Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-11767

Heinrich
men ab omnibus plus mereri . Noch weniger kann Man von ihm sa . gen , magna eurii praecefl'erat fama , qua maior inuentus eft . Plin . Lp . III . Lib . II .
( B ) Der übermäßige Aufwand , den er wegen seiner - Lieblinge gemacht . ] Mczerai , Hift . de France , Vol . III . p . 499 . soo . aufg 1580 Jahr . Da die vornehmste Beschäfftigung , und das größre Vergnügen «dieses Königes darinnen bestanden , seinen zween Lieblingen , ( dem Herzo - „ ge von Joyeuse und Epernoti , ) zu gefallen , so hat er bezeuget : daß er „ nicht vergnügt seyn könne , wenn er sie nicht so groß und so mächtig „ machte , als sich selbst , sagte er , daß sie weder Gewalt , noch Neid , noch „ Glück stürzen könne . Da er also keine Töchter gehabt , sie so hoch zu „ vermählen , als er wünschte , so hat er sie mit den Schwestern seiner Ge - „ mahlinn verheirathen wollen ; welche Margaretha und Christierne ge - „ wesen , ob sie gleich schon an zween andre reiche Erbinnen verlobet wa - „ ren - - - Um sie nun mit einigem Titel zu beehren . der sie zur , . EHre einer so hohen Schwägerschaft , als die Seinige war , fähig machte , „ so hat er beyden die Würde eines Herzogs und Pairs beylegen wollen
- - Unterdessen hat der verzog von Lothringen seine Nichteln mit „ einem solchen Gefolge , und mit einer solchen Pracht überbracht , als „ wenn er sie mit Königen hätte vermählen wollen . Christierne , welche „ noch allzujung war , ist mit dem Herzoge von Epernon nur verlobet „ worden ; hat ihn aber dennoch nicht geheirathet , sondern lieber den Non - „ nenschleyer annehmen wollen . Margarethen betreffend , deren Verlo« „ bung im Louvre in der Königinn Zimmer geschehen , so ist deren Trau - „ ungssest acht Tage hernach in der Kirche S Germain de l'Auxerre gi - „ ftyert worden . Es würde überflüßig seyn , dieMummereyen , die Bat - „ lette . die Turniere , die Gastmahle , die Musiken , und andre Pracht zu be - „ schreiben , welche die Verschwendung zu dieser Feyerlichkeit erfunden hat ; „ mit einem Worte , sie hat fast sechs Wochen gedauert , und Paris , als der „ Schauplatz von Wunderdingen , hat niemals etwas dergleichen gesehen . „ Der König , der eben wie sein Liebling gekleidet war , hat die Braut in „ die Kirche geführet - - - Nach dem Trauungsfeste hat er 17 Gast - , . maale angeordnet , welche nach dem Range von den Prinzen und Her - „ ren , der Braut Anverwandten , gegeben worden : das geringste ist über „ hundert tausend Pfund zu stehen gekommen , und bey jedem haben die „ Gäste so prächtige und kostbare Kleider gewechselt , daß das Gold - und „ Silberstück dagegen keinen Glanz hatte . Die Arbeit von einigen hat „ über zehntausend Thaler gekostet . Endlich ist der Aufwand dabey so er - „ staunlich gewesen , daß der König auf seinen Theil allein , nicht mit vier „ MillionenPfund losgekommen , außer daß er dem Bräutigam zum Braut - „ schätze seiner Gemahlinn viermal hundert tausend Thaler in zweyen „ Jahren zu zahlen versprochen hatte . Und wenn man ihn» vorgestellt , „ Nif ihn dergleichen übermäßige Verschwendungen zu Grunde richten „ wurden , so hat er geantwortet : daß er nach der Verheirarhung seiner „ Zweyen Kinder klug werden würde . Er hat hierunter den Joyeust und „ den Epernon verstanden . „ Da die schweizerischen Abgesandten nach Paris gekommen waren , um das sckuldige Geld anzuhalten , und die Schatzmeister ihnen geantwortet , daß der Ronig keines harte , und daß sie sich gedulden mochten : so haben sie nach der Freiheit dieser Nation errvievert , e« fey nickt glaublich , Saß ein so weiser und einsehender Prinz , zu seiner Lust , bey Oer - Hockzeit eines Ldel - manns über zwolfmalhunderr tausend Thaler aufgewandt hatte , ohne daß er nock viel anvere in seinen ( Lassen haben sollte , um den Gesckafsten seines Königreichs zu statten zu kommen . Meze - rai , Tom . III , pag . 500 .
