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zu Minderung SerUnterthanenund Erhaltung der Gerechtigkeit , erlhcilt und kund gechan worden . Unter andern haben wir diesen Befehl des Roniges Lranciscus des II , welcher die andern Ehen dadurch einschränket , daßdec>enigen , Sie sich wieder verheirathet , die Freyheit benommen wird , ihrem andernEhmanne mehr ben , als einem von ihren Rindern , aus dem ersten Bette . Die Gele - genhcir zu diesem Befehle ist gewesen , weil es sicb zugetragen , daß eine sehr reiche Frau dieses Rönigreicks , sich in einen >ungen - Herrn verliebet , welcher , weil sie ihm allzualt war , nicht die geringste XYiv ne machte , als wenn er sie zur Frau haben wollte . Sie war so ausgelassen in ihrer Jltebe , daß sie ihm als einem Geldbegie - riqen Menschen alle und jede ihre Güter schenkte . Bloß wölk te'sie dasjenige davon abgezogen haben , was zur Lalcidia und dem Pflichrrheile ihrer Rinder , aus der ersten Ehe , geHorte . Daß solchergestalt ihre Rinder , wegen eines Bistens Brodtes , Oer ganzen mütterlichen Erbschaft entbehren mußten , die dem andern EhmanNe zugebracht ward . Dergleichen Erschleich»» - gen vorzukommen , hat dieser Ranzler die Verordnung des Rai - fers Ueo wieScr eingeführet , deren in dem Gesetze , nsc Edidtali 6 . Tit . de fecund . Nupt . im V B . des Codex Jtistinians gedacht wird ; welche verbiethet , daß man der andern Parte ) - ' nicht mehr , «ls einem Rinde aus der ersten Ehe , schenken und lasten kann . Es ist höchst gerecht und sehr nothwendig gewesen , dieß Gesetz , zum Be - sten der Kinder erster Ehe , zu verneuern ; denn es finden sich allzuviel Frauen , die sie be» der andern Verheiratung gerne ihrer Rechte berau - ben würden , um sich bey dem neuen Ehmanne desto beliebter zu machen . Sie würden durch ihre Freygebigkeiten dasjenige gern ersetzen , was das Alter ihren Reizungen entzogen hat . Und zu dem würde sie die Frey - heit , mir ihren Güthern zu schalten , Anbethern aussetzen , die , ohne dieß , die Entschließung nicht stören würden , die sie genommen ha - den könnten , ihrem Nächsten durch eine ehrbare Witwenschaft zu er - bauen . 
( K ) Er hat die parlcmenter den Ungehorsam gegen ihren Monarchen ziemlich hart empfinden lassen . ] Kein Procura - tor kann einem Anwalde . der schändlich gestrauchelt hat , besser den Text lesen , als der Kanzler von Hospital dem Parlamente zn Dourdcaux den Text gelesen hat , da Carl der IX den 12 April , , 564 , vor Ostern , seinen großen Gerichtstag daselbst gehalten . Der Ronig , sa - zet er ( * ) , hat viel Mängel in diesem parlemente gefunden , wel - cbes , da es viel spater eingeführer worden , ( denn es ist nur hun - Vert und zwey Jahre , ) ( 0 habet ihr dcstoweniger Enrschuldi - gung , wenn ihr euch vergangen und die alten Satzungen so bald vergessen Haber ; welches bey andern parlememcrn noch eher zu entschuldigen ftyn würde , die alt sind : und dennoch seyd ihr so tiederlich , oder noch liederlicher , als die Alten , vielleicht noch schlimmer - - « Ich habe viel Riagen von euern keiten erhalten - - - Dieß ist ein unordentliches Gerichte , ihr selber müsiet davon Rechenschaft geben . c Der erste Mangel