Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12786

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„ send Alfanzereyen von ihm . Sie sagen , daß er acht hundertmal , auf »verschiedene Arten , gebohren worden , ehe ihn eine Frau gebohren hat - . . te , und daß er , da er von derselben gebohren worden , durch die Seiten „ seiner Mutter heraus gekommen sey , die er mit seinen Zähnen durchbif - »sen . Die Wahrheit ist , daß Xaca ein Sophist gewesen , der den Leuten »alles weis machen gekonnt , was er gewollt . Da seine Mutter schwanger » . war , so hat ihrgeträumer , eskäme ein weißer Elephant aus ihrem Mun - „ de . Dieserwegen stehen die Elephanten von dieser Farbe in Indien , in „ China , in Tonquin , in Siam und in Pegu , in großer Verehrung . Sie „ werden in goldenen Gesäßen gefüttert , und die großen Herren besuchen „ sie haufenweise , und erweisen ihnen eben dieselbe Ehre , al« den Köni - „ gen selbst . , . Journal desSavans , vom ig de«HeumonatS , 1689 , p - 495 . Eine von den dreyen Hauptsecten der Japaner , ist der Anbether des Xa - ca ihre . Sie leben in der Gemeinschaft , sie stehen um LNirrer - nackt auf , um Ä . obgesänge ; u singen : sie versammle» sick alle Abende , die Reden anzuhören , Sie ihnen ihr Prior über einige Materie der LNoral halt , worauf er denselben einige Puncte jum Nackdenken giebr . Manckmal steller er ihnen einen sterbenden Menscken vsr , und erzählet ihnen die Vorwürft , die der iLeib und die Seele in der leyien Stunde einander wecksclsweise macken . Das Nackdenken dattcrt eine Stunde . IVenn diese ; u Ende ist , so giebt ein jeder dem prior Rcckensckaft von seinen Gedanken , die ihm in den Sinn gekommen sind , und von denen iLntsckließungen , die er gefasset hat . Ebend , 496 S . ,
( C ) Diejenigen , die sick an das Aeußerlicke halten , lasten ein ander Leben , nack diesen , ; u . ^ Ihre Meynung scheint des Amida , des Xaca und des Foroko ihre zu seyn . Sie sagen , daß um die vier Hauptpuncte der Welt gewisse Länder sind , wo sich die Menschen in ei - ner Fülle des Vergnügens befinden , das sie einer vollkommenen Glück - seligkeit genießen laßt : daß Fotoko alle Geseke in Japan gemacht habe , und daß die Beobachter derselben dieses Leben nicht eher verlassen , als bis , sie in diese Länder gehen , daß fle daselbst wiedergebohren , und daß sie Fotoko unigießen , und ihnen zwey und dreyßig Figuren , und vier und zwanzig Eigenschaften geben würde , mit welchen sie mit ihrem Zustande vergnügt und in großen Freuden leben würden . In omnen , aetemita - tem viuent laeti admodum felices , et fua forte content» . Poflevin . wie unten . Die Frauen können in diese Länder nicht gelassen werden : allein diejenigen , die selig werden , weil sie des Fotoko Gesetze beobachtet , werden in Mannspersonen verwandelt werden ; denn ohne dieses würden sie die Belohnung ihres guten Lebens nicht genießen , angesehen sie ihrer Natur nach , wie sie sagen , unrein und verfluchenswürdig wären : Eo qiiod foe - niinae fint natura deteftabiles , exfecrandae et imimindae . Ebendas . Die Ueberkreter der Gesetze des Fotoko betreffend , so würden sie aus die - fem Leben in gewisse höllische Oerter gehen , und daselbst sechserley Gat - klinge» von Strafen ausstehen , deren Ende sie niemals sehen würden . Dieß ist die allgemeine Lehre der Anhänger des Aeußerlichen : die andern Seeten sagen hiervon , was ihnen gut dünket ; allein diese kommen hier - innen überein , und ihre Meynung ist die Meynung der Ul , wissenden lind des gemeinen Volkes : Et quamuis de hifce rebus vnaquaeque Iaponiorum fedla Ioquatur , vt vult , coumumi tarnen confenfu qui - cunque extrinfecam rerum faciem fefkantur , in hoc , quod diximus , conueniunt , et hanc opinionciti rüdes et vulgares homines ample - öuntur . Ebendas . Poflevin , Biblioth . Seledt . Toni . I . Libr . X . cap .
