Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
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Iansenius .
a ) Valer . Andreas Defielius , Biblioth . Bclgic . p . 154 . 6 ) Dieß ist derjenige , der sich unter dem Namen des Abts von S . Cyran berühmt gemacht hat . c ) Leydecker , unten in der Anführung ( ? ) pag . 8 - <0 Ebendas . p . 10 . e ) Ebendas . p . >2 . / ) Valerius Andreas , Biblioth . Belgie . p . 154 . Es ist betitelt , De Hiftoria Ianfenifiui Libri VI , quibus de Cornelii Iaiifenii Vita et Morte , nec non de ipfius et fequacium Dogmatibus difleritur . Zu Utrecht , 1695 , in 8 .
( A ) Er war bey Leerdam gebohren . ] In einem Dorfe Accoy Henannt . Dieß beobachtet Leydecker . Fallunt , saget er , de Vita et Morte Ianfenii , pag . 2 . operis pofthumi editores , quando referunt , eum Uttum ejfe Leer dornt modico Batauiae oppidulo , fed tanti vir ! natalibus iam magno . Etenim feiant eius Afleclae , eum in Comitatu quidem Leerdamenfi natum , non tarnen in oppido leerdamo ( Linger - damo alias , quod adLinguam fluuium fit fitum ) fed in quodamPago , quod Vrbeculae fubeft , et accoy appellatur : fic Nepotes et Con - fanguinei , qui ibi adhuc degunt , teftantur , fuperftite humili Domun - cula , in qua primum lucem adfpexit . Man darf kein Geheimniß da - rinnen suchen , daß er sich Leerdamenfis genennet hat ; Iansenius patria fuit Batauus , atque vt ipfe feribit , quafi in honore id poneret , Leer , damenfis . - - . Vnde vero ifte error ? an quod , etc . Ebend . p . z . denn nach dem ordentlichen Gebrauche nimmt man den Namen der Stadt in dem Gebiete an , darinnen man gebohren ist . Dieß beweisen tausend Exempel . Siehe die Anmerkung ( A ) zu dem Artikel Castellern .
( B ) Man hat ihm vorgeworfen , daß er ver protestanriscken Religion einige Zeit gefolgt wäre . ] Ein Jesuit von Bourdeaux , Na - mens Moses du Bcurg , hat i6s8 ein kleines Buch herausgegeben , betitelt Hiftoire du Ianfenifme , contenant fa Conception , fa Naiflhnce , fon Accroiflement , et fon Agonie , worinnen er läget , Vafi sick Ser Va - ter des Cornelius Iansenius ; u ver Reyerey ver Talvimticn kannt , obaleick sein Sohn , oa er alt war , sieb für einen Rarho - liken erklart . Siehe die Faflums des Parens de lanfenius , im VIII Bande der Morale Pratique pag . 317 . Der P . Labbe hat eben dieses , vor ihm , bekannt gemacht , in der Vorrede Triumphi Cathoiicae Veri - tatis , zu Paris i6 ; i gedruckt : Princeps eorum extitit ll . 1 v8 ianseNivs , qui gente Hollandus , patria Leerdamenfis , inter hae - f eticos educatus a puero , tum Louanii , etc . P . Hazarl hat diese läumdung in einem holländischen Werke , der Triumph Oer pabste ju Rom , betitelt , welches er zu Antwerpen i68> herausgegeben hat , erneuert . Sein Vater , saget er , war ein Vertier , unv was ihn betrifft , so hat er , da er großer geworven , außerlick ein Ratholike ; u fep» fallenen . Siehe die Fadhmis des Parens de Janfenius , pag . 307 . Da er verklagt wurde , eine Ehrenerklärung zu thun , so hat er unter andern Gründen angeführet , daß er nicht der Erfinder dieses Vorwurfs sey . weil er ihn erst naä ) dem Moses du Bourg herausgegeben . Ebendas . z i ? S . Man hat in den Factum« , die id , anführe , unumstößlich bewiesen , daß dieser Borwurf höchst falsch ist . Hier ist eine Stelle vom Leydecker , wel - che besondere Umstände enthält , die nicht in den Facrums find . Paren - tes habuit honeftos , Pontificiae Religioni addictos , licet Euangelica lux Belgio affunderetur , quibusque modicae opes . Vt male Hazardus Iefuita in Hiftoriis Eum Patre Caluiniano natura retulerit , illum falfi poftulantibus , qui id non ferrent , Nepotibus . Pater appellatus fuit vernaculo nomine ianottme ( Man bemerket zu Anfange deS ersten FactumS , daß er Johann Otto Acquoy heiße . ) fabrili opere vifturn quaeritans , Mater autem lyntie gysberts , ceti referunt fu - perftites , vnde hic Filius cornelis iansen diäus eft , antiquo vulgi in Belgio more , at Latina vel erudita terminatione , corne - tivs iansenivs . Leydecker . de Vita Ianfen . p . 3 .
