Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12389

Hortensia .
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Weil sich die Gelegenheit darzu anbiethet , so will ick ) beobachten . daß es Leute giebt , welche glauben , es sey das Glück eines Arztes keine Sa - che , die von seiner Wissenschaft abHange . Dieß ist die Meynung Iou - berts , Erreurs Populaires , . Livr . I , chap . VII , pag . m . zz , 34 . XVenn jemand gesund rvirv , saget er , so halt man den Arzt für sehr ge , lehrt : ob er gleich nichts taugliches vabey gechan hat . Uno hingegen , rvenn der Rrankelkirbt over lange liegt , so rveis der Ar ; t fast nichts von Oer Rrankheir . welche derpobel für geringe halt . Die Bescheidenen werden nicht sagen , daß er weniger oder mehr gelehrt sey , wenn er unter gelehrten teuren den Namen eines Gelehrten hat : sondern sie werden sagen , daß er nicht glücklich bey seinen Rranken und folglich kein guter Arn ist ; indem sie al - le ; eic nach dem Erfolge nrtheilen . Es ist gewiß wahr , daß bey allen Dingen Glück und Unglück ist , und ( wie der Italiener säget ) la biiona« la mala forte . Und das Glück des Arztes ist , daß er von denen nicht gerufen und gebraucht wird , die fkerben sollen . Denn man erwirbt dabey weder Ruhm . Ehre noch Freundschaft : Nicht« destoweniger wird der Arzt geradelt , ob er gleich , wenn er seine Pflicht wohl gerhan hat , nicht weniger hochgeschätzt werden sollte , als wenn derRranke davon gekommen rväre . - - - iL« ist fürwahr ein großes Gut , wenn man in seinen Geschafften glücklich ist ; allein das Glück hangt nkbr von Oer Wissenschaft oder von der Fähigkeit ab : Es ist eine absonderliche Gabe Gor - tes , daß man bey den>enigen zur - Hülfe gerufen wird , die davon kommen sollen ; bey welchen er die den Arzneimitteln gegebene Rraft fortsetzen und wirken laßen will : wie auch , daß man nicht von denen gerufen wird , die sterben sollen , bey welchen nichts tauget »nd nichts hilft . Also wird von Oer Fähigkeit Oer Aerzte durch Oen Erfolg sehr übel geurtheiler , den man vielmehr dem Glücke und Der Gnade Gottes , als der N ? ißenschaft Oes LNenschen zuschrei -
nung nicht angenommen : er hat ! . , .
«ediglich in ihrer Wissenschaft , und ihr Unglück käme allein von ihrer Unwissenheit her . Er hat über diese Materie eine Stelle Cratons , eines berühmten Arztes , angesühret : Huic equidein Ioubeifi fententiae non
fubferibam ; quin potius ad Cratonis
in dem gedruckten des Johann Bourgesius in ZcHoliis ad Lap VII , louberti de Erroribus VuIZi , p . 105 , 106 . bis Theophraftus schlossen . man setze die Anfuhrung dazu . Er hat auch eine Stelle des ParacelsuS angezogen , die eben dasselbe bekräftiget . Ich glaube , daß er zu weit geht , und daß es Aerzte giebt , welche die Kranken zuweilen ge - sund machen oder tobten , ohne daß man sie deswegen mit Recht loben noch tadeln kann . So groß auch ihre Einsichten seyn mögen , so erken , um sie nicht allezeit die wahre Ursache der Krankheiten , und verordnen nach den Regeln eine Arzney . die höchst schädlich wird ; weil in dem Tem - peramente des Kranken , ich weis nicht was , ist , da ? sie nicht entdecken können . Diese besonbern Einrichtungen der Maschine , die auf eine wisse Art angegriffene Einbildungskraft des Kranken , die verborgenen Leidenschaften können Wirkungen hervorbringen , welche die allervollkom - menste Wissenschaft und Erfahrung der Aerzte niemals erwartet hatten .
Die Wirksamkeit dieser unbekannten Ursachen wird machen , daß ein Arz - neymittel , das ins Gelag hinein , ohne Verstand und mit Unwissenheit gegeben wird , die Krankheit vertreibt : und daß ein nach den Regeln der Kunst vorgeschriebenes Mittel den Kranken ums Leben bringt . Es ist also hierbey Glück oder Unglück , das weder von der Wissenschaft , noch
HortenM , die Schwester des Redners Hortensius . Also nennet sie ein neuerer Schriftsteller a : allein , wie er es selbst an einem andern Orte erkennt b , so ist der Name , den Plutarch des Hortensius Schwester gieb ? Valeria . Man suche also Valeria : denn es ist nicht die geringste Ursache vorhanden , daß wir dem Hortensius zwo Schwestern von verschi« . denem Namen geben sollten .
