Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12466

Hosius .
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Briefe sind , wo der Cardinal Hosius eben dieselben Sachen öfters wiederholet , nämlich , daß man die Keßer ausrotten müsse , und daß ihre Spaltungen die Ungerechtigkeit ihrer vorgegebenen Glaubensverbesserungen zeigten . Er hatte sich sehr auf die Lesung der Schriften geleget , welche die Zwinglianer und Lutheraner wider einander herausgegeben hatten , und von denen heftigen Stm - tigkeiten handelten , die unter den Lutheranern selbst entstanden waren . Er zog unverzüglich verhaßte Folgerungen daraus , und bediente sich desjenigen arglistig , da£ oiese neuen Lehrer , Bücher zur Bestätigung der Strafgesetze gegen die Irrenden machten , und daß die stärkste Parrey in den Spaltungen der Lutheraner , die andern verjagte , gefangen setzte , u . d . m .
« ) Und noch besser im Bullart , Academie des Sciences , Tom . I . p . 64 . n , f . b " ) Siehe die Anmerkung ( B ) c ) Siehe Hottingern ,
tade vissert . m " " * * * ' ^ ' kÄMgA s 1 " ~
bis zur 707 S . des
( A ) Man hat nicht gefunden , daß er als einer von den prasi - denken bey der allgemeinen Rirchenversammlung , alle die Verschla genheit gehabt , rvelche diese Bedienung erfordert hat . 1 Da der Car dinal vonMantua , den 2 März > ; 6z gestorben war , so haben seine AmtS
in Pentäde Diflert . Mifcellan . p . 214 . d ) Crenius , P . XII . Animadu . p . 65 . redet nur durch ein man saget , davon . 0 Von der 669 I Bandes , cöln . Ausg . Diejenige , deren ich mich bediene , setzet das 1639 Jahr auf dem Titel .
genossen bey der Präsidentenstelle der Kirchenverfammlung , so gleich an den Pabst geschrieben . Der Cardinal Seripandus , welcher der oberste war , bath , daß man ihm einen Legaten schicken möchte , der über ihm wä - re . Hosius bath , daß ihm ertaubet seyn möchte , von da nach Poh - len zu gehen ; allein Simoneta hat dem Pabste gerathen , keinen neuen Legaten auf die Kirchenversammlung zu schicken : darum , weil er sich der Aufsicht darüber zu bemächtigen hoffte , theils weil der Cardinal Se - ripandus der Kirchenversammlung überdrüßig war , und nicht viel Lust dazu hatte , die Aufsicht darüber zu führen , theils , weil der Cardinal Ho - flu« ein einfältiger Mann war , der sich leicht lenken ließ . Simoneta defiderofo che la fomma di guidare il Concilio reftafle a lui , et ha - vendo fperanza di condurlo bene , con fodisfattione del Pontefice , et honor proprio ; confiderando che Seripando era fatiato di quel »e - gotio , et poco inclinato a volerlo guidare , et che Varmienfe era femplice perfona , difpofta a lafciarfi reggere ; mife in confideratione al Pontefice , che , ritrovandofi le cofe del Concilio , etc . Fra Paolo , Iftoria del Concilio diTrento , Lib . VII . p . m . 693 . Man ziehe hierbey die Stelle des VI B . 548SzuRathe : es ist die 517 S . in AmelotS Ue - bersetzung . Er hat aber diese Worte nicht wohl übersetzt ; ein jeder wird leicht davon nrtheilen können . Er saget : „ Simoneta , der die Aufsicht „ darüber begierigst wünschte , und zn seinen Ehren , und dem Vortheile „ desPabstes , daraus zu kommen hoffte , hat ihm vorgestellt , daß , da die „ Sachen daselbst nicht in allzugutem Stande wären , die geringste Nene - „ rung ihnen einen noch viel schlimmer» Gang geben würde : so daß er „ nicht sähe , wozu die Ueberschickung eil , es andern Legaten nöthig wäre ; „ daß weil Seripand , als ein Feind der Unruhe , nicht Lust hätte , die „ Aufsicht über die Kirchenverfammlung zu haben ; und der Ermeländer „ ein einfältiger Mann sey , der ganz von andern regieret würde ; so hat , , er sich an ihrer Stelle angebothen , und es über sich genommen , das „ Schiff glücklich zu führen . Hift . du Concile de Trente , p . 657 . 6 ; » . amsterd Ausgabe >5z6 . 1 . Enthält das Original nicht , daß - Hosius ganx von andern regieret worden . Ist es nicht wahr , daß Simoneta an den Pabst geschrieben hat , es fey - Hosius ein einfallt - aer Mann . Er hat es wohl geqlaubet , und darauf gebauet ; allein er hat dem Pabste diesen Gedanken nicht mitgetheilt . Fra - Paolo unter - terscheidet das , was man gedacht , ganz deutlich von demjenigen , was man geschrieben hat . Der Uebersetzer hätte es auch so machen sollen .
