Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-13021

Zoubert .
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als Professor Zu Montpellier gehalten , und dann auch durch die Bücher berühmt gemacht , die er herausgegeben . Man ist von sei - ner Einsicht so eingenommen gewesen , daß ihn Heinrich der III , der so eifrig Kinder zu haben wünschte , nach Paris kommen lassen ; <0 viele Hoffnung machte er sich , daß die Geschicklichkeit dieses Arztes alle Hindernisse heben würde , die seinen Ehstand unfruchtbar machten c . Seine Hoffnung ist fehl geschlagen . Iouberl ist zu Lombez ( A ) den 9 des Wemmonatö 1582gestorben . Er / DN ^ - « * - • zösischen herausgegeben . Dasjenige , welches er Erreurs populaires
Materien redet ( C ) . Inson -
. . . . . m ^linn , zugeschrieben hat . Allein
alles dieses Lärmen , anstatt daß es den Verkauf dieses Buches verhindern sollen , hat merklich zu den : großen Abaanqe beyaetra^ gen , den dasselbe gehabt hat ( V ) .
Dieses Werk hat sechs Theile ausmachen sollen ( E ) , davon jeder in fünf Bücher abgeheilt war ; allein die Welt hat nur den ersten davon , und einen Theil des andern gesehen . Ich werde einen besondern Umstand anführen , welcher bezeuget , daß bert bescheiden gewesen ( F ) , und die schranken der menschlichen Wissenschaft sehr wohl gekannt hat .
Ich habe nach dem la Croix du Maine gesagt , daß er den 6 des Christmonats 1529 gebohren gewesen ; allein ich muß dazu seßen , daß man um seinen Kupferstich liest , er sey 1570 in seinem 40 Jahre gewesen . Dieß beweist , daß er 1530 gebohren wvl> den^ Nondelet , dessen liebster Schüler er gewesen , und dem er 1567 in dem Amte eines königlichen Professors der Arzneykunst
' und ihn gebethen , sie zu übersehen , zu ver -
ors davon getragen , nachdem er eine Dispu -
nebst verschiedenen andern von seinen Tractatm zu Lion sind unter diesen Tractaten einige Anmerkungen , welche gewisse Stellen in seinen Parodoxen erläu - Er ist ein Neuling in der französischen Rechtschreibung gewesen ( H ) .
<0 La Croix du Maine , p . 285 . / , ) Sammarthan . Elog . p . 75 . c ) Eum in aula vidi , tu , s a Rege Henrico III . eiiocatum , cum pin , ille Princeps prolis in publicam vtilitatem fulcipiendae cupidus , maximam voti fui fpem in eins induitria nequidquam colJocaflct Sammarthan . Elog . p . 76 . d~ ) Siehe die Zueignungsschrift der ( Zliaettion . Medic . Joubertö , p . 104 . des III Th . seiner kleinen Werke un» einen Brief desPosthiuö , ebendas . 154 S .
in seinen gelehrten Büchern , von den Irrthümern des pobel» , all ; uftey geredet , und etliche allzuschlüpfriqe Stellen angefüh . ret ; allein wenn er , fährt er fort , für ; artc Ohre» all , uküizelnde Ausdrücke gebrauchet , so hat er es norhig gehabt . also ; u reden , wem , er verstanden seyn wollen , und wenn man Nuyen von feü ncn Büchern haben wollen . Scävola Sammarthan hat Ursache , zu sagen , daß dieses dem Verfasser Nachtheil zugezogen : Fi , tun , s ta - mcn cautior , fi contentus iis , quae in vfum eruditorum fermon« Latino componebat , a fcriptionibus Galileis abftinere maluiflet . Na - turam enim pro concefl'a Medicis facultate liberius euoluens , temerc
1571 gedruckt worden kern ( G ) .
