Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12379

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Horstius .
das Aiichaelsfest zu Ehren der Engel wohl zu feyern , ( pag . 4SZ u . f - ) ein sehr andächtiges Stück ist .
Uebrigens glaube ich nicht , daß es Gebethbucher gegeben hat , die mehr verkauft worden sind , als diese Gebethe , die er für die Aerzte ausgeses tzet hat . rC (
( C ) Seine Briefe enthalten eine Sacke , die mir angeführt ; u rvcrden verdienet . ^ Hieronymus Nymnan , ein Prediger und Schwa - ger des Horstius , ( pag . » ) hat ihm einen Brief von Torgau unter dem 10 'März » ; ; 6 geschrieben , in welchem er ihn gebethen / pag . ; z ) ihm zu mel - den , ob eine Begebenheit wahr sey , welche Sabm vor kurzer Zeit mWtt - tenberg erzählet hätte , Daß nämlich ein Edelmann in der Mark denburg , unweit Stendal , eine arme Frau angefahren habe , die ihn um Gottes Willen aebethen , etwas von dem Preise des Korns herunter zu lassen , das sie von ihm kaufen wollen ; und daß das StückGeld , das sie ihm gegeben , durch einen Unbekannten , den er auf seinem Wege fen , in eine Schlange verwandelt worden , und daß sich diese Schlange um den Hals dieses Edelmanns geschlungen , und nicht davon weggegan« gen sey . Horstius , der damals in Frankfurt an der Oder war , hat seinem Schwager ( pag . 54 ; geantwortet , daß er nicht das geringste davon will ? , und daß er es ihm melden wolle , wenn er was davon erftchre . Hier ha - ben wir ein Beyfpiel von den wunderlichen Einfällen des Gerüchts . ^Oie Wunderwerke machen sehr ost mehr Aussehen in den entfernten L . an - dern , als in denjenigen , wo sie geschehen seyn sollen . Dieß ist em zeichen der Falschheit ; denn wahrhafte Dinge sind viel gewisser bekannt , wo sie sich eräuget haben , als an irgend einem andern Orte . Diejenigen , welche lügen wellen , müssen sich vor einem allzunahen Schauplätze yu - ten . Sie thun es nicht allemal , und gleichwohl überreden sie , allein sie laufen auch mehr Gefahr .
HorstlUö ( Gregorius ) ein Neffe " deö vorhergehenden , hat sich durch die Arzneykunst einen solchen Ruhm erworben , daß man ihn gemeiniglich den deutschen Aesculap nennet b . Er war zu Torgau 1578 gebohren , und erhielt die Würde eines Lehrers der Weltweisheit zu Wittenberg , 161 c , und das Doctorat in der Arzneykunst zu Basel , 1606 , und wurde dasselbe Jahr zu dem Professoramte in der Arzneykunst zu Wittenberg befordert . Er verließ es nach einem Jahre , und gieng von da nach Soltwedel im Brandenburgischen , als Stadtarzt . Er blieb nicht sehr lange daselbst ; denn er nahm das Amt an , das ihm der Landgraf von Hessen , als Professor der Arzneykunst zu Giessen , 1608 antragen ließ . Er wurde im folgenden Jahre zum ersten Leibarzte dieses Prinzen gemacht , und verheiratete sich 1615 , da er endlich der häuslichen Einsamkeit überdrüßig war d . Der Ruhin , den er sich erworben hatte , bewog den Räch zu Ulm , daß er ihm das Amt eines obersten Arztes ihrer ( Stadt anboch : Er nahm es an , und strnrö demselben , vom 1622 Jahre bis >636 , rühmlich vor , welches sein Sterbejahr war . Er hinter - - ließ von seiner ersten Ehefrau vier Söhne ( A ) und zwo Töchter . Er verlohr sie im Wintermonate 1634 ; und , da ihm die Haussorae allzubeschwerlich geworden , so nahm er im Brachmonate 16z ; , die andere Ehegattinn . Er fand in dieser andern Ehe tausend Annehmlichkeiten ( B ) ; allein da die Gicht , der er mehr als einmal beherzt wiederstanden hatte , wieder aufwachte , und von vielen verdrießlichen Zufällen begleitet wurde , so legte sie ihn den 9 August 1636 ins Grab . Er besaß im höchsten Grade die drey Eigenschaften eines guten Arztes , die Redlichkeit , die Wissenschaft und das Glück * ( C ) , wie man es sehr weitlauftig ju seiner Leichenrede sieht . Er hat viele Bücher herausgegeben ( 1 ) ) ; die sehr hoch geschäht worden sind . Zweene von seinen Söhnen haben auch einige herausgegeben f .
