Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12999

902 Ichanna . Johannes . Ioly , Jonas .
IohüttNa von . Neapolis , zwo dieses Namens , siehe Napleo .
Johannes von Oesterreich , Kaiser Carls des V natürlicher Sohn , siehe Autriche .
Ioly ( Claudius ) , Cantor und Canonicus der Kirche unserer lieben Frauen zu Paris , und Official des Erzbischofs , hatte viel Verdienst und Gelehrsamkeit . Er wurde mit einem Canonicate 1631 versorget , nach Leisels , seines mütterlichen Oheims , und Parlamentsraths zu Paris Absagung . Er wurde von dem Herzoge von Longueville , dem französischen Bevollmächtigten zu dem allgemeinen Frieden von Europa , mit nach Münster genommen , und hat ihm mit seinen Gutachten und Rathschlägen treulich bey - qestanden . Er that unter währenden Unruhen in Paris , eine Reise nach Rom . Er erhielt das Officialamt zum erstenmale durch den Cardinal von Rets , nach dem Tode des Johann Franciscus von Gondi , Erzbischofs von Paris , und nach diesem durch das Capitel unter währender Erledigung des Stuls , und endlich durch den chigen Erzbischos " . Er ist 1700 zu Paris den 15 Jen - ner yz Jahre alt gestorben b . Er hat in seinem hohen Alter viel Gesundheit und alle Kräfte der Seele in sehr gutem Stande besessen .
a ) Man hat dieses 1700 geschrieben . b~ ) Aus dem Mercure Hift . des Monats Hornungs 1700 , - 05 S .
Jonas , einer von den Propheten des jüdischen Volks . Weil man in zweyen andern Wörterbüchern " die meisten che« finden kann , die ihn betreffen , so werde ich mich nur bey einigen wenigen besondern Umständen aushalten . Es hat Rabbi - nen gegeben \ die aberwitzig genug gewesen , daß sie sich zu sagen unterstanden , er sey anfanglich von einem männlichen Fische verschlungen , und darauf in den Leib eines weiblichen Fisches auSgefpieen worden . Da er sich in dem ersten Gefängnisse nicht be - drängt gefunden , sagen sie , so bat er nicht Zuflucht zu der Anrufung Gottes aenommen , weswegen der männliche Fisch Befehl be - kommen , sich dessen in den Leib eines weiblichen Fisches zu entledigen , der trachtig warf . Damals hat er sich in der Enge besun - den und den schönen Lobgesang gesprochen , den wir übrig habend und der den Zorn des Himmels besänftiget hat . Diejenigen , welche dieses Mahrchen durch den Grund widerlegen , daß ein Wallfisch , der trächtig gewesen , den Jonas nicht gedruckt haben könnte , wenn er nicht zum wenigsten in seiner Mutter gelegen hätte , machen einen bösen Einwurf ( A ) . Man hat anderswo ge - sehen % daß die Poeten des Heidenthums von ihrem Herkules einen Zufall vorgegeben haben , ver mit diesem einige Aehnlichkeit hat . Sie hatten diese Geschichte aus der heil . Schrift gestohlen , und nach ihrer Phantasie eingerichtet . Zum wenigsten ist dieß die gemeine Meynung unserer Schriftsteller f . Es hat die alten Väter befremdet , daß die Heiden die Historie des Jonas worfen ( B ) , nachdem sie die Fabel vom Herkules angenommen hatten . Diejenigen , welche gesagt haben , daß dieser Prophet in dem Hasen zu Ninive aus dem Bauche des Fisches gekommen ( 0 ) , verstunden nicht viel von der Erdbeschreibung ; und es ist nicht die geringste Wahrscheinlichkeit , daß er an den Küsten des schwanen Meerö ( D ) oder an den Küsten des rothen Meers ( E ) auSgefpieen worden . Es ist viel wahrscheinlicher , daß er nahe bey der Stadt Joppe auf das trockene geworfen worden , wo er zu Schiffe gegangen war . Einige bestätigen diese Muthmaßung durch die Fabel der Andromeda ; denn sie geben vor ■ ? , daß des " 5onas Abentheuer den poetischen Erzählungen , die Andromeda betreffend , zum Grunde gedient habe , welche der Wuth eines Meerwunders ausgesetzt worden , und es ist bey Joppe gewejen , wo sie demselben ausgesetzt worden h , siehe unten Hier ist eine andre Träumerey der Rabbinen , die sehr lächerlich ist . Sie sagen k , daß der Fisch , der den Jonas verschlungen , sieben Augen gehabt , welche diesem Propheten zu so vielen Fenstern gedient , um ihn alles sehen zu lassen , was in dem Meere war , und unter andern Dingen den Weg , den die Kinder Israel gehalten hatten , da sie durch das rothe Meer gegangen waren . Diejenigen , die ihn für den jungen Menschen halten , der vom Elisa an den Jehu geschickt worden ( F ) , um die königliche Salbung an ihm zu verrichten , verdienen keinen Glauben . Man hat das Grab des Jonas in seinem Geburtsorte noch zur Zeit des h . Hieronymus gezeiget R . Simon m versichert , daß die Türken den , Jonas zu Shren eine sehr schöne Moschee gebaut , in welcher eine N ? underla , npe ist , welche beständig brennt , ohne daß man weder ( Del noch einen andern Saft hinein gießen darf , wenn man ihren Trauniereyen glauben will . Er saget , daß diese Moschee in einen , kleinen Dorfe iji welches zur Shre und unter den , Namen dieses Propheten gebaut worden . Herbelot 0 saget nichts von allem diesen , ob er gleich viele Dinge er - zählet , welche die Muselmänner wegen des Jonas vorgeben . Ich will den neuem Schriftsteller nennen , der nach dem Moreri ein sehr scharfsinniges Gedicht , über die Historie dieses Propheten gemacht hat ( G ) .
