Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12837

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Javersac . Johannes .
Javersac , ( N . ) ist einer von denen Schriftstellern gewesen , die sich bey dem großen Streite Balzacs , mit dem P . Goulu ins Feld gestellet . Er war in einer Stadt , ganz nahe bey Angouleme , gebohren % und hat sich mit einem Buche , rvider den phpllarchus b und Narcissus zusammen , unter dem Namen des Aristarchus , an Nicandern ; nach Paris begeben . Seine Critik tauget in gewissen Stellen nichts ; denn , z . E . er behauptet , man muffe sagen , une Ruette , und nicht une Ruelle^un Livraire , und nicht un Libraire , weil man sagte , un Livre , und nicht un Libre . Dieser neue Scribent wurde in stincr ^er - berge , ja in seinen , Bette mit Degen und pijiol angegriffen ; weil er aber jung und beherzt war , so ergriff er seinen Degen , und verfolgte seinen Feind bio auf die Straße , und trug die Ehre von dieser herzhaften vertheidigung davon . Dieß verhinderte nicht , daß nicht »ernand den Morgen darauf , die neue Brücke , von der Erzählung dieses Abentheuers , len ließ , ganz anders , als wie es gewesen war ( A ) . Man gab ein Pasquill heraus , La Defaite du Paladin Javerfac par les alliez et confederez du Prince des feuiües , betitelt d . Ich habe von einem sehr verständigen Manne sagen hören , daß Bal - - zac Urheber von diesem Stücke gewesen , und daß es das beste ist , welches diesen Streit betreffend , erschienen ist . Man hat eine ruchlose Verleumdung , in dem Titel dieses Pasquills , gefunden denn der P . Goulu , wird ungeachtet der Heiligkeit sei - ner profeßion darinnen eines Meuchelmordes beschuldiget . Javersac hat ihn deswegen für unschuldig erklaret , und es dem Balzac allein beygemessen f ; allein bescheidene Personen konnten deswegen 'weder den Phyllarchus noch Narcissus beschuldi - gen 's . So viel ist gewiß , daß man bekannt gemacht , es habe der auf den Tod kranke Balzac , und da er sich erinnert , daß in seinen ersten Iahren etwas zwischen den , Herrn von Javrezac und ihm vorgegangen war , einen von seinen Freunden , in dessen Landhaus geschickt , das sieben bis «cht Meilen von Angouleme entlegen war , mit der Bitte , ihm seinen Besuch zu gönnen , dainit er die Freude hatte , ihn vor seinen . Absterben zu umarmen . Daß er ihn in der Chat mit einer glaublichen Freude umarmet , und einen solchen Thranenstrom in stinen Gchooß ergossen , welcher in ihrem Gemüthe das Andenken des alten Streites ersticket hat . Daß Javersac dadurch gerühret worden , daß er stehenden Fußes , mit thranenden Augen , ein Sonner gemacht , den Verlust feines Freundes aufewig zu beweinen .
Seit der ersten Ausgabe dieses Wörterbuches , habe ich noch etliche Umstände erfahren , davon ich meinen Lesern Nachricht aeben will ( B ) . _ ^
a ) Sorel , Bibl . Franeoife , p . , Z2 . Ausgabe von 1667 . Man merke , daß die Stadt , davon Sorel redet , Coignac ist . b~ ) Siefs ist der Name , den sich P . Goulu gegeben . 0 Diesen Namen hat P Goulu den , Balzac gegeben . <0 Sorel , Bibl . Franc , p . 132 . e ) Ebendas / ) Man sehe in der lebten Anmerkung , die angeführte Stelle aus des Aristarchus Dlscurs , p . >85 . g ) Sorel , Bibl . Frai^ . p . 132 . h Mo - riscet in dem Berichte von Balzacs Tode . Er ist in der Folioausgabe von Balzacs Werken .
