Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-11961

schlagen , welcher , als er gesehen , daß es dem Kriegsheere seines Sohne« an Pfeilen gefehlt , einen Steinhagel über seine Feinde geschickt , der sie zu Boden geschlagen . 2ZI Seite . In quo ( lapideo campö ) Herculem contra Albionem et Bergiona Neptuni liberos dimicantem , cum tela defeeiflent , ab iniiocato Ioue adiutiim imbre lapidiim ferunt , credas pluille , adeo multi palfim , et Iate iacent . Pompon . Mela , Libr . II . cap . V . pag . m . z8 . 39 . Dieß ist der erste von den Galliern gewesen , der über die Alpen nach Italien gekommen . Audigier , I . c . P . I . pag . »zo .
Lr hat Umbrien daselbst wohnbar gemacht , indem er aus seinen Morästen den Fluß Arno gemacht . Er hat gallische Kolonien über die Pyrenäen gcführct , wo Gerion , der Ronig von
nien überwunden worden . - - Sr ist unter wahrendem die - fem Rrieges ; uge , in Spanien gestorben , und daselbst mit einem prächtigen Tempel beehret worden , den ihm die T / rier in der Stadt öfaöcs geweihet , wo seine Gebeine noch 5»r Zeit de« Pom - ponius Mela gelegen haben , wie er uns versichert . III B . VI Cap . Pomponius Mela redet von dem ägyptischen Herkules . „ Sein „ Anzug war ein Köcher auf dem Nucken , eine Seule in der rechten Hand , „ und ein Bogen in der linken Hand , sein Gesicht war wie eines kahl - „ köpfigten Greises , runzlicht , feurig , aber ehrwürdig , wobey er eine Men - „ ge Volkes um sich herum hatte , die mit kleinen goldenen und silbernen „ Ketten gebunden waren , die sich an seiner Zunge endigten ; und obgleich „ diese Kettchen ungemein zerbrechlich waren , so bemühte sich doch kein „ einziger von diesen Gefangenen , dieselben zu zerreißen , und hingegen be - „ zeugten alle mit ihrer Mine , daß sie über dieBefteyung aus dieser süßen „ Sklaverey sehr verdrießlich seyn würden ; da sie weniger durch die Ge - , , walt der Waffen des gallischen Herknls , als durch seine Beredsamkeit „ überwunden worden : dieß ist die Beschreibung , die uns Lucian davon „ hinterlassen hat . , , Audigier , Origine des Francis , Part . I . p . 229 . Diese Beschreibung kömmt mit demjenigen sehr wemg überein , was Menage irgendswo gelesen hat : daß unsre alten Gallier viel Vereh - rung gegen den - Herkules gehabt , weil er groß und stark gewe - se» , und als sie Christen gervorden , bezeuget haben , daß es sie am meisten gekränket , seinBildniß nicht mehr Zusehen : und man sie mit diesen Worten getröstet , daß die Christen einen Heiligen hatten , der an Große und Stärke , sechs - Herkules übertraft . Fort» fttzung derMenagianen , 285 S . Holl . Ausg . ( « ) *
§ ( « ) Alexicaques , in welchem Verstände der h . Christoph der Her - kuleS der Franzosen , und überhaupt aller Römischkatholischen . nach dem Zeugnisse dieser schönen Verse ist , die vom Aldegonde in seinem Ver - zeichnisse der Religionsstreitigkeiten , im II B . 136 Dl . Ausgabe von 1605 angeführet worden :
Chriftopnori fanäi faciein quicunque tuetur ,
lila nempe die mala inorte non morietur . ( Crit . Anm .
