Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12691

872 Hui
Unterredung zu Mümpesgard , zwischen dem Theodor Beza , und dem Jo - Hann Andreas untersucht , vier Artikel in des Beza Lehre gefunden , die er der heiligen Schrift nicht recht gemäß zu seyn glaubte : l . Daß Je - sus Christus nicht für alle Menschen gestorben sey . II , Daß die meisten Menschen von den Versprechungen der Gnade ausgeschlossen waren . III , Daß die Ursache der Verdammniß der Verworfenen , der bloße Wohlgefallen Gottes sey , der sie darum erschaffen habe , daß er an ihnen die Macht seines Zorns beweisen wollen . I V . Daß niemand wissen kön - ne , ob die Taufe die Kinder wiedergebähre . Er hatte das Herz gehabt , diesen vier Artikeln zu widersprechen ; allein er hatte sich durch diese Kühn - heit , die Verjagung zugezogen : Musculus und Grynans , hatten glück - lich an seiner Vertreibung gearbeitet . Er hatte sich ins Würtembergische begeben , und daselbst eine Kirche erhalten , nachdem er das augspurgische Glaubenebekenntniß angenommen hatte . Nachdem ihn einige Bücher , die er herausgegeben , dem Churfürsten von Sachsen bekannt gemacht hatten , so ward er nach Wittenberg zur theologischen Profeßion berufen . Durch das vielfältige Widerlegen der fchweizerischenProtestanten , wegen der Gnadenwahl , verfiel er auf eine andre Ausschweifung , daß er so gar gelehret , es habe Gott alle Menschen zum ewigen Leben erwählet . Hun - niu« und seine Amtsgenossen erinnerten ihn seines Jrrthums , und wie er sich deswegen nicht gebessert , so wurde er verjagt . Er gieng nach Re - aenspurg , und hatte Unterredungen mit einigen Gottesgelehrten ; er ist halsstarrig bey seinen Jrrthümern geblieben , und hat dieselben zu be - haupten , in Speyer Bücher herausgegeben . Dieß ist die XIV tung der lutherischen Kirche gewesen . Au« des Micrälius , Syntag . Hift . Eccief . pag . 871 . Dies , ist der Mann , mit dem unser Hunnius zu thun gehabt . Er ist so glücklich gewesen , über seinen Feind zu triumphiren ; denn er hat ihn absetze» lassen : allein er hat sich einigem Verdachte der Keherey ausgesetzet , und ist genöthiget gewesen , zu seiner Rechtfertigung zu schreiben . Man lese diese Worte'des Calixtus , Confiderat . Do<ä . ! le - format . Port annnm fiiperioris faeculi oäogefimum Aegidius nius , nifi fallor , primus vel certe inter primos praecipuus , prifcam et ante Auguftinum in primitiua Ecclefia receptam fententiam reuo - cauit , et in Ecclefias Scholasque noftras reduxit ; non tarnen line dif - ficultate , contradiäione et infimulatione Pelagianisini . Und das , was folget ; Foitem fe et fidum purioris dodkrinae hyperafpiftcn , aduer - lus inanes Huberi tpAvaglaf , eo tempore praeftitit Hunnius , dum tim monendo , partim fcribendo , errantem Huberum in viani reuocare ftuduit : quod lpfa res loquitur , et monumenta hac de controuerfia bene multa edita , cum primis vero ille traöatus Hunnii de prouiden - tia et fracdeßinatione filiorum De ! , fatis luculenter teftatur . Dillidio autem illo Huberi remotione fopito , prodiit anno nonagefimo feftimo epiftola : qua variomm errorum , de coena Domini , de baptismo , de Ii . beru arbitrio , de perfona Cbrißi , 'de aeterno praedeßinatiune fuit infi - mulatus . Hane igitur Hunnius , eodem anno refvitaiiit : vt et eos , qui in Anhaltinis ecclefils altaria , imagines , organa mufica , hoftias , et alias ceremonias abrogarant . Hutterus , beym Melchior Adam , in Vit . Theolog . p . 729 . Ich setze diese letzten Worte dazu , damit . man wisse , daß Hunnius die Altäre , die Bilder^ und andre papistische Ceremonien »licht verdammet hat , davor die andern Lutheraner einen Abscheu gehabt .
