Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-11918

794
tigen Rache beygewohnt , sich ein Narr in das Zimmer chen , und gerade auf ihn 5ugelauftn und zu ihm gesager : ger - Herr parriarck , machet eine gute Belohnung für mich ftr - - tig . denn ich bringe eucti eine fröliche Zeimng , eure Frau Pasque von River» ist glücklich mit einer schonen Tochter niederge - kommen .
Bongars in der Borrede Lettorurn vei per Prancos , erzählet diesel - be Historie lateinisch und weitläustiger ; denn er sager , es beobachte der französische Autor , der sie vorbringt , daß diese Aufführung des Patriar - chen den andern zum Muster gedient , und daß die Priester , Geistlichen und Mönche der Verschwendung und dem Ehbmche dermaßen ergeben gewesen : daß eS fast keine einzige keusche Frau in Jerusalem gegeben , und baß der Heiland , da er diese Unreinigkeit in der Stadt gesehen , wo er zur Erlösung seines Volkes sein Blut vergossen , sie eben so wenig als Sodom und Gomorrha langer leiden wollen ; dieserwegen hat er sie so stark von dieser unflätigen Unkeuschheit gereiniget , daß von allen denen , die zur Zeit desHerakliuS darinnen gewohnt haben , als diese Stadt vom Saladin er - obert worden , nur zween dem Schweröle entronnen sind . Eben dieser BongarS führet den Marin SanutuS , und Paul AemiliuS an , davon der erste saget , daß das Volk des Heraklius Veyschläferinn die patri - grchinn genennet habe : Cui ( Almerico " ) fuccelfit Heracliut tarn per - niciofi exempli , vt procedentetn ornatiflimam mulierem , quam publice fenebat , vulgus Patriarchi / fam vocaret . Marinus Sanutus , Libr . III , Part . IV , cap . XXIV . beym Bongars in der Borrede Geftor . Dei per Francos . Paulus AemiliuS , de Rebus geftis Francorum Libr . V , zu Ende , bey eben demselben , versichert , daß dieser Patriarch ? und seine Cle - risey ein unordentliches Leben geführet haben . Sacerdotes fuifle flagitiis fceleribusque obrutos : atque adeo ipfuin Patriarcham ncque cafte neque integre vitam egifle .
( D ) Dieser ist es gewesen , der so viel - Heftigkeit gegen Heinrichen den II , Ronig von England , bezeiget hat . ] „ Dieser Prinz hatte zur „ Verbüßung eines Verbrechens , das er begangen hatte , indem er den „ Meuchelmördern des heil . Thomas , Erzbischoss von Cantorbery Anlaß „ gegeben , ihn in seiner eignen Kirä ) e nieder zu machen , von dem Pabste „ die Buße erhalten ; kraft welcher er verbunden war , in drey Jahren in „ eigner Person eine starke Hülfe in das heil . Land zu führen . Es wa - „ ren feit dieser gesetzten Zeit schon über zehn Jahre verflossen , ohne daß „ er die geringste Anstalt zur Erfüllung seines Versprechens gemacht hatte . . » Maimbourg , Hift . des Croifades , Livr . IV , Tom . II , pag - 57 - Holland . Ausgabe . Dieß hat dem Heraklius zu einem guten Fortgänge seiner Unterhandlung Hoffnung gemacht . Er hat eine ungemein nachdrück - Ucke Rede an diesen Monarchen gehalten , nacbdem er ihm dieScklüs ) fei von Jerusalem und Sem heil . Grabe überreicker harre . Ebend . 58 S . aufs 118 > Jahr . Man hat ihm Hoffmmq gemacht , daß er ver - gnügt werden sollte ; allein man hat ihm nicht Wort gehalten . Heinrich bat feine Clerifey zu Rache gezogen , ob er bey dem gegenwärtigen Zu - stände seiner Reicksgesckäffre verbunden wäre , »ick seines Ver - spreckens ; u entledigen , und diests Stück der Buße ; u erfüllen , die ihm der pabsr ausgeleget , und wozu er sich ftyerlich verbun - den hätte . Ebendas 59 S - Der Patriarch Heraklius hat der Ver - fammlung beygewohnt . wo dieser GewissenSfall untersuchet worden . Alle Bisckofe und Aebte - - - haben mit einhälligerStimme beschlossen - - , daß der Ronig nicht nur itzo nicht zu dieser Reise nach Palästina verbunden ; sondern daß es auch zu seinem Seelenheile besser seyn würde , in seinen Staaten zu bleiben , weil das Versprechen , das er bey Annchmung dieser Buße gerhan , von welchem man ihn lossprechen könne , ja solle , demnnigen nickt zum Nachtheile gereichen dorfe , welches gar nickr erlassen werden tonne , und das er bey seiner Salbung gethan ; nämlich seine Un -
Heraldus . Herkules .
