Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12873

890 Jlly
„ Horimnge 1566 gestorben ( t ) , »nd Pamelius , der mit ihm zu gleicher „ Zeit gelebt , - - - derselben nicht gedenken . „ Du pevrar wieder - holet eben dasselbepag . 62z . Ich behaupte , saget er , weil ] '«nÖet und Pamelius , welche sehr neugierig gewesen , allerhand SLituv - gien aufzusuchen , diese niemals gesehen haben , Sa sie doch bey selben Lebenszeit acht oder neun Jahre vor be / dcr Tode ( ch ) ge - druckt worden , und da man sie auch heuriges Tages kaum in Frankreich und Deutschland findet , daß sie die Lutheraner und Calvmistcn dem Vulcanus aufgeopfert baben , so bald sie das Licht gesehen hat ; um den Ratholiken die Erkennrniß Oerselben zu entziehen und sie zu verhindern , sich derselben wider sie als eines scharfschneidenden Messers zu bedienen , das aus ihrem Rrame und ihren - Händen gekommen , um ihnen die Rehle abzu - schneiden , und ihre blinde - Halsstarrigkeit rvider die alte und wahrhafte Lehre der katholischen , apostolischen und r . mischen Rirche zu vertheidigen . Nun wollen wir sehen , ob Cassanders Still - schweigen etwas beweist .
( t ) Die vom Wilhelm Gualterus . aus der Stadt Gent , gemachte Grabschrift Cassanders , welche in die Kirche des heil . Franciscus von Poh - len geseht worden , beglaubiget es : sie findet sich vor Cassanders Li - turgien .
( 4 ) Dieß ist in Absicht auf den Pamelius falsch , der im Herbstmo - nate i ; «7 in seinem 52 Jahre gestorben ist . Sein Buch von den Li cur - aicn ist 1571 gedruckt worden . Siehe Valerius Andreas Biblioth . Belg . pag . 4 - 5 ,
Colomies , der den Cardinal Bona widerleget hat , hätte wissen sollen , daß dieser Cardinal vom Du peyrat betrogen worden . A»v hätte der Tadel zuerst gegen den Du peyrat gerichtet seyn sollen . Dem sey , wie ihm wolle , hier sind des Colomies Worte 14 S . der Bibl . Choilie . „ Der „ Cardinal Bona hat sich betrogen , da er glaubet , daß Cassander niemals , , die durch den Jllyricus herausgegebenen Meßordnungen gesehen hätte : , , außer daß sich in einer Sammlung Cassanders von alten Gebethen , ei - „ nige finden , die auch in des Jllyricus Meßbuche sind ; so redet Fran - „ ciscus Balduin , der berühmte Rechtskundige davon , wenn er an den „ Cassander , von Frankfurt >557 schreibt , das ist in eben demselben Iah - „ re , da dieses Meßbuch gedruckt worden : Francofordiam reuerfus re .
per» Illyrici ad me litteras cum libello de Miflä ad Palatinum no - „ ftmm . „ C Cr versteht den Chursürsten von der Pfalz Otto , welchem dieses Buch zugeschrieben ist . ) „ Rogat ille meum iudicium de fuisMif - „ fae antiquitatibus . Ego id ad te nunc refero , et libellum ipfum „ mitto , de quo quid fentire debeamus famiüariter nos moneas , vt „ de qua re tarn nnilü multa confufe balbutiunt , refte et diftincie re - „ fpondere aliquando poflimus . , , Ich habe noch einen starkern Grund , als diesen , zu beweisen , daß des Jllyricus Meßbuch durch Cassanders Hände gegangen ist ; und was das merkwürdigste dabey ist , so bielhet mir Du pevrat selbst diesen Grund dar . Die Worte von der 62zS . beiehren mich , daß er dieser Messe zu Ende eines Buches gedenket , wel . ches >561 gedruckt und so betitelt ist : De officio pn ac publicae tran - quillitatis vere amantis viri etc . Hier sind sie : ich habe sie von etlichen Druckfehlern gebessert : Ad calcem libelli de officio pii ac publicae Iranquillitatis vere amantis viri , in hoc Religionis diflidio typis ex - cufi , anno 1561 referuntur doctorum