ist der Ungehorsam , den ihr gegen euern Ronig beweist . Denn ob «uch gleich seine Verordnungen vorgeleget worden sind , so be - haltet ihr sie , wenn es euch gefallt : und wenn ihr ihm Vorfiel - Jungen zu thun habet , so thur dieselben auf das eilfertigste , und er wird euch hören . Ihr rauber ihm die königliche Gewalt , wenn ihr seinen königlichen Verordnungen nicht gehorchen ler , welches noch schlimmer ist , als wenn ihr ihm ftine Rani - »nergüter entzöget . Ich habe Nachricht , Saß die auf Ansuchen Der Stände gemachte Verordnung hier noch nicht kund gemacht worden . Und hierauf har er den Präsidenten und die königli - chen Liscale angeredet und gefaget : ich werde ino mir euch Prä - fidenren und Listalen Oes Roniges reden , die ihr die Rundma - chung der königlichen Befehle und Verordnungen treiben und befördern sollet , und ihr Präsidenten , die ihr sie vortragen soller , Venn ihr feyö Präsidenten des Röm'ges bey dem Parlemente . Ich habe auch Nachricht , hat er gesaget , Saß die Gcrichtsord - rnmg noch nicht abgekündiger worden . Ich erinnere mich auch noch einiger andern , davon ich reden will , um nicht allzuweit - täuftig zu feyn . Nack meinem Erachten dünker ihr euch viel weiser zu seyn , als derRönig selbst ; allein eureRlugheit ist ein , geschränkt , um über dieRechtsbandcl zu urcheilen , und also Hai - eet euch ja nicht für weiser , als derRönig , dieRöniginn und sein Rath sind . Er hat den Frieden erlanget , und itzo muß er mit seinem Parlemenrshofe Rrieg führen - - - ihr verachtet Sie Röniginn und den Rath des Röniges . Ich sehe , dqß ihr eure Aussprüche so hoch haltet , daß ihr sie über die Verordnungen setzet , welche ihr , nachdem ihr sie angenommen Haber , nach eu - rem Gefallen ausleget : es kömmt euch nicht zu , Sie nung auszulegen , Siefi gehöret für den Rönig allein , auch die Verordnungen , die das gemeine Best« betreffen . Recueil de vers Memoires , zu Paris , bey Peter Chevalier , >6 - z , in - »gedruckt , p . 424 , 4 - 6 . Ich übergehe die Felge seiner Rede , die noch viel donnern - der ist , als obiges . Man merke , daß dieses die Auslegung desjenigen ist , was der König in wenig Worten zu diesem Parlemente gesaget hat : Ich verlange in Zukunft bessern Gehorsam , als nur bisher gelei# fict worden ; ich will nicht , daß ein einziger von meinen Unter - rhanen , ohne meine Erlaubniß , die Xvaffen ergreife , ich will «uch , Saß meinen Befehlen nachgekommen werden soll . Ebendas . 421 S . Es ist außer allen Zweifel , daß ihm der Herr von Hospital so wohl diesen Discours in den Mund gelegt , als die beherzte Erklärung , die derselbe Prinz einige Zeil zuvor gegen die Abgeordneten des Parle - ments von Paris gethan hatte . Sie hatten ihm Vorstellungen , wegen des Befehls seiner Mündigkeit , gethan , welchen sie nicht bestätiget ten . „ Der König , dessen Stimme und Gesicht man zu einer ausstudier - , , ten Ernsthaftigkeit gewöhnet hatte , hat ihnen geantwortet : daß ihnen , . der Gehorsam zukäme , daß sie sich nicht weiter in die öffentlichen Ge - „ schäffte mischen , und den alten Irrthum ablegen sollten , daß sie Vor - „ münder des Röniges , Beschützer des Rönigreichs und Bewah - „ rer der Stadt Paris waren . Nach abgestnnetcm Berichte der Ab - „ geordneten bey dem Parlemente , war dasselbe getheilet . . , ( Mezerai , Abr . Chron . Tom . V . p . 80 . aufs Jahr . ) und schickte eine neue Abordnung an den König , welcher befahl , daß der Befehl ohne Ver - Zug kund gemacht uud registrirt werden , und alle Präsidenten uns Räche , bey Vermeidung der Absetzung , Sabey gegenrvärsig 
