Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12578

86o Hof
Sem ersten Blicke erkennen sollte , daß viel dawider ; u sagen n>oz6 . io87 erzählet : Legis peruigil et excellens cuftos Cancellarius : qua - lemreipfa fe praebuit , dum viueret , ideoqxie a fato maxiine lau - dabilis vir Michael Hofpitalis , cui Mufae ftatuam übenfifiime pone - rent , nifi Iurisprudentia , fimulque Philofophia hoc decus praeri - puiflet . Idque nou ambigue fignificatum eft fuperioribus annis , Ca - rolo IX Rege fuain Galliam oppidatim luftrante , cum forte eruta fuit , et e finu terrae altius effofiäe ftatua incifo Ariftotelis titulo , quae apprime M . Hofpitalem lineamentis ac figuram referebat , vt nec fibi ipfi inagis fit ille fimilis , ficut nec animi dotibus ab infigni Phi - lofopho multum differt . Vnde bene ominari coepi de componendo turbulentae Reipublicae ftatu , quia Gallorum Cancellarius Regi ma - ximo intimus Magni Hirns Alexandri doäorem effigie exacquaflet . . Nos itaque Hofpitali humaniflimoque viro , honoris gra -
tia , tunc verficulos dedicauimus comiter fupra exfpeöationem ac - cipiendos :
Quisquis Ariftoteli doÖum te contulit , idera Blanditus doflo fertur Ariftoteli .
Thvanus , im LVIB . p . 4 ) . bestätiget , was Theodor Beza gesaget hat : Qiii non vultu tantum Ariftotelis os , qtiod cx vtriusquc imaginum vbique proftantiuin comparatione conftat , fed Solonis - - - pe - äus . . . referebat . Man merke , daß Brantome noch von einer andern Ähnlichkeit redet . Der Kanzler von Hospital , saget er , hatte mit seinem großen weißen Barte , seinem blassen Gesichte und seiner ernsthasten Art , das gänzliche Ansehen Oes dato ; so , Saß man gesagt harre , wenn man ihn sah , er sey das wahrhaste Dilvniß des heil . - Hieronymus : es sagten es auch verschiedene bey Hofe . Memoi - res , Tom . II . pag . m . 78 . in dem Lobe des Connestabel von Mom - morenei .
( 0 ) Einige schreiben ihm die Vergleichung der Affen ; u und dem Ansehen nach - - - - geben sie einigen dasjenige , was den andern zugehoret . ) Sie eignen dem Kanzler von Hospital einen Ge - danken seines Vorgängers zu . Man lese diese Worte des Montagne , Ellais , Livr . II . chap . XVII . p . m . 576 . 577 - „ Ich habe den kürzern „ und leichtern Weg wohl gefunden - - - Mich dieser Begierde zu „ entledigen , und mich ruhig zu halten - - - Ich habe auch meine . »Kräfte sehr vernünftig beurtheilct , die zu großen Dingen nicht vermo - „ gend waren : und mich dieses Wortes des Kanzlers Olivier erinnert , „ daß die Franzosen den Meerkatzen gleichen , die einen Baum von Aste „ zu Aste hinauf klettern , und nicht eher aufhören zu steigen , als bis sie auf „ den höchsten Ast gekommen sind ; um , wenn sie da sind , den Hindern „ zu zeigen . „ ( « ) Menage , Modi di dire Italiani , p . 29 . zu Ende ner Etymologies de la Langue Italienne , führet diese Worte des Mon - tagne an ; »nachdem er eimge griechische Verse , ( man sinket sie lateinisch übersehet in ? Voßius , de Seien« , Mathem . p , 237 . ) wo Scaliger sich eben dieses Gedankens , wider den Lndiar , bedienet hat , und die lateinischen Verse angezogen hat , die Salmasius wider den P . Pecavms gemacht , und Auf eben diese Vergleichung zielen . Costar giebt vor : es habe der Kanz - ler Olivier dieses in einer Rede gesaget . Eben dieses kann ich kaum glauben . Der Ranzlcr Glivier , saget er Luit ? de la Detente deVoi - ftire , p . 