Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12851

888 Johanna . Jcnischius . Ignatius . Illyricns .
«bend . ft'lhret den Pelbartti , de Temeswar de Sanöis Serm . XXX . an . daß Jesus Christus dm heil . Johanne« dreymal vom Heirathen abgeweni
Auf diese Schwierigkeit zu antworten , sagen sie unter andern Dingen , det . In zwoen Vorreden über das Evangelium dieses Apostels hat
daß sich die göttliche Vorsehung dieser Erlassung gebrauchtem die Jung - man nur gesagt , daß ihm Christus die Heirathsgedauken benommen habe ,
ferschast des H . Johannes auf einen hohen Werth zu setzen , angesehen sie Diese zwo Vorreden , quas coniunflas exhibet quarta pars Gloilae in
dadurch der Jungfrau Maria ihrer vollkommen ähnlich geworden , wel - Biblia ordinariae , ( Thora . ebend . pag . 516 ) werden , die eine dem heil ,
che , da sie zur Ehe versprochen gewesen , geheiliget worden , welche eines Hieronymus , und die andre dem heil . Augustin , fälschlich beigelegt . Wie
von den sieben Sacramenren ist . Quin ergo potius ita cogiteuuis , de - niemals keine kühnere Scribenken gewesen , als diejenigen , welche daS . Le»
cuifle , vt eodem virginitatis gradu collocaretur Apoftolus , quo Virgo ben der Heiligen aufgesetzt haben , so haben sie auch viel entscheidender ,
mater , quae ipfi erat a Chrifto morituro commendanda ? Quid , quod als die Urheber dieser beyden Vorreden seyn wollen : und dieserwegen
ita demiim cotifecrari virginitas cenfenda eft , fi cum ceremonia ma - haben sie eine Zeit und eine« ? Ort vorausgesetzt , nämlich , die Hochzeit zu
trimoniali coniungatur ? Neque enim virginitas , fed coniugium eft Cana , wo Christus diesen Jünger von dem ehlichen Bande entbunden
in nuinero Sacramentorum . Ebetib . und Franc . Maro , Serm . de San - hat . Thomasius streitet wider die Jungferschaft dieses Apostels nicht im
öis , pag . 30 . Wir müssen nicht vergessen , zu sagen , daß Baronius und geringsten ; sie ist auf eine ziemlich gute Tradition gegründet , die durch
Molanus die Traditionen der Legendenschreiber verwerfen . Thomasius den h . Hieronymus , den h . Augustin , den h . Epiphanius u . a . m . bezeuger
führet ihre Worte aus den oben angezogenen Stellen an , und saget mit worden : allein Baronius führet den heil . Ignatius unrecht an , welcher
ziemlicher Wahrscheinlichkeit , daß des Abdias Buch die erste Quelle die - nur von dem H . Johannes dem Täufer redet . Siehe den Beweis davon ,
ser zwey schönen Mährchen gewesen . Dieser falsche Abdias versichert , beym Thomasius , ebend . ? z>8>
Imune , Königinn von Neapolis . Siehe Neapolio .
) mischiu6 ( Paul ) gebohren zu Antwerpen den 17 des Brachmonats , 558 , und gestorben zu Stutgard den »8 des Christmonats 1647 . Er war gelehrt , und verstund viel Sprachen . Sein Buch , Thefaurus animarum betitelt , hat ihn einer verdrüßlichen Verfolgung ausgesetzt ; er ist verbannt worden , und seine Verbannung hat über fünfzig Jahre gedauert . Er hat sie sehr gelassen ertragen , und bis in das letzte Jahr seines Lebens eine sehr gute Gesundheit genossen , indem er aut aß , und gut schlief " , und sich mit der Musik , die er vollkommen verstund , und mit der heil . Schrift und der Mechanik beschäftigte . Ei - hat neunzehn Kinder gehabt , davon nur noch viere übrig waren , da er starb . Seine Gesundheit wurde in dem letzten Iah - re seines Lebens hart angegriffen , und er verschied unter sehr empfindlichen Schmerzen b . Er ist den Bibliothekschreiberit der Niederlande unbekannt gewesen .
d ) Perpetua animi tranquillitate et corporis valetudine firma , cum orexi , et fuaui fomno vfus . Io . Valept , Andreas , Epift . CXC f ) Aus dem CXC Br . des Joh . Valentin Andreas .
der Stifter der Jesuiten . Siehe Loyola .
