Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
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Hiero der II .
Paufanias , Libr . VIII . tap . XLH . p . 687 et Libr . VI . cap . XIL p . 479 - - >> Siehe Athen , Libr . VI . p . - zi , - z - . / > ) Siehe den com . ment . LeneäiÄi in kindar . Od . I . Pyth . p . 265 . q ) Ebendas . r ) Plutarch . in Apophtheg . p . 17y . Siehe oben die Anmerkung ( E ) , bey dein Artikel Duellms .
( A ) Thcron * , , wollte gute Dienste mit guten Diensten vergelten . ] In währender Zeit da sich Hiero gerüstet , den Thero zu bekriegen , zu welchem sein Bruder gefluchtet war , haben ihn die Ein - wohner zuHimera durch Abgeordnete , Hülse anbiethcn , und ihm zu - gleich erklären lassen , daß sie unter seiner Herrschaft leben wollten . Thra - sidäuS , Therons Sohn , war ihnen zum Regenten gegeben worden , und halte sich durch seine Gewalttbätigkeiten lind durch seinen Hochmuth verhaßt gemacht . Hiero hat sich dieses Umstandeö bedienet , nicht zur Fortsetzung seines Kriegsanschlags , sondern zur Beruhigung der Sachen . ( B ) - Hiero ist in den Oven des pinvarus der vollkommenske Ptm ? . ] Er hat in den olympischen Spielen den Preis des Pferderen . nenö gewonnen . Er hat gleichen Vortheil bey den pythifchen Spielen erhalten : er ist auch Sieger bey dem Wagenrennen gewesen . Diese Sie - ge sind von dem Poeten Pindar , in der ersten seiner olympischen , und in der ersten , andern und dritten seiner pythischen Oden prächtig besungen worden ; und man kann glauben , daß er , ob gleich die Ausschweifungen seiner Oden , über drey Viertel betragen , dennoch gesaget hat , daß Hie - ro alle Tugenden eines gütigen und tapfern Königes besessen habe . Man merke , daß die Aufschrift seines Gelübdes ( Paufan . Libr . VIIL p . 687 . ) bezeuget , er habe bey den olympischen Spielen den Preis dreymal ten : zweymal beym Pferderennen , und einmal bey dem Wagenrennen . Johann Benedietus , welcher in seiner Auslegung über Pindars I olym - pische Ode , p . - gesaget , daß Hiero den Preis des Pferderennens bey dm olympischen Spielen , in der 73 Olympias , davon genagen , bekriegt sich ; denn dieser Prinz ist König von Svrakusa gewesen , da er ihn gewon - nen hat . Nun hat er in Syrakus erstlich im dritten Jahre der 75 Olym , piaS zu regieren tu , gefangen . Diodor . Sicul . Libr . XI . cap . XXXVIII , XXXIX . Derselbe Ausleger giebt vor , daß er nach einem sollen erhal - tenen Siege bey den Spielen , in der 77 Olympias gestorben . Dieß heißt ihm eine mehr als 16 jahrige Regierung beylegen , und den besten Histo , rienschreibern ohne Roth widersprechen .
