Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12984

Johanna .
mstrol cn Vellay unter diesem Titel aufgesetzt worden : Merkwürdige Historien der großen und wunderbaren Gerichte und Strafen Gottes , u . s . w . im IIB . 24Cap . p . 170 .
( # ) Meminit Honsdorf , didto libro exemplorum ad Decalogum , l . ipßae in folio ann . / / 70 edit . . . . Stephani Iodelli Gallici Poe - tae , quem Epicureum et Atheum dilapidatis bonis inedia confeöum dicif . Voet . ebendaselbst .
( D ) Seine Freunde haben ihm einen Bock gewidmet . Z dius Binet , Ronsard« Leben izyS - wird uns erzählen , wie dieses Possen - spiel gespielt worden . Sie haben ( er redet von zween reformirten Predigern , die wider den Ronsard geschrieben haben ) ihm unter andern fingen vorgeworfen , Saß er dem Jodelle in dem Dorfe - Hermeil der von ihnen nach dem Beyspiele der alten Bacchanalien einige Verse gemacht , und sie von ungefähr einen Bock auf der Straße angetroffen , der ihnen Gelegenheit gegeben , über diese Materie zu kurzweilen . sowohl um ein Gpfer de« Bacchus 5» seyn , als ihn demJodelle , zum JLofync seiner Tragödie , nacl ? veralten Mode zu überreichen , wozu die Christen selbst , und vornehmlich die Poeten sehr oft Zuflucht nehmen , nicht , daß sie das geringste da - von glauben , sondern wegen einer erlaubten Anspielung . Und dasjenige , welches etwas davon glaubend machet , sind die Verse und Rurzweilen dieser Poeten gewesen , welche eben so wohl als die Dythiramben Oes Bertrand Bergers , eines dyrhirambischen Poeten , ans - laicht gegeben worden , wo man diese Verse liest - * , Alles dieses ist weiter nichts , als eine Verstellung und Maskera - de gewesen . Vielleicht wird man hier die Antwort selbst nicht ungern sehen , die Ronsard gegeben hat , und welche Binet , ohne baß er sie an , führt , angezeiget hat . Hier ist sie : Du speyest deine Bosheit wider mich aus , daß ich demBacchus einen großen Bock geopfert hat - te . Du leugst unverschämt : fünfzig ehrliche L . eute , die bey Sem Banker gewesen , werden dir sagen , daß es nichts ist . JhrtNusen , Sie ihr den Gipfel des parnasies bewohnt , Töchter des Jupiter» , Sie ihr selbneunte gehet , kommet , und treibet durch eure schonen Gesänge den Schimpf zurück , der euch und euren Zöglingen er - wiesen worden . Jodelle , der durch eine kühne Sprache die Eh - re gewonnen har die der Grieche der Tragödie giebt , har , indem er die niedrige Schreibart der Franzosen erhobt , die Ghren des Roniges auf eine gelehrte Art vergnügt . Die Bande , die da - mal« " die Augen gen Himmel erhob , ( da die Zeit eine ehrbare Freybeir erlaubte ) und seinen aufgeweckten und geheirerten Geist verehrte , hat ihn mit einem Bocke , als dem / Lohne der Tragodi - enschrciber , beschenkt . Nachdem das Tischtuch aufgedeckt und der Tisch bereitet war , style sich eine heilige und gelehrte Gesell , schaft herum : Als zween oder drey mir - dachen den Vater der - Heerde» mir seinen langen Flockenhaaren hineingestoßen . <£c kam mit großen Schritten und gemaltem Barre , der Ropf war mir einer Mütze von Blumen bedeckt , den Straus hinter den ren , und mit einem - Hochmurhe , daß ihn eine solche Jugend so ausgeputzt hatte . Dann wurde er als eine verachtete Sache ver - worfen , nachdem er zu einem langen Gelächter gedient harte , und nicht geopfert . wie du Lügner sagest , du unverschämter »Lrsin , der eines solchen falschen Geschwatzes ! Ronsard , in der Antwort an einen reformirten Prediger pag . 92 des XX Bandes seiner Werke , par . Ausg . 