Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12059

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Hierokles .
diculus appamit . Laß . Libr . V . cap . II . pag . 307 . ) und die ihm so gar bei , Tadel der Heiden , anstatt des versprochenen Ruhms . zugezogen ha - den . Verum hie pro fua inanitate contemtus eft ; qui et gratiam , quam fperauit , non eft adeptus ; etgloria , quam captauit , in cul - pam , reprehenfionemque conuerfa eft . Ebend . Nach dem Baronius , aufs zv2 Jahr , Num . ( der den Sokrares , im III B . XIX Cap . an - führet , ) war er ein Christ gewesen ( t ) . Er müßte also nicht in einer so groben Unwissenheit der Sache gewesen seyn , die er abgehandelt , als derjenige , dessen Lactanz gedenket : denn man muß bemerken , daß dieser Kirchenvater , wenn cr saget , daß der andere Scribent viel besondere Din - geherausgeklaubet , dazu setzet : Es scheint , daß er ebmals ein Christ gewesen , vt aliquando ex eadein difeiplina fuifl'e videatur . La<ä . L . V . cap . II . Diese Beobachtung hatte dem Baronius zu etwas dienen len , um den Porphvrius in derjenigen Beschreibung nicht zu finden , die Lactanz von dem Philosophen gemacht , der die Christen so unbesonnen und unwissend verfolget hat .
( t ) Baronius führet den Sokrates im III B . XIX Cap . an , zu beweisen , daß Porphyrius ein Christ gewesen . Ich finde nichts dergleichen an die - fem Orte des Sokrates , woselbst nicht einmal vom Porphyrius geredet wird . Baronius hatte vielmehr den Nicephorus K . z6 . oder den Augu - qustin de Ciuit . Dei X . 28 anführen sollen , wo dieser Kirchenvater sehr deutlich zu verstehen giebt : Porphyrius sey vordem ein Christ gewesen , wiewohl Wilhelm Cave ad calcem 3 Saeculi , seine Worte nicht so ganz gewiß bejahend findet . Vives giebt über diese Stelle des h . Augustins , des Porphyrius Cbristenthum für eine gewisse Sache aus ; ohne zu mel - dm . wo er solches her hat . €tit . Anmerk . Biblioth . Francoif . Tom .
folgungen lehren . Ein eigennütziger und schmeichelhafter Scribent er - mangelt niemals , die Feder wider die verfolgte Partey 51t ergreifen : die Gelegenheit scheint ihm schön , seinen Fürsten zu loben ; er ergreift sie bey den Haaren , und erhebet die Wichtigkeit des Dienstes , welcher Gott geleistet wird , und die christliche Liebe , vermöge welcher man die Unterweisung mit dem Ansehen der Gesetze verbinden soll , damit man den Irrenden , vermittelst der Erleuchtung , die Strafen ersparet , denen sie ihre Hals - starrigkeit aussetzen würde . Dieser wollüstige Philosoph von Nikome , dien hat . keinen einzigen von diesen allgemeinen Sätzen vergessen : man sollte sagen , daß er vielen französischen Schriftstellern zum Vorbilde ge - dienet hätte , die unter währenden Drangsalen der Reformirten geschrie - ben haben . Man sehe , wie er die Sachen gedrehet hat : Profeflus te omnia Philofophi officium eile , erroribus hominum fubuenire ; atque illos ad veram viam reuocare , id eft , ad cultus Deorum ; quo . rum numine , ac maieftate ( vt ille icebat ) mundus gubernetur ; nec pati , homines imperitos quorundam fraudibus illici ; ne fimplicitas eorum praedae , ac pabulo fit hominibus aftutis . Itaque fe fufeepifle hoc munus , philofophia dignum ; vt praeferret non videntibus lu - tnen fapientiae ; non modo vt fufeeptis Deorum cultibus refanefeant , fed etiam vt pertinaci obftinatione depofita , corporis cruciamenta deuitent ; neu faeuas membrorum Iacerationes fruftra perpeti velint . Vt autein appareret , cuius rei gratia opus illud elaboraflet ; effiifus eft in prineipum laudes ; quorum pietas , et prouidentia ( vt quidem ipfe dicebat ) cum in caeteris rebus humanis , tum praeeipue in de - fendendis Deorum religionibus claruiflet ; confultum eile tandem bus humanis , vt cohibita impia , et anili fuperftitione , vniuerfi mines legitimis facris vacarent , ac propitios tibi Deos experirentur . Ebend . 306 S . Es ist leichter , sich von der Lehrart des Verfolgers Dio -
XXIX . Part . II . p . 3o» .
