Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12762

Jansenius .
879
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Wir wollen hier die Abwechselung der menschlichen Dinge bewundern . Jansenius wurde mit einer Bischofsmütze belohnt , weil er Frankreich deswegen beschämt hatte , daß eS sich mit den Protestanten verband , und gegenwärtig ( man hat dieses 169 ; geschrieben . ) wurde der spanische Hof einem Doctor von Lowe» ohne Zweifel eine gute Pralatur geben , der ein so starkes Buch zur Rechtfertigung eines solchen Bündnisses machte , als des JanfeniuS seines wider Frankreich stark war : so gewiß ist es , daß man durch ganz widrige Wege zu einerley Zwecke gelangen kann , und daß dasjenige , was in einer Zeit gut ist , in einer andern sehr böse ist . Siehe die Anmerkung ( I ) des Artikels - Hottomann . Die gung eines Buches kann die Belohnung verdienen , welche das Buch selbst verdienet hätte . Was für ein Vergnügen würde dieses nicht für Leute seyn , die von keinen Vorurtheilen eingenommen sind ; wen» man einen Professor von Löwen , der den Mars Galliens unfers Cornelius Jansenius gründlich widerleget hätte , Bischof werden sähe .
Naude eignet ihm in den Coups d'Etat , ch . IV , pag . 111 . 610 . die Ad - monitioncni , ( Siehe oben die Anmerkung ( ? ) des Artikels ( Johann ) 23oucbcc ) und BieMyfteria politica zu : zwcy Werke , saget er , die derbare Wirkungen wider die Anschläge Ludwigs des XIII gehabt . Ich glaube , daß er sich betrugt .
CG ) Dieses Buch hat große Unruhen in der römischen Gemeiw fthast erregt . ] Es hat unzählige andere Bücher ausgebrütet , davon ei - «ige alles enthalten , was von beyden Theilen über diese Materie von ge - schickten , subtilen , und gelehrten Köpfen gesager werden kann : aber bey dem allen sind wir weder weiter gekommen , noch klüger geworden ; und dieß wird allezeit das Schicksal solcher Streitigkeiten bleiben : je mehr man da - von redet , je mehr man sie verwirrt , desto mehr giebt man den , Leser Anlaß , zu sagen . Feciftis probe , incertior tum rnulto quam dudum . Terent . Phorm . Ach II , Sc . III . Es hat einer gesager , daß die rien von der Gnade ein Meer sind , das weder Ufer noch Grund hat . Vielleicht würde er viel richtiger geredet haben , wenn er sie mit demPha - ruö bey Meßina veralichen hatte , wo man allezeit m Gefahr ist , an el - „ er Klippe zu scheitern , wenn man sich bemuht , eine andere zu vermeiden : Incidit in Scyllain cupiens vitare Charybdin . Alles laust endlich hierauf hinaus : Hat Adan , freywillig gestmdiget^ Antwortet man mit Ja ; so heißt es' : also ist sein Fall nicht vorgesehen gewesen . Antwortet man nur nein ; so wird man crwiedern , also ist er nicht strafbar . Man mag hundert Bände wider diese zwo Folgerungen schreiben ; so wird man doch endlich bekennen müssen : entweder daß die unfehlbare Vorsehung eines zufälligen Erfolgs , ein unbegreifliches Gcheimniß fey ; oder daß die Art , vermittelst welcher ein Geschöpfe , das ohne Freyheit wirket , dige , ganz und gar unbegreiflich ist . Zch verlange nichts weiter : , 0 bald man eine von diesen beyden Unbegreiflichkeiten bekennen muß , so dienet das viele Schreiben zu nichts ! *