189 . hat Feme Schwierigkeit gemacht , die Franzosen of - fentlich mit den Affen zu vergleichen , welche von einem Aste jum andern klettern , und den Hindern zeigen , wenn sie auf dem Gipfel de« Vaumes sind . Wir werden sehen , daß ein ParlementSsachwalter »u Paris diese Vergleichung dem Kanzler von Hospital »»eignet . Die - ftr Sachwalter ist weiter nicht bekannt . als unrer dem Namen Guthe - rius , ( sein französischer Name war Goutiere , wie ich aus Guichenons Hift . de Brefle , p . 36 . erfahre , ) den man auf fünf oder sechs verschiebe - ne Arten übersehen könnte , ohne von der Wortableitung abzugehen , nach welcher die Franzosen ihre Namen lateinisch gemacht haben . Dieß sey beyläufig gesaget . Hier ist die Sache : Saepe ego audiui a fori no - ftri prineipibus viris , Michaelem Hofpitalium , Franciae Cancella - rium , cui nulla aetas habuit parem , folitum dicere ; multos , qui ad honores a fortuna pelluntur , fimiarutn esse fimillimos , quae altio - rem arborem na & ac , eousque confcendunt , vt cum ad fummwnar - boris fafti'ium euaferint , foliis vento ftridentibus opertae totae po - fteriora tantum praetereuntibus ridicnle oftentant . Iacob . Gutherius , de Iure Manium , Libr . II . cap . XXVI . p . 35' leipziger Ausgabe . 1671 . Man hat tausend Exempel , welche beweisen , daß einerley Gedanke mir Zusätzen , von verschiedenen Personen gesagct worden . Zch will nur nes davon anführen , welches die Regierung betrifft , unter welcher unser Hospiral das Kanzleramt bekleidet hat : . . Man hat eines Tages zu „ dem Herrn von Villeroy qesaget , daß er der beste Mann von der Welt „ wäre , der die Historie Carls des IX schreiben könnte , weil er Theil an „ allem gehabt ; und daß er sie dieserwegen schreiben sollte . Ich habe „ gegen diesen Prinzen , hat er gesaget , allzugrcße Verbindlichkeit , und »zsein Nachruhm ist mir allzulieb , als daß ich seine Historie machen soll - „ te ( ß ) ; er wollte sagen , daß die Wahrheiten , die er erzählen müßte , „ diesem Könige schimpflich seyn würden . Dieß sdget der Urheber des Buches der Fatalite de St . Clou ; von welchem Buche ich in der Anmerk . ( R ) , des Artik . «Heinrich der III , im lebten Absahe , geredet - allein le La - boureur , in den Zusähen der Memoiren desCastelnau , Tom . I . p . 522 . erzählet , daß Morvillier diese Antwort gegeben hat . Ich wollte lieber dieftm lehren Vorgeben glauben .
§ . ( - ) Die Ausgabe der Versuche von Montagne , in 16 , zu Lion , bey FraneiseuS le Fevre , 1595 , hat dieses Worr . als der Nation schimpflich unterdruckt . Gleichwohl ist es nicht schimpflicher . als dasjenige , des Ti - tUS LiviuS , I . 10 . Gallorum prima proelia plus quam vironim etc . Ein Wort . welches Rabelais im XLVIII Cap . des I B , sich erkühnet , in den Mund eines von den Heerführern des Gargantua zu legen ,
der in vollem Rache und vor seinem Herrn seift Gutachten sagte . £nt» Anmerk .
§ . ( £ ) Diese Antwort , welch« ( in des Matthäus Historie , Ludwigs des XI , 571 Seite , Ausgabe von >610 , ) «in gewisser Herr gegen einen Herrn von Tintiville gegeben , der zu ihm gesagec hat , daß niemand besser» als er , das Leben seines verstorbenen Herrn schreiben könne , könnt« wohl ursprünglich voii dem Kanzler Morvillier seyn , dem König Ludwig der XI , den Schimpf erwiesen hatte , daß er ihm etliche harte Worte nete , die er ihm gleichwohl dem Grafen von CharoloiS in seinem Namen zu sagen aufgetragen hatte . Crit . Anm .