( ? ) Brist einer von den vornehmsten Gegnern - - - bey den Unterredungen zu Regenspurg gewesen . 1 Ich bin versichert , es werden die ineisten von meinen Lesern gern sehen , daß sie nicht erstlich zu einem andern Buche Zuflucht nehmen dürfen , um zu erfahren , was dieses für eine Unterredung gewesen : dieserwegen setze ich her , was Peter Matthaus , Hirt , de Paix , Libr . IV . im 1601 Jahre , pag . m . 134 . davon setzet . „ Maximilian , Pfalzgraf am Rhein , Herzog von Bayern , und „ Philipp Ludwig , gleichfalle Pfalzgraf am Rhein , Graf von Veldenz „ und Sponheim , Vettern , und vermittelst des Geblüts verbunden , aber „ in der Einigkeit der Gemüther , welches die Religion ist , getrennet , und „ einander zuwider , beschlossen , sich in einem Glauben zu vereinigen , und „ ihre Unterthanen mit sich zu einerley Glaubensbekenntni „ e zu bringen , „ die größten und berühmtesten Gottesgelehrten in Deutschland , von bey - „ den Religionen zu Regenspurg zu versammle» , damit sie durch ein „ freundliches Gespräch die Schwierigkeiten erläutern sollten , welche „ diese erbarmenswürdige Spaltung verursachten . Die Deputation ist „ über die einzige Frage gewesen : ob die heilige Schrift zureichend „ sey , die zur Seligkeit nothigen Dingezu bestimmen . Die schen Disputanten sind vier Professoren der GotteSgelahrtheit von der „ Universität Paris , ( * ) und darunter ein Jesuit gewesen . FürdieProre , „ stanken sind fünfzehn , theils aus der Pfalz , theils aus den Herzogthü - „ mern Sachsen , aus Brandenburg und aus Wittenberg gewesen . - - * „ Die Präsidenten , die beyden Prinzen , die Sprecher , Gretserus der Je - „ suit und Heilbrunn , der reformirre Prediger - - - Ebendas . p . >35 . „ Das Gespräch hat aus vierzehn Zusammenkünften bestanden . wobey „ man lange und heftig von der Gewalt des Richters , aber nicht so deut - „ lich und so wahrhaftig gesprochen , daß man über diesen Wortstreit keine „ großen Verteidigungen in Schriften gemacht hat . „ Ich schalte hier folgende Randglosse des Peter Matthäus ein . Ueber diese Disputation zu Regeuspurg , saget er . sieht man außer den Acten und Registraturen der Sitztage , Tag vor Tag , ein Buch unter diesem Titel : Analyfis Dia - ledica Colloquii Ratisbonenfis anno 1601 de norma et iudieeomnium controuerfiarum fidei Chriftianae habiti .
( » ) Matthäus betriegt sich . Cayet , Hirt . delaPaix , p . - üo , hat nicht mehr Grund gehabt , wenn er saget , daß die Gottesgelehrten des Her - zogS von Bayern Meister Hunguer und Tanner . Docroren der Facultät zu Paris , und Gretser , der Jesuit gewesen . Tanner ist von seinem >8 Jahre ein Jesuit gewesen , und folglich ist er nicht Doctor der Facultät zu Paris gewesen .