aliquot ac piorum virorum Ii . bri , ex quibus videri poteft , quam non fit difficilis controuerfianim inReligione conciliatio , fi controuertendi ftudium vitetur , inter quos fit inentio eiusmodi Miflae his verbis , Mifla Latina vetus , quae ante <700 anrios in vfu fuit inEcclefia Gallicana , et Germanica . Argentorati , apud Chrift . Mylium 15 57 . Nun ist es gewiß , daß Cassander dieses Buch ge - macbt hat . WennDupc^rat dieses gewußt hätte , so würde er nicht versichert haben , daß dieser Scribent des Flacius Meßbuch niemals gesehen hätte . Man sieht hieraus , daß er sich in demjenigen , was den Ca> , ander betrifft , «ines sehr schlechten Grundes zum Beweise bedienet , nämlich daß die Exemplarien dieses Meßbuches sehr selten geworden wären . Allein end - ( id ) , wird man sagen . ist es doch gewiß , daß sie es geworden , und daß Cassander dieses Missals in seinem Buche von den Liturgien nicht geden - ket . Was den letzten Punct betrifft , so antworte ich , daß vielleicht der Druck dieses Werkes Cassanders fertig gewesen , als der Verfasser des Jl - lyricus Buch erhalten hat . Die Bibliothek des Valerius Andreas be - merket , daß dieses Buch Cassanders i ; ; z gedruckt worden : es hindert nichts , daß es der Titel nicht enthalt , da das Buch seil dem Herbste des Jahres zu verkaufen gewesen , zu einer Zeit , da Cassander das Buch wohl noch nicht erhalten haben konnte , welches Jllyricus 1557 herausgc - geben hatte . Wegen deS andern Puncts will ich nur sagen , daß ver , schiedene Werke des Jllyricus eben so selten zu finden sind , als die galli - canische Messe , und gleichwohl hat niemand an derselben Unterdrückung gearbeitete Es giebt viel andere Ursachen von der Seltenheit eines Du - ches , als die Sorgfalt , alle Exemplarien , die man bekommen kann , ins Feuer zu werfen .
( E ) Ich will von denen Nachrichten reden , die er gesammlet hat , seinen Catalogun , teftium veritatis zusammen zu tragen , ] Das schlimmste ist , daß man ihm Schuld giebt , er habe Manu , cripte gesteh - len . Wir wollen sehen , was Melchior Adam , in VitisTheol . pag . 475 . erzählet , wo er den Keckermann , in Method . Hiftor . anführet . Tertium locuin facile obtinet Martyrologium illud , quod hac occafione compila - tum ferunt . Contexuit abbas Iobannes Tritbemius catalogum aufto - rum . Hunc cum vidiflet Flacius , temperare fibi non potuit , quin dit fimulata perfona et habitu , aliquot in Germania monafteriorum bi - bliothecas perluftraret : quos commode poflet hifforicos clam aufer - ret : atque ifto adminiculo librum , qui Catalogus teßium veritatis in - digitatur , confcriberet . Die katholischen Scribenten haben nicht er - mangelt , sich diese Anmerkung zu Nutze zu machen . Egregium fcilicet opus , dieß ist SpondanuS , der da redet , aufs 1560 Jahr , Num . 52 . nach - dem eres erzählet und den Melchior Adam angezogen hat , quod ex fnrto et facrilegio impii transfugae' confedhim eft , vt mirum videri non debeat , fi tot mendaeiis et falfiloquiis feateat a patre omnis ne - quitiae et immunditiae erudVatis . Er bekriegt sich , da er den Melchior Adam einen Lutheraner nennet . Man sehe p . wo . von den kleinen ken des Colomies , was man vom Lindenbroch saget . Allein im Grunde heißt dieses sich übereilen , wenn man daraus , daß ein Mensch Manu» ftripte stiehlt , schließt , daß er sie nach diesem verfälsche , und endlich mit tausend Veränderungen heraus aebe . Spondanus ist wegen einer foL * che» Folgerung nicht wohl gegründet . Er bekriegt sich außer diesem .
