Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12041

Hierokles .
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durch seine Feder zu Schanden machen wollen . In dieser Absicht hat erzwo Schriften aufgesetzt , die er an sie gerichtet , worin - nen er sich zu beweisen bemühet hat , daß sich die heil . Schrift durch die Widersprechungen selbst vernichte , die fte enthalte jagte er . Er hat sich wider die Person unsers Heilandes und seiner Apostel erhitzet , und er hat eine Vergleichung zwischen den Wun - -
drien Vorsitzer gewesen , und ihn mit Wort und That beschämet hat ; ich will sagen : daß AedesiuS dem Hierokles eine Maul - schelle auf dem Richterstuhle gegeben , und ihm seine schändlichen Barbareyen vorgeworfen habe ( B ) . Wir werden einige Irrlhü - mer des Moreri ( C ) und des Cardinals Baroniuö anzeigen .
a ) Alis des Lactanz II und III Cap . viuinar . Inttitution . Siehe die Anmerkung ( A ) .
( A ) Zween Rirchenväter haben ihn widerleget . 1 Nämlich La - fius darinnen finden , daß er den Statthalter von ganz Aegypten maul - ctanz und Eusebius . Der erste erzählet : Diuin . Inltit . Libr . V . cap . IL schelliret , daß er ihn zur Erde geworfen und die Schlage verdoppelt hat . daß zu derselben Zeit , da er die Redekunst inBithynien gelehret , und die '
Kirche der Christen daselbst niedergerissen worden , es daselbst zween Schriftsteller gegeben , welche die Feder zur Beschimpfung der unterdruck - ten Wahrheit ergriffen hätten . Der eine ist ein Philosoph gewesen , des , sen Werk verachtet worden , und bald gefallen ist : der andere ist von der Zahl der Richter gewesen , der diese Materie weit arglistiger abgehandelt hat : Alius eandem inateriam mordacius fcriplit , qui erat tum e nu - jnero iudicum , et qui auftor in primis faciendae perfecutionis fuit , quo fcelerc non contentus , etiam fcriptis eos , quos afflixerat , infe - cutus eft . Compofuit enim libellos duos non contra Chriftianos , ne inimice infeciari vidcretur , fed ad Chriftianos , vt humane , ac be - nigne confulere putaretur ; in quibus ita falfitatem fcripturae facrae argxiere conatus eft , tanauam fibi eilet tota contraria ; nam quaedam capita , quae repugnare ubi videbantur , expofuit , adeo multa , adeo intima cnumcrans , vt aliquando ex eadem difciplina fuifle videatur - - - praecipue tarnen Paulum , Petrumque laceraMt , caeteros - que difcipulos , tanquam fallaciae feminatorcs , quos eosdem tarnen rüdes , et indodtos fuifle teftatus eft ; nam quosdain eorura pifcato - rio artificio fecifle quaeftum - - - p . 307 . Ipfum autem Chri - Ituin affirmauit a Iudaeis fugatum , colleöa noningentorum hotni - num manu latrocinia fecifle Item cum faöa eins mirabilia
deftrueret , nec tarnen negaret , voluit oftendere Apollonium vel pa - ria , vel etiam maiora fecifle , p . zoz . Hier sehen wir den Namen die - ses Skribenten nicht : allein wir dörsen nicht zweifeln , daß Lactanz nicht von eben demselben Richter geredet hätte , den er in einem andern Buch«
Hierokles nennet : Incidifti - - - in Hieroclem ex Vicario prae - fidem , qui anftor et confiliarius ad faciendam perfecutionem fiiit .