( ? ) Er hat in seinem Testamente die Neigung bemerket , die er gegen dm Frieden hattet Er hat sich in dieser letzten Handlung seines Lebens von ebenderselben Sache eine Ehre machen wollen , der sich Cicero in vollem Rathe gerühmet hatte . Qyo quidem in bello > saget dieser große römische Redner , femper de pace agendum , audiendumque putaui ; femperque dolui , non modo pacem , fed orationem etiant ciuium pacem efflagitantium repudiari ; neque enim ego illa , nec vlla vnquam fecutus fum arma ciuilia : femperque mea confilia pacis , et togae focia , non belli , atqiie armorum fuerunt . - - - Ql'O dem meum confilhim minime obfeurum fuit , nam et in hoc ordine , integra re , multa de pace dixi ; et in ipfo bello eadem etiam cum capitis mei periculo fenfi . Cicero pro Marcello , cap . V . Es ist hier# innen fast nichts , daß der Herr von Hospital nicht hätte sagen können ? allein hier ist dasjenige , was er in seinem Testamente geschrieben hat» wie es vom Colomies kiblioth . Choifie , p . 60 . angeführet wird . , »Ich „ kann versichern , daß , da die Waffen schon viermal ergriffen waren , und „ man vier - oder fünfmal eine Schlacht geliefert hatte , ich allezeit den Frie - „ den angerathen habe , indem ich dafür gehalten , daß nichts schädlicher für „ ein Land sey , als ein bürgerlicher Krieg , und nichts vortheilhafter , alL ein „ Friede , unter was für Bedingung er auch erhalten wird . „ Man sehe das X B . der Briefe Pasquiers , 626 « . f . S . I Band , wo er das Un - glück der bürgerlichen Kriege vorstellet . Nachdem er hierauf von de» Feinden , die ihm dieser Grundsah zugezogen , und den Drangsalen geredet» darein Frankreich gestürzet worden , u . s . w . so setzet er pag . 62 . dazu : „ Ich habe den Waffeii Plah gemacht , welche die stärksten waren , und mich „ mit meiner Ehfrau , Familie und kleinen Kindern aufs Land begeben , da - „ bey ich den König und die Köniqinn bey meiner Abreise dieses einzige ge , „ bethen , daß , , veil sie beschlossen hätten , den Frieden zu brechen , und dieje» „ nigen mit Kriege zu verfolgen , mit welchen sie kurz zuvor vom Frieden „ unterhandelt , und daß sie mich vom Hofe entfernten , weil sie gehört , „ daß ich ihrer Unternehmung zuwider wäre , und übel davon geurtheilet „ hätte ; so habe ich sie gebethen , sage ich , daß , wenn sie meinen Rath nicht ^ . angenommen , sie wenigsten , wenn sie ihr Herz und ihren Durst mit ^ , dem Blute ihrer Unterthancn einige Zeit , darauf gestillet und gefattiget , »hätten , die erste Gelegenheit des Friedens annehmen möchten , die sich . anbiethen würde , ehe noch die Sache zur äußersten Verwüstung aus - . schlüge : denn der Ausschlag dieses Krieges möchte auch sey» , wie er 'wollte , so könnte er nicht anders , als dem Könige und Königreiche höchst schädlich seyn . „