a ) dt ist des George Horstius , Rathsherrn der Stadt Torgau , Sohn gewesen . b~ ) König Biblioth . pag . 413 . c ) Lindenius renouat . pag . 559 . <0 Solitariae vitae pertaefo fibi priuato quoque inuigilare curatio fuit . loh . Daniel Dietericus in Oratione funebri Gr . Horftii apud Witte Memor . Medicor . pag . 67 et fequ . e ) Aus seiner Leichenrede , die Johann Daniel Dietericus gehal - ten , beym Witte , Memor . Medicor . pag . 67 etc . / ( Die Anmerkung ( A ) .
miniftratepem ; fedetiamfanflos patres et ? rophetas , qui fnpra aegro - tos inuocabant nomen Domini vulnerantis et fanantis . Rara funt haec Exe'rupla , in noftra Bohemia , vtpote vbi plures funt infanae et incantatrices vetulae ; quae lnilcuerunt herbas et non innoxia verba ; Pauciores docti , ac fani Medici . Ebend . 2yo SMatthäuS DresseruS , Pro - fessor der Beredsamkeit zu Leipzig , hat ihn wegen seiner Gottesfurcht und feiner Gebethe sehr gelober , und zu ihm gesaget , daß er einen Arzt ge - kannt , der nicht die gerinaste Cur unternommen , noch einige Arzuey ge - geben , bis er zuvor das Vater unser gesprochen gehabt . De precum medicarum fornuilis a te editis» quid fentiam aut fcribam aliud , nifi vi der i mihi eas ad pietatem Medico dignam , maxime efle compofitas ? Si enim Hymnus eft Deo gratus , medicina noftra , et medicamenta Dei munus funt ; num dubitare pofliimus , quin religiofe tota ars at - que profeflio traftanda fit ? Noueram praeclarum Medicum , amicum meum integerrimum , qui nullam morbi curationeni attingebat , aut fufcipiebat , nullumque medicamentutn aegroto pfopinabät , nifi prius recitata oratione dominica , et piis votis adiundlis . Quod cum de et praedicatione dignum femper iudicarim , ne nunc quidem hoc quod in pietate ponis ftudium improbare pofiiun . Sed opus dignum tua profcffione atque perfona iudico . Ebeiid . 292 © . Man ziehe hierbei ) die Anmerkung ( C ) des Artikels Rirstenius zu Rathe , und leseausder - 94 u . f . S . den gottesfürchtiqen Brief , den Jacob Horstius an einen Predi - ger zu Berlin geschrieben hat . Er scheint darinnen entschlossen zu seyn , an einer christlichen Arzneykunst zu arbeiten . Binis litteris tuis , quibus nie de medicina corporis S . S . et fragmentis bibliorum . facrofum ex - colenda etiain atque etiam mones , ita fum aftechis , vt ad ifta perfici - enda , quae cupis vim mihi illatam efle putem . Ich muß dazu setzen , daß die Einladungsschrift . darinnen er die Studenten ermahnet ,
( A ) ( Sc hat von seiner ersten Ehefrau vier Sohne hinterlas - fen . ] Drey davon sind Aerzte gewesen , und der andre ist ein ker geworden . Paul . Freher . in Theat . pag . 1366 . Johann Daniel - Horstius , der älteste von allen , war zu Glessen gebohren , und ist Proses - sor der Arzneykunst zu Marpurg , und dann in seiner Vaterstadt , Arzr des Landgrafen von Hessendarmstadt , und dann der StM Frankfurt ge - wesen . Er ist unter dem Namen Phoenix IN die Akademie der Naturae Curioforum aufgenommen worden . Er hat viel Bucher herausgege - ben , und ist den 27 Zenner 1685 in einem acht und sechzigjahrigen Airer gestorben . Witte , in Diar . Biograph , ad an . 