Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12899

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Inchvfer .
den Possevin Apparat . Tom . I , und den Herrn Baillet setzen , der den Possevin zu diesem Fehler verleitet hat . Herr Baillet saget an zweenen Orten , des Zllyricus Buch sey ohne Namen herausgekommen ; ein neuer Jrrthum , weswegen er an der Beurtheilung seinen Antheil haben soll , die man dem Varillas gemacht hat : Jugemens Tom . I , igi ® . deram - sterdamcr Ausgabe in 4 . 172 . 5 und Tom . II , a ? 0 . In der ersten Stelle bekräftiget er am meisten , daß Jllvricus den Titel des Eisengreins gerau - bet habe , und der Herr de laMonnoye verbessert ihn nicht in seinen An - merkungen . Diesem ist indessen nicht unbekannt gewesen , daß sein Schrift , steller eine Censur verdiente ; denn er verweist ihm diesen Fehler in seiner Anmerkung über die andere Stelle , wo sich dieser Zrrthum nur einge , schlichen hat , da man Eisengrein vor dem Zllyricus gesetzet hat . Herr de la Monnoye verweist auf BaylenS Wörterbuch , und , ohne zu be - merken , daß Baple das Gegentheil bekräftiget , versichert er , daß die erste Ausgabe des Catalogus etc . die zu Basel MDLVI , und die dere , die zu Straßburg MDLXII gemacht worden , ohne Namen heraus - gekommen sind . Crit . Anmerk . Bibliotb . FrarnjoiC Tom . XXIX , Part . II , pag . 201 .
Ich habe eine Sache übergangen , die getadelt zu werden verdienet ; wir wollen darauf zurück kommen ; sie betrifft die Zuschrift an die Königinn Elisabeth . Varillas versichert pag . - zv . daß sie dieser prmzeßinn mehr Verdruß , als Ehre gemacht , und daß man in der - Historie der Gelehrten wenig Grempel von einer so rvonderlichen lieber - eilung finden wird , ob man ihn gleick außer dem beschuldiget , daß er nickt allezeit einer von denAllerhoflicklien gewesen . Die Cenmrienschreiber , welche diese Zueignunasschrifl unrer ; eichnee , l , aben diese der ganzen rvelt bekannte Sacke wissen müssen , daß Äisaberh , in Ansehung der L . ekre , eine Lalviniliinn gewesen , ob sie gleick in Ansehung der Rirckenzuckt eine - Lutheranerin» war . Unterdessen haben sie gleickwohl derselben Zusckrift , worinnen sie den Sckutz dieser Roniginn gejuckt , eine Sarire wider die Cal - ministen einverleibet . Sie haben ihnen vorgeworfen , daß sie , so viel an ihnen wäre , das Testament ^iesu Christi durck philosophi - scke Gründe unnüylick mackren ; die wesentlicke Gegenwart und die Gemeinsckaft de« Jleibes und Älures dieses gonlicken - Heilan - des , wider seine eignen , obgleick sehr klaren Worte verwürfen ; und diejenigen ; u verblenden rrackteren , welcke das Evangelium le - seit , in dem sie den natürlichen Sinn , einer LNenge an sick selbst si> klarer Stellen , die keiner Erlauterrmg bedürften , durck findige und weit her gesuckte Auslegungen verwirrten . Sie ha - den hierauf unumfioßlick in dem Terte dieses Bandes , und in de» zwölf folgenden bewiesen , daß die Rircke diese Gegenwart alle - zeit geglaubt hatte ; und ein >eder , ver sick die JTCube nehmen will , dieselbe zu lesen , wird so gleick bemerken , daß , obgleick dieienigen , die sie bezahlten , um zu arbeiten , gewünscht harren , daß sie mit weniger Aufmerksamkeit und mehr Mäßigung über diese terie sckrieben , damit