Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12967

Job .
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ronius , in Apparatu , n . 44 . Er hat gesaget , daß , obgleich dieses Werk viel Wahrheiten enthalte , er sich dennoch nicht darauf gründen wolle , k^ec innitiniur fcriptioni illi , quae haftenus Hieronymi nomine ad Cromatium et Heliodorum scripta vulgata eft , nam licet in ea com - plura veritate conftantia confcripta repeiiantur , quae a diftis auftori - bus fibi vendicent auftoritatem et fidem , tarnen , etc . Ebendas . Er wirft also einen Theil des Grundes um . Wir wollen sehen , wie Casau - bon den andern umgeworfen hat : er hat gezeiger , daß das Buch , de Na - tiuitate S . Mariae , welches dem heil . Hieronymus fälschlich zugeeignet wird , das Werk eines Manichaers , und ein Buch voller Gottlosigkeiten und Unbesonnenheiten ist : A peftilentiflimo haeretico profeöum , po - ftremo nugarum et impietatum efle plenum . Exercit . ad Baron . I . n . 15 v . w . 90 . Er wundert sich , daß der Jesuit , Christoph von Castro , sich für ein solches Buch zu erklären erkühnet , dessen Unwahrheit dem ErasnmS , dem Melchior Canus , dem Sixtus von Siena , und dem Baronius so bekannt gewesen ist . Er führet eine Stelle daraus an , die mir einen starken Beweis darbiethet : Illud libere dico , quod fidelium neminem negaturum puto ; fiue haec vera sunt , fiue ab aliquo con - fifla facrofandta S . Mariae niiracula praeceffifle ; maxima confecuta fuifle ; et idcirco falua fide , ab iis , qui Deum fäcere ifta pofle cre - dunt , fine periculo animae fuae credi et legi pofle . Ebendas . 91 S . Diese Worte sind nicht von dem Manichäer Seleucus , ( andre nennen ihn Leucius , oder Leontius . Cafaub . Exercitat . ad Baron . I . n . 15 , p . 91 . ) dem Urheber des Werks , sondern von demjenigen , der es ins Lateinische über - setzet hat ; und es ist dienlich , zu beobachten , daß dieser Uebersetzer bekennet , es waren viel Unwahrheiten in dem Bücke , welches er übersetzet . Im . pietas iftius Pfeudohieronymi , excufari faluo pudore non poteft : nam qmim fateatur , Seleucum , fiue Leucium de doftrina Apoftolorum multa efle mentitum ; ea tarnen defendit , quae Amt ab eodem tico scripta de virtutibus et miraculis eorum . Poterat - ne hic planus apertius oftendere , nullam fibi efle curam verifatis , neque vlltim fe inter falfum et verum ftatuere difcrimen ? Addit de eo ipfo libro , quem vertebat : ita et bis multa non vera de cor Je fuo confingit . das Brauchet man etwas weiters , sich von der Ungewißheit aller dieser 'Traditionen zu überzeugen ? diejenige , die der heil . GregoriuS von Nyssa anführet , ist offenbarlich falsch . ( Siehe oben die Anmerkung ( B ) . ) Was den Nicephorus Callistus , den Germanus , Patriarchen von Constanti - nopel , den Johann von Damaskus , u . a . m . betrifft , so verdienen sie nicht den geringsten Glauben , weil sie in einer gar zu späten Zeit gelebet , als daß sie unveränderte Traditionen gehabt haben könnten . Ueberdieß weis jedermann , daß Nicephorus ein fabelhafter Scribent ist , der keine
Urtheilskraft hat . Nicephorum hunc fabnlofiflimum efle fcriptorem et iudicii in litteris nullius , fatis notum eft eruditis . Ebendas . Man ist nicht verbunden , zu glauben , daß er den Hippolyt» - , Bischofzu to , richtig angeführet habe , und allenfalls enthält dasjenige , was er an - führet , etliche Unwahrheiten . Casaubon beweist es . Man sehe die Universalbibliothek , 14z u . f . S - IX Band . Rivetus hat Recht , es für seltsam zu halten , daß Richard Montaigu den meisten Erzählungen die Hand gebothen , welche Bernhard von Busti , Pelvart von Temeswar , Coster und dergleichen Scribenten , wegen unsere h . Joachims anqmom - men haben . Riuetus , Apologiae pro SS . Virg . Maria , cap . Iii . Oper . Tom . III . p . 607 .
Äch wundre mich , daß der Abt von Marolles so viel Ergebenheiten gegen obige Traditionen hat blicken lassen . Siehe die - Z5 Seite seiner Nachrichten .
