Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12063


Hier» der I .
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eben die Anmerkung CR ) , bey dem Artikel Epikur , zu Rathe . » 1 daß jedermann , der sie wohl erwogen , und an des Plato Ehre Theil nehmen will , sich zu zeigen bemühen muß , daß er nichr zwey verwandte , ewige , und eines von dem andern abHangende Wesen , Gott und die Materie , zugelassen habe . Dieß hat ohne Zweifel u . iser Hierokles gethan , da er ihm die Lehre von der eigentlich so genannten Schöpfung zugeeignet . Ich bin versichert , daß er es in den Schriften der Christen gelesen , und daß er , da er von den Gründen gerühret worden , die das Daseyn einer unerschaffenen Materie bestritten , und dieses mit den Begriffen des Schöpfers verbunden , welche die göttliche Macht und Majestät auf den höchsten Grad bringen , so hat er zum Ruhme seiner Secte vorausgese - tzet , daß er ihren Stifter , Gott , unter dem Begriffe einer Natur , er - kannt hätte , deren bloßes Wollen , zur Bildung des ganzen Welrgebäu - des zureichend gewesen : < ? * « itnungviv cTfo£T«K«fti»rf r»r«vt ( / xinf { . Scgxüv yitf ti ixebu el ( vxöratriv rfiii
«yr«v . Plato opificem Deum cenfuit fuftinere omnein afpeftabilem et inafpeöabilem nnindum , nulla prius exfiftente matcria produ - äum . Sufficere enim illius voluntatem ad fuftincndum vniuerfum . Phot . Bibl . Cod . CCLI . p . >z8i . Allein , es wäre leicht zu beweisen , daß dieses eine gefallige Lügen ist , weil Plato die Mitwirkung einer unab - hänglichen und unerschaffenen Materie ganz deutlich behauptet hat . Wir wollen also sagen , daß unser HierokleS seinen Fleiß hier so hoch getrieben hat , als an keinem andern Orte : ich rede von dein Fleiße , den Redens - arten der verstorbenen Schriftsteller einen beliebigen Sinn zu geben , oder zum wenigsten in ihren Werken zwey oder drey verschiedene Lehrgebäu - de zu finden . Man sehe die Anmerkung ( C ) , in dem Artikel - Hemmin - gius . Er hat diese Kunst verstanden : denn die zwo Erklärungen , die er von dem Gorgias des Plato gegeben hat , sind einander in nichts ahn - lich , und gleichwohl scheinen sie mit der platonischen Lehre men . Dieß sind Einfälle des Witzes , welche aber eine fruchtbare Ein , bildungSkraft erfordern : A'MTmxexßx * » * t» W t« ß * e ? « tlgu
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0cu , rfj ( n^irurot ix« / " " " ) HaSötov cio'v ti , Tgoaigfotue . tzto fiiv tili tgiiituvvtoit , TB «vif b« > ) AUov * iv iga to tü - j ( pgtvßv rfavytc . Collatis pcioribus cum fecundis , nihil , vt fic dicam , eorundem inuenit . Vtra - que tarnen , quod läne auditu noiuim eft , Piatonis , quod eins fieri poterat , inftitutum continebat . Hinc colligitur , quanta viri illius in fcntentiii copia , Phot . Biblioth . Cod . CCXLII . p . 1037 .
* Ebendaselbst wird man auch ausgeführet finden , daß die or - dentliche Einrichtung eines wüsten Klumps von Materie , eben kei - ne Gott unanständige , vielweniger gewaltsame und ungerechte That gewesen seyn würde ; wie uns Herr Bayle hier nun schon zum andernmale überreden will . S . meine Anmerkungen bey dem Artikel Lpikur . G .
( L ) Lr bar ficb bloß in 0et Absicht verbeirachet , Rinder zeugen . ^ Damascius machet eben dieselbe Beobachtung , wenn er vom Theosebius , des Hierokles Schüler , redet ; und dieß zeiget uns . daß die allerbernhmtesten Platoniker dieses für die richtigen Regeln und wahr - haften Schranken des Ehstandeö gehalten , und daß alles , was diese Gren -
und ihr denselben gegeben . Ich habe euch ehmals , hat er gesaget , mit einem ZeugungSringe beschenket : a«kti / aibv ag / xo^v miSugyS nagetofuvtv r« ed ( pgmet oIkugittf . Adiutorem tibi femper futurum temperantis officii : ebend . Bleibet bey mir , wenn ihr woller , oder euch enthalten könnet ; ge - fällt euch diese Bedingung nicht ; so habet ihr meinen Willen , einen an - dern Mann zu nehmen , und ich verlange nichts mehr von euch , als daß wir als gute Freunde von einander scheiden . Sie hat diese Bedingung willig angenommen . Hier bleibet mein Schriftsteller stehen , und läßt un« in der Ungewißheit : denn man weis nicht , ob die Frau die erste oder lchte Partey angenommen hat . Er hätte die Erzählung in keiner sol - chen Zweydeutigkeit lassen sollen .