sie der Vereinigung zwiscken den Sucher« - nern undZwinglianern . die damals von neuem unterhandelt wurde , keine Hinderniß inden weg legren , sie dennock so wenige Gefällig , feit gegen ihre Mecanarcn gehabt , daß sie keinen Puncc mit so vieler Starke , und Feuer abgehandelt hätten . Dieß sind lauter in dem Gehirne des Historienschreibers erdichtete Glossen . Er hat einer zufallt - gen Anmerkung Svondans diese Verbrämung aus seiner Erfindung bey - gefüget , und man ist sehr versichert , daß er ohne Wehrmann , und ohne daß er die Zuschrift , die er tadelt , gelesen , geredet hat . Es ist in der Auf - führung der Centurienschreiber weder eine UnHöflichkeit , noch ein Unver - stand . Sie haben noch nicht gewußt , worauf die Königinn von England bestehest würde , sie haben nur gewußt , daß sie an der Einführung einer
guten Religionsforme gearbeitet . Sie haben sie deswegen gelobt , sieh« - ben ihr deswegen Glück gewünschet , und sie nachdrücklich ermahnet , sich darauf zu befleißigen , wie es zur gänzlichen Abwendung der Uebel seyn müßte , welche die Sectirer des Antichrists verursachet hätten . Ad te igitur nunc , Regina potentiffima et fereniflima , conuertimur . Audi - mus enim , te poft accepta Regia fceptra , etiam de praecipuo fine ac jnunere tui officii , ( bcietatis ac vitae totiiis omnium fubditorum rum cogitare . Itaque non tantum laetis acclamationibn» Regiae tuae dignitati gratulamur : fed toto etiam pedtore patrem Domini noftri IESV CHRISTI inuocamus , ac ro'gamus , vt - - - Sed quia non fätis eft bene coepifle , hortamur etiam te , illuftriflima ac tiffima Regina , vt totis viribus in id opus incumbas , vt Religio pura , integra , inuiolata in toto regno tuo inftaiiretur , Omnibus Antichrifti crudelitatibus , vulneribus , peftibus , ac carcinomatis redVe curatis , at - que fublatis . Debes enim hunc honorem Deo conditori ac redem - tori tuo , debes tibi ipfi , debes fubditis tuis . Epift . Dedicat . pag . 8 . Es war billig , daß die Gottesgelehrten von dem augspurgischen Glau , benSbekenntnisse , eine kleine Erinnerung wegen der Lehre von der lichen Gegenwart beifügten . Dieses haben sie p . 9 . also gethan . Illud vero etiam non praetereundum eft , cum iam variae paffim graflentur quafi faftiones opinionum , inter quas aliqui etiam teftamentum Domini plane philofophicis rationibus ita euacuant , vt corpus et fanguinem Chrifti , quod ad praefentiam et communicationem , iuxta clariffima , euidentillima , veraciffima et potentiffima verba ipfius CHRISTI , prorfus remoueant , miraque verborum perplexitate fiicum faciant ; in primis videndum tibi eft , vt et articuli fidei fine pharifaico fer - mento , et Sarramenta aChriftoinftituta citra omnem adulterationem inftaurentur ; id quod te fadturain efie , omnes pii fperant , fummis - que votis a te contendunt . Wenn VarillaS voraussehet , sie hatten al» eine weltbekannte Sacke wissen müssen , daß Elisabeth in Anse - hung der L . ehrc eine Calvinissinn gewesen , so zeiget er seine Unwis , senheit : er betrachtet nicht , daß sie ihre Zuschrift zu einer Zeit geschrieben haben , da sie noch nicht gewiß wußten , auf was für einen Fuß die Reli - gion in England gesetzet werden würde . Ich weis wohl , daß ihr Band die Jahrzahl 1560 führet , und