Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12493

852 Hospital .
fua culpa , fed tum quod ad cognitionem et manus fiias plura non Titel , den man dieser Historie gegeben haben würde . Chriftianus redi -
pemenerint ; tum quod nonnulla dedita opera , omitti confiiltius ukius , hoc eß , de ortu et progreilu fufceptae a Chriftiano Eleöore Sa -
vifum fit , propter admonitionem ex aula potente infinuatam , vt in xoniae Ecclefiarum et Scholarum in Saxonia fuperiore Reformationis
fcribenda ea hiftoria caute circumfpeäeque agat , fi quid fecretorum Hiftoria , ex aöis et originalibus , vt fint optimi Principis defundli
ex cameris Principum , praefertim vero ex oris Saxonicis habeat . vindiciae perennes , fideliter congefta et tribus libris comprehenfa ,
Fore alioquin , vt res haec ingenti perkulo non careat , propter or - pag . 22 : und hier ist dasjenige , was Heidegger wegen der Nachrichten
thodoxos iis in Ioeis fufpeftos , ne cum iis ludus Crcllianus vel Pro - bemerket , die ihm dargebothen worden : Grande fcilket volumen ex Sa -
cerianus ( . ich glaube , daß dieses ein Druckfehler für Peucerianus sey ) tu . xonia fubmifliim in haeredum manibus verfatur , quo Chriftiani Ele -
datur . Es ist also ziemlich wahrscheinlich , daß er der Gegenantwcrt un - üoris illiu , Principis et pientisfimi et fortisfimi , dicere crebro foliti :
rer nndern Ursachen darum abgesagt , weil er befürchtet , daß man ihn als Ego nec Caluinianus fum , nec Flaeianus , fed Cbrißmnus . Habent
die Ursache eines theologischen Krieges ansehen möchte , welcher verhin - Flaciani fuum Coelum , in quo etiam ipfum orcum coüocant : Ephemeri -
dem würde , daß die protestantischen Staaten nicht gemeinschaftlich an des accuratisfime texuntur , et inftituta ab ipfo Ecclefiarum Saxonica -
jhren Nuhen dächten . Siehe Hospinians Leben pag . 21 . Man kann rum Reformatio , fubita et improuifa eins morte interrupta , plenisfi -
aewiß versichert seyn , daß die lutherischen und resormirten Reichssürstey me exponitur , ex quibus , aliisque etiam irrefragabilibus monumen -
sehr vergnügt über sein Stillschweigen gewesen ; denn die Historie dieser tis Chriftianum illum rediuiuum orbi Chriftiano , non parum certe
Zeit belehret uns , daß die Streitigkeiten der Gottesgelehrten die Prinzen pia Principis illius meditamenta admiraturo , repraefentare ftatuerat .
sehr beunruhiget haben . Sie machen noch heutiges Tages von Zeit zu Ebendaselbst .
ISafÄTÄÄS ; ; ( * ) p«
Zänkereyen der Prediger vor kurzer Zeit gewesen ( ^ ) , welche das Volk geredet . Acan hat dieses im Herbstmonate 169 ; geschrieben ,
theilten und Rotten verursachten ? Man besänftiget dergleichen Strei - ( ( ? ) Man hat . 65 , ju Genf eine neue Ausgabe von feinen
t . gkeiten fast niemals , als durch die Verbannung des , en . gen . dessen Rotte xcevten in sieben Follobänden gemacht . ] Man hat keinen einzi .
die schwächste >st , so daß , wenn man sich der Vergleichung bedienen dorfte , ßm wtl bm Tracraten dazugefügt , daran der Verfasser nicht die letzte
man sagen wurde , daß dergleichenStreitigkeiten dem Streite . zweener gelegt hatte . Seine Erben haben seine Absicht heilig beobach -
Stiere gleichen , die sich wegen einer Kuh schlagen . Der schwächste laßt tet ( * ) ; sie haben sie der Welt nicht mittheilen wollen ; sie haben nur
sich nicht mehr sehen und verbirgt sich . einige Anmerkungen dargebothen , die er seinen Werken , nach dem Dru -
Nec mos bellantes vna ftabulare : fed alter cke , beygefüqt hatte . Mau kann in seinem Leben finden , welches die
Vi & us abit , longeque ignotis exulat oris , Schriften sind , die er sehr weit gebracht , oder die er nur entworfen hatte .