a ) Des Moreri . und in dem biblischen Wörterbuche , welches der P . Simon , ein Priester , gemacht . b~ ) Salomon Iarchi , beym Martinus Lipenius , in Ionae Periplo thalaflio , folio B . verfo , / Ausgabe von 1678 , IN 4 . e ) Vt ex impraegnatione et alui tuinore in angtiftias vi . rum Dei redigcret . Ebendas . , / ) Er steht im II Cap . des Jonas . 0 In der Anmerkung ( 0 ) des Artikels - Herkules . / ) Siehe Voj - fmm , de Origin . et Progr . Idololatriae , Lib . II . cap . XV . pag . 381 . 382 . frankfurter Ausgabe von 1675 . in 4 . if ) Siehe Lipenium , in Ionae Periplo thalaflio , folio A . 3 . h~ ) Plinius , Lib . V . cap . XIIl . pag . «1 . 567 . et XXXI . p . 613 . et Lib . IX . eap . V . p . , 83 . » ) Hadrian . Scri . eckins , Origimim Indice III . folio p . verfo , bildet sich fälschlich ein , es beweise der 3 V . des III Cap . des Jonas , daß der Fisch den Jona« drey Taqereisen von Ninive ausqespieen , und daß dieser Prophet diesen Weg in einem Tage zurück gelegt habe . * ) Beym Lipenius , in Ionae Periplo thalaflio , folio C . I . verfo . / ) Nämlich in Gath = Chepher , bey dem Berge Thabor . Lipenius am angezogenen Orte . Er führet den h . Hieronymus in der Vorrede über den Jonas an . - » ) 8unon . Diäion . de Ia Bible , p . 433 . » ) In dem Stamme Sebulon . 0 ) D'Herbelot . Biblioth . Orient , p . 495 .
( A ) Diejenigen , welche - - - sagen , daß ein trachtiger Nal - kules gesaget hatten , deswegen das Recht nicht verlöhre , alles zu verhöh - fisch ven Ionas nidu gedruckt haben könnte , rvenn er nickt zum nen . was die Juden von dem Jonas gesaget : so ist es ganz gewiß , daß wenigsten in seiner Mutter gelegen hatte , machen einen dösen Tin - der Gedanke des TheophylactuS sehr gründlich ist , und das Lächerliche von rvurf ] Wir wollen einen Mann hören , der den Rabbi Iarchi gleich denVorurtheilen der Heiden unvergleichlich zeiget . Wir wollen zum zu würgen glaubet , wenn er ihn fraget : Nunquid arbitraberis in vte - heil . Augustin kommen . Er hat einen Heiden sehr geliebt ( siehe seinen rum czuoczue impraegnatae balaenae immifllim eile Propbetam9 vt ex XLIX Brief zu Anfange ) und hatte ihm verschiedene Briefe geschrieben , foetus pifeini multitudine ceangußaietur ? In ftoniachum ceti ertdo : avon einige unbeantwortet geblieben waren . Er urtheilte aus diesem defeendiße Ionam , non in matricem eiusdem . Quomodo itaque Ionae Stillschweigen , daß man diesen Briefwechsel nicht mehr verlange . Non in ventriculo latenti plus angußiarum ex vteri intumefeentia pottrat für . inconuenienter arbitrer eum , quem video mihi referibere noluifie , ni - gere ? Martinus Lipenius , in Ionae Periplo thalaflio , fol . B . a . Die - hil fibi a me feribi voluifle . Dieserwegen hat er unmittelbar , da er fe Fragen verderben die gute Sache des Lipenius , und geben den Rabbi - auf einige Schwierigkeiten antworten wollen , die dieser Heide demPrie - nen Anlaß , sich über das Lächerliche zu beklagen , dem man sie aussetzen ster Deogratias vorgetragen hatte , an diesen Priester geschrieben Man wollen : sie würden ihn ihrer SeitS , lächerlich gemacht haben , wenn sie sieht aus dieser Antwort , daß die Heiden über die Historie des Jonas sehr ihn gefraget ; wie ist es zugegangen , daß er eine Sache nicht gewußt hat , gespottet haben . Poftrema quaeftio propolita eft de Iona nec ipfa die der ganzen Welt bekannt ist , daß nämlich die Auedehnung der Ge , quak ex Porphyr , o C * ) , fed tanquam ex irrifione paganorum . Auguft . bährmutter die Dünner und den Magen drucket und klemmet , und manch - Epift XLIX Pag . 207 . Die Art , womit der heil . Augustin den Ein - mal das Athemholen merklich verzögert . wurf seines Freundes widerleget , ist sehr wohl eingekleidet . Entweder