De Mortib . Perfecutor . cap . ni . 124 . und dieses zu bestätigen , wollen wir zwey Dinge beobachten : erstlich , welches der Titel von der Schrift dieses großen Verfolgers der Christen ist ; zum andern , welcher Name es ist , den Eusebius dem Urheber dieser Schrift aiebt : Aufus eft libros fuos nefarios , ac Dei hoftes chi / aäqStt ? aonotare . Diese Worte sind vom Lactanz , viuin . Inft . Libr . V . cap . III . p . zu . Nun hat Eusebius , contra Hierod . init . p . m . zu , 5>q , Vol . deDemonftr . Euang . den ber des Buches «ben derselbe ist , der in dem Tractate , de Mortibus Perfecutorum , rokles genennet wird . Man merke , daß sich Eusebius bey der Widerlc - qung dieses Schriftstellers einzig an die Vergleichung der Wunderwerke ^esu Christi und des Apcllonius von Tyana gehalten hat : er hat keine ande - re Dinge berühret ; er saget nur : daß sie Origenes in seinem Buckie , wider den Celsus , zum Voraus widerleget habe , und daß Hierokles ein bloßer Abschrei - ber der Gedanken und Worte eines andern gewesen sey . Man merke überdieß , daß man diese Vergleichung nur durchgelaufen , u . das Leben des Apollonius , wie es Philostratus aufgesetzt hat , nur obenhin widerleget hat . Es ist gewiß , daß Eusebius hier keine große That verrichtet hat . Cave , Hift . Litter . Script .
Ecclef . P . II . p . 61 . saget davon : PofterJoris huiui operis partem de coniparatione Apollonii cum Chrifto refutandam in fe fufeepit Eufe - bius libro contra Hieroclem : quod et satis ieivne praeftitit , cum potius Philoftrati libros de vita Apolionii in eo opufculo breui - ter percurrit et refellit . Man merke endlich , daß Lactanz die absonder - liche Widerlegung des Hierokles nicht unternommen hat , und daß er , statt ihm Fuß vor Fuß zu folgen , niemals namentlich auf die in dem Werke dieses Feindes Christi abgeschriebenen Einwürfe antwortet . Er hat sich zum Zwecke vorgesetzet , die Gründe des Evangelii überhaupt fest zu setzen , und die Gründe des Heidenthums umzuwerfen : und geglaubet , daß dieses auf einmal dasjenige umwerfen hieße , was die Widersacher herausgegeben hätten , und künftig noch herausgeben würden . Ii ergo , de quibus dixi cum praefente me ac doler . te , facrilegas fuas litteras explicaflent , et illorum fuperba impietate ftimiilatus , et veritatis iplnis confcientia , et ( vt ego arbitror ) Deo , fufeepi hoc munus , vt omnibus ingenii mei viribus accufatorcs iuftitiae refuterem ; non vt contra hos feriberem , qui paucis verbis obteri poterant , fed vt omnes , qui vbique idem operis efficiunt , aut effecerunt , vno femel impetu profligarem . Non dubito enim , quin et alii plurimi , et inul - tis in locis , et non modo graecis , fed etiam latinis litteris monu - mentum iniuftitiae fuae ftruxerint , quibus fingulis quoniam refpon - dere non poterain , fic agendam mihi hanc cauiam putaui , vt et res cum omnibus Alis fcriptis peruerterem , et fiituris omnem facul - tatem feribendi , aut refpondendi amputarem . Laöant . Diuin . Inftit .
Libr . V . cap . IV . p . zu . z , z .