Multa gemens ignoniiniam , plagasque fuperbi Dieses dienet , ihn uns als einen sehr gelehrten und arbeitsamen Mann
Vicloris , tum quos amifit inultus aniores : vorzustellen .
Et ftabula afpeäans regnis excesfit auitis . • . . . . . , , .
Virgil . Georg . Libr . III Vers . 224 . ( * ) Neque contemnenda etiam lila , quae lnchoata et aftetta , quod
' ' ' nonduin iuftus ordo , lima et colophon iis adhibita , yltimaqtie manu
Die Ursache , davon ich geredet habe , hat vielleicht den Hospinian vet' nec dum perpolita efient , neque ipfe fuperftes prodire paflüs eft , cen
mocht , die Historie der entworfenen ( ^ - laubeusverbesserung in Sachsen un - imparia fuftinendae famae rominis fui : neque praeter eius volunta -
ter dem Churfürsten Christian nicht zu vollenden . Man hatte ihm Nach - tem et confilium haeredes , eimeliorum iftorum cuftodes , edere vo -
richten dargebothen , welche die Nachfolger Härte reizen können . Hier ist der lueruht . Ebendas . pag . 1 , .
JpOfpital ( Miä ) ael de l' ) Kanzler von Frankreich im XVI Jahrhunderte , ist einer von den größten Männern seiner Zeit gewesen . Er war aus Auvergne und aus einer mittelmaßigen Familie : er schwang sich stufenweise , und nach und nach empor ( A ) , und er war ParlementSrath zu Paris , als die Prinzeßinn Margaretha , Königes Heinrichs des II Schwester , die das Herzogthum Berry zu ihrem Erogute hatte , ihn zu ihrem Kanzler erkiesete " . Er bat dasselbe Amt bey ihr in Italien behalten , da sie den Herzog von Savoyen geheirathet hatte , und er war zu Nizza , als man ihn 1560 zu der Würde eines lers von Frankreich , unter der Regierung Franciscus des II , erhoben b . Man hat geglaubt , daß ihm die Guisen diese Bedie - nung verschafft , und dieses aus keiner andern Ursache aethan haben , als weil sie sich eingebildet , daß , da er ihnen verbunden wäre ( B ) , er alles thim würde , was sie wünschten . Sie haben sich aber betrogen ; denn er setzte sich das Wohl des König - reichö , und den wahren Nutzen des Königes , seines Herrn , zur Grundregel vor . Es ist wahr , daß er gezwungen gewesen , sich der Umwege zu bedienen ( C ) ; denn , wenn er sich den Absichten Verzerren vonGuise öffentlich hätte widersetzen wollen , so hät - te er sich außer Stand gesetzt , den Verwirrungen Frankreichs abzuhelfen . Er mußte also den Mantel nach dem Winde hän - gen , und durch diese Behutsamkeit hat er bisweilen die Stürme abgewendet , die dem Königreiche drohten ; einige andre hat er verzögert , und Mittel gefunden , seinem Vaterlande so viel gute Dienste zu leisten , als der unglückliche Zustand der damaligen Zeit erlauben wollte . Er verhinderte unter andern Dingen , die Einführung des Ketzergerichts , indem er in einen Befehl ge - willigetc , der viel strenger wider die Protestanten war , als er ihn haben wollte ( D ) . . Dieß ist der Befehl von Romorantin gewesen . Man darf nicht zweifeln , daß , wenn er Herr über diese Sachen gewesen wäre , er den Reformirten nicht eine völlige Duldung verschaffet haben würde . Seine Bemühungen und seine Geschicklichkeit sind ganz unstreitig eine von denen Ursachen gewesen , die ihnen zu gut die Neigung der Gemüther verändert haben : diese Veränderung war so Merkwürdig , daß , im andern Jahre seiner Staatsbedienung , in dem Rathe , der die Bittschrift untersuchte , die sie dem Könige überreichet ( E ) , ihn um die sreye Uebung ihrer Religion zu bitten , fast eben so viel Stimmen für , als wider sie waren . Sein Einfluß war eben so wirksam in die Einschränkungen des Befehls vom Heumonate 1561 d , und in die Freyheit , , die sie hatten , demselben nicht zu gehorchen Der Befehl vomIenner , den sie einige Zeit hernach erhielten , ist ohne Zweifel sein Werk gewesen ; nun hat ihnen dieser Befehl die öffentlichen