Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-12018

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Hermesianax . Hermiaß . Herold .
„ len der Schriftsteller angeführet habe ; - ) daß er zu Ende seines Wer« „ keS Erlauterungen über die schwersten Puncte gegeben habe ; z ) daß er „ gesaget , es sey schwer , etwas weiters von der Ordnung der Sitztage der » . Kirchenversammlung vonNicäa zu wissen ; außer daß sie die Einfalt , die „ Bescheidenheit und Höflichkeit regiert , und daß die Scheinursachen , die „ man wider diese Materie anführet , keine vollkommene Gründe , noch starke „ Entscheidungen wären . Da Hermant 1674 das Leben des h . Basilius und „ des h . Gregoriuö von Nazianz drucken lassen , so hat er , nachdem er sich „ in der Vorrede wegen der dreyen Beschuldigungen des P . MaimburgS . . gerechtfertiget , seine Gegenantwort also beschlossen . Allein vielleicht „ wirft man mir schon vor , daß ich mich allzulange bey der Widerlegung „ einer Beschuldigung aufhalte , die nicht den geringsten Grund hat , und „ in der That hätte ich sie gänzlich unberührt lassen können . Denn es „ ist gewiß , daß sich ein Schriftsteller den Haß aller billigen Personenzug „ zieht , wenn , nachdem er sich die Arbeit anderer zu Nutzen gemacht , „ und sich mit ihrem Raube geziert und geschmückt hat , seine ganze Er - „ kenntlichkeit dahinaus geht , daß er ihnen Schimpfworte saget . Die - „ s ? 6 spricht mich frey , demjenigen umständlich zu antworten , der sichs fallen lassen , also mit mir umzugehen , und es ist mir genug , daß nicht» „ allgemeiner von der ganzen Welt angenommen wird , als dieser Grund - „ sah derCanonisten , welcher vor allen Dingen die Ersetzung in den vori - „ gen Stand derer verordnet , die beraubt worden , fpoliatus antcomnia „ reftitucndus . Ich habe meine Zeit zu einem bessern Gebrauche anzu - - „ wenden , als zur Untersuchung seiner Schnitzer , deren vielleicht einearö - „ ßere Anzahl sind , als er denket . Was er in meiner Historie des heil . „ Athanasius getadelt hat , besieht durch die unüberwindliche Stärke der „ Wahrheit , so daß es von mir keine andere Beweise anzuführen brau - „ chet , u . s . w .
( E ) Jeb will feine ( Jfcftbf'dbtift anführen , ob sie gleich nicht auf scinGrabmaal gcscyc worden . ^ Wir wollen die eignen Worte der ange« führten Nachricht brauchen - „ ein Canonicus von seinen Anverwandten
„ hatte ihm eineGrabschrist gemacht , und baS Capitel hatte sie gebilliget : „ allein da einige falsche Brüder den Jesuiten Nachricht davon gaben , so „ ist sie durch einen Befehl vom Hofe unterdruckt worden , zu einer Zeit „ da im Angesichte von ganz Paris , und zur Schande der Kirche , eine „ ganze Kapelle völlig durch des Lulli aufgerichtetes prächtiges Grab - „ maal entweihet wurde . * * • * Hier ist die für ihn bestimmte „ Grabschrift .
„ Heic refutreßionem exlpeöat „ GODEFRIDVS HERMANT BELLOVACVS , „ Eruditione clarus , fama celebris , virtute praeftantior ,
„ Redtor qnondain Academiae Parifienfis „ ftrenuusque defenfor ,
„ Doftor et Socius Sorbonicu» ,
, , Huius Ecclefiae Canonicus ,
„ Amans difeiplinae fi quis vnquam fan & iori« ,
„ Excelfi vir ingenii , ftupendae dodtrinae , facundiae nürabili« . „ Debebantur maiora :
„ Oblata reeufauit modeftia fingulari .
„ Impendit
„ Doöis elucidata illuftrium Patnim gefta ,
„ Piis Sacras in Matthaeum et Marcum exercitationcs» „ Ciuibus vrbis huius et Dioecefis hiftoriam ,
„ Omnibus feipfum , verbo . conuer & tione , charitate .
„ Super impendit „ Egenis fua omnia .
„ Repentina motte ereptns non improuifa „ Pariflis idhi fanguinis exanimatus via publica .
„ A . R . s . MDCXC . XI Iulii . Aet .
