Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-11688

Heinrich der II .
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wesen , der sie der Todesstrafe unterworfen hat ( DD ) . Man wird an ander» Orten dieses Wörterbuchs sehen , was er wider die Winkelheirathen 1 und wider die Mütter verordnet hat , die ihre Kinder umbringen m .
Eins will ich noch dazu fügen , welches ich in einem Briefe Bodins gesunden habe . Pabst Julius der III hat diesen Prinzen vor Gottes Gerichte gefordert , um ihm wegen des Unrechts zu antworten , welches er ihm dadurch erwies , daß er Mirandola behielt . Der Ronig hat geantwortet : daß er sich daselbst einfinden wolle , aber gewiß versichert wäre , daß der Pabsi daselbst nicht erscheinen würde .
a ) Siehe die Anmerkung ( B ) . b ) Den 10 August 1557 . O Dieser ist zuCateau inCambresi« 1559 geschlossen worden , d ) Sieh« den Artikel Poitiers . - ) Pafquier , Lcttres , Livr . XV , Tom . II , pag . Siehe auch Livr . IV , Tom . I , pag . 471 . f ) Monluc ,
Patin , n ) B'odin in einem Briefe , der den - 7 März 1595 zu Laon unterschrieben , und vom Menage in den Anmerkungen überAvrault« Leben auf der - 50 S . angeführt ist .
( A ) <6c riefden Connestabel tTContmorenttjttcüd : . ] „ Sein Vater „ hatte ihm sehr ernstlich empfohlen , sich des Annebaut zu bedienen , bey wel - „ chem er viel Erfahrung , Klugheit und Eiserund nicht den geringsten Geiz „ oder einigeEhrsucht gesunden halte ; vor allenDingen aber sollte er sich wohl „ hüten , den Connestabel von Montmorency zurück zu rufen , wenn er seinen „ Staat liebte . - t - Nichts desto weniger ist er , nach seinem Tode , seinen „ Befehlen in nichts nachgekommen , ob er gleich seine ganze Lebenszeit über „ einen sehr ehrerbiethigen Gehorsam gegen ihn erzeigt . Er hat demAnnebaut „ und dem Cardinale von Tournon die Verwaltung aller Geschäffte entzo , „ gen , und sie dem Montmorenci gegeben . , , Mezerai zu Anfange der Historie Heinrichs des II , pag . 1057 . des II Bandes der Historie »ou Frankreich . Wir werden sehen , daß dieser sehr ehrerbiethige Gehorsam Aus - nahmen hat , welche nicht alle das gute dayon zu sagen erlauben , was Mezerai davon gesaget hat . Die Vorsicht Oes Francistus hat sick so weit erstreckt , daß er vem Dauphin , seinem ältesten Sohne , der nact ) diesem - Heinrich der II gewesen , ausdrücklick verbothen hat , nicht den geringsten Umgang mit dem Connestabel 5» haben . Al - lein er har nichts mehr von seinem Sohne erhalten können , als daß er ganzer sieben Jahre die Freundschaft verheelt , die er gegen ven Connestabel gebabr . Jedoch hat er sie nicht mir solcher Ge - schicklickkeir verheelt , daß nickt der ganze - Hof gewußt halte , wie kein einziger Tag vergienge , da nickt einer von dem andern Brie , fe erhielt . Allein Franciftus der I , hat sick nickt angelegen feyn lassen , diesen Sriefwecksel zu unterbrccken , weil es entweder dem Dauphin , und dem Connestabel gleick gut geglücket hätte , ihm selben zu verbergen ; oder weil er , da er keinen andern Sohn mehr gehabt , als den Dauphin , denselben 5» beleidigen befürchtet hat . Diese Worte sind vom Varillas im l B . der Historie Heinrichs des II , pag . 6 . und können mit großem Rechte getadelt werden . Denn I wenn der Dauphin sieben Jahre lang seine Freundschaft verheelt hätte , so wür , beer nicht sovielmal bey seinem Herrn Bater angehalten haben , den Connestabel zurück zurufen ; und gleichwohl versichert diese letzte Sache Varillas im XIIB . der Historie Francifcus des l , p . 295 . II . Wie ist die Veränderung dieses Schriftstellers mit demjenigen zu vergleichen , was Mezerai Abrege Chronol . Tom , IV , pag . 655 . vorgiebt , daß der nig vielmals darüber verdrießlich gewesen , daß der Dauphin , ungeack - tet seiner Verbothe dock einen Briefwechsel mir dem Connestabel von Montinorenci unterhalten har .