1604 in 12 . Man sey von welcher Partey man wolle , so ver - Krößert man die Sacken , und man wird nur mehr als zu oft von den ae« meinen Gerückten hinters Licht geführt . Die reformirten Prediger ya - den den Gerüchren allziileichtsinnig Glauben beygemessen , die von dem Bocke und vom Jodelle herum giengen ; und wie sich Ronsard zum Ver - folger der Gelehrten und Soldaten aufgeworfen hatte , ( denn er hat wider die Reformirten geschrieben und verfolgte sie an der Spitze der Solda - tm ) , so haben sie ihm die Ceremonie dieses Bocke , und zwar nach der aller - lasterhaftesten Ausleguna , die man ihr geben konnte , vorgeworfen . Sie haben ihm dieselbe , als ein heidnisches Opfer vorgeworfen : sie haben be , hauptet , daß er einem falschen Gotte geopfert worden wäre . Dieß war eine Verleumdung , aber sie sind nicht die Erfinder davon gewesen . Wir werden vem Scaliger bören , daß er die Erfindung dieses Betrugs einem Priester Schuld giebt : und man merke wohl , daß er diele« erdichtete Opfer , als eine Fabel verworfen hat . Ick weis nicht , ob er sich erinnert hat , daß einige reformirte Prediger den Ronsard deswegen beschuldiget hatten ; allein ick weis wohl , daß er geglaubt hat , es habe sein cher Seiopvius ihn , Scaligern , in diese Comödie gemengt . Wir wollen seine Worte sehen .
„ Aft illud , quod adiiciemns , oninia portenta ampnitheatnca fupe - „ rat . Parijienfes illos amicos tuos imitaris , quos Dionyfia agltajje , et „ bircum iminolajje fama ejl . Dionyfia agitare , dicit eile hircum im - „ molare . Hiiius enim infimulati sunt illi , de quibus nunc agitur . „ Vefpillonis filius , qui nunquam Lutetiae fuit , in inedia Suburra ha - „ , bitans Romae , vnde hoc mendacium expifeari potuit , nifi a quibus „ reliqua portenta didicit ? Quo» putat Dionyfia agitafle , vel hircum inimolailc , vt illi perfuaferunt , qui verum dicere , etiam fi velint , ' , 'non pollint , ii funt , Petrus Ronlärdus , M . Anton . Muretus , Ianus Bai - ' fius Remigius Beliaqueus , Stephanus lodellus , Nicol . Denifottiis , Io - " an Äuratus , alii , omnes Poetac , praeter PatoIetum , qui in hiftoriis con - " feribendis omne ftudium fuum collocarat Quo« tarn falfum eft adeo " execranduin , nefandum , impium facinus feeifle , quam certmn eft , " impiine illis futurum non fuifle , fiquideni tan . Chriftianae pietatis , 'quam exiftimationis fuae obliti , tarn deteftabile fcelus infe adnu - Viflent Si illi dofti viri viuerent , fur non multum tulifiet . Porro tarn „ iinpudentis calumniae auäor fuit facrificulus Gentiliaci mc> , m quo „ illidoaiffimi viri de conftituto coierant , vt de fymbohs effent . To -
Johanna , die Päbstinn , siehe Papesse .
Johanna , Königinn von Navarra , siehe Naoarra .
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, . tum drama exponerem , fi opu» eilet , vt lofephus me doeuit , qui il - „ lud ad vnguem tenet . „ Scaliger , in confutat . Fabulae Rurdonum , pag . m . 338 u . f . Bis hieher geht alles gut : ich wollte , daß da« übrig« «rnch so richtig wäre . Sed ponamus verum ejfe . Quid baec ad lofepbum , qui tunc puer Burdigalae primis rudimentis Latini fermtmis initiaba . turl An qui a fexto pofi , feptimo et oflauo anno omnes , praeter lodeL lum , illos vidit , et familiariter nouit , ideo eiusdem crimims poßu / annus
ertt ? Hnr mn / ln nfinr - tovo * n - mioc nu ! n : s - _• nr *
aHorum fafta , atque falfa illi exprobentur ? pag . J40 . Die Hche de«
Streits hat den Sealiger ein wenig verstört : Er rechtfertiget sich wegen einer Sache , die man ihm nicht Schuld giebt ; er beklaqet sich , daß er ver - leumdet worden , da es nicht wahr ist , und hierdurch wird er selbst ein Ver - leumder . Siehe den VIII Band der Morale Pratique de« Jefuites cap . XVIII . Wenn man saget , daß ein Mensch die Fehler seiner guten Freun - de nachahmet , so will man nicht versichern , daß er sich bey ihnen an die . sem oder jenem Orte befunden , wo sie einiges Laster begangen haben ; vielmehr seilet man voraus , daß er nicht dabey gewesen ; denn wenn er dabey gewesen wäre , so würde man ihn einen Mitschuldigen und keinen Nachahmer genennt haben . Es ist also nicht wahr , daß ScioppiuS den Scaliger in des Aodelle Handel verwickelt hätte . Parifienfes illos cos tuos imitaris . Scaliger hätte sich also nicht beklagen und sein alibl anführen sollen .