« ) Glandorp . Onomaft . pag . 405 . b~ ) Ebenbas . pag . 865 .
ßortenft« , die Tochter des Redners Hortensius , hat sich durch ihre Wohlredenheit ihres großen Vaters würdig ge - macht , als sie die Sache der römischen Damen vor den Dreymannern vertheidigte , welche vierzehn hundert derselben verdammt hatten , die Güter anzugeben , die sie besaßen ; und welche sie darauf , nach ihrer Phantasie , zu den Kriegeunkosten schätzen woll - ten . Diese Dreymämicr waren , Marcus Antonius , Octavius und Lepidus . Sie hatten anfänglich angedeutet , daß diejeni - aen , die keine richtige Schätzung von ihren Gütern überqebcn würden , auf eine Geldbuße gefetzt , und diejenigen , die wider ihre Unredlichkeit zeigten , belohnet werden sollten . Sie nahmen Zuflucht zu der Fürbitte der Frauen , die einige Gewalt über die Dreymänner haben konnten , und wurden von des Octavius Schwester , und des Marcus Antonius Mutter höflich empfan - gen : allein Fulvia , des letztem Gemahlinn , schloß ihnen die Thüre vor der Nase zu ; so daß sie den Schluß faßten , sich selbst vor den Dreymannern zu zeigen . Hortensia führte das Wort für alle , und hielt eine sehr schöne Rede . Quintilian hat rühmlich davon gesprochen ° . Die Dreymänner waren . hart genug , die von den Frauen gebrauchte Kühnheit übel zu nehmen ; sie fahlen ihren Thürstehern , sie wegzuschaffen ( A ) . ' Dieser Befehl bewegte die ganze Versammlung zum Schreyen ; das Murren verhinderte die Thürsteher , das Geboth auszuführen : hierauf verwiesen die Dreymanner die Sache bis auf den folgenden Mor - h / »ß mir ttior fttmherf Krauen aenötkiaet waren , ikre Güter aniuteiaen <> Hieraus wird man sich
von der Unwissenheit abhanget , und man kann der Unwissenheit nicht beymessen : daß sie die verborgenen Leidenschaften des Herzens . oder die wunderlichen Eigenschaften einer Leibesbeschaffenheic nicht weis , und die Hindernisse nicht voraussieht , die sie der Wirkung der Arzney machen werden . Ein Arzt wird nicht eher verurtheilet , aus Unwissenheit gesündiget zu haben , als wenn er dasjenige nicht weis , was ihn das Studieren und die Uebung haben lehren können . Die Frage ist , ob es Aerzte giebt , die aus einem mit ihrer Person verknüpften Vorrechte von ungefähr und sehr oft auf das Hülssmitrel fallen , welches helfen mich , »nd ob andere aus einem persönlichen Verhängnisse gleich das Gegentheil tfnin ? Oder die Frage ist wohl diese , giebt es solche Aerzte . die ausdrücklich gerufen werden , wenn der Kranke darzu bestimmt ist . wieder aufzukommen ? und giebt es andere , die ausdrücklich gerufen werden , wenn er zu sterben be - stimmt ist ? Es scheint , daß esJvubert vorgegeben habe , und daß er diese« eine absonderliche Gnade des Himmels , oder eine Entbehrung dieser gött , lichen Gnade nenne . Crato spottet über diesen Gedanken . Dieser Streit läuft auf denjenigen hinaus , davon id> in der Anmerkung ( K ) des kels Timoleon weitläuftig rede , ob Glück und Unglück an gewisse Personen gebunden sind ; oder ob Glück und Unglück allezeit die Wir - kung , eines der Klugheit , und das andere der Alberkeit sind ? Die Alten haben dieses nicht vorgegeben ; denn wenn sie die Eigenschaften ein - 's gu - ten Heerführers gezählt , so haben sie seinem Glücke einen ganz absvnder - lichen und von der Kriegswissenschaft unterschiedenen Rang gegeben . Ego fic exiftimo . hat Cicero pro Lege Manilia cap . X , p , , » , 35 . Tom , III , gesaget , in fummo Imperatore quatuor has res inefle oportere , ftien - tiam rei Militaris , virtutem , auöoritatem , felicitatem . Er zeiget in der Folge , daß sich diese vier Eigenschaften bey dem Pompejuö in einem vortrefflichen Grade fänden , und ee hat erkannt , daß die letztere von Gott und nicht von den Menschen abhängt . Reliqmun eft , vt de feli - citate quam praeftare DE SE IPSO nemo poteft , meminille , et com - niemorare de altero pofliimus : ficut aeqnum eft homini , de poteftate deorum , timide et pauca dicamus . Ego enim fic exiftimo : Maxiino , Marcello , Scipioni , Mario , et ceteris magnis imperatoribns , non sot . vm propter virtutem , fed etiam propter fortunam , faepius im . peria mandata atque exercitus efl'e commiflbs . Fuit enim profefto quibusdam fununis viris quaedain ad amplitudinem , etgloriam , et ad res magnas bene gerendas diuinitus adiun & a fortuna . Ebcnd . c . XVI , Tom . III , p . ; z .