( E ) Und gleichwohl hat man dem h . Joachim und seiner Kh - fran Feste gewidmet . ) Der El , mann ist viel später zu dieser Ehre ge - langet , als die Ehfrau ; er besitzt sie nur feit dem a des CKristmonat« 1622 . Der Tag , den man für ihn bestimmet hat , ist der 20 März . Spond . Annal . ad ann . 1622 , num . 1 . Allein das Fest der H . Anna ist be« reits >584 eingefetzet worden . Gleich anfänglich hat man es nicht für nö , thig gehalten , ein Geboth herauszugeben , sie zu feuern ; es ist erstlich feit 1622 geschehen , da sie zu diesem Vorzuge gestiegen ist . In allem übrigen ist der Dienst des heil . Joachims geringer , als seiner Ehfrau ihrer . Sie ist die Patroninn eines Nonnenordens , welche die Töchter des h . Josephs genennet worden , und man redet stark von ihren Wunderwerken . Sie - he das Bück , Les Grandeurs deSte . Anne . Die Biblioth . Vniuerf . det im IX Bande 141 S . davon . Das Dorf Rer - Anne , in dem Kirch - sprenge ! von Bannes in Bretagne ist dieserwegen unvergleichlich be - rühmt , und vornehmlich seit der Zeit , da man ein altes Bild dieser Heili - gen ausgegraben hat , das sehr tief unter der Erde verborgen gewesen . Es ist >6» ; einemAckerSmanne geoffenbaret worden , wo man dieses Bild finden würde . So bald als es ausgegraben war , hat es eine Menge Wunderwerke gethan . Man ist gar bald im Stande gewesen , demsel - den eine scköne Kirche zu bauen ; die Allmosen andächtiger Seelen , die von allen Seiten zuliefen , haben die erforderten Unkosten dazu bestritten . Der Bisch»f von Bannes hat von Rom die nöthigen Ablasse für diejeni« gen erhalten , die dieses Bild besuchen würden : und die Aufsicht dieser neuen Kirche den resormirten Carmelitern übergeben , und dem Bruder Hugo von S . Franciseue , einem von ihnen , erlaubt , die Wunderwerke her - auszugeben , die seit kurzem in diesen Gegenden geschehen waren . Aus dem Spondanus aufs 162s Jahr , Num .
Job oder Hieb , dessen Geduld in einem von den canonischen Büchern des alten Testaments vorgestellet worden . Um nicht zu wiederholen , was man im Moreri findet , so will ich nur einige Irrthümer offenbaren . Man bekriegt sich , wenn man versichert , daß die Türken große Verehrung gegen das Grab dieses heil . Mannes ( A ) , den ersten Richter an dem Hofe Salo - mons ( B ) , bezeigen . Es ist eine ärgerliche Unverschämtheit , wenn man saget , es wäre des Hiobs Krankheit die Französin ge -
wesen ( C ) . Ich gestehe , daß er in der römischen Kirche der Schuhheilige dieser Krankheit ist ( D ) , allein dieß machet keinen Schluß für das andre Vorgeben . Denn er ist in dieser Kirche eher verehrt worden , als die Franzosen in Europa bekannt aewe - sen ( E ) . Tertullian hat mit Unrecht gesaget , daß Hiob keine Nachkommen hinterlassen hätte . Man sehe hierüber den Span - heim " in seiner Historie Hiobs , welches ein sehr gutes Werk ist .
ä ) Frideric . Spanhem . F . Hiftor . Iobi , cap . XV . p . 481 .
( A ) man bekriegt sich , wenn man versichert , daß die Türken aroße Ehrerbietbung gegen das Grab - Hiobs bezeigen ] Wir wollen diese Stelle RicautS anführen , Etat present de l'Empire Ottoman durch Bespiern übersetzt . Livr . I . pag , 16 . „ Es ist die Gewohnheit der Tur - „ km , allemal wenn ein neuer Kaiser wird , daß sie denselben mit allerer - „ sinnlichen Pracht an einen Ort in der Vorstadt zu Constantinopel füh - „ ren , den man Hiob nennet . Daselbst sieht man ein Grab eines gewis - „ senPropheten oder heiligen Mannes , welchen die Türken , die nicht die „ geringste Erkenntniß , weder von dem Alterthume , noch von der Historie „ haben , für denjenigen . hiob ausgeben , der so viele Jahrhunderte zum „ Muster der Srandhaftiqkeit und Geduld gedient ( jat . „ RicautS bersetzer , Bespier . machet eine Note über diese Worte , welche anqesuhrt zu werden verdienet . ? ck glaube rvohl saget er , Remarques Cuneufe« für l'Etat prefent de l'Empire Ottoman , pag . 4 , daß einige plumpe , und in der - Historie und Zeitrechnung übelunrerricktete Türken , - Hiobs Grab , welckes an den Mauern dieserStadt ist , für das Grab dcs , enigen h . Mannes halten können , dessen Historie uns IN dem alten Testamente er ; äblc wird . - allein d , e G . «ckicktsthre . ber der Mabometaner belehren uns selbst , daß dieses Grab ftiveinen andern - Hiob gebaner worden , der e , n Mahometaner , und emGe - fährte Mahomets gewesen . «c 'st bty der Belagerung von Lonstaminopel geblieben , welcher vom Jezid , dem Sohne desTa - lisen Moavias , im 52 ? ahrc der - Hegira , oder den 67 - Jahre Chr . - f ? t angegriffen worden war . Dieses bemerket Elmaem , n seiner Historie der Garaccnen , 7 Cap . I und obgle . ck Ämac . n e . n Christ gewesen , so hat er doch nur angeführt , was er m den ma - Hometaniscken - Historiensckreibern gefunden , aus welcken er , na cd seinem eignen Bekenntnisse , A«S5Üge gemacht har Ciner von den gelchrtesten Rabbinen de« X VII Jahrhunderts ist m eben demselben Irr - thume gewesen , als diese unwissenden Türken , ^enalle ken . Ifrael deXe - surreÄ . Mortuor . Lib . I , c . 16 , welchen Bespier p . 5 angeführt z denn er versichert , daß die Mabometaner nock heutiges Tages große Ver - ebrung gegen - Hiobs Grab haben , das ; u Tonstantinopel ist - - - ( St har ohne Zweifel nicht gewußt , daß dieses Grab e . nes andern ^iobs gewesen , als des - Hiobs im alten Testamente , und zur Un ^it geglaubt , daß es alle Mahomeraner für das Grab dieses h .