§ ( - ) Daß nämlich , saget man , Jodelle in seiner Cleopatra den größten Ruhm in der Tragödie davon getragen hatte ; allein wie kann man die - seS mit den perronianen vergleichen , wo man unter dem Worte Bel« leau , sieht , daß der Cardinal du Perron , in der Dichtkunst , niemand aft ? den einzigen Remigius Belleau unter den Jodelle setzet , welcker nach dem Urtheile dieses CardinalS nichts taugliche« gemacht hat . Cril . Anm .
( k ) Ich getraue mich nicht , dem , enigen Glauben bevzumesscn , was ich in dem L . eben Theodors Beza gelesen habe . Z habe darinnen gesehen , daß Stephan Jodelle , einer von den Poeten des fra'nzö - fischen Siebengestirns , einen vierzeiiigen Vers daraufgemacht , daß Beza , da er an der Uebersetzung der Psalmen gearbeitet , von der Pest angegris - fen worden . Hier ist dieser vierzeilige Vers :
Beza will um diese Zeit durch die Pest den Geist verlieren ,
Gleich da er bemühet ist . Davids Harfenspiel zu rühren .
Warum wird er von der Pest , gleich zu dieser Zeit erschreckt ,
Da er selbst die Pest verfolgt , die schon alle« angesteckt ? ( ß )
Anton la Faie . der da« Leben diese« Prediger« geschrieben ( * ) giebt dem Jodelle den Zunamen Modilin . Ztephanus lodellus Modilinus , saget er , non poftremus inter poötas Pleiadis Gallicae , etc . Man begreift leichtlich , daß Modilinus für Limodinu« hat versetzt werden können , ein Titel , der dem Jodelle wegen seiner Herrschaft zukam , ( er ist Herr von Lymodin gewesen ) Wie aber dieser vierzeiliqeVer« in verschiedenen Au« - gaben der Psalmen einem Stephan von Modelin zugeeignet wird , wo man ihn nebst der Grabschrift Clemens Maro« sieht , die eben derselbe Modelin gemacht , so zweifle ich , datz er vom Jodelle ist ; denn dieß ist kein Poet , den man Stephan von Modelin hätte nennen sollen . Bey dergleichen Gelegenheiten denket man nicht daran , die Leute durck einen versetzten Namen bekannt zu machen . Ich habe einen andern viel stär - kern Grund . Beza war zu Lausanne , als ihn die Pest angriff , und also har man ihn in Frankreich als einen Abtrünnigen angesehen . Die Ver - folgung war wider die Reformirten entsetzlich , und wer sollte glauben , daß ein Poet , der sich zur katholischen Kirche bekannte , zum Lobe dors Beza einen höflichen Vers gemacht hätte , der dem Geschmacke und der Schreibart der Glauben«verbesserer so ähnlich war ? So viel ist wiß , daß der Meynung des Antonius la Faie vom Andreas Ri»mi« ( * # ) und vom Jeremias von Pour« gefolgt worden ist . Er führet im II B . der göttlichen Melodie vag - den vierzeilige» Vers an , und giebt ihn dem Stephan Jodelle Modelin .
Melchior Adam hat es fast ganz in fein Buch von deutschen Got - teSgelehrten gesetzt .
( * * ) Er hat an den VoetinS geschrieben , daß Stephan Jodelle dieUe« bersetzung der Psalmen gelobt , und ihm auch den vierzeiiigen Ver« mit - getheilt hätte . 1'om . I , Difput . p . 137 .
§ ( Xxx xx s
Johanna

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