Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-11737

776 Heinrich
ticke Dinge , wegen seiner Gelangung zur Regierung , verspro , cken ; aber gegen sein hohe« Alter ein sehr verdrießlickes Ende , und zwar ein solckes versickert hat , daß er es wegen der - Hoheit eines Königes nickt einmal nennen wollen . Auck ist bey - Hofe ein Geruckte herumgegangen , Saß ihm bey Ver Aurückkunst Oes Tardinals von Lothringen , von seiner legten Reise aus Italien , ein Brief von einem Juden aus Rom überreicket worden , der in diesen phantastiscken Vorwissungcn und Vorherr>crkundi^un - gen sehr erfahren und vertieft gewesen , welckcrchm sorgfaltig ermahnet , sick vor einem Zweykampfezu hüten : aus welcken Briefen der Ronig , nackdem er sie lesen hören , als waren sie be - trüglick , nickts gcmackt , weil er sick nickt einbilden können , daß er wegen seines hohen Standes jemals zu einem Fweykampft kommen könne . Diese Briest sind nack diesem vom Aubespine aufgehoben worden , der sie , w , e man saget , nack dessen Tode , vielen - Herren gezeiget hat : uud man setzet nock dar ; » , ( ick will es aber nickt für wakr ausgeben , ) daß die Romginn , die sick dieser Briefe und der Zeit erinnert , die ihr angezeiger wor< - den war , etlickemal gebethen , daß , da die zween erjfm Tagezu seiner Ehre und zu seinem Vergnügen vergangen waren , er sick Sen dritten Tag , alle Übeln Zufalle zu vermeiden , des Turniers enthalten , und einige andere - Herren an seine Stelle dahin scki , cken solle ; worein er dock niemals willigen wollen . Und auck an dem Tage selbst , da er verwundet worden , hat die Romgin» «inen Edelmann von ihrer Loge an ihn gesckickt . um ihn aus - drücklick in ihrem Namen zu . bitteq , daß er sick mit dem gen mockte , was er gerhan hatte : allein , er hat ihr antworten lasten , daß er nickt mehr , als nock diesesmal rennen wolle : wo bey es sein Unstern gefüget , daß er verwundet worden . Man merke wohl , daß Pasquier diese Dinge nur auf ein leere« Hörensagen er - zählet , davon er selbst nicht überzeuget ist . Allein , man gebe noch mehr Achtung darauf , daß er nicht saget : eS habe Cardan diese vorgegebene Nativität , Heinrichs des II , ans Licht gegeben . Gleichwohl ist er so eitel , und von der Sterndeutkunst dermaßen eingenommen gewesen , ( man ziehe die Anmerkung ( E ) , beym Artikel Tarda» , zu Rache , ) daß er sich eine Ehre aus einer so erstaunlichen Entdeckung machen wollen . Nichts hat seiner Kunst mehr Ansehen geben können , als dieses : er hat den Connestable von Mommorenei , Katharinen von Medicis , den ne . und etliche andere Personen von der größten Wichtigkeit zu Zeugen anführen können . Woher muß es denn gekommen seyn , daß er den Nutzen seines Ruhms und Beutels ( * ) so gar hindan gesetzet hat ? Man hat in der vorhergehenden Anmerkung gesehen , was Gauric Heinrichen dem II im 1556 Jahre versprochen hat ; und hier wollen wir auch sehen , was er ihm vier Jahre zuvor wahrgesaget hatte : Inditiflimus Gallo - rum Rex , dieses hat er unter die NativitätSfiqur dieses Monarchen in der venetianischen Ausgabe , 1552 , bey Curtius Trojanus Navo , gesetzet , Henricus Chriftianiflimus , erit Regum quoriindam Imperator , ante fitpremos cineres ad rerum ciilmina periieniet , foeliciflimanique ac viridcm fenedlam , vti colligitur ex Sole , Venere et Lima horofco - pantibiis , et potiffimiim , Sole in fuo throno partiliter fuppiitato . In ciuitatibus Arieti fubieäis maximum fortietiir dominium , fi forte fuperauerit fuae aetatis annos 56 , 6z , 64 , ad anntmi 69 Menfes 10 dies 12 facili ac foelici tramite perducetur . Lucas Gauriais in Tra - öatti Aftrologico , in quo agitur de praeteritis multorum hominum accidentibus per proprias eorum gcnituras ad vnguem examinatis , fol . 42 verfo .