II . p . m . 410 . 411 . Dieser Hat sich nicht verbunden gehalten , die Lehre dieser Seele zu widerlegen ; denn weil sie Proseßion machet , saget er , sich bloß an die Wahrscheinlichkeiten zu halten : so hat dasjenige , was sie saget , wirklich weder die geringste Gründlichkeit . noch einige Wahrheit , und ist ausö höchste , weiter nichts , als ein Gespenste , cder ein Schein der Wahrheit . Die Bonzen selbst bekennen offenbarlich . daß dieses ganze Lehrgebäude des Camus und des Fotoko , zum Besten der Unwissenden und schwachen Geister , gebauet , oder vielmehr erdichtet worden : Nam ( vt ipfimet Bonzii , qui fuae fententiae Magiftri et Doftores sunt , aperte fatentur ) totam de CAMI et FOTOQVE difcijxlinani pro - pter rüdes et infcios rerum homines , captu et ineenio imbecillos , efle compofitam , vel potius confiäain , non quod aliquid eorum , quae in lpfa docentur , verum fit . Ebendas qii S . Possevin hat , die - sein ungeachtet , die Lehre dieser Seele , im V Cap . 4 - ? u . f . Seite , widerleget .
( D ) Diejenigen , sie das Wesentliche sncken , - - - verwer - fen das Paradies ? und die - Holle , und lehren Dinge , die viel Ver , rvandtsckaft mit der Meinung des Spinosa Habens Sie unter - lassen das Aeußerliche , sie legen sich einzig und allein aus« Nachdenken , sie verweisen alle Zucht weit weg , die in Worten besteht , und befleißigen sich der bloßen Uebung , die sie soquxin soqubut nennet , das ist . das - Her ; . Sie versichern , daß nur eine einzige Grundursache aller Dinge sey , daß diese Grundursache sich überall finde , daß das Herz des Men - schen und das Innere der andern Wesen von diesem Ursprünge nicht un - terschieden sey , und daß alle Wesen zu dieser gemeinen Grundursache zu - rück gehen , wenn sie vernichtet werden . ES ist von aller Ewigkeit da , sehen sie dazu ; es ist einzeln , klar und helle ; es ist unvermögend , zu wach - sei , und abzunehmen , e« hat keine Figur , es hat keine Vernunft , es lebet in der Muße und in einer vollkommenen Ruhe . Figura carens , ratio - cinationis expers , vitamagens otii , quietis , et tranquillitatis plenif - fimam . PoIIeu . Bibl . Seieft . Tom . I . Libr . X . cap . II . p . 411 . Sie lehren , daß diejenigen , die in diesem Leben diese Grundursache sehr wohl gekannt haben , die vollkommene Ehre des Fotoko und seiner Nachfolger erlangen ; und daß diejenigen , die niemals zu diesem hohen Grade der Erkenntniß kommen , vielmals wiedergebohren werden , nnd von einem Orte zum andern gehen ; daß sie aber in jener Welt die gemeine Ursache aller Dinge in sich ziehen werde . Sie sagen auch , daß die Wissenschaft nicht von der Unwissenheit unterschieden ist ; daß das Böse und das Gute nicht zwey Wesen sind , und daß eines von dem andern nicht qetrennet sey . Ebendaselbst . Possevin bringt diese« Lehrgebäude auf folgende vier Puncte : I , daß nur ein Ursprung aller Dinge ist . daß dieser Urlvruna in , höchsten Grade vollkommen ist , daß er weise ist , daß er aber nichts versteht und nicht die geringste Acht aus die Geschäff - te dieser Weil bat ; indem er in einer volligen Ruhe lebet , und daß er nach dem Beyspiele eines Menschen , der sehr aufmerksam auf eine Sa - che ist , alles andere übersieht ; II , daß dieser Ursprung m allen derlichen Wesen ist . und daß er ihnen sein Wesen mittheilet . jo , daß sie ebendasselbe , was er ist sind , und in ihn zurück kehren , wenn fie sich endigen ;
III , daß das Herz des Menschen nicht von diesem gememm Anfange II Sand .