„ Ad läcelli huius cancellos tumulum defignauit fibl , „ Dignura cum Ambrofio ratus , requiercere facerdotem , „ vbiofferre confueuerat . „
J^ermefl'anar , ein elegischer Dichter , gebürtig von Kolophon , ward in seinem Vaterlande mit einer Bildjaule beehrt Man sehe die Anmerkungenb bcy dem Attikel l^eonrium .
a ) PatifaniasinEliaci * ( und nichtIliacis , wie man m desVoßiuS griech . Geschichtschreibern pax . Z74 anführet . ) oder Libr . VI , p . i$4 .
b ) Die Anmerkung ( Aj .
HeNNtü61 ein Philosoph aus Alexandrien im V Jahrhunderte , studierte mit dem ProkluS unter dem SyrianuS . E ? hatte zween Söhne , den Ammonius und Heliodorus , die von seiner Proseßion waren , und davon der erste viel berühmter , als der letztere , geworden . Unser Hermias war ein sehr ehrlicher Mann , von einem freundlichen und aufrichtigen Naturelle . Er war auch so arbeitsam , als man seyn kann : allein sein Miß war mittelmäßig , und erfand diejenigen starken Beweise nicht , die man beym Philosophiren nöthig hat . Sem Gedächtniß war unvergleichlich ; er sagte die Vorlesungen seines Professors , und was er in den Büchern gelesen hatte , auf eine unvergleichliche Art her . Dich war seine Starke : denn wenn es darauf ankam , die Einwürfe und Schwierigkeiten eines Disputanten aufzulösen , so ließ er seine Schwäche bald sehen . Seine Sittenlehre war herrlich ( A ) . Man saget , er habe gemisbilliget , bey den Kindern VerkleinerungS - und Liebkosungswörter zu gebrauchen , dergleichen sich die Mütter und Ammen bedienen , und daß er seine Ehfrau " dieser Ursache wegen1 , heftig angefahren habe .
d ) o' Si axveas yjyav & xTttgf , yj } btnliiwi rov * «ii ; xev t«tov Jroieofitfiiv . Pater audiens conqueftus eft , et increpuit hanc rilem diminutionem . Photius , Biblioth . p . 1044 . b ) Aus dem Photius in dem Auszuge des Damaskus , p . m . 1044 .
( A ) Seine Sittenlehre rvar herrlich . ^ Man kann davon aus den Grundsätzen urtheilen , nach welchen er sich bey seinen Käufen gerichtet hat . Er behauptet , daß man sich der Unwissenheit de« Berkaufers nicht zu Nutze machen , sondern ihm den wahren Preis der Waare melden müsse , wenn er ihn nicht wüßte . Diejenigen , die anders verfuhren , waren , nach seinerMeynung , einer großenUnqerechtigkeit schuldig . Sie stahlen nicht nach Art der Straßenräuber und mit Lebensgefahr ; allein sie hintergiengen die Gesetze und betrogen die Gerechtigkeit . Er hat den Grundsatz nicht gebilligt ! : Volenti non fit injuria . Er hat gesaget , daß es außer denen Beleidigungen , die mit Gewalt geschehen , auch welche gebe , die nicht wider den Willen derer begangen werden , denen man Schaden thut . Er hat diese schöne Lehre selbst ausgeübt ; denn da er emsmals gewahr worden , daß ein Mensch , der ihm ein Buch verkaufte , dasselbe nicht auf den rech«
Herold ( Basilius Johann ) 1511 zu Höchstädt 0 an der Donau in Schwaben gebohren . Er befliß sich der Wissen - schaften , und gieng deswegen 1539 nach Basel , wo er zugleich die Gottesgelahrtheit und Historie studierte . Er verheiratete sich daselbst , und ist einem Dorfe des Cantons zum Prediger gegeben worden ; wie ihn aber die Buchhändler zu ihrem Dienste geschickt gefunden hatten , so haben sie ihn 1546 nach Basel zurück kommen lajjen . Sein Fleiß , ihnen Werke zu zu bereiten , ist unglaublich gewesen ; und zur Erkenntlichkeit für diese Arbeiten , hat ihn der Rath zu Basel 1556 mit dem Bürgerrechte beehret . Seit dieser Zeit hat er den Vornamen Basilius angenommen . Er ist 1566 noch am Leben gewesen b . Ich will den Titel voii den meisten seiner Bücher anzeigen ( A ) . Lezana , der Iahrbuchschreiber der Carmeliter hat einen sehr groben Schnitzer ge - macht , wenn er von diesem Schriftsteller redet ( B ) . König hat zween Scribenten gemacht , den Johann Herold , und den silius Johann Herold . Er hätte einen von dem andern nicht unterscheiden sollen . Es hat im XV Jahrhunderte ein caner , NamenS Johann Herolduo , ein Deutscher von Geburt , gelebt . Dieß ist ein sehr geschickter GotteSgelehrter , und ein guter Prediger gewesen . Er hat viele Bücher verfertiget , die an verschiedenen Oettern gedruckt worden . Man hat 1612 zu Maynz eine Ausgabe von seinen Werken in drey Quartoanden herausgegeben f .