Der Gedanke dieses Historienschreibers über die Wortzänkereyen ist kurzweilig , Xvenn ich die wenige Frucht betrachte , saget er im IV B . der Friedenshistorie >z ; S . den dergleichen Disputationen an verschiedenen Orten von Europa hervorgebracht baben , und daß die heilige Schrift der Rampfplatt ist , auf welchem ein je - der es für erlaubet hält . zu fechten , so kommt miröie^ . ust an . ein strenges Verboth zu rvhnfdben . mit derselben nicht so gemein um - zugehen , und es wäre gut , daß sie auf die Art gelehret würde , wie die Staubchen Epikurs , die Zahlen de« Pyrhagoras , die griffe platons , die tLnrelechia des Aristoteles , und die Ziffern der Cabbalisten : damit niemand von derselben Erkennmiß hätte , als durch diejenigen , die sie ) U verstehen fähig sind .
aus , daß ein jeder damit klug thun will , trägt sichs zu , daß die Glan» bigen auf einerley Blume , als wie die Biene - Honig finden ; der Rebelle , als wie die Spinne Gift daraus zieht : und viele sind über das Thier der Gffenbarung Johannis selbst zu Thierenge - worden .
Wir wollen dieser Stelle folgende Worte Baillets , im XXI Art . der Anti , beyfügen . „ Es ist mit diesem Gespräche gegangen , wie bey den „ Gefechten , wo sich der Sieg nicht nach der Anzahl der Todten richtet . „ Ein jeder will mit Vortheile zurück gekommen seyn , man hat von bey . „ den Parteyen Berichte davon , und Tractate so wohl lateinisch , als „ deutsch , bis auf zwanzig an der Zahl gemacht . Unter diesen Schriften „ habe ich eine in der Landessprache , den Sieg der Jesuiten betreffend , „ zu Tübingen , in einer lutherischen Stadt , 160 ; in 4 gedruckt , und eine „ lateinische , die Hunnius verfertiget , gesehen , die zu Wittenberg in „ Sachsen , dasselbe Jahre in eben dem Formate , unter dem Titel : Epirto - „ la confolatoria cum not . - - - heraus gekommen ist . Hunnius „ hat sich bemüht , seine Partey durch einen Anri Tanner , und durch den „ Arti - Gretser zu rächen . „ Er hatte die historische Relation gelesen , die P . Tanner gemacht hatte : Allein er war mit einer Erzählung nicht vergnügt gewesen , die seiner partey sowenig vorrhcilhaft war . Um den Wirkungen zuvor zu kommen , die er von dersel - ben Lesung befürchtete , so hat er einen Gegenbericht gemacht , das heißt , eine - Historie von dem Gespräche zu Regenspurg nach seiner Art , die 1602 zu Xvittenberg in Sachsen erschienen iff . Der p . Tanner hat es für seine Schuldigkeit gehalten , diese Schrift nickt ohne Antwort zu lasten , und er ist nicht damit ver - gnügr gewesen , daß er seine Relation lateinisch und deutsch zu München in Bayern wieder hatte drucken lassen , sondern er bar auch Betrachtungen über des - Hunnius seine unter dem Titel herausgegeben : Examen Narrationis quam hiftoricae Relationis nomine infignitam de Colloquio Ratisbonenfi edidit Aegidius nius Praedicans , zu München 1602 in 4 . Wider dieses leme üVerk bat - Hunnius seinen Anti - Tanner geschrieben , den er in ebendem , selben Jahre zu rvittenberg drucken ließ . P . Tanner hat eine Ge - genantwort herausgegeben , in welcher er die Vertheidigung seiner ersten Widerlegung > - , und Anmerkungen über den Tod seines Urhebers giebt . Im XXXVII Art . Num . 1 . Sie ist zu München 1603 , in 4 , unter dem Titel erschienen : Apologeticus pro com - pendiaria relatione de Colloquio Ratisbonenii 1601 aduerfus Anti» Tannerum , cum Appendice de motte Aegidii Hunnii . Baillct merket , daß sich P . Gretser nicht enthalten können , über den Anri - Gretser des Hunnius Betrachtungen zu machen . Sie sind einige Zeit her - nach zu Ingolstadt gedruckt , und seitdem einigen andern von seinen Werken unter dem Titel eingeschaltet worden : Admonitio de Anti - Gretfero . Art . XXI . Dieser Jesuit hat etwas auders wider ebendenselben Gegner herausgegeben . Labyrinthus Cretico - Hunnia - nus , hoc eft , Difputatio de Hunnio Praedicante , genioque Lutherano femetipfum contradiclionibus implicante et iugulante , in aliquot arti - culis fidei 1602 , et Refponfum ad Thefes Hunnianas , de Colloquio Pontificiis iueundo , ( dieß ist ein Druckfehler für ineundo . P . Soluel hat das Wort iueundo behalten , ) vna cum fex digreflionibus contra eiusdem Hunnii calumnias , 1602 . Alegambe , Biblioth . Scriptor . So - ciet . Iefu , p . 200 . Man merke , daß die beyden Biblivthekschreiber der Jesuiten dem P . Tanner ein Buch zueignen , das zum Titel hat : rinthus Critico Hunnianus . ( Dieß ist ohne Zweifel ein Druckfehler für Cretico . ) zu München 1613 gedruckt . Könnte man sich nicht einbil - den , daß hier ein Versehen wäre ? Siehe Baillets XXI Art . der Anti . Sollten sich wohl zween Jesuiten einerley Titels bedienet haben , da sie wider einen Gegner geschrieben haben ?