( L ) Ionsius , der / - ' beweist , daß - Hierokles nach dem Sitfebtus gelebet , bekriegt sich anderrvarta . ^ Sein l Beweis ist daher genommen , daß Hierokles des atheniensischen Plutarchs gedacht , der jünger , als IamblichuS , gewesen ist , Ions , de Script . Hift . Philof . p . 3oj . Er führet den Photius , ecl . 244 , an . Nun hat dieser unter Julian dem Abtrünnigen geblühet ; wir haben noch einige Briefe , die dieser Kai - ser an ihn . geschrieben hat . Der II Beweis ist daher genommen , daß OlympiodoruS , welchem des Hierokles Bücher zugeeignet worden , nichr vor der Regierung des Honorins und TheodosiuS des jüngern gelebet ;
denn er hat eine Historie verfetr : — * - ' *
bei Honorins , und dem axdern , sie bis auf den Valentinian , des Jahr fortgesetzet . Ebend . IonsiuS hat hierauf
Theodosius des jüngern , anfängt ; und Honorius Nachfolger , oder bis in« 4 , 5 us hat hierauf ein Recht , zu behaupten .
denn er hat eine Historie verfertiget , die mit dem siebenten Consulate »dern , Th
n Valentinia !
>rtge>ehet . Ebend . WM IWWW
^ derselbe Eusebius , der die Kirchenhistorie , die evangelische reitung u . s . w gemacht , die Schriften dieses Hierokles nicht widerleget hat ; allein er bekriegt sich , wenn er saget , daß ein anderer Eusebius sie wider - leget hat . Hier ist die Ursache seines Zrrthums . Er bildet sich ein , daß dm selbe Hierokles , der Urheber der VII Bücher vom Verhängnisse , eine Historie des Apollonius von Tyana gemacht hat , Pbilaleres betitelt , davon wir die Widerlegung in des Eusebius Werket» haben . Dieß heiß« den Verfolger der Christen , Hierokles mit den Philosophen Hierokle« von Alexandrien , unter Theodosius dem jünaem , vermengen . E« ist et , was seltsames , daß Jonsius , der eine sehr weitläuftige und wichtige Erkenntniß von denen Schriftstellern gehabt , die einerley Namen geführer , den Präsidenten in Bithynien und Statthalter von Alexandrien nicht gekannt hat , der den Christen so viel Böses erwiesen , wider sie geschrie , bm und Hierokles geheißen hat . Wir müssen auch sagen , daß sich dieser gelehrte Mann betrogen , wenn er geglaubet : daß Eusebius die Meynungen eine« Hierokles vom Verhängnisse widerleget habe . ES ist gewiß , daß Eusebius weiter nichts , als die Meynung des Apollonius wi« verleget , wie er sie im Philostrams gesehen hat . Man merke , daß Ca - ve , Hift . Litterar . Script . Eccl . P . I . p . 131 . diese zween Fehler des Jon« sin« aufgedecket hat .
) tCV0 I , König von Syrakus« , war des Dl'omenes Sohn und Gelonö Bruder , welcher , nachdem er sich in Gela unum» schränkt gemacht , so glücklich war , sich die Stadt Syrakus« zu unterwerfen , als er an nichts anders dachte , als wie er ei - niae Einwohner zurückbringen möchte , die das Volk daraus verbannet hatte . Er war so vergnügt über diesen neuen Ge - wmn , daß er Gela seinem Bruder Hieron freywillig abtrat , und sich nur der Mittel befliß , die Stadt Syrakusa in den blühendsten Stand zu bringen Er regierte daselbst rühmlich und glücklich : er erwarb sich einen großen Namen durch sein« Siege , und die Freundschaft seiner Unterthanen durch seine Billigkeit und Mäßigung Hiero , sein Nachfolger , folgte seinen Fußtapfen nicht . Er war geizig , gewaltsam und ganzlich von Gelonö tugendhafter Aufführung entfernet , und dieß war Ursache , daß viele Leute Lust hatten , sich zu empören ; allein das Gedächtniß seines Vorfahren war so wetth und so rühmlich , daß es sie zu - rück hielt f . Er hatte große Lust , seinen Bruder PolyzeluS hinzurichten , den die Syrakufaner sehr liebten , und der ihm ver - geworden war , als wenn er nach der königlichen Würde strebte . Er wollte ihn den Sybariten zu Hülfe schicken , die von
^ SMzeyt > w . .