CC ) Sie studierten beysammen mit einem außerordentlichen Slciße . Z „ Es ist bey dem von - Hauranne , der nach diesem Abt von „ S . Cyran war , gewesen , wo Iansenius die fünf bis sechs Jahre zuge - „ bracht , die er zu Bayonne gewesen , und sich mit einer solchen Aemfigkeit „ auf das Lesen der Kirchenväter und des heil . Augustin gelegt , daß des , , - Hauranne Mutter , da Iansenius nicht mehr so munter schien , etliche - „ mal zu ihrem Sohne gesaget : er würde diesen ehrlichen Hollander durch „ allzuviel Studieren noch ums Leben bringen . , , Factum pour Ies rens de lanfenius , pag . 410 .
( D ) Nackvem er ZUM Erzbisckofthume 5U Tours erhoben wor - den . ] Nach dem Leydecker in des Iansenius Leben 10 S . war dieses Erzbischofthum durch die Absetzung Sebastians Galligai , eines Bruders des Marquis von Ancre , oder vielmehr Schwager ; ( denn der Marschall von Ancre hat sich Concini genennt , und seine Ehsrau Galligai , ) erledi - get worden : Vacante Cathedra per fpontaneain Sebaftiani Galigaii Florentini , infelicis Marchionis Ancraei fratris , ceflionem .
( E ) Z ) ie Universität hat ihn ; rvc ) - mal nack Spanien geschickt . ) Seine Feinde haben deswegen viel Lügen ausgesprengt . Sie haben ge - saget , daß er aus Spanien geflohen , va er eben von dem Reyer - gerickte ergrifft» werden sollen , weil er seine neue Lehre daselbst ausgebreitet . Fa & um , pag . 450 . Diese« hat P . Hazart vorgegeben , und den Moses du Bourg abgeschrieben . Das Factum antwortet p . 451 . folgendes -
„ Seine Unwissenheit ( nämlich des Moses du Bourg ) in den Sa - „ chen des Iansenius zeiget zur Gnüge , daß dieß eine zur Lust erfundene „ Verläumdung ist . Orr redet von seiner spanischen Reise , als wenn er „ nur eine gethan hätte , anstatt , daß er derselben zwo gethan hat ; ( Valer . „ Andr . in Faftis Academicis pag . zyz . ) die eine 1624 , und die andere „ 1625 . Und eben dieses würde den Jesuiten von Bourdeaur verwirrt „ haben : denn wenn er sein Mährcken in die erste Reise des Iansenius „ gesetzt hätte , so wäre die Unrichtigkeit davon augenscheinlich gewesen , „ weil er sich wohl gehütet haben würde , das andereinal wider dahin zu „ kommen . Und da er eS in die zweyte setzet , so hat sich die Unrichtigkeit „ aufeine andere Art darinnen gezeiqt , daß ein so verdrießlicher Zufall seine „ ganze Unterhandlung unfehlbar gestöbrt haben , und er beschämt nachLöwen „ zurück gekehrt seyn würde ; anstatt , es gewiß ist , daß er mir Ruhme da - „ hin zurück gekommen und alles erhalten hatte , was die Universität Lö - „ wm von seiner katholischen Majestät gebethen hatte , um den llnterneh - „ mungen der Jesuiten Einhalt zu thun . Endlich ist ein Schriftsteller , „ der außer dem so wenig Glauben verdienet , desselben in Ansehung einer „ an sich selbst wenig glaubbaren Geschichte gänzlich unwürdig ; wenn er an „ eben demselben Orte drey andere handgreifliche Unrichtigkeiten wider „ eben dieselbe Person vorgiebt . Und dieses hat dieser Jesuit von Bour - - „ deaux gethan . Die erste ist : daß des Iansenius Vater ein Calvinist „ gewesen . Dieß ist die erste Verläumdung , deren Unrichtigkeit in dem „ I und in Factum auf eine überzeugende Art bewiesen worden . Die