Man sehe in eben diesem Geschichtschreiber pag . 451 , aufs 1578 Jahr , die ausschweifende Zärtlichkeit , die dieser Prinz gegen den Maugiron unö Quelus bezeuget hat , da sie sich im Zweykampfe geschlagen hatten . Maugiron ist auf dem Platze geblieben , und Quelus , der >9 Stiche be» kommen , hat noch drey und dreyßig Tage gelebet .
( C ) Wr hat sich den Haß der Damen zugezogen , und dieser ist ihm sehr nackrheilig gewesen . ] „ Die Damen , welchen die Lieblinge „ alle« sagten , haben dem Herzoge von Guise alle Geheimnisse des Cabi - „ netS entdecket : um sich an dem Könige zu rächen , den sie wegen gewisser „ Ursachen haßten , die man nicht saget . „ Maimbourg , Hift . de la Ligue . Diese Worte borge ich dem Maimburg ab . Man sieht darinnen Hand - greisilch , wie schädlich die Damen dem Könige gewesen sind : allein übri - gens sind die Ursachen ihres Hasses von verschiedenen Geschichtschreibern verständlich genug erkläret worden . Man sehe diese Worte des Meze< rai , Abrege Chrono ! . Tom . V , pag . 251 , aufs , ; «> Jahr : „ Seit dem Tode „ derPrinzeßinn von Conde , hat Heinrich der III wenig Neigung gegen die „ Frauenspersonen gehabt , und seine Begebenheit zu Venedig hat ihm eine „ andre Neigung gegeben . , . Die Betrachtung , welche der Urheber von den Nouvellen der Republik der Gelehrten anführet , ist eine bloße Spitzfin - digkeit . Einige Tadler , saget er im Aprilmonate >684 . im 3 Art . pag . 'Zs , haben es übel genommen , wenn Maimburg gesaget hat , daß die Damen , welchen die Lieblinge alles gesagt , u . s . w . Sie sagen , daß diese Xvorre allzu unhöflich gegen das schone Gesckleckt sind , weil sie zu erkennen geben , daß die Frauenspersonen einen Xvider - willen gegen Mannspersonen fassen , die sich ohne sie behelfen wollen . Nun sagen sie : wenn sie tugendhaft sind , was lieget ihnen daran , wenn man nickt mir ihnen umgehen will dieses muß ihnen ganz gleichgültig seyn . Ist dieses nickt , so ist es ein offenbares cken , daß sie mckt tugendhaft seyn wollen . Allein ick halte Mick ver - Kunden , die Parcey Mamburgs wider so unbillige Tadler zu neh - men . Tick sage also , daß er nur von denen Damen redet , die in den Gtreicken des Herzogs von Guise verwickelt gewesen , ( es ist gewiß , daß er die Damen überhaupt versteht ) und daß man nickt zweiftln darf , daß Frauen von dieser Gemüthsarr nickt heftig hassen soll - ten , wenn sie die Ursachen haben , die man hier verstanden haben will . Man mag immer daraus schließen , dieses würde ihnen gleichgültig seyn wenn sie tugendhaft waren . Man mag sagen , wa« man will , daß dieser Sckluß unhoflick iff . Maimburg hat sich in si , ner Vorrede wider dergleicken Spinfindigkeiten ver - wahrer : er hat daselbst erkläret , daß er die Wahrheit und nickt dasienige suche , was die Leute verbindlick macket ; und daß mansick , wenn man hier seine Rechnung nickt findet , an die Gesetz - geber der Gesckicktschrciber halten müsse , welcke ihnen befehlen , d , e Sacken zu foaen , wie sie sind , und nickt wie sie seyn sollten .
