Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12904

Innocentius der VIII .
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nibus . R . P . E . L . etc . et fub nomine'Academici Vertimwii , adie - 6him praeleöionibus Ioannis Baptiftae Cortefii Poenia in laudem Medicinae et contra malos Medicos . Sotuel , Biblioth . Societ . Iefu . pag . 6vF .
CC ) Man hält ihn für den Urheber einer Satire , wider sie Jesuiten , Monarchia Solipforum betitelt . ] Sie ist ins Französische
Übersetzt , und 17s - zu Amsterdam in 12 gedruckt worden . Der Uebersetzer hat Anmerkungen und verschiedene andere Stücke dazu gefüger . Die Vorrede enthält viele besondere Umstünde , dieses Werk und den Urheber
Otto Tabor , ein deutscher RechtSgelehrter , geglaubet hat , es könne Sciop - pius der Urheber davon senn ; allein er hat es nicht bejahet . Lucius Cornelius Europaeus , saget er in der Vorrede , ad Difputationcs de Confrontatione , beym PlacciuS , in Rhodianis , p . 43 . line is ( it Ga - fpar Seioppius , fiue quis alius ex genere Scriptoruni fatyricorum , in Monarchia quam dicit Solipforum Leoni Allatio dedicata , etc . her , de Scriptis Adefpotis , p . 95 . Ausgabe von 1686 , der weder die Muthmaßung des PelleruS . ( in Deckhers Ausgabe von >686 , steht pecler ) noch Tabors verwirft , tragt eine andere vor , die nicht den geringsten Grund hat . Er glaubet , daß Gabriel Bariacus Lermaus , ein Edel - mann aus Languedoc , der Urheber von der Monarchie der Solipforum seyn könne . Wir wollen zwo Stellen au« dem Arnauld anführen , von die eine unsere Ungewißheiten bestimmen , und die andere uns In . chofers Endzweck und den Sinn des Wortes Solipfi belehren wird . Es müßte , saget Arnauld Moral . Pra<^ique , Tom . III . p . 686 . die chia Solipforum Vom Seioppius seyn ; weil sie in Deutschland mit etli - ch«n Büchern gedruckt worden , die ungezweiselt von diesem Ver - fasser sind . Und unterdessen ist es gewiß , daß diese Monarchia rum , von einem deutschen Jesuiten , Namens Melchior Jnchoser ist : Und man weis , wo das Original von dem Briefe eines spanischen Je - suiten ist , der ihn gekannt , und sich sehr über ihn beklaget hat . Hier ist die andere Stelle , p . 86 . iTJftn weis zur Gnügc , daß es euer ( 5ha - racter ifi , Arnauld redet die Jesuiten an , mit Siftr Gutes xu thun , rvenn ihr es allein thut , nnv niemand Ven Ruhm mit euch thci - let . Und rvenn ihr aufrichtig seyd , so werdet ihr bekennen , vaß einer von euren Patern , der Urheber des Buches , Monarchia lipforum betitelt , euch recht gut gekannt Hat . Man sehe dieDisvu - tationen Gisberts Voetius , Vof . III . p . 685 . 686 .
Es ist 1699 ein erdichteter Brief , Jnnocentins des XII , an den Kai« fer herumgegangen , in welchem der Pabst die Gesellschaft der Jesuiten Monarchiam Monopanthorum nennet . Hierüber hat P . Papebroch diese Betrachtung gemacht : Forfitan qnafi nävoi * & rra foli omnia velint efle et aeftimari Iefuitae , fcilicet alludendo ad vetus fcomina fatirici cuiusdam commenti , quo fcriplit anonymus aliquis Monar . cbiam Sulipforum , veluti innuere volens , quod Societas foli fibi arro - gare nitatur omnia . Elucid . Hiftor . Adior . in Controuerfia Carnieli . tira , cap . X . p . 138 .