fiyn sollten . Es ist , in Ansehung des Alters , von dem Könige leicht zu begreifen , daß er in diesem Falle nur dem Hospital nachgebethet hat . „ Er hat einsmals eine Rede an die Herren des Parlements , bey offenen „ Thurm , gehalten , die einige Befehle nicht eintragen wollten , welche er „ beschlossen hatte , - - - und nachdem er sich über ihre Gerechtig - „ feit und die Verweigerung seiner Befehle beklaget , mit einer beHerz - „ ten und gleichsam drohenden Kühnheit gesaget : euch kömmt es zu , „ meinen Verordnungen zu gehorchen , ohne darüber zu streiten und zu „ zanken , wie dieselben beschaffen sind ; denn ich weis es besser , als ihr , „ was sich für das Wohl und den Nutzen meines Königreiches schicket . „ Er har diesen Satz , da er noch keinen Bart hatte , vor diesen alten und „ weifen Männern behauptet , welche alle über eine so beherzte und ernsthaft „ te Sprache erstaunten , die mehr nach seiner großmmhigen Herzhaftig - „ keit , als nach den Lehren seines Lehrmeisters , Amiots , schmeckte . , , Lrantorne , Eloge de Charles IX . p . zz und z4 - IV Band der Memoiren . Er hätte noch dazu setzen sollen , daß dieser Vortrag Michael von Hospi - tals Angeben gewesen . Der Prinz , der seine Ungnade bereits auf ihn geworfen hatte ( * ) , hat sich der Lehren seines Kanzlers sehr wohl erin - nert , wie viel daran gelegen war , der Kühnheit des Parlements zn Pa - ris Einhalt zu thun , die damals dem ganzen Königreiche so schäd - lich tvar . 
( * ) Ohne Zweifel redet Brantome von ebenderselben Rede Carls des IX , von welcher Mezerai aufö 157' Jahr , 239 S des III Bandes seiner großen Historie Erwähnung gethan hat . 
Betrachtung über das Vorgeben vieler Äettte , daß dastt>ohl des Rönigreichs Frankreich erfordere , daß die parte - memer daselbst mehr Gewalt hätten , als sie haben . 
Hier muß ich mit wenig Worten einen Satz untersuchen , den man alle Stunden höret , und welcher die Unterdrückung des Rechts , das die Par - lementer ehmals gehabt , die Befehle zu verwerfen , die ihnen ungerecht vorkamen , als einen Ursprung des Elends darstellet . Dieß ist ein Damm gewesen , saget man , welcher verhindert , daß das Volk von der willkühr - liehen Gewalt des Monarchen nicht überschwemmet ward . Der Durch» bruch dieses Dammes muß mit dem Stoße verglichen werden , durch welchen Aeolus das Gebirge gebogen , welches den Winden zum Gefäng - nisse gedienet hat : 
Canum conuerfa cnfpide montem Impulit in latus : aeventi , vdut agmine faöo , 
Qua data porta , ruunt , et terras turbine perflant . 
Incubuere mari , totumque a fedibus imis Vna Eurusque Notusque ruunt , creberque procellis Africus ; et vaftos voluunt ad littora fluchis . 
Infequitur clamorque virum , ftridorque rudentum . 
Virgil . Aeneid . Libr . I . v . 85 . 
