Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-4655

68
Carranza .
stimmte Art , deren er sich Mit seinem non nimnm , Ionge ; uzckem tem . poribus ; neque magno interuallo poftca , bedienet , ist zureichend zu ihrer Verachtung . Dieß sind Worte ohne Bestimmung : man kann sie bald mehr bald weniger einschränken , wie solche« Casaubon in Athen .
Lib . V . c . XVIII . p . 38> . scharfsinnig bemerket .
Ich weis , daß sich viele Leser beschweren werden , daß ich mich Key Kleinigkeiten länger , al« nöthig ist , aufhalte , und daß wenig daran gele - gen sey , zu wissen , ob Karneades im ; z - Jahre , oder im 598 ^ahre nach Rom gekommen ist ; allein ich bekümmere mich wenig um den Tadel solcher Splitterrichter : und e« würde mir übel anstehen , eine Zärtlichkeit , in Ansehung der Untersuchung , vorzugeben , welche ein berühmter Parle - mentsratl , zu Burgund , und ein berühmter Domherr aus der Hauptstadt derselben Landschaft ihrer Aufmerksamkeit nicht unwürdig geschaht , und der Welt unter dem Schutze eines berühmten Präsidenten , bey dem Münz - Hofe zu Paris , mirgerheiler haben . ( Cousin , der Urheber des Tagebuchs der Gelehrten . ) Wenn jemand für mich auf den Tadel dieser eklen Geister antworten wollte , welche dergleichen Untersuchungen verachten , so würde ich ihn bitten , diese Verse des Terenz auf mich zu deuten :
Faciunt nae i . telligendo , vt nihil intelligant ,
Qui cum hunc acuifant , Naeuiutn , Plautum , Ennium Accufant , quos hic nöfter audlores habet :
Qliorum aemulari exoptat negligentiam Potius , quam iftoruni obfeuram diligentiam .
Terentius in Prologo Andriae init .
( 0 ) Ick werde einen Fehler des Salden»« bemerken . ^ Nach , dem er von der Dunkelheit des Philosophen HeraklituS Erwähnung gethan , so beobachtet er , daß Epikur und Karneades gleichen Mangel gehabt . Germani huic fuerunt JEficurus et Carneades Cyreu * tus , nouae Arademiae principe« , quoram hic adeo a Clittmm he obfcu - nis diiäus fuit . vt nunquam percipere fe potuifle aflenerarit , quae - nam fcriptorutn eius mens lenfusquefuerit . GuilielmusSaldenus , de Libris , p . 124 . Wir wollen seinen Epikur vorbeyqehen lassen , welcher eben so gut das Haupt der neuen Akademie ist , als ich Patriarch zu Constantino - pel bin : wir wollen nur sagen , daß es sehrfalsch ist , daß sich Klitomachns über die Dunkelheit der Schriften des Karneades beklaget hat . Er hat nichts anders gesaget , al« daß er niemals ergründen können , was Kar - neades fürMeynungen billige Man sehe oben in der Anmerkung ( C ) , die anqeführten Worre des Cicero , welche nnS diese Sache belehren .
Dieß ist nicht von der Dunkelheit der Ausdrücke , sondern von dem See - pticismu« dieses Philosophen her gekommen . Er hat nichts gewisses funden ; er hat einerlei ) Lehren bald behauptet , bald widerleqer ; daher hat inan nicht entscheiden können , ob er eine einzige davon billige . Ich beschuldige den guten Saldenus nicht , daß er die Worte des Cicero nicht verstanden hätte , welcher uns dasjenige berichtet , was den Klitomachu« betrifft : ich zweifle nicht , daß er sie nicht verstanden hätte , wenn er sie von der Quelle hergeholt ; allein er hat sie an einem Verbannungsorte gefunden , wo sie ihre natürlicl ) ? Gestalt verlohren hatten . Wir wollen ihn also entschuldigen , daß er sie verkannt har . Er hat sie envan in ei - nem neliern Buche gefunden , wohin sie nicht eher , als nach Durchstrei - chung allerhand Länder , gekommen . Es war ihnen so übel von den bern mitgespielt worden , daß sie nicht« von ihrem väterlichen Erbgute übrig behalten hatten . Sie waren durch so viele Hände gegangen , daß , wenn man ihnen nur bey jeder Uebersetzung einen kleinen Schlag ben hatte , solches mehr als zureichend gewesen wäre , sie ums Leben zu bringen . Auf diese Art müssen wir von unzähligen Stellen urtheilen , die man aus dem erster» neuem Scribenten abschreibt , den man an - trifft . Dieß sind arme , geplünderte , lahme , verstümmelte» und derglei - chen Flüchtlinge . Darf man sich verwundern , wenn man sie wegen ihres Zustande« verkennet , und wenn man die Vorzüge ihrer Geburt nicht entdecket ?
