Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12121

Hyperius .
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„ nickt viel Wider die WTottdjttty gesagt , allein e» wird l ; , 6 einer „ kommen , der sie 5» Boden werfen wird , und dem sie nickt wird „ widerstehen können . Und in eben diesem Jahre hat Luther zu digen angefangen . » , Myftere d'Iniquite , pag . 573 , er führet den Me - lanchthon in Apol . Lap . de Votis Monaftic . in . Er bekriegt sich um ein
Jahr ; denn der Zeitpunct des Lutherthums fängt erstlich i ; , ? an . Ich glaube auch , daß er den Ort übel anführet , und daß er Eisenack an statt - Henac härte setzen sollen . Er hätte auch noch dazu setzen sollen , daß sich die Sacke ums 1500 Jahr , wie Melanchthon jaget , eräuget hat . Siehe Micracl . Syntaguia Hiß . Ecclef . p . 647 .
HypevlU6 ( Andreas Gerhard ) ein berühmter reformirter Prediger und öffentlicher Lehrer der Gottesgelahrcheit , war zu Ppern in Flandern den 16 May 1511 gebohren . Er hat von dem Orte seiner Geburt den Namen angenommen , unter chem er bekannt ist Sein Vater , der ein Sachwalter gewesen , und ihn bereits an verschiedenen Orten hatte studieren lassen ,
tesgelahrtheit bis ins i^Ichr studiert . Er gieng hierauf nach Löwen , und that nach diesem einigeReisen in verschiedene Provinzen der Niederlande , und nach Deutschland ; welches Ursache gewesen , daß die Mühe , die sich seine Freunde , ohne sein Wissen gegeben , ihm eine Pfründe zu schassen , unnühlich war : denn , seit dem man dem Carondilet , Erzbischose zu Palermo , und
dem Kanzler des Kaisers vorgestellt , daß Hyperius in Deutschland gereiset hätte , so hat man ihn der Ketzeren dermaßen ver - dächtig gemacht , daß er auf einen Schuhort bedacht seyn mußte . Er gieng nach England , und lebte über vier Jahre bey einem englischen Edelmanns , der die Wissenschaften liebte ( A ) . Er gieng 1541 wieder überö Meer , und war Willens , die Universität Straßburg , und insonderheit denBucer zu sehen , der selbige sehr berühmt gemacht hatte : allein da er seinen Weg durch Hessen nahm , so besuchte er zu Marpurg einen Professor der GotteSgelahttheit , Namens Geldenhauer , der sein Freund war , und um ihn da zu behalten , ihm zu einem Amte bey der Akademie dieser Stadt Hoffnung machte . Er blieb in der That da , und ist seinem freunde kurz hernach gefolgt , der im Jenner 1542 starb . Er verwaltete dieses Amt etwas über zwey Jahre , ehe er sich verheiratbete ; weil er aber ohne Ehfrau nicht gemächlich zu leben glaubte , zumal da seine Gesundheit nicht die beste war ( eine Ursache , die viel andre Leute von diesen Gedanken abgewendet haben würde , ) so verheiratete er sich 1 1544 mit einer Witwe , mit der er sechs Söhne und vier Tochter gezeugt . Er ist zu Marpurg den 1 Hornung 1564 gestorben , nachdem er die theologische Proseßion über zwey und zwanzig Jahre nüt einem außerordentlichen Fleiße daselbst verwaltet hatte . Er hat viel
Bücher verfertiget ( B ) , davon einige von einem Doctor zu Löwen abgeschrieben Worden ( C ) . Er hat insonderheit gearbeitet , den Candidaten die Lehrart - , wohl zu predigen , beizubringen . Er hatte einen sehr geläuterten Verstand , und außer daß er die Sprachen , die Historie , die Weltweisheit und GotteSgelahrtheir wohl verstund , so hatte er die Gabe , wohl zu unterweisen . Er hatte sich bey guter Zeit darinnen geübet ; denn da er zu Paris studierte , so hat er mit vielen andern Schülern die Vorlesungen wieder - holet . Er war sittsam bey Gastmahlen , freundlich und ehrlich in Unterredungen : und so sehr er die großen Gläser , die man die Gäste ausleeren läßt ( D ) , und die eitlen Kurzweilen haßte , die allzusehr in den Gesprächen herrschen ; so gern fand er sich bey or - dentlichen Gastmahlen und bey angenehmen Gesprächen ein . Mit einem Worte , er war ein Mann , der einen ausgeräumte» Kopf hatte , und der diese Vollkommenheit^ mit Tugend und Eifer verband . Diejenigen , die mehr davon wissen wollen , dör° fen nur die von mir angeführten Scribenten lesen f . Es ist einiger Unterschied unter der Erzählung des VerHeiden und chior Adams ( E ) . Ich kann kaum glauben , daß Hyperius ein Mönch gewesen ist ( F ) . Ein Theil von denen Büchern , die er gemacht , haben erstlich das Licht nach seinem Tode gesehen ( G ) , entweder durch die Fürsorge des Lorenz Hyperius , seines Soh . ms , oder des Johann Mylius d .
