Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-3908

V
Vorrede
des zwmen Bandes .
Geneigter Zchr ,
ls ich mich enffchloß , die Herausgabe dieses historischcritischen Wörterbuches zu besorgen , und so gar die Aufsicht über eine fremde Übersetzung desselben über mich zu nehmen , sah ich es gar wohl vorher , daß ich bey aller Mühe , die ich auch anwenden möchte , es dennoch nicht allen Lesern oder Richtern dieser Arbeit recht machen würde . So glücklich ich auch bis da - Hin mit meinen eigenen geringen Schriften , vielleicht ohne Verdienst , gewesen war , fast keinem , oder doch sehr wenigem Widerspruche unterworfen zu seyn : so wenig schmeichelte ich mir , daß auch die Besorgung eines fremden Werkes , ohne den Tadel derer bleiben würde , die an allen ? , was sie selbst nicht machen , Fehler und Gebrechen zu finden pflegen . Und da ich bey dem allen sehr wohl begriff , daß es unmöglich seyn würde , den Händen dieser unbarmherzigen Richter zu entgehen : so machte ich mich gleich damals gefaßt , ihnen mit einer gelassenen Art , und mit stand - haftem Gemüthe unter die Augen zu treten ; auch , wenn es nöthig wäre , mein Verfahren , so gut sichs thun ließe , zu rechtfertigen , sodann aber von andern billigern Lesern den Ausspruch zu erwarten .
Meine Ahndung ist erfüllet worden . Denn ungeachtet seit einem Jahre , da der erste Band dieses Wörterbuches ans Licht getreten , unzahlige gelehrte Manner , sowohl mir , als dem Herrn Verleger , ihren guten Beyfall bezeiget ; auch die Anzahl derer , die Vorschuß darauf gethan hat - ten , sich merklich gemehret : so hat es doch auch an Misvergnügten nicht gefehlet , die sich theils wider die ganze Arbeit erklaret ; theils dieselbe so vieler Fehler beschuldiget haben , daß ihr ganzer Werth nothwendig wegfiele . Wir gehen mit unsern Lesern aufrichtig um . Denn da wir die» st Beschuldigungen verschweigen , und uns mit dem Beyfalle der übrigen Kaufer und Liebhaber befriedigen könnten : so zeigen wir vielmehr dasjenige offenherzig selber an , was man uns hin und her zur Last legen wollen ; weil wir uns dessen , so viel man es begehren kann , glücklich zu entledigen getrauen . Um aber dieses recht ins Werk zu richten , so müssen wir erst von den verschiedenen Arten mtsrer Richter , und von ihrer Gemüthsverfassung eine kurze Nachricht ge - den . Diese wird uns in den Stand setzen , auch die Wichtigkeit ihrer Aussprüche zu beurtheilen .
Die erste und vornehmste Classe unsrer Gegner machen wohl diejenigen eifrigen und andach - tigen Männer aus , die überhaupt die baylifchen Schriften nicht leidet , können . Sie sind Fein - de von allem dem , was dieser gelehrte Mann heraus gegeben ; und zwar mehrentheils darum , weil sie wenig oder gar nichts davon gelesen haben . Bayle ist ihnen mit ? aus dem Gerüchte , als ein Liebhaber des Seepticifmus , oder als ein Vertheidiger der Manichaer bekannt geworden . Und eben darum Hassel , sie ihn . Andre haben vielleicht im Umgange mit gewissen Freygeisterl ! gehört , daß sich diese , zu Beschönigung ihrer seltsamen Meynungen , öfters auf Baylen beruf - fen ; und dessen Gründe für unumstößlich , seine Zweifelsknoten aber für unauflöslich ausgege - ben haben . Atermalem neuer Grund , den baylifchen Schriftm aus einem heiligen Eifer feind zu werden ! Daherkommen denn die so wohlgemeynten Warnungen vor dem Lesen derselben ; davon wir nicht nur in auslandischen Sprachen , sondern auch im Deutschen noch neulich die Proben gesehen haben . Dieser Eifer und diese Andacht nun , haben so vielen Eil , druck in die Gemüther ll . Vand . * vieler

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