Man merke , daß der Cardinal Pallavicini , Hift . Conc . Trid . Lib . XX . cap . VI . mim . 6 . durch glaubwürdige Stücke beweisen will , daß al - leS , was Fra - Paolo von den herrschsüchtigen Kunstgriffen des Simo - neta vorgiebt , eine Lügen ist .
( B ) Casaubon hat ihn mit Recht beschuldiget , u . f . «5 . ] Wir wollen dem Fortgange dieses Streites folgen , und mit den Worten die , ses großen Kunstrichters anfaligen , in Baron . Exercit I . cap . XXXIII . p . m . 194 : Verbo Dei viuentls feripto minus etiam tribuit , ( Scioppius in Ecclefiaftico , cap . C XXX V . ) quam fiue Pigbius , fiue alius , qui dixit Patrum memoria : Scripturam , fi audloritate Ecclefiae deftituatur , non plus per fe valere quam fabulas Aefopi . Quod btafphemum diflum Jpoflea defendere aufus efi Cardina / is Hofius . Der Jesuit Eiidamon Johann behauptet , daß diese« eine vom BrentiuS erdichtete Lästerung
sey ; und will es so beweisen : lam vero quando non memorat , neque auis Aefopicae huius fabulae auflor fit : neque quo loco eam Hofius defenderit , vel ne conuinci impofturae poflet , vel quod in aliquo alio
rem eam legerat , et audtorem , et calumniam ex Hollo detegam : deant deinde leöorcs , quam bona fide infideles ifti fidei patroni di - fputent . Is igitur Lib . III . in prolegomena Brentii , ipfo fere initio : Magna pars , inquit , libtlli prolegomenoruin Brentii non aliunde con - ßant , quam e fannis , difleriis , conuiciist in quo fic etiam ludit Scriptu . ris , fic eas traflat ioculariter : vt vere de ipfo dici pojjit , quod venera - bili viro Petro a Soto falfo impingit , eum haud aliter Scripturis , quam Aefopi fabulis vii . Non eft igitur ea Catholici cuiusquam Scripto - ris vox ; fed caluinnia Brentii : quam vir illuftriffimus falfo in virum dodtiffimum exeogitatam , in audtorem ipfum vere conuenire defen - dit . Caftigation . Exercitat . Ifaaci Cafauboni , Lib . II . cap . V . p . 147 . Man sieht hier vier Sachen . I . Eine Klage darüber , daß Casaubon nicht bemerket hätte , an welchem Orte von des Hosius Werken man die - ses finde . II . Daß BrentiuS den Soto beschuldiget , er habe sich der hei - ligen Schrift , wie der Fabeln des Aefopus bedienet . III . Daß HosiuS behauptet , es sey diese Beschuldigung , in Ansehung des Soto , höchst falsch , und in Absicht ans den BrentiuS , höchst wahr . IV . Daß diese Worte deS HosiuS zu dem vom Casaubon angeführten Vorwurfe , Anlaß gegeben . Die erste von diesen vier Sachen ist richtig . Man kann sich nicht genug über die Nachlaßigkeit derer beklagen , die das Capitel nicht anfuhren , wenn es schwere Beschuldigungen betrifft . Die großen Scri - Kenten sind diesem Fehler am meisten unterworfen ; sie bilden sich ein , daß man ihnen auf ihr Wort glauben wird , und deswegen überheben sie sich der Anführung : sie sagen nur , plurarch , Cicero , Augustin sagen dieses Unzählige Leser glauben lieber , oder bleiben , in der Ungewißheit , al« daß sie sich die Mühe nehmen , die Wahrheit zu untersuchen . Ca - saubvn , der in der That nicht verhindern wollen , daß man nicht entdecken sollen , er babe fälschlich beschuldiget , hat gleichwohl Anlaß $» diesem dachte gegeben Warum hat er auf eine so unbestimmte Art anqeführt ? Die andre und dritte von diesen vier Sachen sind unstreitig , welche aber zum Grunde dieses Streites nichts dienen . Die Worte des HosiuS , die »om Eudämon Johann angeführet worden , findet man im III B . wider des Brentius PrEmena , pag . '96 . cöln . AuSg . >558 , in foho . Die II Band .