* ) Daher kömmts , daß er sich in seinem PhilopseudeS Acropalita genennet hat . ö ) Aus dem Martin HankiuS , de Scriptoribu» Rerum Romanarum , Tom . II , p . 142 . c ) Siehe Cane , Scriptor . Ecclef . Hiftor . Litterar . P . II , p . 314 , 315 . genfer Ausgabe 1699 .
ten Werth gefttzt hatte , so erinnerte er ihn dessen , und bezahlte ihm mehr dafür , als er gefordert hatte . Er that eben dieses bey vielen andern De« gegnungen , und allezeit , wenn sich die Gelegenheit darzu angebochen har .
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nem habent , verum etiam faepius , quoties venditorem debitum pre - tium ignorare contigiflfet , oftendit . Photius , ex Damafcio , Biblioth . pag . 1044 . Kann man wohl etwas würdigers für einen Philosoph ? » sehen i Die Christen sind sehr selten , die dergleichen thun .
Rara auu in terrü , nigroque fimillima cygno .
Innen . Sat . VI , VerC 164 .
CA ) Ich will die Titel von den meisten seiner Sücher an ; eigen . Z Ich rede in der Anmerkung ( C ) des Artikels Erasmus von seinem Phi - lopfeudes , fiue Declamatio pro Def . Erafmo Rot . contra Dialogum fa - mofum Anonymi cuiusdam Medici . Diese Schrift ist zu Basel 1541 gedruckt worden . Gefn . in Biblioth . fol . 425 . verfo . Seine sechs Bücher , Belli facri hiftoriae continuatae , sind mit dem Wilhelm von Tyruö in Folio > ; 6o gedruckt worden . Sie fangen vom i>8 ; Jahre an , nnd en - digen sich mit dem 1521 . Seine Leges antiquae Germanoruin sind zu Äafel 1557 gedruckt worden , wie auch sein Princepz iuuentutis , fiue Pa - negyricus Ferdinando Archiduci Anftriae dicatus , cum Hiftoriola Turcici belli anno 1556 gefti . Er hat verschiedene Werke in» Deutsch« übersetzet , davon nian die Titel in dem Auszuge der gesnerischen Biblis , tbek findet . Seine Pannoniae Chronologia ist gemeiniglich mit den Decaden des Bonsinius begleitet . Sein Tractat de Gerrnaniae veteri» verae quam primam vocant locis antiquiflimit ; item de Romanorum in Rhaetia littorali Üationibus , et hinc ortorum ibidem vicorum at - que munieipiorum hodie fuperftitiiin originibu« , ist dem ersten Bande des Simon Schardius , de Scriptoribus Rerum Gcrnianicarum einge»
schaltet »Vörden . Christoph Lehmann , ( siehe ZeiHer . de Historie . P . II» pag . 74 . ) hat ihn in dem I B . feiner speyerischcn Chronike getadelt : aU lein man hat eine Schutzschrift für den Heroldus gemacl ) t . Man wird erkennen , wie arbeitsam dieftr gewesei , , wenn man die Vorrede zu Rache zieht , die er dem ersten Bande der Schatzkammer des Euayppius vor - geseht hat . Gesner , Bibl . fol . 425 verfo , erzählet ein Stück davon , verspricht darinnen eine Sammlung , von Kriegslisten , und ich Me in Gesners Auszuge , daß er sechs Chiliades herausgegeben hat - hat dem Kaiser Ferdinand eine Leichenrede gehalten , die zu Frankmrt , 564 gedruckt worden . Wir müssen nicht vergessen , daß er isss wt «©chnftm von 76 Schriftstellern unter dem Titel Orthodoxograph» , und eineHae - refeologia feu Syntagma vetennnTheologoruni tarnGraecorum quam Latinorum nuniero 18 , qui graflätas in Ecclefia Haerefes confutarunt , et praecipiuTheologiae capita traclarunt , zu Basel lM >556 Jahre her - ausgegeben . . .
( B ) Jltvma , ' - machet einen sehr groben Schn . yer , wenn
er von diesem Schriftsteller redet . ] Er saget unter dem " 59 Jahre , daß^der heil . Antonin Unrecht gehabt , ein» Stelle des ^ohann Herolvu^

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