Illyricus ( Matthias Flacius ) einer von den allergelehrtesten GotteSgelahrten des augspurgischen Glaubensbekenntnis - ses war zuAlbona mJstrien " , den z Marz 1520 gebohren . Er studierte die schönen Wissenschaften zu Venedig unter dem EanatiuS ; und , da er in dem Alter von siebenzehn Jahren , eine starke Neigung gegen das theologische Studium bey sich pfand , so entschloß er sich , ein Mönch zu w . 'rden , weil er die Mittel nicht hatte , sich auf Universitäten zu erhalten , und also das einzige Mittel , seiner Neigung eine Gnüge zu thun , das Studieren in einem Kloster war . Er eröffnete sein Vorhaben einem Provinzial der Franciscanerbarfüßer , einem Anverwandten feiner Mutter ; allein dieser Provinzial , der bereits nach dem Scheiterhaufen roch ( A ) , riech ihm , nach Deutschland zu gehen , und sich in kein Kloster einzuschließen . Flacius folgte diesem Rathe , und kam izzyzu Basel an ( B ) . Nachdem er sich einige Monate daselbst aufgehalten , begab er sich nach Tübingen , von da er 1541 nach Wittenberg gieng , und daselbst Luthers und Melanchrhons Schüler wurde . Er erhielt sich mir unterweisen im Griechischen und Hebräischen . Nachdem er dem Pomeranuö , und dann Luthern die Versuchungen eröffnet , die ihn wegen der Sünde , wegen des Zorns Gottes , und der Gnadenwahl marterten , so stellte man deswegen öffentliche Gebethe für ihn an , und theilte ibm die Tröstungen der heil . Schrift mit , so daß dieses vorüber gieng . Er erhielt vom Melanchthon tausend Merk - maale der Gütigkeit und Freygebigkeit . Man fand eine Frau für ihn , und gab ihm 1544 eine öffentliche Bedienung bey der Akademie daselbst ' . Nachdem der Krieg die Schulen in Sachsen zerstreuet hatte , so gieng er von da nach Braunschweig , wo er sich durch seine Vorlesungen viel Ruhm erwarb . Er gieng 1547 wieder nach Wittenberg zur Antretung seiner ersten dienung , und widersetzte sich kurz hernach mit großer Gewalt dem Interim , und allen Gelindigkeiten . die Melanchthon an - riech : und endlich , damit er desto mehr Freyheit haben wollte , wider das Pabstthum loszuziehen , so begab er sich' nach burg , welches damals in der Reichsacht irw . Er gab daselbst verschiedene Bucher heraus ; allein die wichtigste von seinen Arbeiten ist ohne Zweifel diejenige Kirchenhistorie gewesen , welche die Centurien von Magdeburg genennet worden , wobey er die Hauptaufsicht gehabt . Er nahm das Amt an , das ihm auf der neuen Akademie zu Jena 1557 angetragen wurde , und lehr - te dajelbst fünf " fahre ; worauf er , weil er sich mit dem Victorin Strigelius , seinem Amtögenosien , nicht vergleichen konnte ( C ) , nach Regenspurg gieng , wo er eine Menge Bücher herauszugeben fortfuhr . Man berief ihn 1567 nebst andern nach Brabant , um daselbst die Kirchen nach dem augspurgischen Glaubensbekenntnisse einzurichten : allein die Verfolgung zerstreute alle diese Kirchen bald hernach , so daß er nach Straßburg und dann nach Frankfurt gieng ; wo er einen großen Verfall seines Ruhms empfand , weil er von allen seinen Anhängern aus der Ursache verlassen wurde , daß man ihn des Manichaismus beschuldigte : unter dem Vorwande . daß er lehre , es sey die Sünde kein zufalliges Ding , sondern das Wesen unsrer Seele selbst K Er ist zu Frankfurt den 11 März 1575 gestorben e . Er ist ein Mann gewesen , der vortreffliche Gaben hatte , einen weitläuftigen stand , viel Wissenschaft , und einen großen Eifer wider das Pabstthum ; allein sein unruhiges , heftiges , zanksüchtiges Gemüth verderbte alle seine guten Eigenschaften , und verursachte tausend Unordnungen in der protestantischen Kirche . Er machte keine Schwierigkeit , zu sagen , daß man die Prinzen durch die Furcht der Empörungen in Ehrfurcht halten müsse f . Man hat nicht Ursache gehabt , seinen Tod zu bedauren ; denn die von Rechtswegen allezeit ärgerlichen Trennungen , waren damals wegen der Vortheile , welche das Pabstthum daraus zog , um der anfangenden Glaubensverbesserung Tort zu thun , viel gefährlicher , als zu andrer Zeit . Einige haben gesagt , daß seine einzige gute That gewesen , daß er gestorben ist s . Dieß heißt , die Sache ßern . Er hat eine große Anzahl Bücher herausgegeben h ; und niemand hat die alten Bibliotheken zu derselben Zeit mit mehr Nutzen zu durchsuchen gewußt , als er . Er hat eme alte Messe daraus gezogen ( D ) , die er 1557 hat drucken lassen . Wir wer - den hier eine Gelegenheit haben , viele Dinge zu sagen . Er hat aus eben diesen Quellen unzahlige Sammlungen gezogen , die vielen Leuten gedient haben . Ich will von denen Nachrichten reden , die er gesammlet , seinen LataloZum teltium verkam men zu tragen ( E ) . Man giebt vor , daß er seinen Namen manchmal verkappt hat ( F ) . Moreri hat sehr unrecht gethan , daß er ihn in den Buchstaben T , unter dem Namen Trancorviy verwiesen ( G ) .