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aller Dinge unterschieden ist , und daß , wenn die Menschen sterben , ihre Herzen vergehen und verzehrer werden ; daß aber der erste Ursprung , der ihnen da« Leben vorher gegeben hat , beständig in ihnen besteht , worau« folget , daß weder Paradieß , noch Hölle , weder Belohnungen . noch Stra - fen , nach diesem Leben sind ; IV , daß sich der Mensch in dieser Welt , bis zu dem Zustande und der höchste» Majestät des ersten Wesens erhe» den kann , angesehen , er ihn durch starkes Nachdenken vollkommen erken - Ntn , nnd also zu dem höchsten Ruhestande gelangen kann , dessen dieser erste Ursprung in sich selbst genießt ; daß dieses alle« das Gute sey , wa« der Mensch erlangen könne ; und daß er , bi« er dasselbe durch ein voll - kommenes Nachdenken und eine vollkommene Erkenntniß erlanget , von einer beständigen Unruhe beweget werde , oft von einer Hölle in die an - dere gehe , und an keinem Orte Ruhe finde . Es ist gewiß , daß hierunter Viel Dinge sind , die Spinofa nicht gelehret hat : allein außerdem ist es ganz gewiß , daß er mit diesen japanischen Priestern gelehret hat , daß die erste Ursache aller Dinge , und alle die Wesen , woraus das ganze Welt - aebäude besteht , nur eine einzige und eben dieselbe Substanz ist ; daß alle Dinge Göll sind , und daß Göll alle Dinge ist , so , daß Gott und alle die Dinge , die da find , nur ein einziges , und ebendasselbe Wesen ausma - chen . Man kann sich nicht genug verwundern , daß ein so aussch , vei - fender Begriff und der mir tausend abgeschmackten Widersprüchen ange , füllet ist , sich in die Seele so vieler Menschen einschleichen können , die so weit von einander entfernet , und am Genmrhe , an der Auferziehung . an den Gewohnheiten und am Witze , unter sich so unterschieden gewesen sind . Possevin bringt , im I Bande der Bibliothek , p . 412 , 413 , verschiedene Schlußreden wider den willkührlichen Lehrsatz diese» Bonzen an , und hat sie hauptsächlich durch die Widersprechungen widerleget , die sie in sich schließen , und er bemerket zu Anfange , daß sie sehr wenige Lehren , wegen der Narur der ersten Grundursache , haben , daß sie den Fragen oder Einwürfen kein Genügen thun , die man ihnen machet , noch ihre Meynungen behaupten , nnd daß ihre ganze Hülfe in der Einwendung besteht : es sey den Menschen nichts daran gelegen , die Natur und die Kraft diese« ersten Ursprungs zu erforschen . Dieß ist ein plumper Wider - spruch , den ihnen Possevin hatte vorwerfen sollen ; denn wenn sie sagen , daß das größte Gut des Menschen von der vollkommenen Erkenntnis herkömmt , die er von der ersten Grundursache hat erlangen können , so ist ihm daran gelegen , daß er die Natur derselben erforschet . Omnia vnico verbo putant fe diflöluere , dicentes bominum non interejje huius frin . eipii vim , et naturam perferutari inquirendo aut difputanät : quod to - tum manifefte conftat , ex ignoratione profedhira et natuin , p . 412 . Man merte , daß ein Theil von seinen Einwürfen , p . 419 , 420 . auch deS Spinosa Lehrgebäude bestreitet .
