Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-11701

50g« von Savoye»» . Le Laboureur hat sein Buch im 1659 Jahre her - ausgegeben .
( * ) Er bekriegt sich , sie ist den 5 de« Brachmonats 1513 gebohren , und VS9 vermahlt worden .
( G ) Und Sie den französischen - Hof M großem Vortheile ihres Gemahl« Himers Licht geführet hat . ] Der Vertrag von Cattau hat enthalten , das ; Sie Reckte , Sie ver Ränig auf Sie Lander des - Her - ? ogs von Savoven zu haben vorgäbe , von den beiderseitigen Ge - vollmachtigten innerhalb drey Jahren untersuchet und in nung gebracht werden sollten . Mezerai , Abrege Chronol . Tom , V , pag . 41 . Der König Franeiseu« der II , und der Herzog haben im i ; 6o Jahre Abgeordnete ernennet . Die Abgeordneten des Königes haben sechs wichtige Ansprüche gemachet ; allein , anstatt , etwas zu erhalten , so hat der französische Hof alle Städte verlassen , die er sich vorbehalten te . Er bat den 8 August 1561 durch öffentliche Briefe befohlen , daßman dem Herzoge Turin , Chivas , Omers , und Villeneuve von ZU , außer dem Rriegsvorrathe und Oer Artillerie , gegen pignerol , Savillanund Perouse mit ihren Zubehorungen wieder geben solle . Imbcrt de la Planere Bourdillon , Verweser des Röniges >en - seit der Alpen , har verschiedene Schwierigkeiten gemacht und große Vorstellungen an den Rath geschickt , die Ausführung die - ftr Verordnung zu hintertreiben , und nicht eher , als nach dreien w - everbohlren Befehlen , und den allerfeyerlichsten gen , die er mir ersinnen können , gehorchen wollen . Die Herzoginn hat ibre Rolle bey dieser Unterhandlung sehr wohl gespielt : Jbve Rlug - beit ist gelobt worden , daß sie durch ihre Geschicklichkeit die Playe erobert , die noch zurück gegeben werden sollten ; und daß sich des Königes Bevollmächtigte nicht gegen ihr freundliches ZlDesen vertbeidigen können , welches die - Herzen auf eine unschul - dige Art empöret , und die allerunüberwindlichsten Plätze be - zwungen hat . Laboureur Tom . I , Addit . a Caftelnau , p . 751 , saget solches . Bramome erzähler - diese ganze Sacl>e , die verschiedenen Meynungen der Slaatsbediemen , die Einwürfe des Bourdillon , und das Bezeigen , wo - durch er sich lenken lassen , sehr weitläustig . Es hat dem Herzoge und der Herzoginn sehr viel Geschenke gekostet . Man sehe in den Zujatzen zu den Memoiren des Castelnau Tom . I , pag . 847 . dasjenige , was Bran - tome sager , und vornehmlich in dem Lobe Jmberts de la Plattiere , Herrn von Bourdillon . Die Franzosen hatten noch drey Platze in Piemont , nämlich Pignerol , Savillan und Perouse . Die Herzoginn har ihrem Gemable unvergleichlich beygestanden , dieselben wieder zu bekommen , da Heinrich der III , bev seiner Zurückreise aus Pohlen durch Turin gieng . Ich will mich der Worte des Varillas , Hift . de Henri III , Livr . I , p . 74 . bedienen . „ Der Herzog und die Herzoginn von Savoyen , die sich vor - „ gesetzt hatten , dasjenige zu rhun , wa« Spanien nicht halte thun kön -
„ nen , da es am glücklichsten war ; nämlich die Franzosen über die Alpen „ zurück zu schicken , haben einen ganz neuen Kunstgriff dazu gebrauchet : „ das beißt Lustbarkeiten und Gastmahle , die dermaßen auf einander folg -