( B ) Man saget , - - Aedesiushabe dem hierokles aufdem Rick - tevftuble eine zTCatJlfdielle gegeben , und ihm feine fdbSnölicbeit »ardareyen vorgeworfen . Z Eusebius erkläret sich nicht mit aller tiefer Deutlichkeil ; allein man mnß glauben , daß die Sache verdeckter weise in denen Worten enchalten ist , deren er sich bedienet hat : Aay * t * •« eeyoit rov hxxw alirx^t ) Kff } krinlx «tgißaiw» . Cum verbis fimul et fa^is illrim pudore atque ignomiria perfudiflet . Eufeb . de Martyr . pjaeftinac , cap . V . p . z - 6 . Hier ist die Note des ValesiuS , über diese Stelle , ? . '77 - I» ^ Eufebu loco , quidetn de - fignat v'erSra auibus iudex affedhis eft abAedefio : uUx<» * vero de - notat conuicia' quibus Aedefius iudicem ipfum appetut . Vtrumque
Poft hanc calamitatem , incidit in Hieroclem , qui totam Aegyptutn adminiftrabat . Hunc cum in Dei martyres iniuria faeuientem aniöi - aduertiflet , fanöasque Dei virgines tradentem lenonibus , nec tan - tain iniquitatem perferre poflet , fimile fraterno facintis aggreditur . Namque Diuino repletus zelo procedit , et verbis ac faöis Hieroclem confundit . Manu enim fua piagas illi in os infligic , humique fiipi - num profternit et caedit : ac nionet , ne audeat contra nattirae leees Dei feruos oftendere . Metaphrastes , beym Valesius , ebendas . ValesiuS «eht den Menaus der Griechen an , wo man findet . daß der Start - Halter Hierokles in Alexandrien vom Aedesius geschlagen worden . Airo -
tsv Itu^iSv .
( C ) XDit wollen einige Jrrthümer des Moreri und des Car - . dinals Äaronius anfuhren . ^ I . Giebt er unser , v Hierokles dem Titel eines platonischen Philosophen , der doch überhaupt zu reden , gar kein Philosoph gewesen . Ich habe keinen einzigen Schriftsteller unter den Alren gefunden , der ihn zu dieser Proftßion gerechnet hätte , und ich sehe , daß Eave unter den Neuern zweifelt , ob er ihn einen Philosoplxn . nennen soll . Philofophus , an folum honio politicus , non liquet . Hi - ftor . Litter . P . I . p . m . 279 . Er nennet ihn im II Th . 61S . eineir Philosophen ; allein , ohne daß er uns belehret , wie er sich aus seinem Zweifel geholfen hat . II . Moreri redet von einem andern - Hierottes , einem heidnisthenPhilosophen , einem von den Richtern des Area» pagus , der sich ; u beweisen bestrebet hat , daß Apolloniu« von ana eben derselbe Jesus Christus gewesen se ) - . Eusebius hat wi< der ihn geschrieben , letzet er dazu . Dieß heißt die Sachen ohne Noth vervielfältigen ; denn Hierokles , der vom Eusebius widerleget worden , ist ? von demjenigen nicht unterschieden , von welchem Moreri im henden Artikel geredet , und den er einen platonischen Weltweisen genen - net hatte . III . Ueberdieß hat man keinen Hierokles gekannt , der eilt Richter des Areopagus gewesen ist . Der Cardinal Baronius , der de» Moreri hierinnen verführet hat , hätte sich sehr leicht vor diesem Verse - - hen verwahren können ; denn er hat sich auf ben Lactanz gegründet , >m> auch so gar dessen eigene Worte angefühiet . Aufs 68 Jahr , Niint . p . m . 6 ? q . Nun saget Lactanz ausdrücklich , daß der Schriftsteller , der wider die Christen geschrieben , von der Zahl der Richter in Bitliynieu gewesen . Da nun Baronius sehr richtig vorausgesehet hat , daß dieser Widersacher der Christen Hierokles geheißen , so hätte er leicht begreifen können , daß man ihn nicht unter die Richter des Areopagus sehen müsse^ Man merke , daß er lind zwar mit Recht saget : es hätten Eusebius unl> Lactanz wider eben diesen Hierokles geschrieben , und gleichwohl giebt un» sein Abschreiber , Moreri , zwc . n Hierokles , einen / den Lactanz widere leget , und