fL ) - Hiero hat sick durch die Gespräche sehr gebessert , die er Mit einigen aufgerveckren Röpsen gehabt . ^ Er ist so unwissend , als ein Mensch von der Welt , und so bäurisch , als sein Bruder Gelo , gewe - sen ; allein da er krank geworden , hat er die Muße , die ihm die Schwach - heit seines Leibes verschafft , zu Gesprächen mit Gelehrten angewendet , und ist sehr gelehrt geworden . Dergleichen Gespräche gefielen ihm auch noch bey seiner Wiedergenesung , und er hat sich sehr oft mit dem nides , Pindarus und Baechylides besprochen . Aelian . Dm . Hiftor . Libr . IV . cap . XV . Aelian setzet darzu : daß Hiero die Wissenschaften unge - mein geliebet ; daß er sehr freygebig gewesen ; daß er eine große Seele gehabt ; daß er mit seinen dreyen Brüdern ohne Mistrauen gelebet ; daß er sie zärtlich geliebet ; daß er von denselben auf gleiche Art geliebet worden ; und daß seine Neigung , schöne Geschenke wegzugeben , den Si - monideS , ob er gleich alt war , bewogen , sich übers Meer zu ihm zu dege« ben . Ebendas . Libr . IX . cap . I . Es giebt Kunstrichter , ( Bifciola , Tom . II . Hör . Subcif . Libr . II . cap . XlX . ) welche vorgeben , es erlaube die Zeitrechnung nicht , zu versichern , daß Hiero den Simonides gesehen
hätte ; allein man zeiget ihnen In den Noten des KuhniuS , über des Aelians , I V B . XV Cap . daß sie sich betriegen . Das ganze Alterthum ist von ihrer Zusammenkunst und ihren Unterredungen überzeuget gewe - sen . Tenophon hat ein Gespräch unter ihnen gemachet , " leguv , iS t» - gavwxb'c . Hiero , fiuc Tyrannicus betitelt , welches ein gutes Stück ist : Hiero redet darinnen als ein scharfsinniger und vernünftiger Mann . Der Geschichtschreiber Timäus hat gesaget , daß Simonides , der Frie - densmitiler , zwischen dem Hiero und Thero gewesen . Siehe die Ausle - gung des Benedietus über Pindars II olympische Ode , p . 45 . Man he auch den Athenäus , im XIV B . 6 ; 6 S und den PausaniaS , im IB . 6 S . und beobachte ; daß , wenn auch die Lobspruche , welche Pindarus und Aelian diesem Könige von Syrakus gegeben haben , keine Schmeicheleyen wären , man dennoch nicht daraus schließen könne , daß Diodor aus Si - cilien Unwahrheiten vorgegeben hätte : denn was er von Hierons Geize und Heftigkeit gesaget hat , das könnte , in Ansehung der Zeit , wohl wahr seyn , die vor der Krankheit dieses Prinzen hergegangen ist . Ich will dieses nicht darum beobachten , um ihn in allen Stucken zu entschulde gen ; ich bleibe bey dem Tadel , daß er Hierons Besserung mit Still - schweigen übergangen , und allzudeutlich vorgegeben hat , daß er sich nie - mals gebessert habe : mst« U tü» 'Ugmot «attfrirv ■xxgxiaßm tüv ag -
@gacvßx * o ( 0 & 3eA Nemo adeo ferus eil , vt non mitefeere pofiit ,
Si modo culturae patientetn commodet aurem .
Uebrigens ist die Krankheit , die unstrn Hiero zu gelehrten Gespräche« gewöhnet , der Stein gewesen . Pindars Scholiast , Benedietus , 260 , 296 S . führet hierüber ein Werk des Aristoteles an , welches verlohren ist . Moreri hat sich schändlich betrogen , wenn er Hiero dem II dasjmi« ge zueignet , was Hiero dem I gehöret ; ich will sagen : diese auf dem Bette erlangte Wissenschaft u . s . w .
( D ) Man will , daß er seinem Sohne das Gebieth über die Sradr Tatana , mir dem Titel eines Roniges von Aerna , geg» ben . Z Man gründet sich auf diese Worte Pindars , Od . L Pythiar . p . m . 262 , 263 .
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X & gH * i' vx ä^Kergiov y< - xeQoglt1 notrigQS . iy iitHT A Irvat ßasi\ü ( piAlIV tS - ivg'vfiM T«j TCfjV Ks / vav Sttifli - tw ffiv iteuäsgtu , r'MSet 1 igtn
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Mufa etiam apud Dinomenem ad canendum mihi obfequere , pra« . mium quadrigarum , Gaudium enim non alienum a filit vidtoria pa - tris . Agedum poftea Aetnae regi gratum exeogitemus hymnum : cui vrbem illam cum diuinitus fundata libertate , Dorice librae in bus Hiero condidit . Hier ist die Note des Benedietus : Poftquan» poeta laudauit Hieronem ab eirixvU , et filium Dinomenem a studio in patrem : ad alias eiusdem Dinomenis Jaudes digreditur : quem Aetnae regem appellat : nam illam a fe conditam Hiero dedit filio adminiftrandam : eumque ducem Aetnaeorum conflituit . Dieses mehret die Verwunderung , wenn man sieht , daß Thrasybulus dem Hie» ro folget . Ich glaube , daß die Syrakusaner dem Bruder , zum Nachthei - le des Sohnes , günstig gewesen sind , um GelonsGedächtniß desto mehr zu ehren : denn Dinomenes , Hierons Sohn , ist nur GelonS Neffe , aber Thrasybulus Gelons Bruder gewesen ; und also hat man , da man Gelons nächsten Anverwandten regieren lassen , aufs Hörste gezeiget , daß man ihn als den Grund des Anspruchs auf die Krone angesehen hat .