„ zweyte ist : daß Iansenius , da er nach seinem langen Herumschweifen , „ in Frankreich , nach Löwen zurück gekommen , es durch seine listigen „ Kunstgriffe so weit gebracht , daß er unter dem Titel eines armen katho« „ tischen Holländers zum Stipendiaten eines Collegii gemacht worden . „ Wo man gewisse Gelder zur Unterhaltung solcher armen Schüler aus - „ theilte . Eine unverschämte Lügen , die durch öffentliche Urkunden wi - „ verlegt wird , ( Fall . Academ . pag . 138 . ) weil er gleich nach seiner Zu - „ rückkunst in Löwen 16 , 7 den Docrorhut der Gottesgelahrtheit erhalten „ hat , und zum Vorsteher des Collegii der heil . Pulcheria gemacht »vor - „ den . Louanium reuocatus nouo Collegio D . Pulcheriae praeficitur . „ Die dritte ist eine ehrlose Verläumdung , daß nämlich dieser gute Ski - „ pendiat das Geld des Collegii gestohlen , um das Kostgeld der zwcen „ Neffen des Abts von S Cyran zu bezahlen . Lauter Unrichligkei« „ teil , i ) Der Abt von S . Cyran hat nur einen Neffen zu Löwen , und „ nicht zween gehabt , a ) Wenn Iansenius nur ein Stipendiat gewesen , „ wie hätte er denn mit den Güter» des Collegii schalten können ? z ) Die - „ ser erdichtete Diebstahl ist eine heftige Verläumdung , die in vielen Pas , „ quillen der Jesuiten ausgestreuel worden , und deren sie in dem >6 Pro - „ vincialschreiben in diesen Worten überzeuget worden sind . „ Ich wer - de euch sagen » . s . w .
Man har tausend und aber tausendmal gesaget , daß es keinen einzigen Roman giebt , der nicht auf eine oder - die andere wahre Geschichte ge« gründet wäre . Dieses kann man mich von des Moses du Bourg seinem sa - gen ; denn es erhellet aus einem Briese des Iansenius , daß das Ketzer - gerlchte in Spanien nach seiner Abreise einige Erkundigungen widet ihn angestellet hat . Hier sind die Worte seines Briefes vom 31 des Christ« monatS 1617 . Man hat mir von jcnseir des Gebirges ( Ses pyrenäi . scken ) geschrieben , daß das RcNergericktewidcr einen Doctor von L . orven aufgestanden ist , der in Spanien gewesen und sick nack Sa - lamanca an das - Haus seines Xvirckes gewendet , welcker Ser vor - nehmst« jenseitige Doctor und der Universitär war , Namens L>asi - lius von L . eon , um wider ihn als einen - Holländer , und folglich als einen Rener , Erkundigung einzuziehen , Oer ihm so viel gute« von diesem Döcror gesaget , daß sie mit einer langen Nase abziehen mks , sen . Fadtum , p . 462 , 46 3 . Wir wollen diese Anmerkung mir diesen Worten des Valerius Andreas Bibl . Belg . p . 154 . beschließen . Breui quoque pore eam de fe opinionem apud Acaderaicos oranes excitauit , vt prae lanfenio alius magis idoneus non fuerit iudicatus , qui nomine eius - dem Academiae bis Legatus in Hifpanias mitteretur . Vbi qua pru - dentia ac dexteritate fefe gefleht , tum apud Regem Catholicum , tum in Academiis Salmanticenfi ac Vallifoletana , feliciflimus vtriusque Le - gationis euentus doeuit . Man ziehe Leydecker» 2z u . f . S . wegen der Ursache und des Fortganges dieser zwo spanischen Reisen zu räche .