den andern , den Eusebius widerleget . IV . Hat er diesem Worte des Baronius nicht wohl verstanden : Nihil magis menftrare conatus eft ( Hierocles ) quam Apolloniutn aequalem fuille Chrifto ; denn er Hut geglaubet , Hierokles habe beweisen wollen , daß Apollonius und Jesus Christus einerley Person gewesen wären . Ä> ! an hat dieleir Fehler in den holländischen und parisischen Ausgaben verbessert . WaL ich noch zusagen habe , qeht nicht so wohl ihn , als den Cardinal an . Wir haben hier oben gesehen , daß Lactanz zweener Heiden gedenket , die wider die Christen geschrieben haben . Baronius will , daß unser Hiera - kles der andere von diesen zweenen Skribenten sey , und daß PorphyriuS , ' der erste sey . Moreri führet dieses an , ohne daß er etwas dawider zu sagen findet ; es ist wahr : er erkläret , daß er hierinnen der Meynung . dieses Cardinals folget . Wir wollen uns also zum Baronius wenden^ und ihm sagen , t>aj ) er denPorphyrius in dieser Stelle des Lactanz nicht gefunden haben wurde , wenn er die Sachen wohl untersuchet hätte . Der erste von diesen zweenen heidnischen Schriftstellern ist mir dem Lactanz zu gleicher Zeit in Nlkomedien gewesen , und hat seine Schmähschrift wi - der die Christen daselbst herausgegeben . Laflant . Libr . v . cap . II und IV . Dieß ist ein in Lastern ersoffener Mensch , geizig , wollüstig und ver - schwenderisch beym Tische gewesen . Er war sehr reich , und hat den Rich - tern seine Aufwartung aus das sorgfältigste gemacht , damit er sich im - mer mehr und mehr bereichern können , das heißt , ihre Urtheile zu ver - kaufen , und die Processe seiner Nachbarn aufzuhalten , die er von ihren Gütern gejaget . Die drey Bücher , die er wider die Christen her - ausgegeben hat , sind thöricht und lächerlich ; cr hat nichts in der Materie verstanden ; er hat nicht verstanden , was er gesaget hat . Die Christen haben darüber gespottet , und er hat sie erbärmlich verstoßen . Aus des Lactanz II Cap . Dieß ist der Character dieses Schriftstellers und sei , nes Buches , wenn wir dem Lactanz darinnen glauben . Woher ist e« denn qekommen , daß Baronius aufs 302 Jahr , Num . 730 @ den Porphyrius unter solchen Merkzeichen hat erkennen können . Wo hat er gefunden , daß dieser Philosoph einen langen Aufenthalt in Nikome» dien gehabt ? Man suchet dieRiäiter nicht zu gewinnen , um sich in dem Bestie der Aecker zu erhalten , derer man sich unrechtmäßiaer weise ri'igs um seine Landhäuser bemächtiget : man thut dergleichen nickt , sage ich , wenn man reiset ; diese Art des Verfahrens feUet einen festen Aufent . halt , und eine beschlossene Haushaltunq voraus . Porphyrius müßte sich also in Nikomedien niedergelassen haben , wenn Baronius Recht hatte ; nun ist dieß eine Sache , davon niemand geredet hat . Der Aufenthalt zu Rom und zu Sicilien haben den größten Lebenötbeil dieses phen vermehret , der überdieß »in Mann gewesen , den man nicht beschul , diget , daß er den Wollüsten ergeben gewesen , und der auch endlich s»
5üv etc . Eusebi , ^ i>aet nicht , wie der Richter geheißen hat , dem es al - thöricht gegen die Christen nicht geschrieben hat . Man hat sich über
so ergangen - man - E ? S aus andern Scribenten , daß sein Name feine Spitzfindigkeiten , seine Bosheit , und seine Lästerungen beklaget ;
Hierokles aeweih , «ym» , lese die Worte des ÄCetaphrasten : man wird allem man hat nicht gesaget , daß es ihü , am Verstände gefehlet , und daß
dieses und einige Umstände von dem h . Unwillen . des Märtyrers Aede . feine Bücher unbesonnen und lacherlich geschienen , ( Incpu , « vsnu , . ri .

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