Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12358

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Horaz .
bis an seinen Todestag gewesen , welches der i des Herbstmonats 1666 war . Er hätte ein viel längeres Leben verdienet ; allein man muß sich noch mehr verwundern , daß ein so arbeitsamer Mann , als er gewesen ( C ) , ungefähr 49 Jahre gelebet hat , als wenn man sieht , daß er nicht länger gelebet hat . Die große Anzahl Bücher , die - er heraus gegeben ( O ) , sind ein redender Beweis seiner ungemeinen Aemsigkeit , und des weiten Umfanges seiner Wissenschaft . Er hat viel Sprachen verstanden ( E ) ; und Theil an der Freundschaft der vortrefflichen Gottesgelehrten seiner Zeit gehabt c . Er hat sich niemals von der allerstreng - - sten Rechtgläubigkeit entfernet : Und ist nicht weniger schätzbar durch die Eiaenschasten des Herzens und eines ehrlichen Man - nes , als durch die Gaben des Verstandes und eines gelehrten Professors gewesen . Dieses kann man umständlich in seinem Le - den sehen d . Er hat Kinder hinterlassen , die seiner würdig sind ( F ) , und dieses ist zu ihrem Ruhme schon viel gesagt .
a ) Johann Hoornbek , sein Großvater , hatte sich mit seiner Ebfrau im 1548 Jahre dahin begeben , als er sein Vaterland Flandern , wegen der Religion / verließ . S ) Aus der Akademie Utrecht . O Siehe das Verzeichnis ; davon in seinem Leben . d ) Es steht vor seinem Tractate , de conuerfione Iiidorum et Gentilium , nnd ist vom David Stuart verfertiget . Ich habe diesen Artikel daraus ge - nommen .
( A ) Man hat ihm verschiedene Bedienungen in andern ten angeborhen . ^ Im Hornunge 1644 hat ihn die Kirche zu Mastricht zu ihrem Prediger haben wollen . Die zu Graft in Nordholland , hat ihn im Märzmonate desselben Jahres berufen , und man hat ihm das Pro - fessoramt der Gottesgelahrtheit aus dem Gymnasio zu Harderwik , einer Stadt in Geldern , im folgenden Maymonate angebothen . ( Aus seinem Leben ) Wenn man in einem Alter von »7 Jahren auf solche Art ge - suchet wird , das ist eine sehr rühmliche Sache !
( B ) Er bat fich der Verwaltung seiner ; weyen Aemter mit ei - ner großen Aufmerksamkeit angenommen . ^Ich habe die Beschreibung von allem diesem für diese Anmerkung vorbehalten , wo ich mich der Wor - te desjenigen bediene , der das Leben unsers Hoornbeeks aufgebet hat . In vtraque autem Statione , ( bieg heißt das Professor - und ordentliche Pastoramt ) per äecennium fere perfeuerauit , tanta eruditionis , elo - quentiae , pietatis et diligentiae fama ; omnibusque ordinibiis adeo gratus . vt nulhis in maiori fuerit exiftimatione , non VltraiedH folnm fed in toto Belgio . Nempe affiduiis erat in docendo , precando , con - cionando , legendo , difputando , regendo , praefidendo , catechilätioni - bus habendis , membris Ecclefiae imprimis aegris vifitandis . Quibus artibus optimis certe , Magiftratus Trateftini gratiara adeo mernit et iniuit , vt Magiftratus optimus , fiio proprio motu , non petentem , nec forte cogitantem , liberauerit dimidia parte oneris Paftoralis , feruato tarnen integro honore et honorario . Will man den Begriff eines gu - ten Pastors sehen , so lese man . aus was für Art , dieser seine Besuche ab - gestattet hat . Membra Ecclefiae frequenter inuifebat , pios animabat , ignaros docebat , malos corrigebat , haereticos confutabat , affliöos fo - labatur , aegros recreabat , infirmos roborabat , deieöos erigebat , pau - peribus fubueniebat , omnes denique iuuabat , pro eorum ftatu et con - ditione , omnibus aderat in omnibus , omnibus fe omnia faciebat , grauibus grauem , hilaribus hilarem , affliöis condolentem , doeüs do - dhimet Dolorem , plebi Paftorem , errantibus ducem vt in viam du - ceret veritatis . Und was seine Wachsamkeit in den Prosessoralverrich - tungen betrifft , so giebt man ihm dieses Zeugniß . Studiofos vero The - ologiae velut filios omni cura compleöebatur , laboresque fuos prae - eipuos iis impendebat , non leöiones foluni in eorum gratiam habe - bat , fed frequentia Collegia omnis generis , atque Difputationes ordi - narias et extraordinarias , ex quibus refultarunt tot vafta et egregia volumina ad inftitutionem iuuentutis , imo ad vfum omnium , fed im - primis ad conuerfionem Haereticorum . Ex Vita Hoornbeeki .