( * ) Man würde seine Wahrsagungen um ein gutes besser bezahlet ha - ben , wenn man erfahren hätte , daß - r , durch Hülse der Astrologie , ersah - ren gehabt , es würde ein großer König in Frankreich im Zweykampse das Leben einbüßen . .
( V ) Man erzählet fthr merkwürdige Sacken von den Muttern seiner zween narürlickcn Rinder . ^ Man lese folgendes : Brantome , Xemoires des vame , Galante« , Tom . II . p . 372 saget : Heinrich der II , Oer von sehr verliebtem Naturelle gewesen , wenn er die Damen besuckle , ist dennock so heimlick und verstohlen gegangen , als er gekonnt , damit er sie in keinen Verdackt uud keine Sckande brin - gen wollte : und wenn einige derselben entdecket worden , st» ist es weder seine Sckuld gewesen , nock mit seiner Einwilligung geschehen , sondern vielmehr ein Verseben der Dame gewesen , wie eine derselben , die ick aus einem guten - Hause habe nennen hören , Frau Flamin von Schottland genannt , welcke , da sie vom Ronige sckwanger war , da» Maul davon nickr gehalten , sondern auf ihr gut sckottlSndisckfranzosisck keck heraus gesaget : ick habe gerhan , was ick gekonnt , und zum Glücke , hin ick von dem Ro - «ige sckwanger geworden ; weswegen ick mick sehr geehrer und glücklick sckaye , und wenn ick es sagen darf , so hat das konigli - cke Geblüte , ick weis nickr was für einen angenehmern und le * ckerhaftcrnSaft , als das andere : so wohl befinde ick mick davon , ohne die sckoncn Geschenke zu recbnen , die man nock davon , zieht . Ihr Sohn , den sie damals von ibm gehabt , ist Großprior von Frankreick geworden , der letztens bey Marseille < + ) geblieben ist , welches ein sehe großer Sckade geweftn ; denn er war der ehr , lickste , bravste und tapferste ^crr . Was ich von der andern Bey - schläferinn zu sagen habe , ist eine ganz andere Seltenheit : Da der Daupbin . nackmaliger Ronig , - Heinrich der II , sick m P - eniont in ein Fräulein de Tony verliebet hatte ( * * ) bey der Reise , die et mit dem Tonnestable vonMontmorency gerhan : so brackren sei , ne ^ . eute de« vlackrs sein Haus in Brand , und wie die Gefahr aller rvelt den Zugang erlaubte , so liefen sie in großer Anzahl zu , und sckrien , Salva la Donna ; und als man sie bekommen , hat man sie zu dem Dauphin geführer . Le Labour . Addit . aux Memoir . de Cafteln . Torn . II . p - 447 - Er hat eine Tochter , Namens Diane , von ihr gehabt , die zum erstenmale mit demHoraz Farneft . Herzoge von Castro , und zum andern , male mit demFrancifcus vonMontmorenei , des Connestables ältestem Soh - ne . vermählet gewesen . Die andere Ehe hat sich den 5 May , 1557 , ange - fangen , ( ? . Anselme , Hift . Geneal . de Maifon de France , p 144 . ) und durch den Tod des Gemahls , den 6 May , 1 * 79 , geendiget , Le Labou - reur , Addit . a Cafteln . Tom . II . p . 418 . Der einzige Sohn , der dar - aus entsprossen , ist vor dem Vater gestorben . ^ Die Witwe hat bis den Z Jenner , 1619 . gelebet , Sie ist damals über achtzig Jahre alt gnve - sen . Sie hat einen Vergleich zwischen Heinrichen dem III und Heinrichen dem IV vermittelt , und gern ihren Neffen , Carlu von Valois , de« KS ,
der II .