„ ren , daß kaum Zeit zum schlafen übrig blieb . Sehr gewisse Nachrich - „ ren reden von einem prächtigen Schmause , der hundert tausend Thaler „ gekostet hat : der Herzog und die Herzoginn hatten die Unkosten darzu „ hergegeben , und , sich dieses Schadens zu erholen , haben sie in Heinrichen „ den III gedrungen , ihnen Pignerol , Savillan , und Perouse wieder ^u - „ geben . „ Heinrich der III , hat ihnen versprochen , daß sie vergnügt werden sollten , und ihnen sein Wort gehalten ; denn nachdem er über diese Sache zu Lion Rath gehalten , so ist die Einräumung dieser dreyen Platze , ungeachtet der starken Gründe des Commendanten derselben , da , bey beschlossen worden . Dieß ist der Herzog von Revers gewesen ( « ) . „ Er hat die Freyheit gehabt , alles zu sagen , was er gewollt , und das „ Vergnügen , daß seine'Schrift , die er zur Unterstützung seiner Anrede „ überreicht hatte , und die sehr lang war , in Gegenwatt Heinrichs de« III „ gelesen worden : allein die Zurückgebung der dreyen Plätze ist nichts „ destoweniger beschlossen worden , und Se . Maj . habe» ihm den Befehl , „ dieselben zu räumen , ans ihrem eignen Munde gegeben . Er mußte sich „ damit begnügen , weil ihm alle Welt die Gerechtigkeit erzeigte , und glaub - „ te , daß er seinem Gewissen und seiner Ehre ein Genügen gethan hat , „ te : allein er hat zu andern Behutsamkeiten Zuflucht genommen , die ihm „ den Widerwillen des HoseS zugezogen , und lange Zeit den Eintritt in „ den Staatsrath verwehrt haben . Er hat bestandig angehalten , daß „ ihm die von dem Könige mündlich errheilte Verordnung , überdieß noch „ von Sr . Maj . eignen Hand geschrieben überschickt werden sollen ; daß „ die königliche Frau Mutter , die Prinzen von Geblüte , und alle „ Kronbedienten sie unterschreiben , und daß sie hinter der Schrift , die er „ wegen seiner Weigerung überreicht , in die Gerichtsbücher der Parle - „ menrer eingetragen , und bey den vornehmsten Städten des Königreichs „ unter ihren Urkunden aufbewahret werden sollte . Man har ihm fast „ alles zugestanden , allein nicht ohne die Vorwürfe , daß er sich zum „ Schaden seines . Herrn einen Ruhm zu machen suchte ; und daß er dem „ Marschall von Brissae nachahmen sollen , der sich bey einem gleichen „ Falle begnügt hätte , seine untertbänigsten Vorstellungen zu wiederholen , „ und um die Uebersendung eines Nachfolger« zu bitten . , » Ebend . 84S .
§ . ( « ) Siehe seine Memoiren den I Theil bis zur 6g S . Crir . Anmerk .
( H ) , , - ZvastNurren wider Siefen Frieden , hat sich bis aufsie erstreckt . ^ ! Branrome . welcher zu den damaligenZeiten lebte , Memoires des Dam . Illuft . p m . z25 . wird uns auf eine frenmüthigeArt etliche Umstände von diesem Murren sagen . „ Diese Vermählung - - - hat Frankreich viel „ gekostet ; denn alles , was eS in einer Zeit von dreyßig Jahren in Piemont „ und Savoyen erobert und erhalten hatte , bat es in einer Stunde wieder ge - „ ben müssen ; so sehr hat König Heinrich den Frieden verlanget und seine „ Schwester geliebt , daß er nichrs ersparen wollen , sie wohl auszustatten : al - » . lein gleichwohl hat der größte Theil von Frankreich und Piemout darüber . . gemurrt und gesaget , daß es ein wenig zuviel wäre . Andere haben es » . für sehr seltsam , und andere für unglaublich gehalten , bis sie es gesehen »«haben : und selbst die Fremden haben uns deswegen gehobner , und die , »>ie " igen , welche Frankreich und sein Wohl mehr geliebt , haben darüber »geweint und ae«euftct ; und vornehmlich diejenigen in Piemont , die nicht " gern unter ihren alten 6errn zurück gehen wollten . Wenn die Herzoge «von Savoyen mit Recht - Öftren und Meister von Piemont nennen . . können : so ? nd sie ? um so vielmehr , da die Konige von Frankreich eh - „ malS Herren darüber gewesen und es , dem - titel nach , noch sind , der „ ihnen von Recht^en zukömmt . Was die Soldaten und Kneasge - »fahrten betrifft , die so lange an die Besatzungen , Anmuth und schönen
Heinrich der II . 77 ?