Innocentius der VIII wurde 1484 zum Pabste gemacht , er war von Genua , und hleß Johann Baptista Cibo . Man ist wegen des Ansehens , oder der Niedrigkeit seiner Familie , nicht einig ( A ) ; allein man gesteht , daß er in seiner Iu - gend an den Hos zu NeapoliS geschickt worden , und dem Könige AlphonsuS gedienet hat . Er ist nach diesem zu Rom einer von den Hausgenossen des Cardinals von Bononien gewesen , und mich deucht , daß ihm dieses nicht unnützlich gewesen , zum Bischof - thume von Savona zu gelangen Pabst Sixtus der IV , der viel Freundschaft gegen ihn hatte , hat ihm das Bischofthum st , und dann den Cardinalshut ertheilet . Eine von den ersten Thaten Innocentius des VIII , seit seiner Erhebung zum Pabst - thume , war , daß er sich mit den Großen des Königreichs , wider den Königen NeapoliS , Ferdinand , verband . Er ließ den Robert von Sanseverin nach Rom kommen , um ihm das Commando der Soldaten in dem Kriegszuge , wider diesen Monar - chen , zu geben ; wie er aber keine Ursache hatte , mit der Aufführung dieses Heerführers vergnügt zu seyn , so dankte er ihn ab , und machte mit Ferdinanden einen Frieden . Die Bedingungen dieses Vertrags waren , daß der König von NeapoliS den Auf - rührern verzeihen , und dem heil . Stuhle den Tribut bezahlen sollte , den er ihm schuldig war . Er thac aber beydeö nicht , und machte die Unternehmungen zu Wasser , welche der Pabst anstellte , Gcmigthuung^wegen dieses Bruchs , zu erlangen ( B ) . Hierauf dachte Innocentius der VIII nicht mehr an den Krieg , und befliß sich , die Gstadt Rom die Früchte des Friedens ge -
betreffend . ( S . die Zusätze der amsterd . Ausg . ) Der Urheber dieser Sa - tire giebt sich den Namen Lucius Cornelius Europaeus . Sie ist in Holland , 1648 , gedruckt worden , iuxta exemplar Venetum , wie der Titel lautet ; man hat den Schlüssel der versteckten Namen dazu gefü - gel . Die venetianische Ausgabe von 1651 giebt dieses Werk dem chior Jnchofer . Siehe Placcium , in Rhodianis , mim . 59 . p - 43 . stoph Peller , wenn er diese Muthmaßung anführet , saget auch in Poli . tico fcelerato impugnato , p . 9 . Ausgabe von 1665 , daß dieser deutsche Jesuit , nachdem er dieses Buch gemacht , nach Rom gegangen , und nicht wieder gekommen sey . Monarchia Solipforum quam perhibent fcri - pfiffe quempiam patrem ex Societate N . Inckhoferuin Germanum ,
Softea Romam profedhim nunquam reuerfum . Er bekriegt sich , in insehung dieser Reise nach Rom ; denn Jnchofer hatte Deutschland schon längst verlassen , da er diese Satire geschrieben . Er hat sie nicht eher geschrieben , als nach verschiedenen verdauten Vrrdrießlichkeiten in dem Orden , dessen Habit er vor drey und zwanzig Jahren in Rom an - genommen hatte . Diese Stelle des Pellerus ist Ursache gewesen , daß uns König , Biblioth . vet . et nona , p . 417 . zween Urheber für einen ge - geben hat . Er redet uns vom Melchior Jnchofer und vom Nico - - lausJnchoftr : er saget von dem ersten ein Theil . desjenigen , was Ale - gambe von ihm erzahlet , und dem andern giebt er die Monarchiam So . lipforum . Er führet den Christoph Peller an ; allein er läßt ihn mehr sagen , als er sollte ; daß nämlich dieses Stück 1648 gemacht wordene Pell er saget dieses nicht . Wenn König Acht daraufgehabt hätte , daß , wenn man den Taiifnamen eines Menschen nicht weis , man ein N . an die Stelle des Namens setzet , so würde er uns nicht nach dem Zeugnisse Christophs pellers einen falschen Nicolai , , Inckhofferus erdichtet haben . Er beobach - tet , daß andere dieses Werk dem Seioppius zueignen . Es ist gewiß , daß
schweifung , aber geizig , und hatte wenig Verstand ( E ) . Er ist im Heumonate , 1492 , 60 Jahre alt , gestorben . Er hatte von dem Sultan ein ansehnliches Geschenk erhalten ; ich will sagen , das Eisen von der Lanze , damit der Körper unsers Heilan - des durchstochen worden ( F ) . Man saget , daß die Überschrift des Kreuzes unter seinem Pabstchume zu Rom gefunden wor - den b . Man sehe in dem P . Gretser die Bemühungen , die man angewendet hat , auf die Einwurfe zu antworten , daß dieses erdichtet sey ( G ) .
a ) Man findet im Moreri , daß er eS vom Paulus dem Herhalten , b ) AUS dem Volaterran . Libr . XXII . p . m . 820 . u . f , 0 fer . Exam . Myfterii Plefläeani , p . 549 et vlt .
