oben in der Anmerkung ( I ) , zu Ende , geredet habe . ) zehn Jahre nach dem Tode des Paul Iovius gewesen ist , von welchem in diesem Artikel gehandelt wird .
( * ) Man ziehe dasjenige hierbey zu Rache , was Brantome in der Stelle saget , die ich inderAnm . ( N ) , bey dem Artik Franc , scus der I .
- . , - ^ ^ - Pflicht zu thun :
rergeftolt man sich ihres Hausrathes und ihres Gefolges b : , nächtigen würde . Allein vielleicht hätte auf die Art , wie die meisten von ihnen lebten , ihre Abwesenheit ihren Schafen weniger Aergerniß gegeben , als ihre Gegenwart .
( * * ) Er meynet , es würde der Beschluß , daß die Residenz im göttli - chen Rechte gegründet sey , verursachen , daß sich die Bischöfe den Pabsten , und die Pfarrer den Bischöfen entzögen .
( L ) ( Bt ist getadelt worden , daß er den astrologischen Xüabt ? sagungen und dergleichen Aberglauben zu sehr geglauder . 1 Marlin del Rio , wenn er Difqnif . Magic . Libr . IV . cap . III . Qiiaeft . V . p . m . 278 . etliche Geschichte angeführet hat , welche zu beweisen scheinen daß die Sterndeutkunst und die Chiromantie das Zukünftige entdecken können , setzet darzu : Vnus ifta omnia narrat Iouius ( in elogiis ) nec vsque qiiaque indnbitatae fidei hiftoriens , nec fatis a fuperftitiofis et gentilium nedicamopinionibm , falfeni locutionibus , alienns . Er batte ihn bereits getadelt , daß er einige Hochachtung für eine Anmerkung der Amniomancie gehabt . Also nennet man die Kunst , durch die Btrachnina des Häutchens , ^»mios , welches das Kind in Mutterleib ? umhüllet , zu wahrsagen . Sed et Iouius ne quid fnperftitionis omitteret , nimis hu . iusmodi vanitatibus pro Epifcopo deditus , in Ferdinandi Danali na - tinitate ( lib . 1 . Pifcarii ) hiiiusmodi pelle inuohitum ex vtero pro - diifle confiderauit . Eben das . cap . II . Quaeft . VII . Sedt . I . pag . 337 . Dieses Hautchen reißt gemeiniglich , wenn das Kind gebvhren wird AI - lein manchmal erhält es sich ganz , und dieses hält man für ein «lückli - ches Zeichen . Daher ist das Sprüchwort gekommen : Das Rind hat ein Rleidchen mitgebracht . Siehe Drelineourt« Tractar , davon der Auszug in den Nouvellen der Republik der Gelehrken , im Heumo - nate , 1685 , Artik . II . p . 8>s gegeben worden . Paul Iovius hat diesen Umstand in der Narivitär des Marqui« von PeScaira sorgfältig bemer - ket , und wir haben gesehen , daß er deswegen vom Martin del Rio sehr geradelt worden . Wir wollen hier noch einen Beweis von seinem Glau - ben gegen die Astrologie geben : da er gesaget , daß sich gegen den An - fang des XVI Jahrhunderts , durch die ganze Welt , Religionsverände , rungen eräuget hätten , so eignet er dieses dem Einflüsse der Sterne zu Ich will zur Erzählung dieser Sache die Worte Florimonds von Re - mond borgen , weil sie uns von einer kleinen Betrügerey eine« UebersetzerS belehren . „ Fast zu gleicher Zeit , saget Iovius , da'Jsmael da« Reich'dec „ Perser besessen , und die Religion verändert , die er mit einem neuen „ mahometanischen Aberglauben verbrämte , ist in Deutschland , unter Lu - „ thers Ansehen , diejenige ungeheure Ketzerey entstanden , welche die kathol . „ Religion» , alles vernichten wollen , was da« Alterthum ai^aenommen hat , „ wie das Volk in Persien gethan hatte , das in seinen neuen Thorheiten und „ ? lberglauben ersoffen und rasend war : dieserwegen saget er , erkenne ich „ willig , daß durch eine geheime Macht des Himmels , und durch einen „ bösen Einfluß der Sterne , zu einerlei ) Zeit , alle Religionen durch die „ ganze Welt . Gestalt und Gesicht zu verändern angefangen haben ; hen nicht allein die Mahometaner , sondern auch die Christen , ja die abgöt - „ tischen , von uns entferntesten Nationen , welcbe die Götzenbilder anbe , „ then , so wohl in Ostindien , als in der neuen Welt , die vor kurzem gegen „ den Niedergang entdeckt worden , in neue Religionen und Meynungen „ verfallen sind . Diese« saget Joviu« lateinisch : allein in seiner franzö - „ fischen Uebersetzung ist die resornurte Redlichkeit in dem zarten Gewis - „ sen seines Uebersetzers merkwürdig , welcher alles übergeht , was Paul „ Iovius von dieser Veränderung derReligionen und von dieser , in Sach - „ sen entstandenen ungeheuren lutherischen Ketzerey saget . Hierbey ist „ ihm übel geworden . Wie redlich gehen sie mit den heil . Büchern nm , „ weil sie ohne Scham und Schande die Geschichtschreiber so verstüm - „ meln , die nur darum gebohren worden , es so zu machen . daß kein ein - „ zigesWort verlohren gehe , welches Luthern , den Vater aller Ketze - „ reyen , betrifft , welche die Christenheit martern . Hiftoire Je l'He'rc - fie , Livr . I . chap . IV . p . m . 24 . Florimond von Remond führet da« XIII B . der Historie des Paul Iovius an , wo ich auf der Gegenseite de« 239 SM . strasb . Ausg . > ; ; 6 , folgendes gefunden habe : Nec multo poft exarfit in Germania anthore Luthero dira haerefis , quae popti - fis , vt in Perfide acciderat , ad infaniam verfis , Chriftiani dogmatis placida , et veteres facrornm ritus yehementilfime conturbaiiit . Ita vt faeile credideriin ab occiilta coeli poteftate , malignoque fidernm concurfn proiienille , vt religiones toto terrarun , orte cnatis faftio - nibus , vno tempore feinderentnr , qnando non Mahometani modo Chriftianique , fed et remotidlmae gentes idololatrae , aut fydera aut portenta pro Diis venerantes , cum in India qnae ad Orienten , ver - git , tum in Nouo orbe ad Occidiian , plagam reperto , nouas facro - rinn opiniones indnerint . Ich kenne keinen andern Ueberfetzer der all - gemeinen Historie des Paul Iovius , als den Dionysius Sauvage . Ist er ein Protestant gewesen ? und sollte er wohl den Betrug begangen ha - ben , welchen Florimond von Remond den Reformirten vorwirft ?
( M ) Es ist nothig , dasjenige ein wenig «t verlängern , was ich gesaget habe , da ich von dem ersten rverke geredet , das er her - ausgab ] Ich habe in der Anmerkung ( G ) , zu Ende gesager : 1 . daß dieses der Tracrat , de Pifribus Romanis , gewesen ; daß er die Zueig - nungsschrist desselben , den 26 März , 1524 , unterschrieben hat ; und z . daß er sich damals vorgenommen gehabt , die erste Deca« seiner Historie un - Dyy yy z ter

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