„ Speisen dieses Landes gewohnt waren , so darf man nicht fragen , was „ sie dazu gesaget , wie sie darüber geschrieen haben , wie sie ganz vcrzwei - „ feit gewesen und , was sie dawider auögespiehen ; so wohl einige Gaseo - , »nier als andere haben gesager : Ey beym S . Velten ! muß man wegen „ eines kleinen Stückchen Fleisches , zwischen den Deinen dieser Prinzeßnm , . . so viele schöne und große Stücken Land wieder geben . Andere : sie hat ihre „ schöne Inngferschäft ( * ) gleichwohl 45 Jahre erhalten , daß sie diesel - „ be mit Frankreichs Schaden verlieren können . Wenn sie zur selben „ Zeit so unordentlich , aufwieglerisch und schwürig gewesen wären , als „ wir sie in unsern bürgerlichen Kriegen gesehen haben , so kann man ver - „ sichert seyn , daß ein jeder Theil daran genommen und sich der Plätze „ bemächtiget haben würde , daraus man sie zu verjagen Mühe genug ge - „ habr haben würde . , , Ist es nicht seltsam , daß le Laboureur , der diese Worte ganz frisch gelesen hatte , gleichwohl , Tom . I , Addit . a Caftcln . pag . 751 . gesaget hat ; daß nur gewisse Sraacslcute etwas darwi - der ) » sagen gefunden , daß sie so rheuer vermählt worden , und daß alle die andern erfreuet gewesen ; daß sie eine Belohnung als den U ? erth ihres Verdienstes mir sich davon getragen , und daß man ihr die Lander zumBrautschaye gegeben hätte , die man rem Gemahle abgenommen gehabt . Dieß ist die Sprache eines Lobredners ; eines solchen Menschen , der ohne Vollmacht und gleichwohl im Namen des gemeinen Wesens über sich nimmt , alle zu einer Lobrede nöthigen Stücke vorzubringen , und sich wenig darum bekümmert , ob die Sache von besser unterrichteten Schriftstellern widerleget word - n ist . Mezerai , der eine Historie und keine Lobrede geschrieben , hat sich viel besser , als le Laboureur nach dem Zeugnisse des Branlome gerichtet .
( * ) Mezerai , Abrege Chronol . Tom . IV , p . 72 - . saget , daß sie im 37 Jahre ihres Alters gewesen ; er hat Recht , denn sie ist den z des Bracl ) - monatS ijij gebohreil gewesen . Siehe oben die angeführte Stelle in der Anmerkung ( G ) zu Anfange .
Ich kam , diese Worte in des Brantome Memoires des Fcmmes Hin . ftres Tom . I , pag . UNS auch die fremden haben uns deswegen gehont , nicht lesen , ohne auszurufen : daß dieses eine gute5eit für die Gcribenten der Niederlande , und alle andre gegen Frankreich übelgesinnte Länder gewesen ist . rvas für Ursache haben sie nicht gehabt , Schimpfschriften 5» machend Was für Anlaßhät - ten sie nickt gehabt , Prahlereien herauszugebend Denn ich setze voraus , daß sie bey nahe von eben demselben Gemüthegewesen , als sie itzo sind .