1685 . Hier ist der Titel von einigen seiner Werke : Phyfica Hippocratea , Takenii , Helmontn , Cartefii , Efpagnet , Boylei , aliorumque recentiorum Commentis illu - ftrata , zu Frankfurt i6gi in 8 - Decas Obferuationum et Epiftolarum Anatomicarum , quibus fingularia feitu digna . lackcarum nempe tho - racicarum , et vaforum lymphaticorum natura , embryonisque per os nutritiv atque alia rariora exponuntur , Frankfurt 1656 in 4 . Pharma , copoea Galeno - Chemica Catholica , zu Frankfurt 16 , 1 in Folio . Er hat eine neue verbesserte und vermehrte Ausgabe von Pauli Zachiae Quae - ftionibus Medico - Legali , zu Frankfurt 1666 IN Folio , und des l - a^ariP . ! . «erii Opera Mcdica Vniuerlä , in derselben Stadt 1674 >» Folio verschafft . Aus dem Lindenius renouatus , pag . 564 , 565 . ©«gorius - Horstius , ber jüngste von seinen Brüdern , war zu Ulm den 20 dcS HerbstmenatS 1626 gebohren . Er hat die Doctorwürde in der Arzneykunst zu Padua unter dem Vorsitze des FortunaruS Licetus , den u Man 1650 erhalten . Er ist 165z der Gesellschaft der Medieiner zu Ulm beygesellet . und zum öffentlichen Professor der Naturlehre ernennet worden . Er ist den zr May >661 gestorben , und hat Kinder hinterlassen . Paul . Fr eher , in Thcatr pag 1389 Er ist der Urheber eines Tractats de Mania , und bat Hiftoriam Zibethi versprochen . Witte in Diario Biogr . aufs 1661
^CB ) Da ihm die - Haussörgen alhubeschwerlich wurden , so nahm er - - - die andere 'Lheaattinn . <£v fand in dieser andern ftinendo repulerat , inuaditur , pag . 67 , 68 . Was ich anführen will , trifft so wohl die eine als anore von diesen zwoen Heirarhen . Quando autem factum , vt Anno 1634 , funuiflmiam hanc ipfius tori fociam ligna febris deartuaret , in hoc infelix fuit , quod faeuam illam decli - nare nefciens , menfeNouembri miferam viduitatem colere fuerit co - aöus : qua in cum lex Liberorum Pater et occupatiffimo funöionis muneri et moleftiflimae rei familiaris clirae vix non fuccumberet , di . ninn adlucente gratia , ad vota fecunda accedens , Praeclarifllmi dici bingerlini p . m . reliclae viduae ( * ) , matrimonialem addixit fi - dem , hoc ipfo iterum titulo felicitatis priuatae redonatus , quod haec caftiflimis iilius amoribus mira morum amabilitate refpondebat : ita vt charitate Coniugera , fedulitate Miniftram praeftaret . Ebend . 5 S . von dem Ende . Ich führe also an , weil die meisten Seiten dieser Lei - chenrede keine Ziffern haben .
( * ) Der Urheber hatte bemerkt , daß Horstius zum erstenmal eine Jungfer geheirathet hatte . Interea , saget er 69 S - et maritalem con - ditionem exofeulatus , HEDWIG EM s TAMMIAM , Virginem le - äiffimam confarreatione fibi facrofanfta copulat .
( C ) Es Med ! cus , fimul Cbirurgusj % Cur ? mittis fiygiam viros ad Orcum ,
Et manu fimul et fimul veneno * ,
Nequaquam autem huiusmodi felicitatis excefllim in Defunfl» noßro , Velut abfoluto Praciici Exemplo , quaeremus : quin potius fortuuain iilius in Praxi integram et illibatam , cumulatisfimo rationis et expe * rielitiac inftruöu partam demirabimur , etc .
Weil

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