<0 Die Stadt Ppern ist von verschiedenen Schriftstellern Hyperae genennet worden . Beza in hominis nennet sie also , und saget , daß Andreas Gerardus a patria Hyperius fuit cognominatus . / > ) Aninuim ad matrimonium adiecit , quod non putaret , fe commo - de fine vxore , maxime cum nön ita Krina valetudine esset , vitam tranfigere pofie . Melchior Adam , in Vitis Theoloic . pag . 393 . * ) Wigandus Orthius , in Oratione funebri Hyperii . Melchior Adam , in Vita Hyperii , welche« nur ein Auszug der Leichenrede ist . Verheiden , praeftant . aliquot Theolog . Eöig . p . 95 . d~ ) Ebendaselbst .
( A ) bat bey einem englischen Adelmanne gelebt , der die ) lvissenfckaften liebte . ^ Er ist der Sohn desjenigen Wilhelm« Montjoie gewesen , den Erasmus , der ihm tausend Verbindlichkeiten schuldig gewesen , ft>sehr gelobt hat . In Carolum Monijoium , Guilielmi filium , Baronein incidit ( Hyperius ) quem Erasmus Roterodanius ampliflime in feriptis fuis ac faepe coramendat . Is amice cum Hyperio multis ac variis de rebus collocutus cum ingenium eius perfpexiffet , oblato liberali ftipendio , domuin fuam cum inuitauit , vbi annos quatuor amplius fuauilfimejHypcrius cum Montjoio vixit in otio litterario . Melch . Adam , in Vita Hyperii , pag . 392 , Vitar . Theolog . Man merke , daß man in Frehers Schauplätze , auf der 198 S . Monticius . an statt Montjoius gesetzt hat , und daß' , obgleich Erasmus seinen Titus Livius dem Mont , joius , dem Sohne , zugeschrieben , und an andern Orten viel Gutes von ihm gesagt hat , dasjenige eigentlich dem Vater zukömmt , wa« er hier von diesen großen und vielfältigen Lobsprüchen saget . Der Sohn ist noch Khr jung gewesen , da Erasmus gestorben ist . Siehe Erafm . Epift . 17 , Lib . XXVI , und Epift . 15 , Lib . XXVIII .
( B ) Er hat viel Dücker verftttiget . ^ Wenn man dem VerHeiden hierinnen glaubet , so müßte man sieben Foliobande au« allen den Schrift ten machen , die Hyperius herausgegeben hat . Einige betreffen die menschlichen Wissenschaften , die Redekunst , die Vernunftlehre , die Rechen - kunst , die Meßkunst , die allgemeine Weltbeschreibung , die Sternseherkun - de , die Sehekunst , die Naturlehre u . f . w . Die andern sind entweder Auslegungen über die h . Schrift , oder theologische Abhandlungen . Der Tractat de re & e formando Theologiae studio , und de formandis Concionibus facris , sind von einem Dvctvr zu Löwen für so gut gehal - ten worden , daß er sie alle fast ganz in die Bücher eingeschaltet hat , die «r über dieselbe Materie zu Antwerpen 156 ; herausgegeben . Hyperiu« ist noch ein junger Schüler gewesen , als er eine Rede zu Paris gehalten , ( Quem Ioachimum Ringelbergium ) et exquifita quae cxftat oratione ad Senatum Parifienfem laudauit Hyperius , ( Verheiden , pag . 9 ; ) die feit dem gedruckt worden , und der Lobspruch eine« seiner Freunde ist . Teißier redet pag . 14 des Catalogi Autorum davon , als wenn sie Ringel , terg« Leben wäre , allein dieses ist sie nicht .