( E ) Die Gewaltthätigkeiten der Japaner haben das Mary»« rerverzeickniß sehr vergrößert . ] Man lese die Kirchenhistorie von Japan , von dem Jesuiten , Franciscuö Solier , und die Kirchenhistorie von Japan , durch den Herrn Abr T . Sie ist zu Paris . >689 , in zween Quartbänden gedruckt worden . Dieser Abt „ bewundert die Tiefe der „ Gerichte Gottes , und erstaunet über dessen Zugebnng , daß da« Blut so „ vieler Märtyrer vergossen worden , ohne daß ei , wie in den ersten Jahr - „ Hunderten der Kirche , zu einem fruchtbaren Saamen gedienet hat , neue „ Christen hervorzubringen . , , Journ . des Savans , vom 25 des Haimo , >iat« , 1689 , p . m . 507 . Ohne daß man sich die Freyheit nimmt , die Ursachen zu erforschen , welche die Weisheit Gottes gehabt haben kann , zu einer Zeit dasjenige zuzulassen , was sie zu einer andern Zeit nicht zuläßt : so kann man sagen , daß das Christenthum des XVI Jahrhundert« kein Recht gehabt , eben dieselbe Gnade und eben den Schuh Gottes zu Hof«
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1 zu unterwerfen , und sich nicht durch Aufruhr auf den Thron schwingen zu wollen : allein das Christenthum , das den Ungläubigen im XVI Jahrhunderte verkündiget worden , ist nichr mehr dasselbe Christenthum gewesen : es ist eine blutdur - stige , mörderische , lind seit fünf bis sechs hundert Jahren zu Blutbädern gewöhnte Religion gewesen . Sie hatte sich seit langer Zeit eine Gr - wohnheit angenommen , alles über die Klinge springen zu lassen , waS sich ihrer Behaiiptung und Vergrößerung widersetzte . Die Schlächter , die Büttel , der abscheuliche Richrerstuhl de« Ketzergerichts , die Kreuzzü - ge , die Dullen , welche die Unterthanen zum Aufrühre reizen , die auftah - rischen Prediger , die Verschwörungen , die Meuchelmorde der Prinzen , sind die ordentlichen Mittel gewesen , die sie wider diejenigen angewen - der , welche sich ihren Verordnungen nicht unterworfen . Konnte ihr wohl dieses den Segen des Himmels versprechen , den er der ersten Kir - che , dem Evangelio des Friedens , der Geduld und Sanftmut ! ) verwillu get hatte ? Die beste Partey , welche die Japaner wählen konnten , war , sich zu dem wahren Gölte zu bekehren : allein da sie nicht Einsicht genug hatten , ihrer falschen Religion abzusagen , so war ihnen nichts übrig , als zu wählen , ob sie selbst verfolgen , oder sich verfolgen lassen wollten ? Sie konnten ihre alte Regierung und ihren alten Gottesdienst nicht anders erhalten , als wenn sie die Christen aus dem Wege räuniten . Diese wür - den , über lang oder kurz , bei , de zu Grunde gerichtet haben ; sie würden alle ihre Nenbekehrten bewaffnet haben : sie würden Hülfsvölker und die grausamen Ataximen der Spanier in da« Land eingefuhret , und durch starkes Morden und Henkenlassen , wie in America , ganz Japan unter ihr Joch gebracht haben . Wenn man also die Sachen nur nach den po - litischen Absichten betrachtet , so muß man gestehen , daß die Verfolgung , welche die Christen in diesem Lande erlitten haben , eines von denen Mir« teln gewesen ist , welche die Klugheit vorschreibt , der Umkehrung der Mo - narchie und der Verheerung eines Staat« zuvorzukomnien . Die Treuherzigkeit eine« Spaniers rechtfertiget die Vorsichtigkeit die - fer Ungläubigen . Sie „ hat den Bonzen einen scheinbaren Vorwand „ gegeben , ihren Haß auszuüben . und um die Ausrottung der Christen „ inständig zu bitten . Auf Beftagen des Königes von Tosiä , wie der „ König von Spanien Meister von einem so großen Umfange Landes auf Heyden Halbtheilen der Erdkugel geworden , hat er sehr treuherzig ge - „ antwortet , daß er Mönche ausgeschickt , den fteniden Nationen das Ev - „ angelium zu predigen , und . nachdem sie eine gute Anzahl Heiden bekeh - „ ret gchabr , feine Soldarm geschickt , die sich mit den neuen Christen „ vereiniget , und das Land überwältiget . Diese Offenherzigkeit ist den „ Christen theuer zu stehen gekommen . , , Hift . des Ouvrag . des Savan» , Sept . 1 ( 591 . p . 1 ? . 14 .
( F ) Der P . possevin bar die Verordnungen de« japaniscken Ge - feygebers - - - getadelt . ] Der große Mangel , den er darinnen stn - Ttt tt der .

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