( G ) i£v ist so wohl an Bückern , als an Rindern fruchtbar gewesen . ^ Man hat eine Ausgabe von seinen Werken in fünf Bänden gemacht . Primus varios traöatus de articulis fidei , alter polemica , tertius et quartus commentaria in Matthaeum , Iohannem , et onincs pene Epiftolas Canonicas , quintus difputationes et orationes varias continet . Edidit etiam vernacula lingua poftillam Euangelicam et Epiftolicam . Homilias in VI Prophetas , Threnos et Catechismum , confefllonem de perfona Chrifti et id genus alia . Micrael . Synt . Hift . Eccief . p . 760 . Was die ehliche Fruchtbarkeit betrifft , so versichert man uns in seiner Leichenrede , daß er den Segen vom Himmel erhalten habe , den der Psalmist den Gläubigen in CXXVIII Ps . versprochen hat .
Dein Weib wird mit dir leben ,
Und wie ein Weinstock seyn ;
Der trägt am Hause Reben ,
Sie bringt dir Kinder ein .
Da wird sich Freude zeigen ,
Wenn Kinder vor dir gehn ,
Und gleich des Oelbaums Zweigen
Um deinen Tisch her stehn . TrnstLange .
Inde diuinae benedicHonis veftigia , tum in rcfamiliari , tum in eo potiflimuin depjrehendit : quod iuxta promiflionem Pfalmi : Vidit fi . lios ac filias , ficut plantationes oliuarum , in circuitu menfae fuae . Beym Melchior Adam , in Vit . Theolog . p . 730 .
( H ) Einige von feinen Söhnen haben sich durch ihre Werke bekannt gemacht . ^ Nicolaus - Hunnius , Professor zu Wittenberg , und nach diesem Superintendentzn Lübeck , hat folgende herausgegeben : Epitome credendorum : Examen erroruin Photinianorum : CapiftrumLancillotto impaflum : Necefläria defenfio de Papa Aritichrifto : Refiitatio \Veige - lianae Theologiae : Apoftafia Ecclefiae Romanae : PeHis ouina papi - ftica : Innocentia Lutheranorum : Fundamentalis diflenfiis Lutnera - norum et Caluinianorum : Necefläria Admonitio contra theofophos , ( Siehe Mollers , Ifagoge ad Hift . CherfonefiCimbricae , P . III . p . 469 . ) nouellos Prophetas , nomine niinitterii Lubcceniis , Hamburgenfis , et Luneburgenfis , und etliche andre Tractate . Er ist >64 ? acht und fünf - zig Jahre alt gestorben . Sein Bruder , Aegidius " Hunnius , war das Jahr vorher , als Generalsuperiutendent von Altenburg , gestorben . Aus des Micrälius , Syntagm . Hift . Ecclefiaft . p . 760 . 761 .
( I ) 1 t t Einer davon ist romischkatl ) olisch geworden . ^ Er ist ein Rechtsverstandiqer gewesen , und hat - Helfreich Ulrich - Hun - nms , geheißen . Cr hat zu Cöln . iSzz ein Buch herausgegeben , wo er zeigen

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