daß die Glaubensverbesserung der Elisa - beth 1559 eingeführet worden ; allein wo sind die Leute , welche nicht wis - sen , daß die Buchhändler das folgende Jahr auf die Bücher setzen , die sie gegen das Ende des Augusts verkaufen . Ich glaube also , daß die Zu - schrift , die keine Jahrzahl hat , >559 an den Buchhändler zu Basel , Opo - rin , geschickt worden , und zwar zuvor , ehe man noch die Kirchenverord - nungen der Königinn Elisabeth in Deutschland erfahren hatte : und al - lenfalls , hat es zu dieser Zeit nicht erhellen können , daß sich diese Könl , ginn in Ansehung der Realität erkläret hatte . Man lese diese Worte Burnets , Hift . de la Reform , d'Angleterre , Tom . II , Livr . III , p . 919 . bolländ . Ausgabe von >5 ; 9 . „ Man hat protestantische Gottesgelehrten „ ernennt , Eduards Liturgie zu übersehen . Die einzige wichtige Verän , „ derung , die sie darinnen gemacht , ist in dem Artikel vom Nachtmahle , , gewesen . Die Absicht war , ein Formular für die Communion anfzuse - „ tzen , davon die Ausdrückungen so ausgesucht gewesen , daß man , bey ver - „ miedener Verdammung der körperlichen Gegenwart , alle Engländer in „ eine einzige und eben dieselbe Kirche vereiniget , da die meisten Leute von „ dieser Lehre eingenommen waren . Also hat die Königinn den GotteS - „ gelehrten aufgetragen , nichts zu sagen , das sie ausdrücklich verdammte« „ sondern dieselbe , als eine speculativische Meynung unentschieden zu las - „ sen , welche ein jeder anzunehmen oder zu verwerfen Freyheit hätte . Zu „ diesem Ende hat man aus Eduards Liturgie die Rubrik weggelassen , „ welche erklärte , in welcher Absicht die englische Kirche verordnete ü . s . w . , . Siehe pag . 954 .
^nchofer ( Melchior ) ein deutscher Jesuit zu Wien 1584 gebohrdn , gieng 1607 zu Rom in die Gesellschaft . Er hatte sich bereits in der RectMgelehrsamkeit hervor gethan . Er lehrte lange Zeit zu Meßina die Weltweiöheit , die Mathe - matik und Gottesgelahrtheir , und gab daselbst 1630 ein Buch heraus , das ihm Handel zuzog ( A ) . Er war genöthiget , nach Rom zu gehen , um auf die Klagen zu antworten , die man bey der Versammlung der verbothenen Bücher wider ihn bracht harte . Seine Richter waren mit denen Gründen sehr vergnügt , die er zu seiner Rechtfertigung anführte , und legten ihm nur auf , den Titel des Buches zu ändern , und einige Dinge weitläuftiger ^u erklären . Diesem ist er in einer andern Aus - gäbe nachgekommen . Er hat viele Jahre zu Rom zugebracht , und ist endlich in Mayland den 28 des Herbstmonats , 1648 , storben Außer denen Werken , die man von ihm hat ( B ) , welche bezeugen , daß er viel Wissenschaft gehabt , hat er zu an - der» Vorbereitungen gemacht h , welche den großen Umfang seiner Gelehrsamkeit gezeigt Haben würden , wenn ihn der Tod an der Vollendung nicht gehindert hätte . Man halt ihn für den Urheber einer Sartre wider die Jesuiten , Monarchia Solipfo - rora betitelt ( C ) . Er ist nicht vergnügt mit ihnen gewesen f .
a ) Aus Nathanael SotuelS , Bibl . Script . Soc . lefu , pag . 608 . b ) Siehe den Titel davon beym Sotuel ebendas . c ) Diese Worte der Vorrede bezeugen eS : Illud conftat nili inter folipfos rubiginaflet , et copia et lplendore inter fummates litterarum viros fuifie radiaturum .