niges Carl« de« IX natürlichen Sohn , eine zärtliche Freundschaft g« - habt . Sie hat ihm das Leben gerettet , als ihn Heinrich der IV in die Sache des Herzogs von Biron verwickeln wollte ; sie hat diesem Prin - zen vorgestellet , daß ihm allzuviel daran gelegen wäre , die Köpfe von den natürlichen Kindern der Könige , für heilig und unverletzlich zu erklären , und aus das sorgfältigste zu verhüten , daß kein klägliches Exempel an ih , nen ausgeübet würde . Sie hat diesen Neffen mit Charlotten vonMont» morency , einer Nichte ! ihres Gemahls , vermählet , und seine Kinder zu Erben aller ihrer Güter und des Pallasts von Engouleme , den sie in Paris hatte , hinterlassen . Heinrich der III hat ihr die Herzogthü , mer Engouleme und Chatelleraut , die Grafschaft Ponthieu und die Herrschaft Limousin gegeben . Au« den Zusätzen des le Laboureur .
( * ) P . Anleime , Hift . Geneal . de la Maifon de France , p . 144 , saget , daß er vom N . - - Leviston , einer schottländischen Fraulein , gebohren gewe - sei , , und zu Aix in Provence von Philippen Alloviti , Baron von Castel - lanes , den 2 des Brachmonats , > ; «6 , entleibet worden .
( * * ) Der P . Anselm , am angezogenen Orte , saget , daß sie Philipp« Des Dues geheißen , daß daß sie noch den 1 des Brachmonats , 1572 , gelehrt habe , und keine Nonne geworden sey , wie Peter Matthäus bet hat .
( Z ) Einige Gckriftsteller geben vor , daß Tlemens der VII bey seiner neubegierigcn Untersuchung proben gefunden habe , die seinGemürhe beruhiget hatten . ^ Ich habe dieses nur ben dem Va - rillas gelesen . Die mündliche Unrerrevung seiner - Heiligkeit , saget er in der Vorrede zum V Bande der Historie von der Ketzerey , Folio * * 3 - Holland . Ausg . und seiner Majestät ist zu Marseille gcscke , hcn , und das Veylager des - Herzogs von ( Orleans und der Ta - tharina ist daselbst mir vieler prackt gefeyrrt worden . U ? eil nun der Bräutigam nur >6 , und die Braut nur >z Jahre alt war , so hat der Ronig , der die Gesundheit seines Sohnes nickt in Ge , fahr setzen wollen , verlanger , daß die Vollziehung der Ehe nock zwey oder drey Jahre versckobcn werden sollte . Allein hier , bey fand der pabst seine Recknung nickt , welcker befürcktete , daß , wenn er vor Vollziehung der Ehe seiner Nickte ! versterben sollte , man sie wiederum nack Italien zurück schicken mockte . Und ev hat sick in der That nickr eher beruhiget , saget Paul Jovius , als bi» er gewisse Merkmaale gesehen har , daß die Ehe vollzogen ge , wcsen . Wenn Paul Joviuö dieses Umstandes gedenket , so ist e« doch nicht an dem Orte seiner Historie , wo er von dieser Unterredung de« PabsteS und Franeiseus des I redet . Gleichwohl wäre dieses die ge - schickteste Art und die natürlichste Gelegenheit gewesen , diese Seltenheit zu berühren , vornehmlich , da der Schriftsteller nicht vergessen hat , die groß» Jugend des Herzogs zu bemerken , und viele andere Beobachtungen zu machen , auch so gar zu sagen , daß die Ehe die erste Nacht vollzogen wor» den . Augebant fnpicioncm maturatae nuptiae , quae impares regio fanguini viderentur . Siquidem nobiliflimus adolefcens Henricus , quanquam aetate tenerior , Catharinam celebratis infigni cerimonia nuptiis , ex virgine mulierem prima no & e reddiderat . Hiftoriar . Libr . XXXI . fol . 230 . basel . Ausg . von 1555 . Ich bekenne also , daß man den Varillas , wegen der falschen Anführung von dem Zeugnisse de« Paul Jovius , in Verdacht haben könnte . Daß er saget , der Bräu« tigam sey >6 Jahre , und die Braut >z Jahre gewesen , ist nicht richtig : beim so viel ist gewiß , daß Heinrich der II den z> März , 1519 - gebohren gewesen , und daß er sich den - 8 des WeinmonatS , > ; zz , mit Catharinen von Medicis vermählet hat . Siehe les Falles du P . du Londel , p . - z et 34 , und den P . Anfelme , Hift . Geneal . p . 137 et 139 . Der P , selm . welcher seine Geburt aus den z> Marz , i ; >« , sehet , füget dazu : daß die« ses vor Ostern geschehen ; und folglich ist dieses Jahr , nack der neuer» Zeitrechnung . das 15 , 9 . Er saget auch : daß Catharina den 13 April , 1519 , gebohre» gewesen . Gauric bemerket eben denselben Tag und dassel - be Jahr , in der Nativität dieser Dame . Es ist also nur 14 Tage terschied , zwischen dem Alter des Bräutiganis und der Braut , gewesen . SpondanuS , aufs i ; zz Jahr , Num . 7 . hat sich eben so wohl betrogen , als Varillas , weil cr gesaget hat , daß Catharina nur iz Jahre , und Hein - rich 15 Jahre und 7 Monate alt gewesen .