( C ) * * - davon einige von einem Doctor zu Löwen abge , sckrieben worden . ) Valerius Andrea« stimmt damit überein , Qiiicquid boni habentjeiusdem ( Hyperii ) de facris formandis Concionibus libri duo , deque refte formando ftudio Theologico Lib . IV , id in fuos fi - xnilis argumenti libros tranftulit Laurentius a Villauicentio ex Ord . Auguftiniano Doöor Theol . Louanienfis . Val . Andr . Biblioth . Belg . f>ae 40 . Dieser Doctor ist ein spanischer Mönch von dem Augustineror - den gewesen , und hat L . aurenn'us a Villavicentio geheißen . Er ist oft als ein gelehrter Dieb angeführet worden . Ich habe keinen Schrift - steller gesehen , der diesen Diebstahl vor dem gelehrten Raynoldu« bemer - fet hätte Er redet davon im 4Cap . de« IB . seine« TractatS deildolo« totria Romana m Oxford 1596 gedruckt , und beobachtet , daß dieser Mönch alles dasjenige verbessert habe , was in de« Hyperiu« Buche Mder die rö - mische Kirch« anstößiges gewesen . Einige Ze . t darauf hat Keckermann in Praecognit . Loeic von eben diesem Diebstahle geredet und bekannt , daßRayn^u« denselben bereits gemeldet hatte Voetiu« v . fp^ele6t . Vol . III , pag . 687 ttdet in einer 1655 gehalten Disputation unter der An - führung Keckermanns davon : Allein er will , daß das gestohlne Werk de«
Hyperius eine theologisch« Lehrart sey - Nun enthält diese Lchrart nur drey Bücher , dahingegen das Werk , welches Raynold , Keckermann und der Bibliotheckschreiber der Niederlande vorgegeben , daß eS sich der spa , nisclx Mönch zugeeignet , derselben viere in sich hält , und gemeiniglich un - ter diesem Titel angeführet wird , de ratione ftudii theologici . Gewiß - lich ist dieses letztere und de« Hyperius Methodus Theologiae nicht ei - nnley Buch . Man muß glauben , daß Voetiu« nicht aufmerksam genua gewesen . Eolomie« , Lall . Orient . pag . 10 , redet auch von diesem Dieb - stähle , wenn er den Raynoldu« anführet . Plavcius , de Pieudonymi , pag . 27z , der davon redet , thut e« nur auf da« Wort eines von seinen Freunden , der ihm geschrieben hatte : daß Simon Oomiu« dessen in der andern Vorrede eine« holländischen Buches gedenket , und sowohl er , als König , Biblioth . p . 420 wollen , daß der Diebstahl das Buch betreffe , wel« ches Methodus Theologiae , betitelt ist . Man sehe auch die 840 S . nigs , wo er den 9livetTom . il , Oper . pag . 1095 ( e« soll 1065 heißen ) führet , qui vocat Villauicentium Hyperii interpolatorem et expilato - rem , Johann Albert Faber , Decade Dccadum Num . 36 leipi AuSq 1689 führet über diesen gelehrten Diebstahl des Villaviceiitiu« , nicht cd - lein den Keckermann uiid Colomie« , sondern auch den Johann Heilfell» cap . 2 ? Sphingis Theologico - Philofophicae an . E« ist zu bemerken daß niemand von diesen Scribenten , außer dem Valerius Andrea« allein' von dem doppelten Diebstahle des spanischen Mönches redet ; sie reden nur von demjenigen , der da« Buch de ftudio theologico betrifft Allein an , dern Theil« saget Nicola»« Antonius nicht allein , daß Villavicentius sich alles desjenigen bedienet , was ihm in den zweyen Werken des Hyperiu« gut geschienen , um zwey andre über dieselbe Materie zu machen . Er eignet ihm noch überdieß eben dieselbe Aufführung in Ansehung zweyer andern Bücher zu , die von Protestanten herausgegeben worden , das eine tfrdePhrafibus facrae Scripturae ; das andre ist , Tabulae compendio - fae in Euangelia et Epiftolas . Man merke , daß er seine Fehler mit de« Valerius Andreas seinen verbunden hat . Er will im II Bande der spa - Nischen Bibliothek 9 S . wie dieser , daß Hyperlu« «in Dominicaner gewe« sen . Und für sich irret er , - . wenn er dem Hyperiu« den Namen sperius giebt ; wenn er dem Tractate de formando ftudio Theoloei co nur drey Bücher giebt ; wenn er in dem Tractate de formandis fa^ cris concionibus drey Bücher setzet , als welche« nur zwey hat .
( P ) Kr hat die ungeheuren Gläser gehaßt , die man die 0>aße ausleeren läßt . ] Folgende« saget seine Leichenrede beym Melchior Adam in Vit . Theolog . pag . 397 ! ln colloquiis et conuerfationibu« humanus et aequus . et , quenwdmodum immania illa in conuiiriis ho . minum pycula , et fcurriles in colloquiis nugas ex animo fuit auerfa - tus , ita fläoderatis conuiuus , iucundisque amicorutn confabulationi - bus nonnunquam intcrftiit . *
* Weil doch die Franzosen den Deutschen sd gern die Trunken , hett vorrucken : fi> dienet zu wissen , daß die großen Gläser , auch da , wo sie gewöhnlich sind . wie» . E . hier in Sachsen , eben nicht da« nothwendige Gesetz bey sich führen . daß man alles , wa« eingegossen worden ist . mlstrinken müsse . Wenigsten« ist solche« in ehrbaren und vornehmen Gesellschaften nicht gebräuchlich : vielmehr wird ei - nem jeden das große Glas leer übergeben , damit er sich nach seinem Belieben viel oder wenig einftl ) enke . Was nun bey diesem Gebrau , ch» a»6 großen Gläsern z« trinken , für ein Uebelstand und Schimpf
sey ,

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