( B ) <£s if ? den alten Varern befremdlich vorgekommen , Saft läget er , man muß alle Wunderwerke Gottes leugnen , oder bekennen , daß die - Heiden diese - Historie des Jonas verworfen , nachdem sie die man nicht die geringste Ursache hat . dieses letztere zu verwerfen . Wür - Fabel des - Herkules angenommen hatten . ] Hier ist eine schone den wir wohl die Auferstehung Christi glauben , wenn wir uns vor den Stelle des TheophylactuS in Ionam cap . IL Deuoratur ergo a Ceto Spöttereyen der Ungläubigen fürchteten . Si fides Chriftianorum ca - Ionas , tresque dies ac totidem noctes in eo permanet vates : quae chinnum metueret paganorum . pag . 207 , ao8 . Und weil unser Freund res omnem excedere fidem audientibus videtur , maxime iis , qui ex keine Zweifel wider dasjenige eingewendet , welches wir bey der Auferste - ( iraecorum fcholis fapienteque doärina , ad hanc hiftoriam accedunt . Hung des Lazarus und Jesu Christi zugeben , so wundere ich mich außer - Quos equidetn non fatis demirari po ( l'um , qui fiat , quod haec non in . ordentlich , daß er das Abendtheuer des Jonas für unglaublich hält . Ist telligant , cum fuis ipforum alis capiantur . Apud iplos enim nonni - es denn leichter , einen tobten Menschen aus dem Grabe gehen zu lassen , hil tale de Hercule narratur : nempe quod et ipfe a balaena deuora - als einen Menschen i» dem Bauche eines so großen Fisches beym Leben tus , incolumis remanferit , nifi quod tantummodo depilatus redierit , zu erhalten ? Nifi forte facilius putatmortuum de fepulcro refufeitari , idque ob ingenitum et internum belluae calorem . Aut igitur noftra quam viuum in tarn vafto venire belluae potuifle feruari . pag . 208 . fufeipiant , aut fua reiieiant . Ich zweifle nicht , daß nicht TheophylactuS Wollte man sagen , daß die Dauungskrast des Magens nicht aufgehal - unter den Griechen viel Leute gefunden haben sollte , die sich aus Her - ten werden kann ? Allein man würde uns einen viel wichtigern Einwurf zensgrunde auf fein Wort verlassen hätten . Wir nehmen den Kauf an , machen , wenn man die drey Männer anführte , die nicht den geringsten würden die Philosophen und die Gelehrten in Griechenland geantwortet Schaden in dem feurigen Ofen zu Babylon erlitten haben . Wenn man haben : ihr wollet , daß wir die Historie des Herkules verwerfen , oder die auch diese Entkraftung der Thätigkeit des Feuers , und alle andern Wun - Historie des Jonas annehmen sollen : wir verwerfen sie beyde . Wie aber derwerke der heil . Schrift verwerfen will , so müssen wir zu einer andern unzählige Heiden diese Wahl verdammt und behauptet haben würden , Widerlegung Zuflucht nehmen : denn die Ungläubigen müssen keine Zwei , daß man , wenn man dasjenige glaubte , was die Poeten von dem Her - , fel über eine besondere Geschichte erwecken , öder sie müssen alle die Ge -
schichte

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