wenn er voraussetzet , es habe Jllyricus seinen Catalogum teftium tis nur herausgegeben , um ihn dem Buche Wilhelms iLisengreinius entgegen zu setzen ; dieß ist gleich das Gegenspiel : «Lisengreinius hat seinen Catalogum teftium veritatis des Jllyricus seinem entgegen gese - het . Dieses erhellet aus den Jahrzahlen des Druckes . Des Jllyricus Verzeichniß , zu Basel >556 gedruckt , ist 15Ö2 zu Straßburg wieder ge - druckt worden . EisengreinS seines wurde 156 ; zu Dillingen gedrucket . Dieses wirft folgende Stelle Spondans aufs >560 Jahr , pag . m . 602 . übern Haufen . Nec vero tain illud aemulatione Trithemii , cuius opus omnino diuerfum eft , fuum concinnafie putamus ; quam turpio - ri flagitio ad obfeuranduni illud , quod Guile / nius Eijingrenius itidem Germanus Catholicus , ediderat eodem titulo Catalogi Teßium tis , quo Patrum et Ecclefiafticorum omnium , qui ad eam vfque dietn haerefes expugnauerant , non paruo labore teftimonia pro veritate fidei Catholicae protulerat . I11 cuius inuidiam , fimul et vt fueum fa - ceret imperitis , Flacius commentarium fuum eodem titulo edidit , fed absque nomine auctoris , ( dieß ist falsch , sieh ? unten die Anführung in der Anmerkung ( I ) gegen die Mitten . ) fabulis et mendaeiis refertum . Possevin irnAppar . Sacr . Tom . I , und andere hin und wieder , wie Baillet in seinen Anfuhrungen saget , versichern ebendasselbe . Er selbst versichert es auch . Jugemens des Savans Tom . I , pag . 537 , 538 . Man merke , daß dieses Werk des Jllyricus durch Simon Goulart von SenliS , in den Ausgaben von >597 , und von , 6v8 sehr vermehrt worden .
Allein man beklaget sich mit Recht , ( Siehe Io . Alb . Fabric . in I ) ee . Decadum num . 96 . ) daß , da man sich die Freyheit genommen , die Ein - richrung davon zu ändern , dazu zu setzen , und weg zulassen , was man ge - wollt , man durch kein Merkmaal dasjenige zu erkennen gegeben hat , was von ihm ist , und was 5em Jllyricus zugehört . Dieses hät vielleicht einen Lutheraner vermocht , eine neue Ausgabe des Catalogi teftium ritatis zu verschaffen , die des Jllyricus seiner ganz ähnlich ist ; außer daß er zu Anfange das Gute und Böse dazu gefüget , welches die Gelehrten davon gesaget haben . Diese neue Ausgabe ist zu Frankfurt , >666 , in 4 . ohne den Namen Johann Conrads Dietericus erschienen , der sie verschafft hat : allein sie ist mit seinem Namen in der Ausgabe von >672 erschie - nen . Wir wollen beobachten , daß Melchior Adam den Schriftsteller , den er anführet , nicht recht gut abkürzet , und ich habe im Keckermann einen Umstand gefunden , den derjenige , der ihn angeführet hat , nicht hätte unterdrucken sollen . Er besteht darinnen , daß unser Jllyricus , da er durch Johann Trithems Werk erfahren , daß viele Schriftsteller , die in den Finsternissen des PabstthumS gelebt , dennoch das Verderben des - selben angezeiget hatten , sich vorgenommen , die Sorgfalt zu vernichten , mir welcher man die Bücher dieser Schriftsteller verborgen hielt . Wir wollen seine eigenen Worte sehen : Caeterum quod attinet ad infidio - fos occultatores Hiftoriarum , certum eft in Bibliotheca Vaticana , et aliis Bibliothecis Italiae , imprimis autem in Bibliothecis rum , clam fertiari multos Hiftoricos fuperiorum feculorum , qui de fraudibus Pontificum>deque abufibus Ecclefiae Romanae , et contra , de conferuatione verae doftrinae , etiam fub mediis tenebris Papatus feripferunt : id quod manifefte patet ex Catalogo autorum , edito ab Abbate lohanne Trithemio , qui iftos autores ex Bibliothecis ante annos paulo plus centum collegit ; quem Catalogum cum vidiflet thias Flacius , temperare fibi non potuit , quin diffimulata perfona , et habitu aliquot in Germania MonafteriorumBibliothecas perluftraret , artemque arte eluferit , quos commode poflet Hiftoricos clam aufer - ret , atque adeo eximium iftum librum , qui dicitur Catalogus teßium veritatis , ifto adminiculo confcriberet . Keckerm . de Natura et P10 - prietate Hiftor . in Audlar . cap . I , p . m . 151 .