Hiero der II , König von Syrakus« , ist von Gelons Familie abgestammt , der an eben demselben Orte regieret hatte ; weil aber seine Mutter eine Magd war , so hat ibn HierokleS , sein Vater , als ein Kind angesehen , welches seinem Hause Echan - de brachte , und ihn dem Glücke überlasten " . Die Bienen haben ihn etliche Tage ernähret , und da die Wahrsager erklaret : es sey dieses ein Zeichen , daß er König werden würde , so hat ihn Hierokles wieder in seine Wohnung tragen und mit aller lichen Sorgfalt erziehen lassen . Das Kind hat bey einer solchen Erziehung zugenommen , und sich auf vielerley Art hervorge - than . Er ist ein vollkommener schöner und starker Mann gewesen ; er hat mit vieler Anmuth geredet , und sich oft mit denen her - umqeschlagen , die ihn herausgefordert , und sie allezeit überwunden . Er erhielt vom Pnrrhuö viel Kriegebelohnungen h . Die Syrakusaner machten ihn , «ach des Pyrrhus Abreise , zum Prator ( A ) ; und wie er dieses Amt mit vieler Klugheit vermal - tete , so haben ihn alle Städte einhällig zum allgemeinen Feldherrn wider die Carthaginenser ernennet , und dann zu der königli - chen Würde erhoben c . Er hat kurz darauf den Krieg aegen die Mamertiner , mir vielem Nachdrucke fortgesetzt , die er bereits bey einigen Gelegenheiten geschlagen hatte , und nahm sich vor , sie aus der Stadt Meßina zu verjagen , der sie sich , wider alles Recht und Billigkeit , bemächtiget hatten . Sie hielten sich nicht vermögend , ihm zu widerstehen , und daher kam es , daß einige zu den Carthaginensern , und einige zu den Römern Auffuchr nahmen . Man trieb zu Rom die Frage sehr stark , ob man ihnen bey - stehen sollte : die bejahende Meynung behielt die Oberhand ; und dieß ist der Anfang zu dem ersten punifchen Kriege gewesen . Der Conful Appius Claudius , dem es aufgetragen wurde , den Mamminern beyzustehen , fetzte im 490 Jahre Roms seine Sol° daten in Sicilien ans Land . Sie übergaben ihm ihre Stadt , und richteten es so ein , daß der carthaginensiscl ) « Feldherr , der in ihrer Festung commandirte , dieselbe verließ . Die Carthaginenser belagerten Meßina , und machten mit dem Hiero einen Freund - schaftsvertrag , der seine Kriegsmacht mit der ihrigen vereinigte . Der römische Consul entschloß sich , eine Schlacht zu liefern , und griff die Syrakusaner zu erst an : das Gefecht war hart : Hiero hielt sich tapfer dabey ; allein er wurde geschlagen , und hielt es für rathsam , nach Syrakusa zurück zu gehen . AppiuS Claudius , der über die Carthaginenser einen gleichen Sieg erhalten
! >atte , blieb Meister im Felde , und rückte bis vor Syrakusa , und belagerte es . Hiero , welcher Sicilien bestürzt , und die Carchaginen - er sehr geschwächt sah , ließ mit den Römern von Friede reden : stm Beschlag wurde angenommen , und er^st seit dieser Zeit , > : 'ö an seinen Tod , ihren Absichten getreulich ergeben gewesen d , und hat ihnen alle Proben einer aufrichtigen Freundschaft gege - bcn ( B ) . Wenn er nur fünf oder sechs Jahre nach diesem mit ihnen gemachten Bündnisse gelebet hatte , und man die Sachen
nach

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