( AA ) Er hat selbst die tt>affen gesckmiedet , die den Refor , mirren an , kräftigsten geholfen haben , sick zu erhalten . J Man sehe . >vas ich hierüber in der Anmerkung ( . D ) gesaget habe , und füge noch diese Stelle Srephan . Pasquicr« , im X V Buche , seiner Briefe , p . - >8 . des II Bandes , dazu : , , Wir haben gesehen , daß der Kaiser Carl der V „ die Deutschen , seine Lehnleute bekrieget hat , weil sie die Ketzerey ange« „ nommen hatten . - - - Seine Sachen sind nach Wunsche gegan« „ gen ; dieserwegen haben sie unsere Hülse angerufen . Hätte auch wohl „ was angenehmers , in Ansehung der Staatsangelegenheiten , so , wie sich „ ein Hofmann dieselbe vorstellt , seyn können , als daß man sich ihrer „ Sache angenommen ; um nicht zu erlauben , daß sich ein großer Herr „ durch den Untergang aller Herren in Deutschland , bis an unsere Thorr „ noch größer mache ? Allein , ist auch wohl etwas ungerechter« gewesen , „ als einem Uvterthanen wider seinen angebohrnen Herrn benzüstehen ? „ und überdieß , die Sache eines Ketzers wider einen katholischen Kaiser „ zu führen , der nur für die Ehre Gottes und seiner Kirche streitet . Un» „ ser Konic , ist ein katholischer Prinz gewesen , wie anch die Zerren , die „ den meisten Theil an seiner Gnade hatten . Diesem ungeachtet , über - „ nehmen wir die Beschützung der deutschen Ketzeren , und der König läßt „ sich mit einem prächtigen Titel in vollem Parlemente , zum Befcbiv „ Ree der deutschen Freiheit , ausrufen : dieß heißt der deutschen Me< „ yerey ; und läßt als ein solcher , eine Münze , mit dieser Aufschrift , schlagen . Unter diesem schönen Titel Habel , wir den Zug mit einem „ machtigen Kriegeheere unternommen . JÖurbei ) ist es uns dermalen „ geglücker , daß der bloßeRuf von unserer Unternehmung , da wir imBe» „ griffe gestanden , über den Rhein zu gehen , den Kaiser schon gezwungen , „ die Jrrung - n mit seinen Unterthanen in der Güte beyzulegen ; und >h» „ nen viele Vorrechte wider'die Ehre Gottes und sein Gewissen zu ver - „ willigen , die er außer dem nicht erduldet hätte . Ich str meinePerson „ will gerne glauben , daß uns CMott seit dem mit eben denselben Ruthen „ züchtigen wollen ; da er , nach Absterben Heinrich« erlaubet , da^ leme „ unmündigen Kinder von ihren Unterthanen , wegen einer viel heftigem „ Meynung , als Luther« seine , bekriegt worden ; « " d die sich der deut . „ säe , , Prinzen wider sie bedient haben . Ja , wenn Gott leine Rache über „ uns halte ausüben wollen , sis hätte kein» menschliche Macht darwiter

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