darauf , durch Ther'onS Vermittelung d . Dieser hätte von dem Atiöverständnisse Vortheil ziehen können : allein er war ein ehr - sicher Mann und wollte gute Dienste mit guten Diensten vergelten ( A ) . Sein Sohn , Thrasidäus , folgte ihm , und war in dem Kriege unglücklich , den er wider die Syrakufaner unternahm . Hiero that mit einer guten Armee einen Einfall in das Land der Agrigentmer , und gewann eine Schlacht , wodurch Thrafydäus die Krone verlohr f . Man merke hier einen Unter - schied zwischen den Poeten und Historienschreibern . Ebenderselbe Hiero , der in den Oden des Pindarus ein höchst vollkomme , ner Prinz ist ( B ) , erscheint in der Historie DiodorS aus Sicilim , als e , n boshafter König . Mir deicht , daß , wenn ihm der Poet allzusehr schmeichelt , der Geschichtschreiber allzuunbillia gegen ihn ist ; denn er saget das Gute nicht , das er von ihm sagen könnte : ich will sagen , daß sich Hiero durch die Gespräche sehr verbessert , die er mit einigen aufgeweckten Köpfen gehabt , welch« er liebte , und mit Wohlthaten überhäufte ( C ) . Er starb in der Stadt Eatan a , im 2 Jahre der 78 Olympiaö * , nachdem er fast 12 Jahre regieret hatte h . Dieß war eine Stadt , die er wieder erneuert hatte ; er hatte die Einwohner daraus verjaget , und eine Pflanzstadt von Griechen aus dem Pelopones und aus Syrakusa dahin geführet K Er nahm chr den Namen Catana , und gab ihr den Namen Aetna , und er selbst wollte Aetnäus zugenamet seyn , als er bey den pythischen Spielen zum Sieger aus - gerufen ward k . Das Leichengepränge , das ihm in dieser neuen Stadt gehalten worden , ist dem Leichenbegängnisse der Helden qleich gewesen ' . Sein Bruder Thrasybuluö hat nach ihm regieret ; allein seine tyrannischen Thaten haben die Syraküsaner zum Aufrühre vermocht , und sie haben ihn in einen solchen Stand versehet , daß er gezwungen war , harte Bedingungen einzu - gehen . Er hat sich nach Italien , in das Land der Lokrier , begeben ; und daselbst seine übrigen Tage in emem Privatleben zuge - bracht . Er hatte nur ein Jahr regieret . Die Syraküsaner , welche die republikanische Regierung wieder einführten , haben sich dabey bis zur Tyranney des Dionysius erhalten . Dieß ist eine Zeit von 63 Jahren * . Uebngens hat man Ursache , sich zu verwundern , daß
Temvel ju Delphis gewidmet , sind prächtig gewesen Seine erste Gt . . . „
Rbeainier und Therons Muhme gewesen , hat ihm keine Kinder gebracht p ; allem von ferner andern Gemahlinn , die des Nu forle ! Tockter gewesen , hat er den Dinomenes gehabt , von dem ich hier oben geredet habe 1 . Man will , daß er ihm das Ge - bieth der Stadt Catana , mit dem Titel eines Königes von Aetna , gegeben habe ( D ) . jch weis nicht , welcher von seinen zwoen Gemahlinnen man die Antwort beylegen muß , die Plutarch angefuhret hat
•n Libr . VII . cap . CLV . fcLVI . b ) Diodor . Sicul . Libr . XI . cap . LXVII . Siehe auch Plutarch . de fera Numinis vin .
diöa 2 ' C ) Ebendas . Diodor . d ) Ebendas . cap . XLVIII . e ) Diodor . Sicul . Libr . XI . cap . LIII . / ) Ebendas . g ) Ebend .
cap . L ) { VT ' Ebendas . cap . XXXVIII . p . m . 397 . ' ) Ebendas . cap . XLIX . k ) Siehe Pindar . Pyth . Od . I . und daselbst , Commentar . Io Bencdifti A Diod . SiaiL Libr . XI . cap . LXVI . Man merke , daß die alten Einwohner von Catana sick daselbst wieder gesetzt und haben . Siehe den Strabo , Libr . VI . p . Iis . m ) Diod . Sicul . Libr . XI . cap . LXVII , LXVIII . » ) Siehe
. . Hieton« Grabmaal verwüstet haben , u Vand ,
Kkk kk
Paufanias ,

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