( A ) Sr hat ein £ucb herausgegeben , das ihm - Handel 5uge ; ogen . Z Der Titel davon heißt : Epiftolae B . Mariae Virgims ad Meflanenfes Veritas vindicata , in folio . Nachdem die Cougregatwn der verbothenen Bücher die Gründe des P . JnchoferS gehört : so hat sie ihm erlaubr , das Werk unter diesem Titel wieder drucken zu lassen : Come & atio ad fcpi - ftolam beatiflimae Mariae virginis ad Meflanenfes . Diese andere gabe ist zu Viterbo 1633 gemacht worden . Er hat Erlaubnis erhalten , weg zu lassen und dazu zu sehen , was er gut finden wurde . 8 . Congre - gatio non folum perinifit eidem dictum opus de nouo edere , mutato tarnen iuftis de caufis titulo in himc modum , Cuniectatio etc . et qui - busdam magis explicatis . . . fed etiam denaendi et addendi , Ii quae viderentur , liberam et amplam facultatem permifit . N'ath . Sotuel , Bibl . Scriptor . Soc . Iefu , pag . 608 . Dieß will sagen , daß , in >0 fer« man nicht auf eine entscheidende Art bejahe , daß die Jungfer Maria den Brief an die Einwohner zu Meßina geschrieben hätte , den man unter ihrem Namen herum gehen lassen , eS erlaubr sey , lolches zu glauben , und es an , dere zu überreden . Placcius de Pfeudonymls Io . Rhodii , num . 59 . p . 44 . beobachtet , daß BaroniuS »nd TheophiluS Raynaud , in Ansehung dieses Briefes , nicht JnchoferS Meynung sind . Ich widerstr . - ite ibm nichts , was den Baronius betrifft : denn obgleich dieser Jahrbuchsthreiber nicht namentlich von dem vorgegebenen Briefe redet , dm die Meßinenler erhalt ren ; so saget er doch überhaupt , daß alle die Briefe , welche man von der Jungfer Maria an einige Städte geschrieben zu seyn vorgiebt . für apokry - phisch gehalten werden müssen : Traduntur et aliae ab ipfa ad alias fcriptae eiuitates , quas cunc\as , cum careant Eccleßae autoritäre , nonnili in
apocryphorum claflcm reiiciendas e ( Te omnes fädle iudicabunt Baron , ad ann . 48 . num . %$ . Allein was den Theophilus Raynaud betrifft , so hätte er über diese Materie nicht angeführet werden sollen ; weil er nur von dem Briese des h . Ignatius redet , den die Jungfer Maria an den heil . Ignatius geschrieben haben soll , und von den erdichteten Antworten . Raynaudus , de malis et bonis Libris num . 23 ; . p . m . 148 . PlaeeiuS führet den Rivetus , in Critico Sacro Libr . II , cap . primi , nicht licher an , welcher , ohne des Briefe« von Meßina zu gedenken , nur das - jenige verwirft , was man von dem Briefwechsel der Jungfer Maria mit dem h . Ignatius saget .
( B ) T>ie UOerke , die man von ihm Ich will nicht len , was seinen Band über den erdichteten Brief der Jungfrau Maria an die Meßinenfer betrifft . Seine andern Schriften sind : Traftatu» Syllepticus in quo quid de terrae folisque motu velftationefecundura facram Scripturam et SS . Patres fentiendum , quaue certitudine alter , vtra fententia tenenda fit , oftenditur , zu Rom , >üz ? , in 4 . De facra Latinitate , hoc eft de variis Linguae Latinae myfteriis , ex origine , progreiTu , fine , caeteraque inftituti fni ratione ad Euangelii praedi - cationem , Latinae Ecclefiae exaltationem , Romanique Imperii inaie - ftatem fpeftantibus , zu Meßina , 163j , in 4 . und zu München , >Sz8 , in8 . Hiftoria trium Magorum , zu Rom , 1639 . Annalium Ecclefiafticorum Regni Hungariae Tom . I , z» Rom , 1644 , in Folio . Die Leichenrede des Nicolas Richsrdi , eines Dominicaners , Hofmeister« des heil . PallasteS . Er hat einige Bücher herausgegeben , wo er seinen Namen nicht vor - gesetzet hat . Alia quacdara ipfius prodiemnt fub alienis noini -

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