terthanen wohl zu regieren , und sie vor den Gewaltthaten ver ein» heimischen und fremden Leinde zu beschünen : welche« er in seiner Abwesenheit bey der gegenwärtigen Äes'ckassenbeir der Sachen niclir thun könne . Sie haben alle gemeinsckaftlick mir denen - Herren dazu gefettet , daß ö« Versammlung in Ansehung eines Sohnes des Rontges , den man an seine Starr verlanget , nickt« beschließen könne ; weil sie abwesend wären , und der Lntsckluß , den sie fassen sollten , lediglick von ihnen abhienge . Ebend . 6i S - Der Patriarch , der ein sehr hiyiger Mann gewesen , ist durck die , sen iknrsckluß dermaßen aufgebracht worden , daß er beinahe alles verderber hatte , da er die Ehrerbiethung , die er dem Ronige schuldig war , gänzlich aus den Augen seyte , und ihm auf eine Art begegnete , die man durchaus nickt entschuldigen kann : man mag sich auck nock so fthr bemühen , dieselhe mir dem Namen und ei - nem falscken Sckcine de« Eifers zu bedecken . Ebendas . 62 @ . Er hat dem Könige , der funftig tausend Mark Silber zu diesem Rrie - ge angeborhen , ( Ebendas . 6z S . ) geantwortet . „ Daß sie sein Geld „ nicht brauchten , sondern ihn selbst ; daß sie mehr Gold und Silber Kar - „ ten , als sie begehrten , und daß sie nur so weit hergekommen , einen Men - „ schen zu suchen , der Geld nothig hätte , um den Krieg gegen die bigen nützlich zuführen , und kein Geld , da« einen Menschen nöthig hat , „ der sich desselben bey Führung dieses Krieges wohl zu bedienen weis . „ Uebrigens , hat er dazu gesctzer , indem er mit einer sehr erzürnten . »Mine gegen ihn geredet , bis hieher habet ihr mit vielem Ruhme re - „ gieret ; allein , wisset , daß euch Gott , dessen Sache ihr verlasset , von nun „ an verlassen wird . Um euch davon zu überzeugen , so dörst ihr nur da» „ Gute , das er euch erwiesen hat , mit dem abscheulichen Verbrechen ver - „ gleichen , damit ihr ihn aus einer übermäßigen Undankbarkeit bezahlet „ habet . Ihr habet die Treue gebrochen , die ihr dem Könige von Frank - „ reich , euerm Souverain , schuldig seyd ; und itzo nehmer ihr den Krieg „ zum Verwände eurer Weigerung , den ihr von ihm deswegen befürchtet . „ Ihr habet den heil . Erzbischof von Cantorbery barbarischer Weise nie - „ der machen lassen , und itzo schlaget ihr ab , zur Vertheidigung des heil . „ Landes zu gehen , nach dem ihr euch doch durch einen Eid förmlich dazu „ verbunden habet . Und als er gesehen , daß der Ronig mir Ver - „ änderung der Farbe vor Verdruß und Zorn rorh geworden , „ so hat er mir Darbiethung seines Halses verfolget : glaubet nicht , daß „ ich mich vor den Wirkungen dieser Wuth fürchte , welche die Wahrheit , „ die man euch saget , und die ihr nicht leiden könnet , in eurer Seele ent - „ zündet . Nehmet ihn hin , hier ist mein Kops : machet es mit mir , wie „ ihr es mit dem heil . Thomas gemachet Haber : Es ist mir einerley , ob „ ich von eurer Hand in England , oder von den Händen der Saracenen „ in Syrien sterbe : ihr seyd ohne dieß nicht viel besser , als ein Saraeene . , » Nach dem Maimburg , auf der 64 0 . hat der Patriarche dem Könige noch viel verdrießlichere Dinge qesaget , die ick nickt erzählen will , se - tzet er dazu . Der König hat alle diese Reden mir Geduld ertragen , und dem Patriarchen noch immer sehr höflich begegnet ; so gar , daß er ihn in seinem eignen Schiffe bis nach Ronen begleitet , wo er ihn an die Grenze mir genommen : damit er ein Zeuge von der Unterredung seyn mochte , die er drey Tage hintereinander mit dem Ronige Philipp wegen des heil . Rrieges gehalten hat . Ebendas . 65 S . Heraklius ist ohne dasienige , was er verlangt , und auch ohne Sie - Hülfe zurück gereist , die man ihm angeborhen , und die er thorickrer NOeife , wi - der alle Regeln Oer Rlugheit und Oer gesunden Vernunft , und zum großen Nackrheile der Angelegenheiten seines - Herrn , ver« acktet harte So viel ist den Ronigen daran gelegen , ihren Vlatten nickt auf den Verstand der , enigen ankon , men zulassen , die wenig Verstand haben , und welche wegen der heftigen K . eiSensckasten , die sie beherrscken , die wenige Vernunft sehr oft verliehren , di« sie nock haben .
Heraldus ( Desiderius ) französisch Herault , ParlementSsachwalter zu Paris , hat gute Proben seiner Gelehrsamkeit durch verschiedene Werke gegeben , die er ans Licht gesteller hat ( A ) . Er hat sich unter dem Namen David Laidhresseruo verkappt , um eine politische Dissertation von der Unabhanglichkeit der Könige " einige Zeit nach Heinrichs des IV Tode zu schreiben . Er ist im Brachmonate 1649 gestorben , und hat Kinder hinterlassen ( B ) . Salmasius und er haben wider ein« ander geschrieben ( C ) .