( A ) Er ist ; u JLombej gestorben . ^ Dieses belehret mich la Croix Du Maine . Er seket dazu , daß Lombez sieben Meilen von Toulouse liegt ; und wie dieses nicht gegen Languedoc , sondern gegen Gulenne ist : so ist klar , daß sich Sammarthan . Elog . p . m . 76 . bekriegt , wenn er sa - get : baß Zoubert bey seiner Zurückreise , von Toulouse nach Montpellier , gestorben " sey . Die Stadt Lombez ist weit von diesem Wege entlegen . Moreri ist noch tadelnswürdiger , als Sammarthan : Er hat gesaget , er habe in dem La Croix Du Maine gelesen , daß dieser Arzt zu Lombez storben wäre , und füget dazu , was er im Sammarrhan gelesen hatte : daß Zoubert bey der Rückreise von Toulouse nach Montpellier gestorben . Die Verbindung dieser zwey Dinge überzeuget ihn einer geographischen Unwissenheit , die man dem Sammarthan nicht vorwer - fen kann , der nichts von Lombez gesager hat . Man unterwirft sich vie - len Jrrthümern , wenn man die Auszüge verschiedener Scribenten mit einander vermenget , ohne dabey dasjenige zu verbessern , was nicht bey einander stehen kann . Ich rede nicht von dem Zeitrechnungsschnitzer , der sich im Moreri findet ; es ist augenscheinlich , daß dießentweder ein Druck - fehler , oder ein Mangel der Aufmerkjamkeit ist . Man wird in dem Moreri finden , daß Jonbert 1629 gebohren worden , daß er sich im X VI Jahrhunderte berühmt gemacht , daß er 1682 gestorben , und daß Du lier Vau - Privas und La Croix Du Maine in den Werken Biblioth . Francoife betitelt , von ihm reden , die sie > ; S4 herausgegeben haben , und niemals wieder gedruckt worden sind .
( B ) < & c hat eine sehr große Anzahl Bücher herausgegeben . ) Seine lateinischen Tractate sind zween Foliobände in den Ausgaben von Frankfurt , 1582 , 1599 und , 64s . Einer von den ansehnlichsten ist eine Sammlung von Paradoxen , wider welchen verschiedene Arzneykundige , Thomas Jourdain , Franciscus Valleriola , Bruno Seidelius , geschrieben haben , denen er die Antwort nicht schuldig geblieben ist .
Ich bemerke , daß sein Tractat , du Ris , französisch aufgesetzet den . ob er gleich , da er ihn heraus gab , auf den Titel sehen lassen , daß Job . Paul Zangmaister , ein Edelmann , gebürtig aus Augspurg , ein Schü - ler des Lorenz Zoubert , denselben , nach vem lateinischen des besagten Joubert« , ins Französische übersetzet hätte . . S - La Croix Du Maine , p . sss .
( C ) ( £v redet in seinen Jrrrhümern des Pobels von einigen künlichen Materien all , ufrey . Z Vielleicht hatte man noch niemals im Französischen , über die Fragen der Jungferschaft und der Zeugung , in so natürlichen Ausdrückungen geschrieben . Er hat diese Materien so lu - skia beschrieben , daß er drch Formulare von Zeugnissen angesuhret , die von qeschwornen Matronen gemacht worden , welche auf Befehl der Ge - richte untersuchet hatten , ob die Mägdchen , ivelche sich beklaget , daß sie qenothzüchtiget worden , sich mit Unrecht beklagten ? Das erste von die - sei , dreven Zeugnissen ist in Bearn , das - in Paris , das z zu Carcnssonne ame^ worden Das erste enthält , daß das sich beklagende Mägdchen annoch Jungfer wäre ; die beyden andern aber , daß ihr die JungfcMaft a nommen worden . Joubert vergleicht die Ausdrückungen d . eftr Matro nen auf das genaueste mit einander . Man hat >686 ein Buch zu sterdam gedrückt , welches zum Titel hat : Tableau de 'Atnour con . lidere dans l'e'tat du Mariage . Siehe die Nouvelles de laRepubl des Lettres , im Weinmvnate , >686 . p . '221 . Es ist ins Hollandische seht worden . Siehe den Bocckzaal , im Augustmonate , 1695 . Der Urheber giebt sich darinnen den Namen , Salocmt , eines Arztes Z» Ve - nedig ; allein man weis , daß er Nicolas Venette heißt , und daß er Arzt : u Rochelle ist . Das Journal des Savans , im May , 1686 , p . m . 188 . ccbeiifct seiner . Er führet eben dergleichen Zeugniß an ; und von ihm w ( kurretiere entlehnet , was er hierüber unter dem Worte Pucelage ge - saaet hat . Wieder auf den Jonbert zu kommen , so hat man ihn beschul - Uet daß er diese Zeugnisse selbst erfunden hätte . . Er widerleget diese -
wobl in dem Briefe an feine Freunde und Gönner , und nennet die - " ienlaen , die ihm die von Paris und Bearn verschafft haben . Das von " sircassonne betreffend , so weis ich wohl^daß er eines von einem gehabt , " welch' ! der vornehmste Secretär des Marschalls Dampv . lle gewesen , öfters zur Lust hergesaget . Und Joubert hat viel zu thun ge - nur die Ausdrückungen zu verstehen , die diese Wehmutter ge -
fÄ * >n UM sie auf die verschiedenen Theile des Gliedes anzuwenden .