Mannes halten . ^ Richter von dem - Hofe Salomons . Z Wir wollen den Rieaut weiter anführen : Die Türken , saget er pag . . 6 , ™ weil sie die Cbronologie Nickt wissen , alle Historien
•s«K
. . Salomons , und Alexander der Feldherr seiner Kriegsheere gewe , en . ^
, und Alexander II Dand .
„ saget nur , daß die Türken die Historie und Chronologie so wenig verste , „ hm , daß . wenn eS ihnen einfiele , sie keine Schwierigkeit machen wür - „ den , zu versichern ; ? « seyHiob der erste Richter bey dem Hofe Solomons , „ und Alexander der Feldherr seiner Kriegsheere gewesen^ Es ist ein gro - „ ßer Unterschied unter diesen zweyen Dingen^ , » Siehe den Busbek im I Briefe . RicautS Jrrthum hat sich bereits in einigen Büchern einge - schlichen . BorremanS hat sie in seinen Var . Le<äion . pag . 260 . schrieben .
( C ) iB» ist eine - , - Unversckamthcir , wenn man saget , - Hiebs Rrankheit waren die Franzosen gewesen . 1 Veit Patin nennet im 368 2>r . pag . 102 des III Bandes , zweene berühmte ler . die dieses gesagt haben . Hier sind seine Worte : Zsuf dasjenige , t» antworten , was ihr mir meldet , so will ich euch sagen , daß 2dol - duc . ein Capuciner , sowohl als Pineda , ein spanischer Jesuit , ge - sckrieben , daß - Hiob die Franzosen gebabt . Ick wollte gern glau - den , daß sie David und Salomon auck gehabt hanen . Man mer - ke , daß man vorgeben kann , od hätte Hiob diese haßliche Krankheit haben können , ohne daß er sich dieselbe durch einige unreine That zugezogen hätte .
( 0 ) Er ist der Sckuyheilige der Franzosen . ] Man ziehe da« Diarium Medicorum Ecclefiafticum deS Molanus zu Rathe , so wird man pag . 68 das Fest des h . Hiobs unter dem 10 Man finden : Volunt nonnulli Sandhim Job peculiarem patronum efle eorum , qui lue nera laborant , aut eam curant .
( E ) Er »st verehrt geworden , - - che die Franzosen in Europa bekannt gewesen . ] Ebenderselbe Molanus warnet uns pag . 69 des Aqrippa Jrrthum nicht anzunehmen , der sich zusagen erkühnet , daß die Franzosenkrankheit an HiobS Heiligmachunq Ursache gewesen . Vor diesem , saget MolanuS , ist in Venedig ein Tempel und ein Festtag für diesen h . Mann gewesen , der zur Zeit Carls des großen dem Märty - rerverzeichnisse einverleibet worden ist . Cauendus eft H . Cornelius Agrippa , qui vane fcripfit , luetn Venereara lob in diuos retulifle . Qtiafi non multo ante Veneti inemoriam eins et templo et fefto die celebrarint : conftet quoque Vfuardum Caroli Magni aetate , et Wan - delbertum non multo poft , Martyrologiis fiiis eum infcruilTe . Et a Graecis ad fextum diem Maii notatnr fandlus et iuftus lob , qui multa contra Satanam certamina fuftinuit . Ein berühmter protestantischer GotteSgelehrter , welcher hier des Agrippa Partey gewissermaßen genommen har , beobachtet , daß in Urrecht ein Hospital ist , wo man die Franzosen heilet , welches den Namen Hiob führet , viel poteft ad defenftonem Agrippae , Iobuin inter diuos tutelares et quidem foc - di iftius niorbi , poft eiusdem morbi exortum denium , fuifle reiatum . Qiiidquid fit , tanquam diuus alexicacus ab huius morbi myftis , an - nuente Romana Ecclefia , falutatur . Hinc in hac vrbe Xenodochium S . Iobi olim dominante papatu conftitutum , vbi illo rnorbo laboran - tes curari folent . Gisbert . Voetius , Difput . Theol . Tom , III , p . 4Z5 , 436 . Man hat nicht vor allzulanger Zeit die Frage aufgeworfen , ob Hiob Xxx xx - und

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