Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12274

83°
Hoelzlin . Hoschelius .
Ausgabe , sind nicht gemäßigter , al« die Calvinisten gewesen ; und der Oberhofprediger des Churfürsten von Sachsen , Namens Matthias - Hohe , hat ? u Frankfurt ein Duck verkaufen lassendes - sen Titel rvar : Das Gericht und die gänzliche Ausrottung der Hure , des römischen Babylons , oder das sechste Buch der Auslegungen über die Offenbarung Johannis . Dieses Äuck ist so ausgelassen , als Oer Titel , und auf viese Art , hat man in Deutschland und in Norden geschrieben . Bossuet hat alle« dieses aus dem Briese eines armi - nianischen Predigers genommen , daraus ich die ganze Stelle anfuhren will , weil sie etliche andere Sachen enthalt , die dielen Artikel betreffen . , , - ^ch habe das Bücherverzeichniß von dieser letzten frankfurter Messe „ gesehen , welches eine Menge Streitbücher wider da« Pabstrhum ent , „ hält , und unter andern eines , welches den Titel hat : Iudicium et ex - „ cidium Meretricis Babyloniae Romanae , fcu Cotnmentariorum in " Apocalypfin S . Iohannis über fextus , authore Matthia HohcDoclore Theologo . Lipfiae in 4 . Dieser Hohe ist Oberhofpredigcr des Chur - , , fürsten von Sachsen , von adlichem Geschlechte , aus dem Lande Oester - „ reich , welchen man seit langer Zeit im Verbackte gehabt , das ! er ein heim - „ licher Papist sey . Ich erstaune , daß er es , bey diesem Zustande der Zeiten , „ und Sachen , für gut befunden , mit einer so beißenden und verhaßten „ Schreibart wider das Pabstthum loszuziehen , um so vielmehr , da der „ Churfürst von Sachsen die Wohlgewogenheit des Kaisers gegen sein „ Haus bestandig zu unterhalten gesucht har . „ Charles de Nielies in seinem Briese an den Uyttenbogard , von dem Schlosse Lowenstein den , des monats 1628 geschrieben . Es ist der 638 in der Folioausgabe der Epiftol . Ecclefiaft et Theolog . Hoe hat seine Arbeit über die Offenbarung Johannis 1610 angefangen , da er das erste Buch herausgab , und 1640 beendiget , da das letzte Buch gedruckt worden . Siehe Spizel . in Tem - plo Honoris referato , pag . 171 . Sie besteht aus VIII Büchern , die
1671 zu Leipzig in Folio wieder gedruckt worden . Man wird rottirische und hikige Gemüther niemals abhalten , die Dunkelheiten der Offen - barung' Johannis zu misbrauchen , um die Welt in Harnisch zu drin - qen . Der Friede gefällt ihnen nicht : der Krieg ists , den sie wünschen ; sie laufen keine Gefahr dabey , und sie finden das Mittel darinnen , sich nothwendig zu machen . Es ist einigermaßen wahrscheinlich , daß Poren - taten solche unruhige Köpfe nicht ungern unterhalten ; sie sehen sie als Leute an , die geschickt sind , ein Vertrauen unter dem Volke zu erwe - cken , und die Prophezeyungen , nach dem Lause der Geschaffte , bald nach diesem , bald nach einem andern Sinne zu drehen . Dergleichen Stöh - rensriede machen sich fürchterlich ; und dieserwegen verschonen sie ihre Herren .
( E ) Der Brief , den er - - - geschrieben , zeiget - - - - daß er die calvinische JLebce für einen 2 ( nticbrijf gehalten , der nicht viel bester , als der papistische Anrichriii , wäre , ] Dieser Brief ist gedruckt worden . Man lese diese Stelle der Memorabilium Ecclefi - afticorum , des XVII Jahrhunderts . Cum in eo eflent occupati Bo - heniiae Proceres , Legatis Morauiae , Silefiae et Lnfatiae praeientibus , vt Fridericum qnintum , Eleftorem Palatinum , facris Caluinianis ad - didhim , in Regem ifuiun eligerent , Matthias Hoe , t . t . Concionator Aulicus Dresdenfis , Eplßolam fub 23 Aug . fcripfit ad Ioacbimum An . dream Slikium , qua ( poftmodum typis excufa ) vir celeberrimus fi - delilfime monuit , vt quid , praefertim intuitu religionis , Ordines ifti facerent , facere faltem deberent , probe perpendant . Inter alia fpiri - tum Caluinifticum appellans Anti - Chriftum Orientalem , atque com - ponens cum Occidentali , vt non multo meliorem , allegante Horn - bekio in Summa Controuerfiarum religionis , iibro nono de Luthe , ranis p . m . 699 . Vermuthlich hat der von mir angeführte Schriftsteller diesen Brief nicht gelesen ; denn er redet nur auf HoornbekS Wort davon .