( I ) iLin neuerer Schriftsteller hat die Aufführung - Heinrichs des lll , rechtfertigen wollen . ) Dieser Neuere ist Eostars Gegner . Eostar hat es , Suite de la Defenfe de Voiture , pag . 172 . sehr übel pfunden , daß man den Voiture geradelt , da er irgendSwo zum Spaß ge , sager hat : daß er eine gute Suppe höher hie» , als die Lobrede de» Plinius und die längste Rede des Isokrares . Girac , fährt er fort , glauber , daß Voiture ein eben so großer XJacc gewesen , als nige Ruchlose , der das Recht ferner »Lrstgeburr für eine Linsen , flippe verkauft , und als derjenige von unsern Prinzen ifi , Oer nerol für eine gute Mahlzeit hingegeben har . Wozu läßt man sich nicht verleiten , wenn man in der Hitze eines Gezänkes ist ? Manfthreyet die geringsten Fehler des Gegner« für Verbrechen aus . Girac , der irr Ansehung eines andern Menschen vermurhlich nur gesaget habe» würde , daß das Wott Narr zu hart wäre , um eS bey der Vorstellung des Feh - lers eines Prinzen zu gebrauchen , wirst sich hier zum Angeber eine« Staatsverbrechens gegen seinen Feind Cosiar aus . Wir wollen alle seine Worre wohl erwägen . Replique a Coftar , Seä . I , pag . 8 . „ Er har sich „ auch unterstanden , vermittelst eines ungebührlichen Versahreiis , das die „ allerschärfste Strafe verdienet , sein Gift und seine Bosheit über die ge - „ heiligten Perjonen unserer Könige auszulassen . Hat er nicht , p . 17z . „ die Frcygebigkeit Heinrichs des III , mit der Narrheit des Esau ver - „ allchen , der sein Recht der Erstgeburt gegen eine Linsensuppe abgetreten „ Hai ? Nennt er nicht diesen großen Prinzen einen Narren , weil er dem „ Herzoge von Savoyen , Pignerol wieder gegeben ; der die Ehre gehabt , „ sein QHcim zu seyn , und von dem er in der dringenden Notwendigkeit „ seiner Angelegenheiten grosse Hülfe erwartet hat ? Hat man wohl Lud - „ wigen den XII , ^emals für einen Narren gehalten , der dem Könige von „ Navarra das Furstenrhum Bearn zum Geschenke gegeben , und ein so „ wichtiges Stück von seinen Staaten abgerissen hat ? Hat wohl jemand „ das römische Volk der Thorheit beschuldige ( * ) , ob es gleich öfters „ Landschaften und ganze Königreiche an verschiedene Könige und Freun - „ de gegeben hat ? Und wenn Alexander , wie Plutarch saget , die zu sei - „ nem Lobe verfertigten Verse herzlich gern mir der Instl Cypern bezahlt „ hat ; warum sollte denn ein König von Frankreich , weil er einem An« „ verwandten einen Platz wieder gegeben , der ihn mit vielen Unkosten „ und mit großer Pracht in seinen Staaten bewirthet hatte , unter solchen »Leuten für unsinnig gehalten werden , die nicht den geringsten Schein „ der gesunden Vernunft haben ? „ Ein wenig hernach fraget er : ob Costar nicht die Strafe unter der Regierung eines Prinzen be - fürchte , derein so naher Anverwandter - Heinrich» wäre , wel - cker noch vor kurzer Zeit gelebt hätte i Er führet auch an , was Guicciardin und Paul Jovius von der äußersten Verehrung aesaget ha» ben , welche die Franzosen gegen ihre Monarchen haben . Er kömmt oft auf dieselbe Beschuldigung zurück ( * * ) : allem man muß dieses den Zufällen gewisser Fieber zuschreiben , welches die Scnbenten überfällt , wenn sie Antworten und Gegeuantworren verfertigen .
( * ) Siehe Valer . Max . Libr . IV , cap . VIII . Tit . Liuius , Libr . XXX . etc . und Plutarch . de fortitud . Alex . Dill " II .
C * * ) Man sehe die 9' S . wo er saget , daß Costar verdienet härte , n , die Bastille gesetzt zu werden , weil er Heinrichen den III , einen Narren genennr hat . Siehe auch die 190 S - .
Wenn er uns gleich alle regierende Fürsten genenm hätte , die vom An« fange der Welt Städte , od ? r Landschaften , oder auch Königreiche weg» gegeben haben : so würde er doch keine erfahrne Leute und Kenner überre - dm , daß dergleichen Geschenke bey solchen Umständen , wie Heinrich« des III seine gewesen , ohne Thorheit haben geschehen können . Heinrich A . ~ . An
der III , har Pignerol zum Besten eines Prinzen abgetteten , der den Spaniern seine rühmliche Wiederherstellung z» verdanken hatte , und der in seines Herzensgründe der eifrigste Spanier war ( * ) ; das heißt , der allezeit bereit war , dem allerfurchtbarsten Feinde Vorschub zu thun , den Frankreich damals nur gehabt . Einem solchen Herzoge von Savoyen hat man einm Platz überliesett , der dem Feinde das Königreich eröffnete .
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