( A ) Man hat eine ganz andre Erzählung von diesem Aben - läget auch 174S . daß er dem Balzac die Genugthuung , entweder als ein tbeuer gemacht , als es gewesen^ Niemals sind zwey Dinge unter , schiedener , als die Art , mit welcher dieses Abentheuer vom Sorel cr - zählet wird , und diejenige , wie sie in der Dekaite «Zu Paladin Javerfac erzählet wird . Dieß ist eine Schrift von 16 Octavseiten . Man hat sie nebst andern für den Balzac gemachten Stücken , in dessen Folioausgabe wieder gedruckt . Dieses gedruckte saget , daß Javersac von Coignac wesen . wo er Rechtssachen geführt : daß sich nach Herauögebung seines Bnches , eine böfe Rotte zusammen geschlagen , ihn auf fteycr Straße an - zufallen , daß man aber gezwungen gewesen , ihn in seiner Kammer aiizu» greifen . weil er sich einen ganzen Tag darinnen verschlossen gehalten ; daß man ihn schlafend in den Armen seiner Wirthinn , Donnerstags den 11 August , 1628 , früh um 9 Uhr , überfallen , und seinen Schlaf * >mch einen Prügelregen gestohrt habe , der nicht eher aufgehört , als bis es dem Angreifenden gefallen ; angesehen Paladin weiter nichts gethan , als sich der Vorsehung völlig zu uberlassen . Der Beschluß des Pasquills ist , daß des phyllarchus Freunde , die sich hierbey mit denen von der widrigen parrey vereiniger , gesckworen haben , so viele Javer^ sacs aus dem rvege zu räumen . als sieb sehen lassen würden , und den schleckten Poeten ? u zeigen , daß außer dem goldene» , dem erzenen , und eisernen Jahrhunderte , die so berühmt in den Fabeln sind , auch nock ein hölzernes zukünftig fey , davon die alte Dichtkunst nickt geredet hat , und an deren Elend und ligkeiten sie viel mehr Theil haben würden , als die andern Men - sckm . Ich habe mich der Ausgabe von 1665 bedienet . Es ist die Fv - lioausgabe von Balzacs Werken . Man sehe die folgendeAnmcrkung .
( B ) Ich habe einige Umstände erfahren , davon ick meinen Lesern Reckensckaft geben u ? ill . ] Javersacs Buch ist >6 - z gedruckt , und wieder gedruckt worden , unter dem Titel : Difcoursd'Ariftarque u Nicandre , für le Jugernent des Efprits de ce ternps , et fur les faiites de Phyllarque . Die erste Sache , die man darinnen antrifft , ist ein Vor - berichr des Buchdruckers . Dieß ist ein Gewebe von Lügen : denn man aiebt darinnen vor . daß man alle Arten der Kunstgriffe anwenden müs - ftn , die Wachsamkeit zu betrügen , mit welcher der Urheber die Heraus - gebung seines Werkes verhindert hat . Er hat es nickt so wenig ge - liebt , daß er es der XVuth des Neides aussetzen wollen . Hier - auf findet man einen schimpflichen Brief , den er an den Bergeron , Rath des Königes und Referenten der Kanzley geschrieben hat . Wie er vor - auS setzet , daß dieser Bergeron wider die Ausfertigung der Druckfteyheit ,
Schwierigkeiten gemacht , um ihm den Vorcbeil zu entziehen , der erste zu seyn , der etwas über diesen Streit Balzacs , und des P . Goulu , heraus - gäbe , und um dem la Motte Aiaron Zeit zu geben , ihm zuvor zu kom - men , so ist er in diesem Briefe sehr zornig . Zum dritten sieht man seine Vorrede , wo er die großen Bestrebungen erklaret , die seine Feinde angewen - det hätten , den Druck seiner Schrift aufzuhalten . Dieß ist nicht das einzige Werk , welches Javersac herausgegeben hat . Man hat in eben demselben 1628 Jahre erscheinen sehen , Difcours d' Ariftarque a Calidoxe für ce qui s'eft pafie entre lui et Balzac . Der Druck davon hat ihm hundert Thaler gekostet ; ( In dem Vorberickre an den Leier . ) und es ist ihm niemals möglich gewesen , denselben in Paris machen zulassen , weder mitLreyheir , noch anders . Er saget , . Difcours d Ariftarque a doxe , p . 166 . daß sein Vater viele rühmliche Abordnungen verwaltet , und die allerwichtigsten Aemter unter den Reformisten vor der Rebellion - i - und paß . >68 . er könne beweisen , daß ihm seine Vorfahren den Adel durch das Alterthumsrecht in vielen ansehnlickcn Be - Sienungen bey der Rrone von Navarra erworben harten . Er