Dieß heißt , allzuviel arübeln : es ist natürlich , daß man gern sieht , daß die ^ben , bjx ^ machen , nicht in Verachtung fallen -
der Iii . 779
dieses , sagt ich , ist natürlich , ob man gleich seine Eigenschaften zu keinem bösen Gebrauche «luvenden will . Man hat dieSchrauberey in der Rei - sebeschreibung des de la Chapelle und des Bachaumonr wegen des Zorns zu weit getrieben , den man den Frauen zu Montpellier wider den un - glücklichen Dassoury beymißt .
( Dj Die Herzogin« ! von Montpensier ( 5 ) hat sick entsetzli'ckwe - gen einer Sacke geräcker , die er von ihr gesagt hatte . ] „ Man „ hat dem Könige hinterbracht , daß ihm die Ligue nichts geringer« zu Lei - „ ve thun , als i hn zum Mönche machen wolle , und daß die Herzoginn von „ Montpensier die Scheere zeige , mit welcher sie ihn bescheeren wolle . „ Dieß geschah darum , weil er diese Witwe durch ein gehaltenes Gespräch „ beleidiget hatte , das einige verborgene Mängel entdeckte , die sie an sich „ hatte ; eine Beschimpfung , die in Ansehung des Frauenzimmers , viel we - „ niger zu vergeben ist , als diejenige , welche man ihrer Ehre erweist . „ Me - zerai , Abrege' Chronol . p . zi s . aufß " 588 Jahr . Siehe la Critique Genera - le du Calvinifme de Maimbourg , Lettre III , p . 44 . Die Beleidigung MUß der Herzogin» sehr ans Herz gegriffen haben , wenn man nach den gungen davon urtheilet . die sie sich gegeben , Heinrich den III zu stürzen . Sie har einen guten Theil an ? ubehor , Erfindungen ihres artigen Geistes , und die Arbeit ihres Leibes zur Erbauung besagter Ligue beygerragen : da man , nacbdem dieselbe wohl gebauet war , als sie eines Tages prime in der Rarre spielte , ( denn sie bar dieses Spiel sehr geliebt , ) zu chr gesagt ; daß sie die Rarte wohl miscke , so hat sie vor vielen Leuten geantwortet : ick babe sie so gut gemiscket , daß sie nickt besser^geimscher werden können . Zvieß wäre gut gewesen , wenn die Ibrigen nickt gestorben wa' ren , welcke sie zu rächen unternommen , ohne daß sie bey diesem Verluste den Muth verlohren : und sie hat sick Nack der erhal , tenen XTadbtidbt davon , nickt in ihrem Zimmer verschlossen , innen nacb anderer Frauen Xveise die Trauer zu begehen , son» dern hat sie ihren Pallast mit den Rindern ihre« - Herrn 25cu * ders verlassen , die sie bey der - Hand durck die Stadt geführer , ihre Rlagen vor dem Volke gerhan , und dasselbe durck Thranen , Ge , sckrey , wehklagen und rvorte aufgemuntert , die rvaffen zu er - greifen , sick wüthend zu empören , und an dem Hause und Ge - malde desRonigesGewalrrharen zu begehen ; ( wie man gesehen hat , und wie ick in ihrem Leben zu sagen gedenke , ) und ihm die Treue zu versagen , und hingegen ihr allen Aufruhr zu schworen : worauf auck nickt l^nge Hernack sein Mord erfolget : wovon man wissen muß , wer diejenigen Manns - und Frauenspersonen sind , die Rachscklage dazu gegeben haben , und deswegen strafbar sind . Krantome , DamesGalantes , Tom . II , p . z , 6 . Sie hat den Ja - eob Clemens am meisten getrieben , den König zu ermorden . Sie hat nichts dabey ersparet , saget man , auch dasjenige nicht , was man die letzte Gunst nennet . Siehe denThuanuS , wie er von dem Urheber der Criti . que Generale im III Briefe p . 43 angeführet wird .
( * ) Sie ist die Schwester des zuBloi« ermordeten Herzogs von Guise gewesen .