vierte ist ein starker Schnitzer des Jesuiten , wie Man hier unten sehen
Das Vertranen , mit welchem er den Casaubon der Lästerung , wider den Cardinal Hosius , beschuldig« , machet , ich weis Nicht was für ein Vorurrheil zum Nachtheile dieses Kunstrichters : allein wenn man Ca - saubons Vertheidiger stocken und kaltsinnig bekennen sieht , daß er kein einziges Buch des Hosius hat : so ist man geneigt zu glauben , daß Eu - dämon Jobann guten Grund hat . Si nihil grauius ciixit Hofius , erit haec in Brentium calumnia , non in Spirituin S . blafphemia . Ego Pighii , Hofii , nihil habeo , nec Hermanni , cui blasphemam hanc Scripturae cum Aefopi fabulis comparationem tribuentes viros ma *
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Ist es wohl leichtlich zu glauben , daß ein reformirter Prediger , welä ) er Casaubons Tadler zu widerlegen unternimmt , die Werke desHosi , , « nicht so lange suchen sollte , bis er sie fände ? Ist es denn etwa so schwer , die , selben zu finden ? Man argwohnet also , daß , wenn er bekennet , daß er sie nicht hat , diese« eine erdichtete Ausflucht ist , damit man die Unschuld dieses Cardinals nicht gestehen darf . Allein man sey wegen Casaubon« unbekümmert : er beschuldiget dem HosiuS nichts , als was die klare Wahrheit ist . Fingamus autem nunc verum esse , schreibt HosiuS , Lib . III . in Prolegom . Brentii , p . 230 . - zi , in ebendemselben Buche , da« Eudämonn Johann angeführet hat , quod tu feripfifle nefcio quem nar . ras , nam nomen non exprimis , ac fieri poteft , vt fit comnientum tuum , Scripturas valere quantutn fabulas Aefopi , fi deftituantur autoritatc Ecclefiae . Cedo Brenti , mim hic minus reuerenter de Scripturis lo - quutus eft , quam qui vocat eam libruni Haereticorum ( * ) , cum rnen nullorum fit minus quam Haereticorum ? eft enirn Catholico . rum propria , qui tot feculis in eius posseflione praeferipferunt . Et potuit illud tarnen pio fenfu dici , quem homo pius , qui charitatem habet , quae non cogitat raalum , ex iis verbis eliceret . Nam reuera , nifi nos Ecclefiae doceret autoritas , hanc feripturam efle canonicam , perexiguum apud nos pondus haberet .
( * ) Hosius hatte gesaget , daß Luther die heilige Schrift das Buch der Ketzer genennet hätte . Gretser bemerket es auch , Prol . Exam . My . fterii Plessaeani , p . 90 . und führet Luthers Worte , ex Poßil . Eeclef . Do - min . VIII . poft Trinit . an .