Versammlungen , und viel andre Vorrechte erlaubet . Dieß war das einzige Hülfsmittel wider die Staatsübel ; alle die entsetzlichen Unglücksfalle , die das Königreich über dreyßig Jahre druckten , sind aus der Uebertretung dieses Befehls ent - standen : und nach allen diesen abscheulichen Drangsalen , mußte man eben dasselbe Hülssmittel und in einer weit stärkern Dose wieder brauchen . Man mußte den Befehl von Nantes verwilligen , welches der reformirten Kirche viel vortheilhafter war , als was ihnen der Kanzler de l'Hospital verschaffet hatte . Allein ich bekenne auch , daß die römische Kirche nicht so viel Gefahr ge - t laufen , als man den Befehl von Nantes verwilligte , als da er den Befehl vomIenner machen lassen ( F ) . Die Hindernisse , die er übersteigen mußte , hörten nicht auf , nachdem er denselben besiegelt hatte : es fanden sich neue wegen der Bestätigung ; und er hatte sehr nörhig , daß er die Stärke seines Witzes und die Standhaftigkeit seiner Seele , sehen ließ , um die Anstöße , und das widriggesinnte Parlemcnt zu Paris zu überwinden ( 6 ) . Die Reden , die er gehalten , um ihnen die Duldung einzureden , haben ihn vey den Katholiken sehr verdachtig , und bey dem Hose zu Rom verhaßt gemacht ( H ) ; und weil er den bürgerlichen Krieg unaufhörlich Wiederrieth , so hat man ihn gehindert , den Kriegsberathschlagungcn beyzuwohnen f . Er schien sehr beküm - mert zu seyn , als er gesehen , daß man sich , nach dem Handel zu Vassy , an beyden Theilen zur Ergreifung der Waffen anschick - te : er erklärte seine Gedanken darüber ungeheüchelt , und gab dem Connestabel eine sehr gute Antwort , der zu ihm gesagt hatte , daß eo nicht für die ( Bcricbtepcrfoncn gehöre , ihre Meinung bey Rriegosachen ; u sagen : Gbgleich diese Keute , hat er ihm geantwortet , die lVaffen nicht zu führen rvissen , sc» erkennen sie doch , n ? enn man dieselben gebrauchen muß ■ ? .
Fehler nicht begangen haben , den man hier unten sehen wird ' . Die friedfertigen Rathschlage dieses Kanzlers haben viel mehr zu seiner' Ungnade beygetragen , als etwas anders : ich habe gute Beweise davon gegeben * . Er hat sich freywillig entfernet , so bald er wahrnahm , daß seine Feinde den König wider ihn gereizt hatten , und brachte seine ganze übrige Lebenszeit auf einem Landhause zu das er in Beauce hatte . Er erwählte diese Einsamkeit im Brachmonate 1568 . Man ließ ihm einige Tage her - nach die Siegel abfordern . Cr gab sie ganz ungezwungen mir diesen N ? orten zurück : daß er ohne dieß nicht geschickt zu den Geschafften der lvelt sey , die allzusehr verdorben wäre Wir müssen es für etwas viel feltfamerö halten , daß er sich sieben bis acht Jahre an einem so verkehrten Hofe erhalten können , als wenn man sieht , daß er endlich in Ungnade gefallen ist . Es würde dem Glänze seiner Tugend und seines Ruhms etwas mangeln , wenn er das Kanzleramt bis an seinen Tod verwaltet hätte : denn dieß wäre unter einer solchen Regierung eine Art des Schandflecks gewesen ; es wäre ein sehr böses Zeichen gewesen , wenn man ihn sehr geschickt zu diesem großen Amte geurtheilet hätte . Diejenigen , die damals die Verwaltung der Geschaffte hatten , brauchten keine ehrliche Leute in ihren Diensten . Wir wollen bemerken , daß l'Hospital gleichwohl sehr gute Gesetze einge - führ« ( I ) , und weder den Unterthanen , nocy den Prinzen geschmeichelt hat . Er hat einen großen Eifer gehabt , die Majestät und kön . Geivalt zu behaupten und zu befestigen , und hat den Parlementern das Unrecht ihres Ungehorsams gegen ihren Monarchen durch die Strenge seiner Verweise wohl empfinden lassen ( K ) : allein andern theils richtete - er es so ein , daß der Prinz der Gerechtigkeit und
Ver .

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