( C ) So arbeitsam als er gewesen ] Man kann es aus der Be - schreibung erkennen , die in der vorhergehenden Anmerkung steht : allein man wird es besser auö folgenden Worten erkennen ; sie betreffen die Zeit , da er zu Leiden Professor der Gottesgelahrtheit und Pastor gewesen . Curam Ecclefiae fuo iure poterat in Collegas deriuare , quia primario Paftori ( nämlich der Professer Heidanus ) ab ea immuni adiunöus , cum eo labores , honores , praemia , et priuilegia omnia ex decreto fapien - tiflimi Magiftratus aequaliter diftribuebat . Sed ab Ecclefiae cura , membrorumque et aegrorum vifitatione difpenfari noluit , contra vero , cum dimidias tantum Paftoris vices demandatas haberet , inte , gras voluit implere , zelo et diligentia ftupenda in homine alias oc - cupatiflimo , imo non tarn onerato quam opprefl'o , et tantum non fati - feente fub multiplici onere , cui plures finiul iunfti vix eßent pares . Concionabatur inTemplo , legebat in Academia , praefidebat in Con -
fiftorio , Catechifationes inftituebat in Choro , Collegia habebat in domo , feribebat in mufaeo , faepe in leöo , membra Ecclefiae vifitabat in aedibus , aegros etiam et peftiferos , enram ad omnes et ad omnia extendebat . Ex Vita Ioan . Hoornbeek .
CD ) Die große Anzahl Bücker , die er heraus gegeben bat . ] Man kann fünf Classen daraus machen : Didaöica , Polemica , Praöica , Hiftorica , Oratoria . Die von der ersten sind : Inftitutiones Theolo - gicae , in 8 - Irenicum de ftudio Pacis et Concordiae , iN4 . De Con - fociatione Euangelica inter Reformatos et Euangelicos , in 4 . Hier sind die von der II : Socinianifiiii confutati , Tomi tres , in 4 . Pro conuincendis et conuertendis Iudaeis , Lib . VIII ( * ) , in 4 . De Con . uerfione Gentilium , Libri duo , in4 . Examen Bullae Vrbani VIII de Iefuitiflis , Imaginibus etFeftis , in 4 . Examen Bullae Innocentii X de Pace Germaniae , in 4 . Epiftola adDuraeum de Independentifmo , IN 8 - Commentarius deParadoxis Wcigelianit , in 1a . Apologia pro Ecclefia Chriftiana hodierna , contra Libelluni , ad Legem et Teftimo - nium , etc . in 8 . De obferuando a Chriftianis Praecepto Decalogi quarto , in 12 . De Epifcopatu , in 8 . Die von der III sind : Theolo - giae prafticae , Tomi duo , in 4 . DePefte , ini2 . Die von der IV sind : Summa Controuerfiarum , in 8 . Mifcella vetera et noua . Zu der V rechne ich : Orationes variae Inaugurales , Valedidtoriae , Reöo . rales et Funebres . Ich sehe die Titel von seinen holländischen Werken nicht hieher , welche verschiedene Tractate enthalten .
( * ) Dieses Buch ist ohne Zweifel dasjenige , welches Baillet , Tom . II , der Anti , pag . 38 Difp . Anti - Judaiques nennet ; allein es ist gewiß , daß es diesen Titel nicht hat . Es muß jemand den Baillet verführet haben , der es der Kürze halber so angeführt hat .
( E ) Er bar viel Sprachen verstanden . ^ Hier sind die Worte des Urhebers von seiner Lebensbeschreibung : Linguas fi fpeftes , nouit pluri - mas doöarum et vulgarium , Latinam , Graecam , Hebraicam , Chaldai - cain , Syriacam , Rabbinicam , Belgicam , Germanicam , Anglicam , Galli - cam , Italicam , Arabicae et Hifpanicae Rudimenta attigit .
( F ) <£t har Rinder hinterlassen , die seiner würdig sind . ) Er hat fich i6 ; o zu Utrecht mit Annen Bernhard verheirathet . Diese Heirath hat ihn mit berühmten Personen verschwägert , als mit dem Constantin L'Em . pereur ( » ) Professor der Gottesgelahrtheit zu Harderwik und dann zu Leiden , und mit demJodocuSHondiuSi * * ) , einem sehr berühmten Erd - beschreiber , einem Großvater Heinrichs Hondius , der aetödtet worden , da er sich zu dem Dienste des Vaterlandes auf dem Schiffe des AdmiralS TrempS tapfer geschlaqen , welches er ccmmandirte . Hoornbeek hat zween Söhne hinterlassen , den Isaac - Hoornbeek , ehmaligen berühmten Sachwalter im Haag , und iho Pensionär der Stadt Rotterdam ( r ) und den Heinrich Aemiliu« - Hoornbeek , Fiscalcommissarien von den Ein - künften der Provinz Holland .
( * ) Die väterliche Großmutter der Anna Bernhard , hat Jaqueline L'Empereur geheißen , und ist des Constantin L'Empereur , und^Johann L'Empereur , Predigers im Haag , Vaters Schwester gewesen .
( * * ) Er ist der mütterliche Großvater der Anna Bernhard gewesen .