HoelzllN " ( Jeremias ) Professor der griechischen Sprache zu Leiden , war zu Nürnberg gebohren . Er trieb seine Schulstudien zu Augspurg so amslg daß er alle seine Mitschüler so wohl in der griechischen , als lateinischen Sprache zurück ließ . Hierauf fing er auf der hohen Schule zu Altdorf die Philosophie zu studieren an . Seine Art zu studieren , ist nicht wie'der andern ihre gewesen ; er blieb nicht lange bey demjenigen stehen , was man in dem Hörsaale in die Feder vorsagte : wie er ein guter Grieche war , so wollte er die Urschriften und die alten Ausleger des Aristoteles , den Themistius , den Alexan - der AphrodisäuS , den SimpliciuS , den Ammoniuö u . a . m . lesen . Er begnügte sich nicht mit dem Aristoteles ; er studiert» auch den Plato , und war ein großer Bewunderer der Stoiker . Nachdem er sich acht Jahre auf diese Gattung der Stu - dien gelegt hatte , so ließ er sich zum Doctor der Weltweisheit erklaren , und legte sich auf die heil . Schrift und die hebräische Sprache . Er wurde darauf Rector der Schule zu Amberz in der Oberpfalz : der Krieg verjagte ihn daraus , und zwang ihn nach Bremen zu flüchten , nachdem er des besten Theils seiner Haabseligkeit beraubt worden war . Der Graf von Bent° heim wollte ihm die Aufsicht über seine Schule zu Rhede geben ; allein er starb sogleich , und darauf both die Stadt Ham unserm Hoelzlin gleiche Bedienung an . Die kaiserlichen Soldaten streiften in diesem Lande so außerordentlich herum , daß er sich ihren Gewalthätigkeiten nicht aussehen wollte . Er suchte also eine gute Freystadt , und fand sie in Holland . Er be * gab sich nach Leiden , und gab daselbst eine UeberseHung der Psalmen heraus , in welcher man viel Richtigkeit gefunden hat . Die Akademie erwies ihm die Ehre , ihn zu behalten , als er nach Middelburg und Briel berufen wurde ( A ) . Man hielt ihn eines viel größern Schauplatzes würdig , und gab ihm die Profeßion der griechischen Sprache , die Voßius verlassen
dazu zu s tzen fur nöthig hielt . Er ist den 25 Kenner 1641 gestorben . Er war lange Zeit verheirathet " gewesen ^ ; allein er hatte keine Kinder gehabt . Man schätzet ihn in seiner Leichenrede deswegen glücklich , weil die Verwirrungen , darinnen er sich befunden , und die Knegswuth ihn gezwungen , ins Elend zu gehen c .
a ) In seiner Leichenrede nennet man ihn beständig Hoeslinut . 6 ) Er hatte die Tochter eines Predigers in Nürnberg geheirathet . <■ ) Aus seiner Leichenrede , die Anton Thysius gehalten hat .
über den Apolloniu» . - - - Die neue Ausgabe , die Jeremias - Hst^lin davon gegeben bar , rvird von einigen hoch gehalten , aU lein andere machen nicht vielmehr davon , als von vielen , die man Variorum nennet ; und nachdem erauf dasjenige geantwortet , was die Scholien betrifft , so fahrt er allo fort : „ Den Jeremias Hotzl» , be - „ treffend , so ist er ein elender Seribent . Er ist ganz und gar in hebräi , „ sche Redensarten verfallen . Er brauchet alte Worter , die nicht mehr „ gebräuchlich sind , und erfindet neue . Ich will hier beyläufiq bemerken , „ daß er vom Conradus Ritteröhusius , als von seinem Gönner redet . „ Conradus Ritershufius fim & iflimus ille iuris interpres et vindex , „ idemque patronus olim meus , infigniter pius et conftans aninuis .
Er hätte sagen sollen amicus . ) Dieß ist auf der Ii ; Seite . Zu Ende „ seiner Ausgabe des ApolloniuS sind Noten vom Holstein , die sehr scharf - „ sinnig sind . , . Die Leichenrede erzählet , daß Hoelzlin bey seinem Au - fernhalte zu Altdorf viel Freundschaft vom Seipio Gentiiis , vom Michael Picard , vom Conrad Rittershusius , und vom Daniel Swenserus sen ; daß er , weil sie griechische und lateinische Verse auf ihn gemacht , auch welche auf sie gemacht , und daß ein Theil von diesen Versen das Licht gesehen haben : Cum quibus Graecis Latinisque carminibus cer - tabat , quorum non pauca in luceni venerunt .