CF ) Iansenius hat ( >6z ; ) ein N ? crk rvider Frankreich gegeben . ] Dieß ist ein sehr wichtiges Werk , es hat zum Titel : Alexan . ari Patricii Armacani , Theologi , Mars Gallicus , feu de Iuftitia arrao - rura et foederum Regis Galliae libri duo . Man schreyet dämmen auf die allerboshafteste und verhaßteste Art von der Welt wider die bestän , digen Dienste , die Frankreich den Protestanten in Holland und Deutsch - land , zum großen Nachrheile der katholischen Lehre , leistete . Die Hol - länder werden darinnen als Rebellen angegeben , die ihre republikanische Freyheit bloß durch einen ehrlosen Raub genossen . Sie haben mal auf diesen Vorwurf geantwortet , und Leydecker hat zuletzt nicht ver - gessen , sehr wohl darauf zu antworten . I» Vita Ianfenii , 94 u . f . S . Er berichtet uns , auf der 92 S . ein ausgesprengtes Gerücht : daß näm - lich Iansenius , da er von dem Herzoge von Arschotl , und dem Erzbi - schose von Mächeln , nach dem Verluste von Herzogenbusch und Mastrichc um Rath geftaget worden , angerathen , das spanische Joch abzuschütteln , und nach Art der Schweizer zu leben . Man erfuhr , daß er diesen Rath gegeben hatte , und er war sehr bekümmert darüber . Dieserwegen both ihm der Präsident Rose ein Mittel dar , sich aus der Sache zu helfen ; er hat ihm vorgeschlagen , wider Frankreich zu schreiben , und ihm die Ein - richtung deck Mars Galliens mitgetheilt . Opportune fuam operam of - ferebat P . Rofaeus , vir eruditiflimus , Sanaioris Confilii Praefes , jus ante meminimus , fuppeditato voluminis argirmento , quo velpoe - nitentiam ageret , vel famam falfi accufaret . Iftud autem erat Mars Gallicus , ftylo quidem Ianfenii ornandus , cuius tarnen materia ipfius opus , eruditionem et ingenium excedebat , pag . 93 . Leydecker führet einen Brief des päpstlichen Nuntius , Fabio Chigi an : Et ne mentiri viderenttir , Litteras produxere Fabii Gighii , Nuntii Apoftolici ( qui deinde Alexander VII fuit ) ad F . Barberinum , Cardinalem , datasCo - loniae 2jMartii , 1641 , vbi haec feripta , Cardinalis Ricbelius admodum ßomachatur in Janfenium , quod cum Rofaeo Martern Gallicum confcripfe - rit . Nimirum hae Litterae adhuc in Collegio S . Officii Romae afler - uantur . Die Jesuiten haben nicht ermangelt , den sranzösischm Hos wi« der die Anhänger des Iansenius aus dem Grunde zu reizen , weil dieß ein Mann wäre , der die Narion und ihre Monarchen fast von dem ersten , bis auf den letzten gelästert hätte . Leydecker führet eine lange Stelle aus einem Buche an , welches er für des PAnnats Werk hält , ( pag . 8 ? - ) und welches allem Ansehen nach vom P . Vavassor ist . Man leget es ihm p . zz . des Bücherverzeichnisses Sebastians Mabre - Cramoisy welches 1678 gedruckt ist , bey . Der lanfenius fufpeftus ist , 1650 , durch Sebastian und briel Cranioisy gedruckt worden . Jd> will aus dieser langen Stelle nur dasjenige anführen , was die Undankbarkeit betrifft , die man dem Janse - Nius vorgeworfen hat . Ante oinnia lanfenio exprobrat ingratum in Galliam animum , quae ipfi valetudinem , quam reeipere non poflet in patria , concreto et pingui coelo , reftituerat puro et falubri ; quae vidhim , cum egeret , praebuerat , tum domcftico Praeceptori Lutetiae Parifioruin , tum ludi publici Magiftro Baionae , quae notitia Virorum illußrium atque doftorura animum fecerat ad raaiora , aditumque et viam niuniuerat . Qiiin in Galliis , quod beneficii loco fine dubio n» - merauit , magnam adeptus erat libronmi Caluinianonun copiam , qu° - rum de fontibus haulit Auguftini interpretationem , et inuenerat " ° * mines a Caluini difeiplina non alienos , quibuscum liberiores de tia fermones contulerit . Autor Libri , cui Titulus , lanfenius fujpt " ttS'
beym Leydecker 89 S .

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