( E ) Im Herbstmonate 1574 . ] Der König ist im Herbstmonate »574 zu Pont - Beauvoisin angekommen , und nicht den 21 des Herbstmo , nats i ; ? ? . wie zween bis drey Historienschreiber , als Milles Piguerfe , Jean Ie Frere , und derjenige , der den Anhang zu den Jahrbüchern von Frankreich gewacht , gesagt haben ; welche Johann Avmes von Chavigny auf der - »4 S . des ersten Gesichts von dem französischen Janus tadelt . Also hat er seine Erklärung des Nostradamus betitelt .
( ? ) Unternehmungen gegen Frankreick zu sckmieden . ] Der Verfasser der premiere Savoifienne ( * ) , erzählet auf der 16 S . daß man Heinrich den Iii , da er aus Pohlen zuruckqekommen , und durch Savoyen gegangen ist , zur'Vergeltung eines Gastmahls , um die Städte Pigne - rol und Savillan gebethen : und daß dieser Prinz , dessen einziger Man - gel eine allzugroße Gütigkeit gewesen , dieselben verwilliger habe : daß sich der Herzog von Savoyender Sohn desjenigen , der dieses schöne Geschenke erhalten hatte , die Verwirrungen Frankreichs >5«L z» Nutze macht ; denn er hat , da er Heinrichen den III außer seiner Hauptstadt ge - wüßt , das Marquisat Saluees angefallen ; daß er . nachdem er einen Ad - gesandten an den König geschickt , mit der Versicherung , alles in seine Hände zurück zu geben , ans einmal die Dedienten Sr . Majestät abgedankt , an deren statt andere aus herzoglicker Gewalt einze» sinr - - - und um zu gleicker Zeit an allen Verlern die Tro , pheen seines Sieges zu zeigen , eine hockmürhige Münze scklagen lassen , worauf einTentaur geprager gewesen , der eine auf der «Sc - de liegende Rrone mit Fußen trat , nebst diesem Sinnworte : Oportune ; um dadurch zu zeigen , daß er seine Zeit in Acht zu nehmen gewußt . Man sieht es in der andern Savoificnne pag . 109 , daß er sich nach Heinrichs des III Tode zum Meister von verschiedenen Plätzen in der Provence gemacht , und daß sich Heinrich der ! V Savoyen« bemächti - gen müssen , um ihn zur Ruhe zu bringen . Man merke , daß der König , um ihn mit gleicker Münze zu bezahlen . ( Ebend . >z - S . ) eine andre scklagen lassen , auf welcker ein nack alrer Art gewassneter Herkules stund , der einen Cemaur unter die Füße trat , über welchem er mit der reckten Hand eine Reule , und in der linken eine Rrone hielt , die er aufgehoben zu haben sckien ; und die Ueberschrifr die - ses Bildes war das Wort , Oportunius : um zu Zeigen , daß man die 5eir besser und rükmlicker , als er , zu treffen gewußt : weil man die Gewalt der Xvaffen , anstatt unverwarnrer Ueberfallun« gen , die er mit einer großen Undankbarkeit ausgeübct , angewen« det hatte . Man sehe wegen der zween Aufschristen , oportune , tunius , PasquierS Briefe , Liv . XIX , Toni . II , 450 u . f . S . Dieß hat daS Uebel ersehet , wozu die Abtretung von Piqnerol Anlaß gegeben hatte , allein deswegen ist der Fehler Heinrich« des III nicht geringer .
( * ) Dieß ist eine Schrift , die herausgegeben wurde , als Heinrich der I V den Herzog von Savoyen nöthigte , ihm wegen des Marquisats Saluee« Rechenschaft zu geben .
Der Urheber einer Schrift , die für den itzigen Herzog von Savoyen , ( dieß ist im Weinmonate 1697 geschrieben ) sehr schimpflich ist , hat von dieser Sache , aber nicht ohne etliche Jrrthümer «ereoet . Da Heinrick der III , jaqet er ( * ) , wider eine mächtige Ligue Rrieg geführet , hat Carl iLmanuel , der Großvater ( es sollte heißen Aeltervaier ) Sr . königlichen Hoheit , es fast eben so gemacht , wie es dieselbe heutiges Tages gemackr har . Er bar sick große Hoffnungen für fein Glück gemacht , wenn er diese Seit ergriffe , sich wider Lrankreick
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