( Q ) . Er ist ungefähr 88 Jahre alt gestorben . ^ Er hat fein Te - stament so angefangen , 52 S . „ Ich bin allezeit wegen meines Alters „ zweifelhaft gewesen , weil meine Freunde sagten , daß sie meinen Va - »ter , ( Johann von Hospital , ) auf verschiedene Arten davon hätten redet» „ hören ; welcher bald gesaget , daß ich vor dem wider die Geimeser erreg - „ ten . Kriege gebohren wäre , bald behauptet , daß ich das Licht der Welt „ erblicket , als derselbe durch den König , Ludwig den XII , geendiget wor - - „ den , da mein Vater sich , als Leibarzt , bey Carln , Herzoge von Bourbon» „ in Diensten befunden . „ Es wäre nicht« seltsames , >venn ein grober und dummer Bauer das Alter seines Sohnes nicht wüßte , und auch die - ses geschieht nur selten : allein es ist sehr seltsam , daß ein vernünftiger und gelehrter Mann , dergleichen der Vater Michaels von Hospital gewesen ist , nicht allein um einen Tag , oder um eine Woche , sondern gar um et - liche Monate veränderlich ist . Sein Sohn entscheidet , 53 S . daß er >s Jahre alt gewesen , da der Connestabel von Bourbon ( > ; - z . ) aus Frank - reich gegangen . Er hat also geglaubet , baß er 1505 gebohren wordm . Man merke , daß der Krieg Ludwig» des XII , wider die Genneser im Monate April >507 , geendiget worden . Brantome , welcher das Testa» ment dieses Kanzler« dem andern Theile seiner Memoiren , in dem Lobe des ConnestabelS von Mommorenci eingeschaltet hat , vergißt die Vorrede nicht , ( sie steht in des Colomies Ausgabe nicht , ) welche bezeuget , daß der Testamentmacher SS Jahre alt wäre . Die Unterschrift des Tests - ments , ist der dritte , ( beym Colomies der 12 , ) des Märzmonats 157z . Dieses heißt seine Geburt auch ins 150 ; Jahr sehen . Wenn Thum , Hiftor . Libr . LVI . pag . 45 . zu Ende , und Scavola Sammarthan , Flog . Libr . I . pag . m . 60 . auf diese Sachen Acht gehabt hätten , so würden sie nicht ^gesagct haben , daß Michael von Hospital ungefähr 70 Jahre gele -
( R ) Der andre von seinen Enkeln ist unter dem Namen des - Herrn von Lay sehr bekannt gewesen . ^ Man sieht in seinem Lobe^ welches Sammarrhan aufgesetzer , daß er v>el Geist und Gelehrsamkeit ge - habt , daß er Kanzler des Koniges von Navarra gewesen , und zu der Wurde eines Kanzlers von Frankreich hätte gelangen können , wenn er anstatt , daß er sich zur ungelegenen Zeit in das Soldarenhandwerk ge - mengt , die gerichtlichen Verrichtungen und Uebungen fleißig fortgesetzt ! hatte . Man sieht auch darinnen , daß er >592 vor Verdruß gestorben» weil er gezwungen gewesen , die Statthalterschaft von Quillebeuf abzucre - ten : allein man sichte nicht darinnen , daß er wirklich reformirt gewesen . Eloges de Ste . Marthe , Livr . II . pag . m . 177 . u . f . Es haben ihn einig« beschuldiget , daß er im Begriffe gestanden , die Parte» ) zu verlassen . Man sehe das katholische Glaubensbekennmiß von Sanci , im V Capitel des I B . und im IX Cap . des II B . und die Noten , die es in der Ausgabe von 1699 begleiten . Er hat 1588 eine Schrift verfertiget , le franc et libre diifours , betitelt , die für ein sehr gutes Stück gehalten worden . Sie ist dem III Bande der Memoires de la Ligue , p . 1 . u . f . unter dem Titel : fcxcellent et libre Difcours furl'Eftat prefent de la Franke , einverleibet worden . Man sehe die Perronianen , unter dem Worte Fa / , und Thuans XCII Buch .
( S ) hat Schüler gezogen , die sich - - - Anschlägen der ^ . iguistcn widersetz« , und sie zunichte gemacht . ^ Ein Unge - nannter Schriftsteller , den ich bereits angefül ret habe , biethet mir die Auslegung dar , die ich nöthig habe . Er saget , Fragment dr 1'Examen

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