Man hat dieses mit vielen Grundsätzen ausgeschmücket , die sehr gründ - lich aussehen ; allein man geht nicht weiter : man kehret die Münze nicht um ; man zieht die Erfahrung nicht zu Rathe ; man untersuchet nicht , ob jemand antworten konnte . Ich berufe mich auf die Ersah - rung . Hier ist nun eben die schwache Seite ; denn es ist leicht zu be - weisen , daß Frankreich niemals so verwüstet und unglücklich gewesen , als da die Parlcmenter die größte Gewalt genossen haben , die Befehle und Verordnungen des Prinzen , unter Carln dem IX und Heinrichen dem III , zu verwerfen . Es ist auch leicht zu beweisen , daß die Uebung die - ser Gewalt , die Hauptquelle der Drangsale des Königreiches , von 156s bis >594 gewesen . Der Kanzler von Hospital hatte den Grund zu der öffentlichen Ruhe , durch den Befehl vom Jenner , geleget . Die rö - misch« Kirche hatte die Gefahr nicht mehr zu befürchten , davon ich in der Anmerkung ( ? ) geredet habe : der König von Navarra hatte sich von den Hugenotten abgesondert ; Catharina von MediciS war nicht mehr bedacht , die Larve wegzunehmen . Sie waren vergnügt , daß sie Predigten im Ueberflusse hatten ; und also Härte das Königreich ruhig bleiben können , wenn man den Befehl vom Jenner beobachtet hätte . Allein die Katholiken übertraten ihn , und daraus ist der erste Reli - gionekrieg entstanden ; der Stamm und die Wurzel alles UebelS , das den Staat bis auf die 'Ausrottung der Ligne gedruckt hat : denn alle diese Drangsalen häuften sich eine über die andere , oder brachten eine die an« derii , durch einen wohl verbundenen Zusammenhang der Ursachen und Wirkungen hervor . Man ziehe hierbei ) die Anmerkung zu Rathe , die Aubigne im II Cap . des V B . des III Bandes , seiner Historie , 6 - 8 S . gemacht hat . Wem muß man nun die vornehmste Uebertretung de« Befehls vom Jenner beymeffen ? Ist eS nicht das Parlement zu Pa - ris gewesen ? Hat eS nicht alle Welt angeftischt , denselben nicht zu beobachten ? Es hat ihn nicht anders , als mit Beschinipsung get , ( siehe die Anmerkung ( G ) , ) das heißt , nach einem Dreifachen Ge - dothe , und mit Einschränkungen und Zusähen , die zu erkennen gaben , daß sie ihn gezwungen , und als eine vergängliche und böse Verordnung gebilliget haben . Wer hätte sich nach diesem fürchten sollen , denselben zn übertreten ? Konnte man nicht versichert feyn , daß ein Parlement , welches auf eine solche Art davon gcurtheilet , sich nicht sehr darum be - kümmern würde , die Uebertreter zu strafen ? Nun war es damals ei - nerley , der Uebertretung die Hand zu biethen , und den bürgerlichen Krieg auszublasen . Man merke die Worte wohl , deren sich VarillaS bedienet hat , wenn er die Anstalten zu erzählen anfängt , die man wider die Reformirten ein wenig vor dem Blutbade von Vaßi gemacht hatte . Das - Haus von Guise , saget er im I Bande der Historie Carls des IX , p . m . >2i , aufs 1562 Jahr , hat aus der U ? idersclzung geurrbei - let , die dieser Befehl vom Jenner in dem parlemente gehabt har , daß er nicht lange bestehen würde , und nicht mehr daran ge - zweifelt , daß die bürgerlichen Rriege nicht bald angehen wüc - den . Wir wollen also überhaupt sagen , daß die Parlemeiiter in Frank - reich , da sie die Bestätigung der Befehle abgeschlagen , oder sie doch wi - der Willen bestätiget haben , und da sie dieselben , vermöge einer nalürli - chen Folge , nicht beobachten lassen , eine von den größten Bewegungsur , fachen der Trübseligkeiten gewesen sind , die den Staat verwüstet haben , und welche die Monarchie fast ganz nmaekehret hätten . Wenn Carl der V zu derselben Zeit gelebet hätte , so wurde sie unfehlbar «ine Provinz st " ner Staaten , oder auch tvohl in tausend Stucken getheiU den seyn . 
Ihr
	        

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