( C ) Moreri bar etliche Schnitter gemacht . ? I . Es ist nicht pavia , sondern Padua gewesen , wohin des - Hosius Anverwandte , ihn studierens wegen , geschickt haben . Moreri hätte seinen Fehler er - kennen können , wenn er gewußt hätte , daß Ä . a ; aro Vonamici , den er dem Hosius zum Lehrmeister giebt , Professor zu Padua gewesen . Du Saussai , Contin . de Scriptor . Ecclef . cap . XXXlI . pag . m . 23 . setzet aus , daß Holms , da er nach dem Rathe Peters Thomicki , Bischofs zu Cracau , nach Italien geschickt worden , sich zu Bononien aufgehalten habe . Dieß heißt die Sachen schlecht unterscheiden . Er hätte sagen sollen , daß HosiuS , nachdem er einige Zeit zn Padua studiert , nach Dono - - nie» gegangen , und daselbst Doctor der Rechte geworden . Patauii dein Bononiae - - . Iurisprudentiae induftriam primo addixerat , et lauream fub ipfo Hugone Bonco - npagno qui S . S . Gregorii XIII . in ine dein praefiiit , poftremo adeptus eft . Thuan . Lib . LXVIII . zu Ende , pag . m . 927 . Dieß zeiget die andre Unwahrheit des Moreri . Er saget , daß - Hssius Sen Doctorhut zu Pavia erhalten habe . III . Er ist £>ifcbof ; u dtilm , auf Anhalten Roniges Sigismund des ersten , geworden . Dieß ist eine andre Unwahrheit ; denn es ist Sigismund August gewesen , der il , m diese Prälatur verschafft hat . I V . Wie ist es möglich , daß ibn Sigismund der L nach Rom an den pabst Julius den III geschickt hattet Er ist schon 154« gestorben , und dieser Pabst ist erstlich , 550 erwählet worden . V . Er hätte nicht sagen sollen , daß . da er sich nach geendigter Kirchenversammlung nach Pohlen begeben , er an denjenigen unvergleichlichen Berken gearbeitet habe , die uns von ihm übrig sind : denn dieß heißt sagen , daß er vor dieser Zeit keine Bücher gemacht hatte ; und gleichwohl ist es gewiß , daß seine Antwort gegen den Brentius 1558 zu Cöln gedruckt worden ist . Es ist ein Folio - band von 400 Seiten . Sein Buch , welches den Titel hat : Confefllo Catholicae fidei Chriftiana , ( man sehe die Vorrede seiner Antwort , auf des BrentiuS Prolegom . ) war bereits zu Mavnz erschienen . Sein Blich , de Communione fub vtraque fpecie , das de Sacerdotum con - iugio , und daS de MilTa in vulgari Jingua celebranda , waren zu Pari« 1561 aus der Presse gekommen . Oldoinus , in Athen . Rom . pag , 6ij . Du Saussai , in Continuat . Scriptor . Ecclefiaft . pag . 23 . verdienet hier ein wenig Tadel ; denn er setzet fast alle diese Werke in das Bücher - verzeickniß , welches Hosius nach gehaltener Kirchenversammlung hat drucken lassen . VI . Er hätte überhaupt nicht sagen sollen , daß des Ho , sius Bücher zwey und dreyßigmal bey seinen Lebzeiten gedruckt worden Er hätte einige Ausnahme dazu setzen sollen , wie Bulla« , Academ . des Scienc . Tom . I . p . 70 . gelhan hat Verschiedene von seinen Schrif - ten , saget er , sind , wep und dreyßigmal bey seinen Hebfeiten in den vornehmsten Städten der Christcnbt , 't gedruckt , und ins Französische , Italienische , Deutsche , - Holländische , poblnische , iLnglischc , Schottlandische und Armenische übersenet worven . Rochepozai , in Nomenciatore Cardinalium , p . hat den Fehler gemacht , daß er keine Ausnahme gebraucht . Man sehe folaende Anmerkung .
Ich habe dem Moreri dasjenige hingehen lassen , was er von den Ur - sacken saget , die deii Cardinal Hosius bewogen haben , der vier und zwan - zigsten Seßion nicht beyzuwoknen . Er giebt vor , es sey darum aesche . hen , weil HosiuS dasjenige nicht gebilliget . was wegen der Winkeleben entschieden worden . Es ist ganz wahr , daß er diese Satzung gemisbilli - get hat , und daß er sich drey - oder viermal bemübet hat , dieselbe wider« rufen zu lassen , weswegen er auch stir einen Eigensinnigen gehalten wor - den ; ( PaUauic . Hiftor . ConciL Tridcnt . Lib . XXII . cap . IX . MIM . 6 ) Ppp pp allein

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