Uebrigens kann uns die Vorrede , welche dieser Philosoph vor seine Schrift xletianS , als seiner Lobredner , zu entfernen , gesetzer hat , die Ueberemstimmung der heidnischen und christlichen Ver - '
ein Sohn desjenigen Alypius , der in England commandiret , und welchen Julian , der Abtrünnige , zur Wie . derauftauung des Tempels , nach Jerusalem geschickt hatte , ist zugleich mit seinem Vater , unter der Regierung des Valens , an - geklaget und dergestalt gemartert worden , daß man nicht mehr gewußt , was man für ein Glied nehmen sollen , ihn durch die Ge - walt der Martern zu zwingen , dasjenige zu sagen , was man gerne von ihm gewußt hätte Man hat endlich befohlen , ihn nach dem Richtplatze zu führen ; allein das Volk hat sich unter wahrender seiner Einführung an den Kaiser gewendet , und ihn so dig für diesen Menschen gebethen , daß er Gnade erhalten hat . Dieses kann man erfahren , wenn man eine Stelle Ammian Mar - cellins , mit einer Stelle des heil . Chrysostomus vergleicht ( A ) . Unser Hierokles ist des Libanius Schüler gewesen , und ist von ihm sehr hoch geschätzet worden ( B ) .
a ) Omni laniena excraciato vt verba placentia Principi , vel potius arceffitori loqueretur , quo cum poenis non fufficerent membra , viuo exufto etc . Ammian . Marcell . Libr . XXIX . cap . I . p . 556 .
( A ) Er b«t Gnade erhalten . Dieses kann man erfahren , wenn man eine Stelle Ammian Marcellins , mir einer Grelle ves heil - Chrysostomus vergleicht . ^ Es ist diese im XXIX B . 557 S . Ipte ouvque Alypius poft multationem bonorum exfulare praeeeptus , fi - lium miferabiliter dudhim ad mortem , cafu quodara profpero reuo - catum exccpit . Die Stelle des heil . Chrysostomus ist in der IIlHomi - lie , über die Unbegreiflichkeit der Natur Gottes . Da dieser Kirchenva - ter seinen Zuhörern zeigen wollen , wie viel Starke das Gebeth eines gan - zen Polkes habe : so hat er ihnen ein Bevspiel angeführet , welches sie vor zehn Jahren gesehen hatten , da ein Missethäter , den man geknebelt nach dem NichtPlatze führte , auf die Bitte des ganzen Volkes zu Antiochia ,
Gnade erhalten , weiches den Kaiser darum ersuchet . Valesius , ( in Marcell . Libr . XXIX . p . 557 - ) zweifelt nicht , daß dieser Missethäter - Hierokles , des Alypius Sohn gewesen .
( B ) Er ist vom libanius hocbgescbaNt rvorden . ^ LibaniuS , Libr . IV . Epift . CCLXXXIV . beym Valesius , saget in einem Briefe an den Alypius zu ihm : daß sein Sohn , als ein Kind , noch viel weiser ge - schienen , als alte Leute , und daß viele Väter , wenn sie ihren Söhnen ei - nen Verweis gegeben , sie ermahnet hätten , die Augen auf des Alypiuö Sohn zu werfen . Ueberhaupt ist das Zeugniß Ammian Marcellins des Libanius seinem gleich . Cltatus eft cum Hierocle filio adolefcente in . dolis bonae , p . $56 .