( r ) Er ist seit 1720 Rathspensionarius , Siegelverwahrer und Statt« Halter von den Lehnen von Holland und Ostfrießland u . s . w . geworden , und den 17 des Brachmonats 1727 im 71 Jahre seines Alters gestorben . Siehe die Zusätze in der amsterdamer Ausgabe .
HoMtlUS ( Publius ) zugenannt Cocles , hat eine sehr schöne That gethan , da die Stadt Rom , sein Vaterland , von dem Könige Porsenna belagert war . Weil sein Artikel in des Moreri Wörterbuche sehr gut und weitlauftig ist " , so will ich ihn sehr kurz machen , und mich nur bey dem Unterschiede aufhalten , der sich unter den alten Historienschreibern in Ansehung ei - nes Umstandes findet , der ohne die geringste Verschiedenheit hätte vorgebracht werden sollen ( A ) .
<0 In der pariser Ausgabe von 1699 .
( A ) Ick will mich nur bey dem Unterschiede aufhalten , - - welcher ohne die geringste Verschiedenheit hätte vorgebracht wer / den sollen . ) Es giebt Geschichtschreiber , welche versichern , daß , da er in die Tyber qesvrungen , nachdem er die Feinde lange zurück getrieben , bis die Brücke hinter ihm abgebrochen gewesen , er das andere Ufer des Flus - ses , ungeachtet seiner schweren Waffen , mit Schwimmen erreicht habe , ohne daß er die geringste Wunde bekommen ; allein andre versichern ; daß er einen so starken Streich an dem Schenkel bekommen , daß er bis an seinen Tod hinkend davon geblieben . Titus Livius , Libr . II , Dec . I ,
Cap . X , giebt handgreiflich vor , daß man ihn nicht verwundet habe .
Cunclati aliquamdiu funt ( HetrufciJ dum alius alium , vt praelium in» eipiant , circumfpe & ant , Pudor deir . de commouit aciem , et clamore fublato vndique in vnum hoftem tela coniiciunt , quae cum in obie - öo CVNCTA feuto baefin'cnt , neque ille minus obftinahis ingenti pontem obtineret gradu , »am impetu detrudere conabantur virum , cum fimul fragor rupti ponderis , fimul clamor Romanorum alacrita - te perfeÄi operis fublatus , pauore fubito impetum fuftinuit . Tum Cocles , Tiberine pater , inquit , te fände precor , haec arma et hunc militem propitio numine aeeipias . Ita fic armatus in Tyberim de - filuit : multisque svperincidentißvs telis 1nc0lv - Mis ad fuos tranauit , rem aufus plus famae habituram ad poftero» , quam fidei . Man kann versichern , daß alle diejenigen , welche nicht aus / drücklich bemerken , daß er eine Wunde bekommen hat , mit dem T . Livius einerley voraussetzen ; denn sie haben zum Zwecke , die große Herzhaftig - keit dieses Römers bewundern zu lassen . Nun ist diese That viel wun - derbarer und rühmlicher , , wenn er dabey verwundet , als wenn er nicht
dabey verwundet worden wäre . Man muß also sagen , daß wenn FloruS , Libr . I , und nicht wie im Moreri Libr . V , ( denn das Werk dieses Schriftstellers ist nur in IV B . eingetheilet ) cap . X , und Seneca Epift . CXX , pag . m . 464 , dieser Verwundunq nicht gedenken , es bloß da - rum geschehen , weil sie in der Einbildung gestanden , daß er keine bekom - men hat . Valerius Maximus Libr . III . cap . II , num . 1 , pag . m . - 4 , , 243 , leugnet so stark , daß er eine empfangen hätte , daß uns dieses bewegen muß . zu glauben , es habe eine Sage gegeben , die dieses verneinet hat . Vt patriam periculo imminenti liberatam vidit , armatus fe in Tiberim mißt : cuius fortitudinem Dii immortales admirati , incoi . vmi - tatem s1nceram ei praeftittrunt . Nam neque altitudinc deiedlus , quasfatusue , neque pondere armorum prefliis , nec vllo vor - ticis circuitu a & us : nec telis quidem , quae vndique congerebantur , laesvs , tvtvm ! natandi euentum habuit . Allein hier sinddrey berühmte Historienschreiber , die sich nach einer andern Tradition richten . Dionysius von Halikarnaß giebt in des V B . 2z und 24 Cap . eine läufige Beschreibung von diesem Gefechte , nnd versichert in förmlichen Worten , daßHoraz dabey einen Stoß mit der Lanze durch das dicke Bein bekommen , der ihm solche Schmerzen verursacht , daß er sich fast nicht mehr erhalten können , als er vernahm , daß die Brücke abgebrochen' war . Dieser Geschichtschreiber setzet dazu , i . man habe aeglaubt , daß er bald an seinen Wunden sterben würden . Man habe ihm sehr schöne Belohnungen gegeben , so bald man erfahren , daß er davon genesen wäre ; daß er aber nie - mals weder zum Confulate noch zu KriegSbedienungen gelangen können , weil er feit diesem Gefechte beständig gehinker . Plutarch erzählet in Val . pag . lvS , daß man ihm in dem Tempel VulcanS eine Bildsäule von

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