* Ich kann hier dem Leser eine artige Nachricht von dem galli - fchen Herkules geben , die Herr Bayle nicht hat wissen können . Ich ziehe sie aus des berufenen Tolands Werken , die nach seinem Tode in zween B . in groß 8 , zu London herausgekommen , und den Titel haben : A Colle & ion of feveral Pieces of Mr . John Toland . Der erste Band enthält eine Historie der Druiden , und Barden , die To - land vor andern liefern konnte , weil er , als ein Jrrländerr . der alten celtischm Sprache kundiger war , und bessere Nachrichten davon haben konnte , als unzählige andere . In dem XI Absahe des I Briefes , an den Grafen Molesworth , auf der zz S . erkläret er uns das Wort Ogmius , dessen sich Lucian bedient , wenn er den gallischen Herkules beschreibt , t« « kia™ orMioN etc - Hier ist
es den Gelehrten bisher unmöglich gewesen , zu sagen , was dieser Zuname bedeute ? Bochart , der alles aus dem Pbönicijchen Herlei - ten will , saget , es sey ein orientalisches Wort , weil die Araber alle Fremden Agemion nennten . Siehe Geogr . Sacr . P . II . cap . XLII . Toland widerleget diese Meynung sehr gut , sonderlich dadurch . daß Lucian saget . die Celten nennten den Herkules so ; daher es auch wohl ein celtisch Wort seyn müßte . Noch seltsamer ist Dickinsons Mey - nung , der durch diesen Herkules den Josna verstehen will ; der mius genennet worden , weil er Og , den König zu Basan , über - wunden . Siehe Delph . Phoeniciflänt , cap . III . Toland spottet darüber billig mir dem Ausrufe Juvenals : O Tannas gente^ ! qiii . bus haec nafeuntur in hortis nurnina . Er belehret uns aber . daß Ogmius nichts anders heiße , als der Gelehrte , oder der Beschützer der Gelehrsamkeit . Denn er versichert uns , daß die Secreta Litte , ramm des Tacitus , das ist das Alvhabeth , in Jrrland von Anbe , ginn , Audigier wendet ein Mährchen aus dem Diodor von Sieilien , so gut als er kann , aussein ? Meynung an : Daß nämlich die Tochter eine« Königes der Celten , die wegen ihrer außerordentlichen Große , und großen Schönheit hochmüthig gewesen , alle diejenigen verachtet habe , die sie zu Heirathen gesuchet ; daß sie aber , so bald sie den Herkules gesehen , von ei - ner hestjqen Begierde eingenommen worden , mit demselben , Mit Ge . nehmhaltung ihres Vaters , zu thun zu haben . Ihre Leidenschaft ist ver - 9 " ügt worden Herkules hat sie mit einem Sohne gAwängert , der Galate« qen . net worden . Audigier führet Diodors Buch nicht an ; 's ist da - XxiV Cap des V B . h - mov . Ausg . von 1611 , in 8 Der Geschichtschretbn nennet diese Frauensperson mckr : allem andre geben vor . sie habe Galathea geheißen . Man ziehe nebst dem D«odor au«S> - cilien diese Worte Marcellins , in des XV B . IX Cap . zu Rache : Cel . tos nomine Regü amabilis , et matris «u» vocabulo Galatas diäos .
Herkules . 799
Dieses Mahrchen wird in den Erotici« des Parthenius , anders vorge . bracht . Man sieht daselbst , daß Herkules , da er au« Erythien GerionS Ochsen weggeführet , Gallien durchreiset , und zu dem Bretannus , derCel - tine Vater , gekommen ; welche sich dermaßen in diesen Held verliebet , daß sie ihm die geraubten Ochsen GerionS , nicht anders als unter der Bedingung , bey ihr zu schlafen , wieder geben wollen . Herkules hat sich , so wohl seine Ochsen wieder zu bekommen , als wegen ihrer außerordentli - chen Schönheit , an sie gemacht , und sie mit einem Knaben geschwän - gert , der Celtu« geneiinet worden , und welcher den Celten den Name» gegeben hat . Herodotus , Lib . IV . cap . IX . erzählet , daß Herkules , da er in Scyihien gewesen , sich auf der Erde auf seine Löwenhaut gelegt , und eingeschlafen . Bey seinem Erwachen , hat er seine Stuten nicht mehr gesehen : er hat sie überall gesnchr , und ist bey seiner Ankunft in dem Lande Hylea , in eine Höle gegangen , wo er ein Mägdchen angetroffen , die nur von dem Haupte bis an den Gürtel , menschliche Gestalt gehabt ; das übrige ist die Forme einer Schlange gewesen . Habet ihr meine Stuten gesehen , hat er sie gefragt ? Jc> , hat sie geantwortet , ich habe sie in meiner Gewalt ; allein ich gebe sie euch nicht eher wieder , als bis ihr bey mir schlafet . Er hat sie für diesen Preis gern wieder haben wollen ; allein da das Spiel geendiget >var , so hat das Mägdchen die Zuruckgebnna so lange verschoben , als sie gekonnt : denn sie hat das Spiel mit diesem Helden , gern von neuem anfangen wollen . Endlich , da sie einen schen nicht länger erhalten köimen , der mit seinen Stuten gern weage» wollt , so hat sie zu ihm gesaget : ich habe sie euch verwahret , und ihr habet mich dafür belohnet ; denn ihr habet mich mit dreyen Knaben geschwän -
gert : Tifv Z - fat / rijv irjff HK «Toi«V«v ««»« nfty ! j 0l von , tov Si HfaxAia ™ rBT«i . * «'vi»v ri lyj virsfßaMäon
rijv IcToSofiv rüv imrm , ßnAo / ih>tii « ( «rA«to» ZC " " ' tm
Illamque refpondifle , fe quidem illas habere : fed non prius redditu - ram ei , quam cum ipfa coiiflet : Herculem pro ea mercede cum foc . mina concubuifie . Sed qiiinn illadifferret reddere equas , cupida diu - tifllme cum Hercnle conciimbendi , etc . EbeNdas . p . m . 227 . 22R .
Audigier gießt p . 228 . vor , daß Jupiter Celles , der allerälteste von den Jupitern , der Vater unsers gallischen Herkules ist , und daß alle die größ - t«n Gottheiten Griechcnlandes zuerst in Gallien bekannt geweftn 'sind - 2 - S . Dieses Vorgeben ist sehr seltsam ; aber noch nickt so wunder - Hch , als des gelehrten Rudbeks seine« . Siehe die Nouvelles de la Re . publ . des Lettres , Hornung 1685 , 140 S .