Hoschelius ( David ) gebohren zu Augspurg den 14 April 1556 , war ein sehr gelehrter Mann . Die West hat ihm die Ausgabe verschiedener alter griechischer Schriftsteller zu verdanken ( A ) . Er hat sein ganzes Leben zur Unterweisung der Jugend in dem St . Annen - Collegio angewendet , darüber er endlich 159z , von dem Rache zu Augspurg zum Rector gemachet worden . Sie machten ihn auch zum Aufseher der Bibliothek ; und man kann die Sorgfalt nicht genug rühmen , die er an - gewendet , ihre Bibliothek zu bereichern ( B ) . Er hat die guten Manufcnpte , und die guten Ausgaben sehr wohl gekannt ; und eö so veranstaltet , daß die Manuscripte , die man zur Zierde dieser Bibliothek kaufte , nicht darinnen , als ein unter der Erde verborgener Schatz vergraben bleiben möchten ; er hat viel seltene davon , mit Noten von seiner Arbeit , herausgegeben . Er machte gute Schüler , und zog derselben eine große Anzahl nach Augspurg a ( C ) . Er ist daselbst 1617 gestorben . Ich will anfuhren , was Scaliger von ihm gesaget hat ( D ) . Huetius hat nicht allein von seinem Fleiße , bey Entdeckung der al - ten Manuscripte , sondern auch von seiner Geschicklichkeit im Uebersetzen rühmlich geredet b .
a ) Aus dem Spizelius , in Templo Honoris referato , p . Z - 8 . u . f . und aus Frehers Schauplätze p . ijl , , 1512 . i> ) Huetius de clari« Interpret , p . 229 . Siehe auch Colomies , Kiblioth . Choilie , p . 194 .
( A ) Er wurde nach - - - - Driel berufen . 1 Er ist wirk - lich Rector der Schule in Briel gewelen , wenn man dem Voßius glau - bet : dessen Worte ich um desto lieber anführe , weil sie der Verbesserung nöt'hig haben , da er den eigenen Namen unsers Mannes , nicht ohne ei - nen Schniker wider die Grammatik , erbärmlich verunstaltet hat . Voßius hatte erst gesaget , daß Anton Aemilius die Proseßion der griechi'chen Sprache ausgeschlagen hätte , die ihm von den Curaroren der Akademie zu Leiden war angetragen worden , und dann saget er : Arbitror profef - fionem eam deinceps offerendam Mag . leremiae Hoelellus quondam correftori Ambergenfis Gymnafii Elecioralis Collegae Beckmani : nunc Brilanae eft Scholae Reflor . Vir eft moribus fimplex , fed triutn linguarum et Philofophiae admodum gnarus . Voflius , Epift . CXLViir , ad loann . Meurfium , p . igi . londonscher Ausgabe von 169z . Dieser Brief ist den zo August 1631 unterschrieben .
( B ) Er unternahm die Uebersenung des Apollonias Rbodius / Z Die Ausgabe dieses Poeten , nebst der'UeberseHung und Auslegung Hoelz - lins , ist von 1641 , ZU Leiden ex Officina Elzeuiriana . Menage redet im ersten Bande des Antibaillet , pag . 389 , 390 . sehr nachteilig davon . 3«erst führet er diese Worte des Baillet an : man hat alte Scholien
( A ) Die icvelt hat ihm die Ausgabe verschiedener alter griechi - schen SchriftikeUer ; u verdanken . ] Er hat die ocht Bücher des Ori - c , enes wider den Cclsu ? griechisch und lareimsch zu Augspurg 1605 in 4 - herausgegeben Das Buch der Wei ? heir ^ , esu6 de« Sohnes Sirach , cder der Ecclesiastieus griechisch und lateinilch mit Noten ist zu Antwer - xen >604 herausgekommen . Die Bibliothek des Phclius griechisch mir
Noten ifio , , zu Augspurg in Folio . Die Historie des ProcopiuS grie - chisch mit Noten , in derselben Stadt 1607 in Folio . Diese zwey lel - te» ren Bücher hatten das Licht noch niemals aeselien . Geographica al' . - quot excellentilllmoruin Authorum Marciani , Scylaris , Artemi dort , Dicaearchi , zu Augspurg i<5co in 4 . Drey oder vier Traetate Philons - Lclogze Legationum Dexippi Athenienfis , Eunapii , P , Patrkii , Prif'ci
Sophiftac ,

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