* Herr Bayle geht zu weit , in dem er diese Streitigkeit der Schristgelehrten zu zweyen ganz unbegreiflichen Geheimnissen ma - chen will . Beyde Folgen die er in seiner gehörnten Schlußrede macht , können mit Grunde geleugnet werden . I . Jolget es nicht : Oes Menschen - Handlungen sind frey : also können sie von Gort nicht vorher gesehen rverdcn . Ein verkehrter Begriff von der Freyheit , den hier Herr Bavle mit einigen Arminianern , als Limborchen und leClerken , auch wohl mit den Socinianern selbst , im Kopfe hat , verleiten ihn auf diesen falschen Schluß . Wenn näm - lich die Freyheit ein Vermögen ist , ohne Grund und Ursache etwas au wählen ; oder aus bloßem Eigensinne , wie man saget , das ist oh - , , e zu wissen , warum etwas zu thun , oder zu lassen sey : so ist es freylich unmöglich , die künftigen Handlungen eines fteyen Wesens vorher »n sehen Allein diese Art der Freyheit ist eine Chimäre . Wenig - srens besikr sie kein Mensch ; als dessen Wille allemal durch gewisse Bewegungsgründe gelenket wird , die er sich entweder deutlich , oder undeutlich vorstellet . Kann nun oft ein guter Freund , der des dern Neigungen . Absichten , Gewohnheiten , und andere Umstände kennt , vorher sehen , was derselbe in diesem oder jenem Falle thun , oder wählen wird , wie die Erfahrung lehret ; und leidet hier die Frey - heit des Wahlenden , durch das Vorhersehen des ander» , nicht das al - lerqeringste : so kann ja auch Gott die Handlungen der Menschen , ihrer Freyheit unbeschadet , um desto leichter vorhergehen , je mehr er die innersten Gedanken der Menschen kennet , daraus ihre künsti - qen Entschließungen entstehen werden . Man sehe hier das schone Gespräche von dieser Materie nach , welches Laurentius Valla ge - macht , so wie es der Herr von Leibnitz am Ende des III Tbeils der Theodicee fortgesetzt , und verbessert hat . II . Die andere Folge ist nickt richtiger , als die erste . Denn wenn man erst den deutlichen Begriff einer Strafe voraussehet , den SokrateS in der Unterredung mit dem Sophisten Protagoras , wie Plaro uns selbige beschrie - ben , gegeben hat , daß sie nämlich ein Mittel ist , die Menschen zu hindern , daß sie eine gewisse böse Handlung nicht thun sollen ; weil eine schmerzliche Empfindung damit verknüpfet ist , die man die Strafe nennet : ( Malm» fenfus ob maluni culpae : ) So sieht man wohl , daß Strafen auch da statt finden , wo keine vollige Frey - heit ist . Z . E . die Bestien sind nicht frei ) , und dennoch können wir sie durch Schlage und Hunger , zu allcrley Dingen gewöhnen , ja von allerlei , bösen Dingen abhalten , wie man an Pferden und Hunden deutlich sieht . Die Strafe hat also einen Einfluß in die künftigen Wandlungen auch bey solchen Wesen , die keine Freyheit haben . Ge - setzt also , die Menschen wären nichts freyer , als die Bestien ; ( wie es denen , die es nicht haben wollen , daß der Mensch allezeit aus Gründen handeln soll , aus dieser Meynung zu fließen scheint . ) so könnten doch aus ihren bösen Handlungen , aus der Unmäßigkeit , Verschwendung , : c . solche böse Folgen , als Krankheiten , Armuth , . . . '< eMehen , bey deren Empfindung , oder Vorherfthung sie den sÄ fasselm . sich davor zu hüten , oder sie zu . unterlassen . Ja - in Dieb gleich nicht frey wäre , jo konnte die Obrig , kerben dmÄ die Erbauung eines Galgen« , nnd durch die Voll - - eines Todesurtheils , hundert andern die Furcht e . n , a - streckntig eines ©teMei , vertreiben ; nicht anders wie
Schläge vom Beißen eines Die Obrigkeit würde also gar nicht ungerecht han -
dem Recneil de diverfes picces de Mr . Leibnitz , Clarcke Neuton etc .
T . I , p . - 55 . die Recherche« für la Liberte' del' Hornnie etc . G .