( R ) «ine Anmerkung des ? sokrates kann Anlaß geben , an den bösen Geschmack des menschlichen XPitjes ja denken . ] Herfa« Klugheit , seine Philosophie , und seine Gerechtigkeit sind unendlich schätz , barere Eigenschaften gewesen , als die Stärke seiner Arme : k * rf ytjtH vjd Tji rgoysyt^ixivuv , * rü tJ t« auiiarei ; . Et priidentia , et litteris , et iiiftitia plus antecelluille ( Herculem ) fnperiorum temporum homini - bus omnibus , quam robore corporis . Ifocrat . Orat . ad Philippum , p . m . 1« . Unterdessen haben ihn doch di ? Redner und Poeten , nur wegen der Thatcn , gelobet , die er vermöge dieser Stärke verrichtet , und die Vollkommenheit seiner Seele in Vergessenheit fallen lassen . Sie haben also verfahren , so wohl weil sie selbst mehr von de» Schimmernden ge - rühret worden , als von dem Gründlichen ; als weil sie überredet gewesen , daß sie den Beyfall ihrer Zuhörer und Leser , viel mehr bey Erzählungen von Gefechten , als bey Beschreibungen der Tugenden erhalten würden , die man zu Frieden« , eiren ausübet . Horaz hat dieses sehr wohl bemer - ket . wenn er voraussetzet , daß die Tobten den Gedichten der Sapvho uttd des Alcäus , ein geneigtes Gehör gönnten , aber mit noch viel größerm Vergnügen des letzten seinen ; weil sie von nichts , als Kriegen , Staats - Veränderungen , Verbannungen , u . d . m . reden .
Dura nauis ,
Dura fugac mala , dura belli . Horat . Od . XIII . Lib . IL Vtrumque facro digna filentio Mirantur Vmbrac dieere : fed MAG IS Pugnas , et cxaöos tyrannos
Denfum humeris bibit aure vulgus . Ebmdas
Ueberdieß muß man bemerken , daß vertriebene Tyrannen , bezwungene Ungeheuer . und mit einem Worte eine Zeit der Unordnungen , und des Blutvergießens viel geschicktere Materien sind , den Geist uiid die samkeit eines Scribenten sehen zv lassen , als ein stiller . und nach dm Regeln der Ehrbarkeit , geführter Mandel Ein Gefckichtschreiber , der keine große Begebenheiten zu erzählen hat , schläft über seinem Werke ein , und bringt seine Leser zum Gähnen ; allein ein bürgerlicher Krieg , zwo oder drey Verschwörungen , so viel Feldschlachten , ebenderselben ^en - füh - rer , die bald überwunden , bald wieder erhoben sind , schärfen seine Feder , sie erhitzen seine Einbildungskraft , und halten die Leser bey einer bestän - digen Aufmerksamkeit . Ich glaube treuherzig , daß , wenn man ihm auf - trüge , die Historie einer friedfertigen Regierung , und in einem Stücke zu machen ; er sich über sein Schicksal beklagen würde ; fast eben so wie sich Caligula dan^ber beklaget hat , daß sich unter seiner Regierung keine große Unglücksfälle eräuget hatten . Queri etiam palam de conditione porum fliomm folebat : quod nullis calamitatibus publjcis inßgniren . tur . Aiigiifti prineipatmn clade Variana : Tiberii , ruina fpectaculo - riim apua Fidenas , mcmorabileni faöiim : fui obliiiionem imminere profperitate rernm . Atque identidem exercituum caedes , famem peftilentiam , inccndia , hiatnm aliquem terrae optabat . Sueton in Caligula , cap . XXXI . Die Verheerungen , die öffentlichen Landplagen , sind ein Vortheil für den Geschichtschreiber , und geben seinen Sckriste» Glanz . Er beklaget , wenn er ein ehrlicker Mann ist . die Obervestalinn , die lebendig begraben worden ; er verfluchet den Tyrannen , der dieft Ä - stalinn unterdrücket hat , um seiner Regierung einen Glan , zu aeben : Cum Corneliam Veftalnim maximam defodere vinam concupiflet , ( Dmitianus , ~ ) vt qui illuftrari feculum fuum eiusmodi exemplo arbi - traretur . Plin . Epift . XI . Lib . IV . allein nichts destoweniger ist dieses eine sehr vortheilhafte und bequeme Stelle für seine Feder , und eine Zierde seiner Historie . Sein Werk ist ein Sckiff . da« niemal« besser segelt , al« bey ungestümem Wetter : der Sturm ist sein guter Wtid : die Windstille ist ihm so zuwider , al« einem wirklicken Sckiffe : und wenn ein Historienschreiber , wie Tacitu« , Hiftor . Lib . I . cap . II . saqen kann : Opus aggredior opirnum cafibus , atrox proeliis , difcors feditionibus , ipfa etiam pace faeuum . Qiiatuor Principes ferro interemti . Tria bclla ciuilia , plura externa , ac plerumque permixu ; so nimmt» sein«
Lese ,

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.