Spondanus hat einen großen Schnitzer gemacht , wenn er von den magdeburglschen Centurien redet ( H ) . Man wird ihn in der Anmerkung ( I ) sehen , wo ich etliche Sachen anfuhren werde , welche die Historie dieser Centurien betreffen . VarillaS , Spondans treuer Abschreiber , hat diesen Schnitzer vielen andern cheygesugt ( l ) , so daß es schwer zubegreifen ist , wie ein nünftiger Mann so viele Fehler begehen können . Wir müssen nicht vergessen , daß der Clauis facrae Scripturae des Illyricus , eines von seinen besten Büchern ist . Man sehe , was P . Simon in seiner cntischen Historie des A . T . davon gesagt hat . * . Man sehe auch den Johann Albrecht Fabricius in dem XCVI Artikel seiner Decadis Decadum .
< * ) Ein Theil des Landes , da« man vor Alters Illyricum oder Ulyris penennet hat : daher kömmt es , daß Matthias Flacius cus zugenamt worden . Es ist nicht wahr , wie Melch . Adam und verschiedene andre versichern , daß er in Sclavonien gebohren qenv - sen . b~ ) Micraelius , Syntagma Hift . Ecclef . pag . m . 751 , bekriegt sich also , wenn er ihn zum Professor in Wilkenberg vom 154O Jahre machet . c ) Im Monate April 1549 , Bucholc . pag . tn . 564 . <0 Siehe die Anmerkung ( C ) . e ) Aus dem Melchior Adam , in " Vitis Germanorum Theologonim 47a U . f . 'S . / ) Metu feditionum terrendos elTe Principes . Melanchf . Epift . CVII , pag . g ) Ne quidquam reöi feeifle nifi cum moreretur . Guil . Budaeus , Cent . XVI , SmaTuioytcu ; , aufS 1575 Jahr , beym Quenstädt , de Pa - triis Erudit . pag . 263 . 6 ) Simlenis , in Gesncrs Auszuge , und Teißier , Addit . aux Eloges , Tom . I , pag . 472 , giebt ein Verzeichnis davon . »' ) Dieß ist die Anmerkung ( H ) . 4 ) Im 13 Cap . des III B . 42« u . f . S . rokerdamer Ausgabe 1685 .
( A ) Dieser Provincial , der bereit» nach dem Scheiterhaufen addatnus , paulo poft in fufpicionem haerefco« venit : ac Venetiis vi -
rocb . Z Er verdienet eine Stelle in dem Martyrerverzeichnisse der Pro - ginti ipfos annos fituin fqualoreinque carceris , tandem in inari fub -
testanten , weil er , nachdem er zwanzig Jahre über , wegen Verdachts der merfus supplicium fortiter pertulit . Melch . Adam , in Vit . Theol . p -
Keherey , ein hartes Gsfängniß ausgestanden , ins Meer geworfen worden . 4 ? e . Siehe auch Verheiden , in Etfigiebus , ? . >57 .
Cr hat Bald»« LupinOs geheißen . Laldu , sutem ifte , vt Koc ( B ) kam 1539 an , j Er ist also neunzehn Jahr« alt ge -
wefen :

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