( H ) Vielleicht hat man niemals die Unredlichkeit so rvohl er - kanm , die sich in dergleichen Streitigkeiten menget . ] Alle die »ur ein wenig Einsicht haben , sehen klärliä ) , daß bey der Materie von der Freyheit nur zwo Parteyeu zu ergreifen sind : die eine , wenn man saget , daß alle von der Seele unterschiedene Ursachen , die mit derselben wirken , ihr die Kraft lassen , zu wirke» , oder nicht zu wirken : die andere ist , wenn man saget , daß sie dieselbe auf eine solcl>e Art bestimmen , zu wirken , daß sie sich gegen dieselben nicht vertheidigen kann . Die erste Partey ist der Molinisten ihre , die andere ist der Tyomisten und der Jansenisten , und der Protestanten von dem genfer Glaubensbekenntnisse ihre . Hier sind dreyerley Gattungen von Leuten , welche die Molinisten bestreiten , nnd im Grunde einer und derselben Meynung zugethan seyn müssen : unterdessen haben doch die Thomisten bis aufs Biut verfochten , daß sie keine Jansenisten wären ; und diese haben mit gleicher Hitze tet . daß sie wegen der Materie von der Freyheit keine Calvinisten wäre» . Es giebt keine Kunstgriffe , und keine übclgegründete Unterscheidungen , deren man sich nicht bedient hätte , diesen . Vorgeben ein Färbchen anzu . streichen ; und alles die , es , um die verdrießlichen Folgerungen zu vermei - den , die man voraus sah , wenn man einige llebereinstimmung entweder mir den Jansenisten , oder mit den Calvinisten zugestünde . Andern Theils , ist kein Trugschluß mehr gewesen , dessen sich die Molinisten nicht bedient Härten , um sehen zu lassen , daß der heil . Augustin den ^ansenis ? mus niä ) t gelehret habe : bloß weil man sich nicht getrauet , zuzugeben , daß man diesem großen Heil igen zuwider wäre . Also haben die eine , , , die nicht zugeben wollen , daß sie mit Leuten übereinstimmten , die für Ketzer gehalten worden , und die andern , welche nicht bekennen , daß sie einem Lehrer zmvider wären , dessen Meynungen allezeit für rechtgläubig qe - halten worden , tausend Taschenspielerstreiche gespielt , die der Redlichkeit schnurstracks zuwider gewesen .
( I ) Er hatte sich in die Religionssireitigkeit wider die ? ? e« fotmirten gemengt . ] Hier ist der Inhalt , den nns Leydecker in des Jansenius Leben 57 und f . S . von diesem Streite giebt . Die Gene« ralsiaaten haben i6ay einen Befehl herausgegeben , kraft dessen sie die öf - fentliche Uebung der katholischen Religion zu Herzogenbusch verborhen , und die Kircheneinkünfte von der Bogley dieser Stadt zum Gebrauche der reformirren Religion bestimmten , die sie daselbst durch vier Prediger predigen ließen . Diese letztern , da sie Nachricht erkalten hatten , daß man insgeheim verschiedene heftige Verleumdungen wider ihre Lehre aus - streute , gaben einen Vertheidigungsbrief heraus , um zu erklären : daß sie nichts als das lautere Evangelium predigten ; und ihre Widersacher zu er - mahnen , daß sie alles das öffentlich vortragen sollte» , was sie einzuwenden Härten . Man hat darauf bloß durch eine Schrift geantwortet , davon Jansenius Urheber war , und die den Titel hatte : AIcxipharniacum , i gedruckt . Gisbert Voetius , einer von den vier reformirren Predigern , die zu Herzogenbusch predigten , hat Noten über das Werk , Philoniu» Romamis corredhis betitelt , gemacht , welche durch ein neues Buch des Jansenius , unter dem Titel Notarum Spongia , 1631 gedruckt , get worden . Der Urheber der Anmerkungen ist die Gegenantwort nicht schuldig geblieben , er hat seinen Gegner ganz von neuem durch ein