<0 Der Jesuit Eudämon Johannes hat sie widerleget .
( A ) Tr har proben seiner Gelehrsamkeit durck versckievene N ? erke gegeben , die er ans Lickt gestellt . ] Seine Aduerfaria sind 1599 erschienen . ES ist ein kleines Buch , dessen Herausgabe ihn gereuet hat , wem , man den Scaligeranen glaubet . Seine Noten über die
Schutzschrift Tertullians , über den MinutiuS Felix . und den ArnobiuS sind hoch geschähet worden . Er hat auch welche über Marrials Sinn , gedichte gemacht .
( B ) Lr hat Rinder hinterlassen . ^ Wenn Dalläus , Replique a Adam et a Cottibi , Part . II , chap . XXI , pag . 127 . von den Protestantin ( chen Scribenten redet , »velche die Todesstrafe Carls des I , Königes von
England , verdammet haben , so führet er die I^cifique royal en deuil de« Heraud an . Dieser Schriftsteller , der Sohn nnsers Dcsider - us - Heraldus , ist reformirter Prediger in der Ncrmandie geweien , als er »um Dienste der wallonischen Kirche in London unter Carln dem I , fen worden , und er ist ein so guter Rojaliste gewesen , daß er sich gezwiin« gen gesehen , nach Frankreich zurück zu gehen , um sich der Much der Re - publikaner zu entziehen . die es übel aufgenommen , daß er sie in geheim ermahnt , sich ihrem rechtmäßigen Prinzen zu unterwerfen . Er ist nach der Herstellung des königlichen HauseS wieder nach England gen , und hat seinen alten Plak bey der wallonischen Kirche zu London wieder genommen ; und einige Zeit daraus hat er ein Canonicar zu Cantorberi bekommen , das er bis an seinen Tod erlitten har . Dieses hat mir längst eine Person geiaget , die es wohl wissen konnte . Man sehe auch tie letzte Seite von dem Briefe Bocharts an den Morley .
( C ) Salmasius und er haben wider einander gesckrieben . Z „ Es ist allhie» ein alter sehr gelehrter Sachwalter , Namens Herant „ ( Deslderius - Heraldus ) gestorben , der mit dem Salmasius im Srrei , „ te gewesen , welcher ungefähr vor vier Jahren Obferuatione« ad Ins „ Atticum et Romanum , wider ihn geschrieben . Heraut , der sich durch „ dieses Buch beleidiget gefunden , hat eine Antwort in Folio darauf ge - „ macht : allein da ihn der Tod überraschet , so wird man es , nach mei , „ nem Bedünken , verkaufen müssen , wie es ist , und das Ende da machen , , . wo der Urheber gestorben ist . Er schien siebenzigJahre alr zu seyn . , - - „ Er hat den Ruhm eines sehr gelehrten Mannes gehabt , so wohl in den „ Rechten , als den ftlwnen Wissenschaften , und sehr fertig über eine jede „ Materie geschrieben . , , Patin , Lettre XXIX , pag . 121 . 1 Band dcnzdeö Wintermonats 1649 unterschrieben . Ich erfahre aus einem Briefe , den Sarravius , >Szy geschrieben . ( Siehe seine Briese p . 16 . ) daß HeralduS nach einem - 7 jährigen Stillschweigen , da er seine Schriften , ans Anl>al - ten eines Freundes , ubersehen , das Buch de Antoritate rerum iudica - tantm heraus geben wollen . Was er wider den Salmasius fettig macht hatte , ist 1650 gedruckt worden . Dieß ist ein Folioband , und hat zum Titel : Quaeftiones quotidianae , et Obferuatione» ad Ins Atticum ac Romanum . Es sind in Dem Bücherverzeichnisse von Oxford deck - Hieronymus Herbarius zwey Bücher zugeeignet , welche gewiß durch die Buchdrucker von ihrem Platze verrückt worden sind . Sie sollten ein wenig höher unter Dcsiderius Heraldus stehen . Hier sind die Tire davon : de rerum iudicatarum autoritate Librill , juPariS 1640 . Ob - feruationum et Emendatiomiui Libcr vnui . Ebendas .
Herkules . ES sind etliche Helden von diesem Namen gewesen ( A ) ; alsein der von Tbeben ist der berühmteste ge - Wesen , weil ihm die Gn'echen die Thaten der andern zugeeignet , und sich sehr beflissen haben , nacy dem fabelhaften Sinne rer Nation von ihm zu reden . Ich will jetzo nur von diesem reden . Er ist für einen Sohn Jupiters und der Alkmene ge - halten worden . Ich habe anderswo gesaget wie diese Frau von diesem Gotte betrogen worden , und ich will weder die - ses , noch dasjenige wiederholen , wa6 man im Moreri finden kann . Unser Herkules hat erstaunliche Stärke so wohl in den
Kämpfen

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.