Hierokles , ein platonischer Philosoph des V Jahrhunderts , hat in Alexandrien mit sehr großem Ruhme gelehret ; er hat sich durch die Stärke seines Witzes und die fiuebebare Schönheit seiner Ausdrückungen Bewunderung erworben Er hat sie» ben Bücher über die Vorsehung und das Verhängnis ; geschrieben , und sie an den Weltweisen Olympiodorus gerichtet , der dem römischen Reiche unter dem Honorius unv Theodosius den , jüngern , durch Gesandtschafren viel Dienste erwiesen hat b . Man
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Willens zu erklaren , und vorgegeben , daß der Grund und der Schlüssel aller dieser Dinge m dem Uebcrgange der Seelen , aus einem Körper in den andern und in dem Leben bestünde , das sie zuvor geführet , ehe sie in die menschlichen Körper gekommen . Er hat hierüber alle seine Kräfte erschöpfet , und keine mehr übrig behalten , sich auf die guten Gründe zu besinnen , die die Lehre behauptet hätten , die er sich zu beweisen unternommen hatte d . 'Dieserwegen bemerket Photius , daß diese ganze Zurüstung von Vernunftschlüssen auf Klnderpossen hinausliefe Man sieht eine sehr seltsame Sache in der Lehre dieses Weltweisen ; denn er behauptete , Plato hätte gelehret , daß die Welt aus nichts hervorgebracht worden ( A ) . Er hat sich bloß in der Absicht verhei - - rächet , Kinder zu zeugen ( B ) . Seine Ehfrau ist besessen worden / : er hat sich vergeblich höflicher Worte bedienet , sie von dem Teufel zu befteyen ; dieser Geist hak sich an diese Complimente nicht gekehret ; allein Theosevius ■ ? , der die schwarze Kunst nicht verstund , hat ihn dermaßen beschworen , daß er das Feld geräumet hat . ^onsius , der sehr gründlich beweist , daß unser Hierokles nach dem Eusebius gelebet , bekriegt sich anderwärts ( C ) , wenn er ihn für den Urheber einer Historie des Apollonius von Tyana ausgiebt , und voraussetzet : daß die sieben Bücher , von der Vorsehung , von einem Scribenten , Namens bius , widerleger worden , der von demjenigen unterschieden ist , welcher die Kirchenhistorie geschrieben hat , u . s . w .
a ) Photius , Bibl . Cod . CCXLII . p . m . 1037 . » ) Ebend . Cod . CCXIV . p . 549 - 0 Ebend . 552 S . d ) Ebend . 552 S . * ) Ek * ? - pov m / t5 to xotvnozäcv htrittoi cnüsaep» . In nugas operofa illa machinatio abit . Ebend . / ) Ebendaf . Cod . CCXLII . p . 1037 . g ) Er ist des Hierokles Schüler gewesen .
( A ) Er hat behauptet , Plato hatte gelehret , daß die Welt au« nickt» hervorgebracht ivocöcr» . ] Hierokles ( Phot . Bibl . Cod . CCLI . p . ijijo . ) hat die Placoniker sehr gründlich widerleget , welche behaupter , daß Gott , der von aller Ewigkeit her durch seine Macht und Weisheit gewirket , nicht vermögend gewesen , ohne Hülfe einer unerschaffenen Ma - Wie , eine Welt zu bilden . Sie haben also gesaget , daß er die Dinge nicht anders , als durch Mitwirkung einer Materie , hervorgebracht habe , deren Daseyn nicht von ihn , abgehangen . Alle Dinge , haben sie dazu gesetzet , waren , der Möglichkeit nach , in dieser Materie vorhanden ; Gott hat fie nur herausgezogen , und in Ordnung gebracht . Hierokles hat mit viel Vernunft gegen die falsche Voraussetzung geschlossen : er saget , daß ein solches Werk Gottes nicht so wohl ein Merkmaal seiner Gütigkeit , als die Wirkung eines uberflußigen Fleißes , sey ; o nfufytm nx & o * uv s ! i1 , i ttyaiÖTiiToe ätH . Qnod fuperuacaneae potius eflet diligen - tiae quam bonitatis Dei . Photius , Biblioth . Cod . CCLI . p . 1380 . denn warum sollte er sich bestrebet haben , dasjenige in Ordnung zu bringen , was er nicht gemacht hat ? Hat sich Nicht die gute Ordnung bereits zur Gnüge darinnen befunden , daß ein ewiges Wesen von sich selbst bestan .
den hat ? Ist nicht alles , was einem solchen Wesen begegnet , außer sei . ner Natur ? Ist dieses nicht folglich ein Mangel ? tj 7ie tu ^ «
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