( F ) Man giebt vor , daß er seinen Namen manchmal »erste - cket bat . ] Man saget , daß Achilles Gassarus , der ein Werk des Ottsri , dus , eines Mönchs zu Weißenburg , welcher im IX Jahrhunderte gelebt , herausgegeben hat , kein anderer , als der Flacius Jllyricus gewesen ist . Das Werk dieses Mönchs ist eine Uebereinstimmung der vier Evange - listen in deutschen Versen : es ist den Erzbischösen von Mainz Solomon »nd Luiberten , und Ludwigen , Könige vom Üstfrankenlande zugeschrieben . Siehe Atta Erud . Lipf . 1691 , p . 195 . in dem Auszuge eines Buches des Usserius , Hiftoria dogmatica Controuerfiae de Scripturis et Sacris ver - naculis betitelt . Wharton , der ( ebendas , ) vorgiebt . daß es Jllyricus unter dem Namen des Achilles Gassarus herausgegeben habe , wird mir es nicht übel nehmen , wenn ich allen meinen Lesern melde , daß im XVI Jahrhunderte ein deutscher Arzt , Namens Achilles Gassarus gelebt , der bereits Bücher herausgegeben hat , ehe noch Jllyricus aus den untersten Classen gekommen war . Sein Epitome Chronicorum mundi , ist zu Basel i ; z - , gedruckt worden . Siehe Gesners Bibliothek .
( G ) Moreri bat sehr Unrecht gcthan . daß er ihn in den staben T , unter Trankowir ; verwiesen . ^ Teißier ist durch dieseWor , te , pag . 471 . seines I Bandes Ursache daran qerocjcn . Der Name des Matthias Flacius war Trankowiy . Er führet Verheidens Effigies an : allein VerHeiden jaget dieses nicht . Wir wollen sehen , was der müh - same Colomies , Bibl . Choifie , pag . 15 . über diese Materie entdecket hat . »Zum Beschlüsse wollen wir hier den wahrhaften Namen des Jllyricus „ beyfügen , welcher Francowitz ist , wie Buchholzer der Sohn , denselben „ auf der 8z>S . feiner Chronologie , oder vielmehr in der Fortsetzung der Chro - „ nologie seines Vaters entdeckt , zu Görlitz 1599 gedruckt . Verum et „ integrum , foget et , Flacii nomen ego ex certis authoribus cognoiii „ efletale : Matthias Francowitzius , cognomento Flacius , gente Illyri - „ cus , patria Albonenfis . , , König , Bibl . vet . et noua , pag . 306 . nennet ihn auch Francowitzius ; allein Quenstädt , de Patriis illuftr . pag . 262 . nennet ihn Trancowitzium .
( H ) Spondanus hat einen großen Schnitzer gemacht , wenn er von den magdeburgischen Centurien redet . ] Er saget , daß man angefangen habe , sie 1560 heraus zugeben , und daß der vierte Band zu - erst erschienen sey . Lpondan . aufs i ; f>o Jahr , Num . z> . p . 601 . Dieß ist höchst falsch : denn die drey ersten Centnrien sind vor der vierten ge - druckt worden . Das Verzeichniß der Bibliothek von Frankfurt , welches Becniann 1 * 04 herausgegeben , ( Siehe Caspar Sagittars , Introdu<ä . in Hiftor . Ecdef p . 279 . ) bemerket bey den dreyen ersten Centurien das 1559 , und bey der vierten das 1560 Jahr . Draudius . ( ebendas . ) setzet die Ausgabe der dreyen ersten auch ins >559 Jahr Sagittarius let , daß sein Exemplar bey den ersten dreyen Centurien das 1562 bewer - ke , bey der vierten das 1560 , bey der fünften und sechsten das 1562 , bey der siebenten und achten das <564 , bey der neunten das 1565 , bey der
zehnten

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