Edelmann , oder als ein Philosoph angebothen habe . Er erzählet das Unglück sehr weitläuftig , das ihm begegnet , da er im Bette angegriffen worden . Dieß ist Donnerstags den 2 August , 1628 , nach der Ottavaus - gäbe , der Defaite du Paladin Javerfac , geschehen . Er hat den Stock - schlag ein wenig abgewendet , den ihm einer von denen dreyen Trabanten versetzte , die in die Kammer traten ; allein , es ist mir gllzurühmlick , saget er 18 ; S , nickt zu bekennen , daß er mir denselben mit diese» Xvorten über den Arm gegeben , man hat euck verborhen , wider den Balzac zu schreiben . Er setzet paß . >84 . dazu , daß seine Wirthinn am kleinen Finger verwundet worden , und daß er sie mit dem Degen in der Laust bis auf die Straße versagt , und daß zweyhundert gen . die ihn im - Hemde unten an der Hausrhüre gesehen , es überall von ihm gesaget hatten ; Saß er dem>enigen einen Stoß zur Jluff in den Bauch gegeben , der ihn geschlagen gehabt ; und daß fünfzig Personen , die seinen Degen sick bis ans Gefäße bie - gen gesehen , erkannt hatten , daß dieser Sckelm ein Panzerhemde angehabt , p . 185 - Er bemerket auf der 189 S . daß er zween oder drei ) Tage zuvor die Ehre gehabt , einem Marquis bey gewissen Händeln zu nen . Offenherzig zu sagen , so glaube ich , daß er viel geschickter gewesen ist . sich zu schlagen , als Bücher zu machen : und daß er den Balzac bald zur Erde gebracht haben würde , wenn er es mit dem Degen in der Hand mit ihm ausmachen sollen . Er setzet die Menge Großsprechereyen wider ihn aufs Papier , und vornehmlich 198 S . allein er giebt einige Furcht zu erken - nen , daß ihm dieser Gegner einige kleine Jügendfehler in der Liebe vorwerfen mockte . 201 S . Wir wollen uns erinnern , daß er den P . Goulu , wegen dieses Ueberfalls niemals in Verdacht gekabt . Ick weis nickt , saget er 199 Seite , warum mick Äaljac sckeuet , wenn er nickt sckuldig ist ; und da er sick überall von diesem Verbrecken so wohl zu rechtfertigen gedenket , wenn er es dem phyllarchua aufbürdet , welcker sick viel großmüthiger bezeiget hat . und eine weit bessere Meinung von seinem Geiste hat , als daß er sich deswegen vertheidigen sollte . Ich hatte so starke Ucber ; euzun - gen gegen den Balzac , und urtheilte so wohl von Oer Redlichkeit des Phyllarchus , daß es mir nicht möglich gewesen , nur den ge - ringstenVerdackr auf ihn zu werfen . Mein Buch , glaube ich , hat ihn mehr , als jemand von der " Welt , verdrossen .
Mau merke übrigens , wie es leicht zu erkennen ist , daß er ein gebohr - ner Hugenotte gewesen , aber nicht , ob er es noch war ; denn was ich an - führen will , ist zweydeutig . XDic sie von meiner Xvirthin» erfahren harren , daß ick darinnen wohnte , so haben sie nack dieser Er , kundigung gefrager , von was für einer Religion ick wäre ? Man bat geantwortet , daß man es nickt wisse , daß ick aber wenig - stens oft in die Rircke gienge . Man hätte ihnen wohl zusckwö - ren können , daß kein Äatholik wäre , der einen ricktigern Glau - ben hätte , als ick , pag . 176 . Bergeron hat einen Brief wider die Grabbelten und Falschheiten drucken lassen , die Iaver>ac in ei - nem Briefe geschrieben hatte , den er zu Anfange eines Buches gefeyer hatte . Er ist an den Balzac geschrieben , und 162« gedruckt worden . Es ist auch in demselben Jahre eine gedruckte Schrift unter dem Titel erschienen : Le non paflionne für le Livre intitule la De - faidte dii Palladin Javerfac . Dieses Stück ist dem Paladin unendlich viel vorrheilhaster , - , 1s seinem Gegner . Allein mein Buch betreffend , das zum Titel hat : Achates a Palemon ponr la Defence de Phyllarque , in demselben Jahre gedruckt , so machet es den Javersac entsetzlich herunter . Ich habe ein Stuck daraus , in der Anmerkung des Artikels Artaban der IV , angefuhret . Man sehe auch den Artikel Musac .
Johannes , der Evangelist . Um nicht alles zu wiederholen , was man im Moreri oder im Tillemont " findet , so will ich nur sagen , I , daß man zur Zeit des H . AugustinS eine erbärmliche Sage von dem Zustande vorgegeben , darinnen St . Johann ge - wesen ( A ) . II . Daß nichts abgeschmackters ist , als die unnützliche Spitzfindigkeit , die man wider den Urheber der Uebersehung von MonS gebraucht hat ( 8 ) , unter dem falschen Vorwande : es erlaube der Wohlstand nicht , daß dieser Apostel und die Jung - srau Maria beyeinander gewohnt hätten . III , Daß die Sachen , die man dem Mallet deswegen geantwortet , angefuhret zu werden verdienen ( C ) . IV , Daß die Art , mit welcher , wie man voraiebt , St . Johann die Liebkosungen gerechtfertiget , die er einem Rebhuhne erwiesen , sehr einfaltig ist ( D ) . V , Daß einige wollen , es fey die Hochzeit zu Cana , wo das Wasser in Wein verwandelt worden , die semige gewcjen ( E ) ; und daß er , bey Erblickung dieses Wunderwerkes , dem Ehstande abgesaget habe , und seine ganze Lebenszeit ein ^unggesell geblieben sey .
Memoire» pour fervir a I' Hiftsire Eccleliaftiquc , Tora . L p . 910 . u . f . brüßler Ausgabe in » .
( A ) ? «r

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