große« Buch widerleget , welches er 1635 herausgab , und den Titel hatte : Defpe - rata Caufa Papatus . Jansenius hat nicht geantwortet , aber einer vor» seinen Freunden , Libertus Fromondus , hat die Gegenantwort für ihn ge - macht . Sein Buch , Caufae defperatae Gisb . Voetii aduerfus fpon - giam - - > Corneliilanfenii Crifis oftenfa betitelt , ist zu Anfrort * pen 1636 gedruckt , und durch den Martin SchoockiuS , Professor der > ? i - storie und Beredsamkeit zu Deventer widerleget worden , der seine Am , wort betitelte : DefperatilTitna caufa Papatus . Sie ist 1638 gedruckt worden . Dieß ist das Ende dieses Streits gewesen , wenn wir dem decker in des Jansenius Leben 64 S . glauben dürfen . Unterdessen finde ich in der Bibliothek des Valerius Andreas , unter den Werke» des Fco« NionduS , eine Schrift , Sycophanta : Epiftola ad Gisbertuni Voctium , 1640 gedruckt . Und seit dem ersten Drucke dieses Artikels habe ich ei - nen Brief gesehen , worinnen man diesem Professor von Utrecht vorwirst , daß er sich betrogen hätte . Falleris , Praeclare , fecus res habet . . - . Fromondus . . . . vltimo i Jansenius hat einen andern Krieg führen müssen , den man den pro« testantischen nennen kann . Denn Theodor Simonis , ( er ist aus H»I - stein gewesen . ) ein herum irrender Katholik , und der einen Hern , suchte , hat ihn zu Löwen besucht , um ihn um die Erläuterung einiger Zweifel / wegen der Unfehlbarkeit des Pabstes . wegen der Anbethung des Sacra - ments . und etlicher anderer Pnncte zu bitten , jansenius , den die Ein« würfe dieses Menschen verwirrten , hat eines Tages zu ihm gesaget , daß er nickt mehr mündlich sondern schriftlich disputire» wolle , und daß ec wohl sähe , wie er mit einem Katholiken zu thun hatte , der bald nach Holland gel>en und sich rühmen würde , ihn überwunden zu haben . Si« monis , dem es schwer ankam , sich zur schriftlichen Disputakion zu schließen , hat sich endliä ) dazu erklärt . Allein nachdem man die Schrif - ten von beyden Theilen zweymal wiederholt hatte , so ward er in feinem Hause mit Soldaten umringt , und mit der Strafe der Ketzer bedrohet Der Secretär des Herzogs von Arschott schrie , zum Feuer ! und sagte , es sen Holz genug in dem Walde »eines Herrn , diesen Ketzer zu verbrennen . Wie aber derjenige , der den Simonis im Namen de« Erzbischofs von Mache ! » befraget , Bericht erstattete : daß er ihn , als einen guten 6 a - tholiken und bey dem festen Entschlüsse , in der römischen Gemeinschaft zu bleiben , gefunden hätte ; so wurde dem Gefangenen die Freyheit gegeben , und Jansenius mußte die Unkosten der Soldaten bezahlen , u . s . w . Si - monis ist nach Verlauf von zweyen Jahren reformirr geworden , und bat ein Buch . 1638 zu Leiden herausgegeben , welches zum Titel hatte : De Statu et Religione proprxa Papatus , aduerfus Ianfenium . Man sehe die Historie von allen diesem sehr weitläuftig bevm Leydecker 6» it . f . S . Ich babe vor kurzem gelesen , daß dieser Mensch . der vom Luthcrthume zum Pabstrhume gegangen , wieder zum Luthertbume zurück gekehrt sey , und endlich die Partey der Socinianer angenommen habe . Er ist Auf - sicher ihres Collegii zu Kisselin in Litthauen gewesen . Siehe Möllers , Ifagogc ad Hiftor . Cherfoneli Cimbricae , P . III , pag . 108 . Er hat gut Griechisch verstanden , und er ist es , der die lanuam Linguai um des Come - nius in diese Sprache übersehet hat .
( K ) Man hat etliche andere Rüther , die aus semer Ledtr ge -
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