( ? ) t * - - Und die Fehler des Moreri . ) I . Nicht« ist richtiger , als wenn man vorgiebt , daß Rarneades dem Chrxsippus ge , folgt fey . Dieser Fehler ist in der ziveyten hollandischen Ausgabe weg - genommen worden . II . E« ist wahr , daß er sich mehr auf die Mord , äl« die Naturlehre geleget ; Diogen . Laert . Libr . IV . in Carneade , zu Anfange Num , 6 - . . allein e« ist falsch , daß er außer der Sittenlehre , alle andre Dmae verabsäumet hat . Hätte er die fax * * so gewiß , und auf eine so beredte Art behauptet« können , wenn er die Naturkun -
Earran^a , ( Bartholomaus ) gebürtig von Miranda ' des XVI Jahrhunderts gewesen . " ' * " ^ '
der Frage , von der Materie der tenö wäre ; sondern auch , daß die
sex i , hat ihn mit sich genommen - / als er nach England gegangen , sich daselbst mit der _ „ u
( frrfeot ihn für sehr geschickt gehalten , den protestantischen Glauben zu bestreiten , und auszurotten , welcher in diesem Lande starke Wurzeln geschlagen hatte . Dieser Dominicaner har ausfallen Kräften an dieser Glaubensbothschaft gearbeitet ; er hat Bü -
, lassen . Er ist Beichtvater der Königinn
de , die Dialektik , die Redekunst , u . b . m . verabsäumet hätte ? III . Kann man ein jcharfes Nachdenken , welches Ursache ist , daß man da« ! Essen über Tische vergißt , eine tiefe Schlafsucht nennen ? kann man besser wachen , als in diesem Zustande ? IV . Valerius Maximus saget nicht , daß er sich das Gehirn mtt Niesiwur ; gereiniger , ( diese Wortfü . gung ist erbärmlich , ) , , um wider den Zeno 5» disputiren : es sollte heissen , wider den «yu . f . S . ) beantwortet die Einwürfe scharfsinnig .
„ welche gemeldrer Petaviu« mit großer Gelehrsamkeit wider die gemeine „ Meynung gemacht hat , die sich aus die Zeugnisse des Apollodorus grün - . . det , welche Diogenes Laertiu« anführet . , . Labbe Chron . Franc . Tom .
n . p . 396 . Moreri , welcher sich die ersten Zeilen dieser Stelle zu Nutzet» mach™ wollen , har sich derselben mit so wmiger Aufmerksamkeit be . dient , daß er in «in Versehen gefallen ist . VII . Es ist nicht wahr , daß Apollodorus , welcher von eben demselben Diogenes angefüh« ret wird - - wolle * » es fey eine Monvcnsinsterniß , zu der Zeit gewesen , da Karneades gestorben . Diogenes bringet es auf ein man sager zu Markte , aber ohne Anführung des Apollodor« . Mai , merke , daß er dazu sttzet , es habe geschienen . als wenn das schönste Ge - stiw nach der Sonne bey dem Unglücke de« Karneades , hätte Mitleiden haben wollen . Zv ( iirU^nm u ( av r ( ( itivtrloniw tS IjAitv xaA - Mn rüv Vtcompati fibi videri poffit puleherrimum poft fo -
Iem fidus . Diogen . Laert . Lib . IV . num . 64 . Ueberdieß merke man , daß andre sagen , die Sonne sey zu gleicher Zeit verfinstert worden . Suidas in k« ? v«m „ c , VIII . Da die Athen imser die Stadt Orvpe ge - plündert hatten , so hätte man nicht sagen sollen , daß sie Ursache an dieser Plünderung gewesen . Dieser Ausdruck tauger an diesem Orte nichts . IX . E« ist falsch , daß Karneades der Wahrscheinlichkeit nicht folgen wollen ; denn er hat bekannt , daß man sich in der Uebung darnach richten müsse . Siehe in der Anmerkung ( B ) , die angeführte Stelle de« Cicero . X . Er hätte nicht Plutarch« Schrift wider den KoloteS anfuhren sollen , weil darinnen de« Karneades nicht mit einem Worte gedachtwird ; XI . Sondern er hätte denPaterRapin in seiner Veralei - chung des Plato und Aristoteles , im IV Th . I Cap . p . m . 369 . anfuh . ten sollen , aus welchem Moreri fast eine ganze Seite von Worte & u Worre abgeschrieben hat .
in Navarra , ist einer von den allerberühmtesten Dominicanern
gewe -
onlglnn Maria zu vermählen .
cheS mehr , als etwas anders , ^ ^ c Ä
seit dem 1559 Jahre , von dem Ketzergerichte , als em Ketzer »n VerHaft genommen worden h . Nachdem er sich in Spanien bis ins . 567 Jahr vmheidigct , ist er nach Rom gcfuhret wordm , wo sein GesängnM ziemlich lange gedauert hat . Endlich hat ' * ^ • d . - « o - «h p - ne gewisse Beweise von seiner Ketzere»
man ihm im »576 Jahre sein Urlheil gesprochen ; des Inhalts : daß er , ob man gleü . , ^civeiie von semer Ketzere»
hätte , nichts destoweniger , wegen des starken Verdachts wlder ihn , eine fcyerliche Abschwomng rbun sollte . Nachdem er sich dieser Verordnung unterworfen , ist er in das Kloster der Minerva - geschickt worden , und daselbst tun darauf gestorben * ' dieß ist den 2 Man 1576 in seinem zwev und siebenziajahrigen Alter geschehen . Man saget Wunder'' ~ *
dieß ist den 2 May 1576 in seinem jwev duld ( D ) . Seine vornehmsten Bücher sind 8umms zeichniß der verbothenen Bücher geseßer worden ( L ) .
ocÄiornm , und ein
. . . ^ ! aget Wunderdinge von seiner Ge - nlscher Catechisinuö in Folio , der in das Ver -
Man findet eine weitläufrige Erzählung von dem Verdienste und den Begebenheiten des Carranza in der Vorrede wel - che Varillas vor den V^Thell seiner^Histone voi , der KKrey gesetztt hat^^ Man^iehe^auch das Xll l^ Buche derselben Historie zu
Er hat nicht vergessen zu bemerken , daß der General von den Jesuiten dem Carranza günstig gewesen . Ein Verth , diger der Dominicaner 1 ^ 1 M "
Rathe . diger di
verdächtig machen wollen , w vtixeu fordert ; denn eben dieser Carranza hat heftig widersetzet hatte n .
der den Glauben dieses großen Prälaten enerale der Gesellschaft viele Dinge er« Toledo feste zu setzet , , der sich sein Vorgänger
Die -

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.