CA ) man ist wegen Ses Ansehens , oder der Niedrigkeit seiner Familie nicht einigt Wir werden unten in der Anmerkung ( E ) hen , daß er ein armer Junge gewesen . Onuphrius PanviniuS versichert eben dasselbe , in Comment . de Pontif . et Cardinal , und laßt ihn aus ei - „ er mittelmäßigen Familie , und von einem Arzte gebchren werden ; al - lein er redet in dem Leben Innocentius des VIII ganz anders davon : denn er kramet daselbst das Alterthum und den Adel des Hauses Ci - bo aus , und machet ihn zum Sohne Aronö Cibo , eines , wegen seiner KriegSthaten , berühmten genuesischen Edelmanns , Statthalters von Neapolis , unter den Königen , Renatus und Alphonsus , der dadurch be - rühmt ist , daß er das römische Rathsherrenamt rühmlich verwaltet hat . Siehe Spondan . Annal . Ecclefiaftic . ad ann . 1484 - num . 5 . p . m . 180 . Man muchmaßet , daß PanviniuS seine erste Erzählung verbessert , nach , dem er die vom Leonelli , Bischöfe von Concordia , gehaltene Leichenrede Innocentius des VIII , gelesen , welcher nicht vergessen hat , von dem Adel und den Bedienungen Arons Cibo zu reden . Es ist ein wenig seit - sam , daß ein so gelehrter Geschichtschreiber , als Panvinius , uberdieß ein Mönch , und welcher kurze Zeit nach diesem PabstegebIühet , daS Verdienst und die großen Aemter de« Vaters unsers Innocentius , nicht gewußt , und daß er ihn vielmehr unter dem falschen Namen eines gemeinen Arz - tes , als unter dem rühmlichen Titel eines edlen Genuesers , Statthalters von Neapolis und Rathöherrn zu Rom , bekannt gemacht hat . Es werden viele Leute glauben , daß er bey seiner Wiederrusung , weniger der Wahrheit , als den Begriffen des Predigers , gefolget ist , der die Leichen - rede dieses PabsteS gehalten hat , eine gewisse Gattung von Reden , die der Schmeichele» ) Thor und Thür eröffnet . Man mag davon denken , was man will ; allein man wird wohl thun / wenn man sich erinnert , daß die Hyperbole sehr oft angewendet worden , den ersten Stand derer t» erniedrigen , die zu den höchsten Wurden gestiegen sind . Siehe die An - merkung ( Ä ) , bey dem Artikel Touchet .
( . » . ) Ferdinand hat sie Unternehmungen M Wasser gemacht .
habe : er bemerket nur , daß die Abgeordneten des PabsteS unvemchteter
Sache zurückgekommen sind : Quorum neutrum Ferdinandus qnuin poftea miniine praeftaret , niifius Petrus Vincentinus camerae audi , tor audaciflimus , vna fimul cum lacobo Volaterrano Secretario Apo . ftolico ac cubiculario viro prudente ad res repetendas re infe & a re - vertit . Volaterraniis , Libr . XXII . p . 8 - , . Diese UnterlassunaSsimde zu heilen , will ich hier die Worte des Coeffeteau , Reponfe au Myftcre d'Iniquite , p . 1209 , anführen : Da Ferdinand den Vertrag nicht hielt , den er mit ihm gemacht hatte , so lies er den Tribut von ihm fordern , den er der Rirche schuldig war , und da Ferdi - nand hierüber seine Abgesandten sehr übel vergnügte : so hat er mit dem Banne wider ihn geblitzt . ihn ocs Königreichs tzet , und darin , den Rönig von Frankreich , für einen rechtmäßigen Erben erkläret , der die Rechte desRönige ? » vonSicilien . Rena - tus , «nd seines Bruders , des Grafen von Maine , hatte .
( 0 ) Ütv dachte nicht mehr an den Rrieg , und befliß sich , die Stadt Rom die Früchte des Friedens genießen ; u lasten . ] Man wird sehen , wie schwer es ist , die päbstliche Würde zu verwalten ; denn wenn man die Päbste tadelt , wenn . sie sich in die StaatSgeschäffte von Europa mischen , so tadelt man sie auch , wenn sie sich nicht darein gen , und man versichert , daß sie dem gemeinen Wesen unnützlich sind . Guieeiardin hat uns diesen Begriff vom Innocentius dem VIII gegeben . Es ist wahr , daß er etwas dazu gesehet hat , das den Tadel mildert ; er beobachtet , daß der Müßiggang , worein sich der Pabst gestürzt , diesen Bortheil hervorgebracht hat , daß man nichts von ihm befürchtet , welches Italien beunruhigen könnte . Man wird diese Sache mit einem Ein - fchlusse eines protestantischen Gottesgelehrten sehen . Guischardin be - schreibt Innocentius dem VIII m diesen Worten , daß sein Leben , da« in ander» Dingen dem gemeinen Besten unnüblich war , ( eine schone Eigenschaft eine» fadstes ! ) wenigstens darinnen nützlich gewesen , daß , da er die Waffen plötzlich liegen lassen , die er zu Anfange seines Pabstthumeö , auf Verhetzung verschiedener Baronen des Königreich» Neapolis , wider Ferdinanden , unglücklicher Weise ergriffen hatte , und dann seinen ganzen Sinn auf müßige Xvollüste gewendet , er weder ffit sich , noch für die seiniaen , den geringsten Gedanken auf eine Sacke hatte , welche die Ruhe Italien« hätte stören können . Rivet , Remar .
Ulli» HU } qtiej

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