( D ) Er bat viel Bücker herausgegeben . Z Ich glaube , daß er mit den Inftitutionibus Logicis den ? Infang gemack ? r , die er herausgab , da er philosophische Vorlesungen zn Wittenberg auf seiner Stube ungefähr >601 gehalten . In jeiner Leichenrede , beym Witte , Memor . Medicor . fol . e ) 2 . Er hat in derselben Stadt 1 * 07 seinen Tractat de Natura Humana cken lassen . l£f>eni>af . fol . e ) 3 . Seine Difiertatio de natura Amoris , additis Refolutionibus de cura Furorisamatorii , de Philtris , atque de pul Iii Ainaritium , ist zu Gießen 1611 , in 4 . gedruckt worden . Er hat 161z daselbst sein Werk de tuendaiZanitateZcudiolonim et Eitterzkomin in 4 . und 1619 den Tractat de caufis fimilitudinis et diflimilitudinis in foetu , refpedhi parentum etc . cui annexa eft Refolutio Qiiaeftio - nis de diuerfo partus tempore , imprimisque quid de feptimeftri et oöimeftri partu fentiendum in 4 herausgegeben Ich verweise in den Lindenius renouatus 359 u . f . S . wo man die Beschreibung der Titel und Ausgaben aller Schriften dieses Arztes findet : und ich sage nur , daft mn " nach seinem Tode eine neue Ausgabe davon in einem Fölioban - de zu Nürnberg 1660 , und zu Tergou in z Quartbänden im >66 , ^ahre gemacht hat .
gen . Der einen viel r des Valerius
a ) Quint ! Hortenfii filiae oratio apud Triumuiros habita legitur non tantum in fexus honorem . QyintU . Inftit . Libr K ) Ex Appiano , Libr . IV , Bell . Civ .
und auch durch die Worte
cap . I .
( A ) Die Dreymänner haben - , - befohlen , sie rvegwscliaft fm'l An statt dessen giebt Jacob Philipp von Derqamo , der vom ^rosver Mandosus , kibl . Rom . Cent . II , num . 88 . abgeschrieben wor - den vor daß der Hortensia Beredsamkeit , die von den Zuhörern so be - wundert'wordm , daß sie auch qeglaubet , sie hörten ihren Vater , von den Drenmäunern , alles , was die Frauen wünschten , und noch uberdieß . große Lobeserhebungen erhalten habe . Er hat auch noch zween andere Fehler qemackt . ^ daß die Hortensia viel Dinge geschrieben ; a ) daß die römi - K . >« - >>» öffentlich . Noch
Es ist abe ' jclm hr aus einem tyrannischen Geize der Dreymänner ge - schehen Was für Schnitzer veranlasset mcht die Begierde , von Leuten
s ? ? pALs -
II Band .
Gesclilecktes geredet habe . l . Es sind die Dreymänner und nicht der Rath gewesen , die diese Auflage ausgeleget haben , wenn es eine Auflage seyn soll . II . Es ist nicht auf alle Frauen in Rom angesehen gewe'en , sondern nur auf die Reichen ; es war eine Schalzung der Wohlhabendsten . III . Hortensia ist wohl die einige gewesen , die geredet hat , allein sie ist nicht die einzige gewesen , die für ihr Geschlecht gearbeitet , oder sich dessen angenommen hat : denn alle Theilhaberinnen sind zusammen hingegan , gen , und haben die Mütter , Schwestern , und Gemahlinnen der Drey - manner gebethen : und darauf haben sie sich in den Audienzsaal begeben , wo , wie bey allen dergleichen Abordnungen , eine einzige für alle geredet hat . Ich will nichts von den Auslassungss>inden sagen , noch von Ap - pianS von ? llexandrien unrichtiger Anführung , die in die Holland . AuSg . mit einiger Veränderung übergetragen worden , welche leichtlich verfüh - ren kann . Dieser Fehler ist ursprünglich ein Druckfehler : Moreri hatte ohne Zweifel geschrieben . Ii . 4 . belji ciuiL An statt dessen aber haben die lionischen Buchdrucker I> . 4 . b . Ii ciuil . und die holländische» Ii . 4 .
Ovo 00 t> . Ii .

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