SSuÄÖ von seinen werken , und vor . iehmlich II Band .
se in plcbis imperitae cenfuram atque rifun , obiecit . Sammartlian . in Elogiis , v . 76 . Joubert hat es selbst begriffen ; denn er hat seine Arbeit liegen lassen ; und in Ansehung desjenigen , was bereits erschienen war , so hat er sich bemühet , einigen Klagen ein Genüge zu thun Man har eö übel gedeutet , daß er sein Buch der Roniginn von Navarra , einer sehr tugendhaften ( sie ist in dergleichen Materien sehr erfalnen gewe - sen , wenn man den Satiren des Aubigne glaubet , ) und grostmürhi - gen prin^eßinn ; ugestkricben har , einem wahrhaften Spiegel und einem Muster der Ehre ; weil er 511 Anfange seines U ? erk« unflätige Materien ( wie man sag« , ) und schändliche Theile ab - gebändelt , da er von der Empfangniß , der Zeugung , der Scliwangerschaft , und der Gcbährung geschrieben . ( Cabrol , wie oben . ) Er hat dieser Klage in der II Ausgabe abgeholfen ; denn außer den Entschuldigungen , die er und Ludewig Bertravan angeführet» so har er die Inschrift geändert , und den ganzen Proceß dem - Herrn von pibrac , R . an ; lern^der besagten Dame , überreicher , um die Materien daraus ; u wählen , und auswiesen , welche ihre Majestät wissen , und davon ohne bedenken urrbeilen konnte : besagter - Herr aber das übrige für fich behalten solle , alx eine Sacke , die sich für seinen Stand bester schicke . Man hat noch ei - ue andere Klage vorgebracht . Alles dieses , stqte man . wäre bester lateinisch , als französisch gewesen , angesehen diese Materien nicht so übel in einer fremden , als in der Muttersprache gen , und die Frauen und Jungfern , die darinnen viel schamhafter sind , nichts davon verstanden hätten . Cabrol antwortet folgendes : Es ist hierauf von dem Herrn Joubert in seinem Briefe an seine Freuw de und Gönner zureichend geantwortet worden : „ wo er geschickt dar - „ thut , daß es die allerkeuschesten Frauen von der Welt wohl lesen kön - , . nen , und daß sie darinnen nichts als tugendhafte Sachen , zu n warren „ haben , und die ihre Pflicht im Ehstande betreffen ; und ihre Ehmän - „ ner auch . Die Jungfern betreffend , so könnm sie darinnen nichts von „ demjenigen verstehen , was die Werke des Fleisches betrifft ; wenn sie noch Brechte Junqsern dem Leibe und der Seele nach sind , wie man zu reden „ pfleget . Allein zum Ueberflusse . um jedermann , wie in allem übriqen , „ zu vergnügen , har er seit dem alles dasjenige ausgelassen , was die aller - „ zärtlichsten Gewissen nur im geringsten beleidigen kann ; indem er „ weis , daß man sich nicht allein des Bösen , sondern auch des Scheins „ desselben enthalten muß . » , Äieft Gründe sind nicht alle gut ; und es sind erbärmliche darunter .
( D ) Das Lärmen wider dieses Vuch - - - hat merklich zu dem großen Abgange beigetragen , den dasselbe gehabt . ^ Wir wollen uns des Alrgallischen . von dem Verrheidiger JoubertS bedienen . Der Tractar von den Jrrthumern des Pöbels , saget er , ist in 6 ren an verschiedenen Oerlern gedruckt worden : nämlich M^öur , deaux , Paris , JLion und Avignon ; und an jedem Gcte'har ma» nicht weniger , als itooVEjctujplate davon gedruckt . DiesesKach har einen so grofien Ruhm gehabt , daß , da es anfanglich nur , 0 bis , , Sols gekostet , es seit Sem für einen Tbakr , «a bis auf 4 Franken verkauft worden ; gleich als wie bey der Theurung leine Gat - tung dtt - Hungersnot ! ) , ) der preis des Getraides täglich stei - ger . rvas noch mehr ist , so fraget jedermann bey den 25uch , Händlern und Buchdruckern , nach der Fortsetzung dieses rver - kes : und auch selbst sein Urheber wird täglich angelaufen , das übrige ans L . icht ; u geben , wenigsten» von fünf und fünf 2öü - chern , 'wenn er nicht alles auf eimnal will , ) nach der Ltinchei - lung , die er davon gemacht bar , außer demjenigen , was er über - dieß versprochen har . Allein er ist so verdrießlich und so em - pftndlick , über die oben gemeldeten Stiche , als ein großmüthi - ger Mann , der wegen seiner Ehre außerordentlich eifersüchtig isk , daß er oft rvillens gewesen , icb weis es ganz wohl , alles 5» verbrennen , was er davon gemacht hat . ( t> was für ein Schede ! ( « )
VvY v ? § . ( . ) Man

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