( k ) - , , Dieser Ungehorsam ist ihm theuer zu stehen gekom , men . ] Varillas wird mir " ein« Auslegung dieses Textes darbiethen : ich will ihn nicht nur allein wegen der Regierung Heinrichs des II anführen , sondern auch seineWorte ein wenig weiter herholen : Die Ungnade des Connesta - bels von Montmorenci , saget er in der Vorrede zu der Historie Fran - eiscus des I , des Admirals Chabor und des Ranzlers Poyet , sind im IX Ducke auf eine solckeArt erzahlet worden , daß sick diejenigen nickt verwundern werden , Sie in Bodins Republik gelesen haben , daß Franeiscus der I , bey seinem herannahenden Alter immer eigensinniger geworden : daß er durch seine eigene Ersah« rung überzeugt worden , daß er nicht »ween ungeschicktere XYleti - fchen ju Staarssachcn erwählen können , als Monrmorenci und Cbabot waren ; und daß , ob er gleich dem Poyer nicht gleichen tNangel beymesien können , dieser Ranker doch einen eben so großen Fehler gehabt , nämlich daß er die Sachen allzuweit getrieben : daß dieses die ( Quelle aller Unglücksfälle gewesen , die Sr . Mas . begegnet wären ; und daß , wenn dieselben sich dieser Staatsman - ner noch ferner bedienten , sie niemals einen bessern Fortgang zu erwarten hätten . Der Ausgang hat es gerechtfertigt , daß die drey Minister , die an die Stelle der in Ungnade gefallenen gesetzt worden , viel fähiger gewesen sind , dieselbe zu verwalten , als sie ; und daß - Heinrich der II , wenn er den Connestabel vonMontmo - renci nicht nach dem wieder hergestellet hätte , nicht gezwungen gewesen scvn würde , wegen seiner rviedererhaltung 197 Städte oder feste Plätze und fast so viel L . and wieder zugeben , als der Drittheil von Frankreich austrägt .
( C ) Der Connestabel war Ursache an einem Friedensverträge , welche der französischen Monarchie viel schimpflicher gewesen . ] Mezerai , weicher unter allen ftanzösischen Geschichtschreibern den Unter - thanen wider den Hof am öffentlichsten gewogen ist . tadelt gleichwohl die über diesen Frieden bezeigte Freude des Volk« . Das Volk , saget er , Abrege Lbrono ! . lom , IV , pag . 71 ? . welches allezeit den Frieden wünschet , er mag kosten , was er will , har große Freude darüber bezeugt » - * allein die Parte / der Guisen , die klugen Staats , leute , der ganze Adel haben ibn ungescheur als eine offenbare Betrü - gerey getadelt^welche Frankreich um 198 feste Plane bloß gegen dreve brackle , die man ihm wiedergab , nämlich - Ham , Catelet , und S Guentin . Er redet im II Bande seiner großen Historie von Frankreick uz - S . noch viel starker ; denn er hat bey der Anführung der Artikel diese« Friedens nach dielen Worten , zur starkern Vereinigung der - Herfen dieser Prinzen , diesen Einschluß eingerückt ( aber vielmehr die Schande und den Verlust , die Frankreich durch diesen unglücklichen Vertrag » , acmaAfen sind mit einem ehrbaren Vorwande zu bedecken ) ; und zu EnKrAen Seite jaget er - „ Da diese Artikel dem Könige . . gebracht , und von seiner Majestät den Prinzen und Größten seine« „ Staats mitgerheilet worden : so haben sich wenigLeute gefunden , welche die - „ selben nicht für Frankreich höchst nachtheilig und schimpflich gehalten »hätten ^sie^hLen dieselben durchgehend« durch ihr Murren verdammt .
„ Brissac , welcher davon Nachricht bekommen hatte , ungeachtet man die „ Artikel vor ihm verheelt , hat den Boyvin - Villar« , der uns Nachrich - „ ten von dem piemontesischen Kriege hinterlassen . mit VerhalnmgSbe - „ fehlen nach Hofe geschickt , demselben seine unterchänigsten Vorstellungen „ zu thun , und ihn von diesem so schimpflichen Frieden abzuwenden . Er „ beschließt , daß , wenn seine Majestät entschlossen wären , dasjenige wieder „ zugeben , was sie in Italien besäßen , und welches besser als die beste „ Landschaft feines Königreichs wäre , und ihm nach allen abgezogenen „ Unkosten dreymal hundert tausend Thaier in seine Schatzkammer lie« „ fern könnte , er zu seiner ganzen Belohnung seiner guten Dienste „ nichts mehr verlange ; als daß es ihm gefallen möchte , ihn und die ganze „ Kriegsmacht , die jenseit der Alpen wäre , als Rebellen zu verbannen , „ und daß er die Plätze , die er von Mayland und der Herrschaft Hienua „ inne hätte , wohl erhalten oder wenigsten« in einem Lande ruhmlick ster - „ ben wolle , wo ihm die ganze Macht von Europa in zehn Iahren nicht »»einen Daumen breit Erde hätte nehmen können , seit dem man ihm die „ Vertheidigung derselben aufgetragen hätte . - - - Der König tat «in „ Vergnügen über seinen Eifer bezeuget , weil aber sein Hirz vollkommen „ zum Frieden geneigt war , geantwortet : daß . wenn er auch auf die „ vorgeschlagenen Äedingrmgen Friede machen sollte , er dennoch „ genug behalten würde< sich bey seinen Feinden furchtbar zuma» „ chen ( * ) . Worauf Guise , entweder wegen seines eignen Nutzens , oder „ aus Antrieb seiner Ehre oder seines Gewissens , ihm ins Worr gefallen , „ und ohne Scheu zu ihm gesaget : Sire , eure Majestät werden mir ver - „ zeihen , ihnen zu sagen , daß dieses nicht der rechte Weg ist ; und daß sie , wenn „ sie ganzer fünf und zwanzig Jahre ein so widriges Glück erfahre» müßten , „ als sie im vorigen Jahre erfahren haben , diese ganze Zeit über nicht fi» „ viel verliehren könnten , als sie in einem einzigen Tage wieder geben sollen . „ Es hat dem verstorbenen überwundenen und gefangenen Könige nicht so „ viel gekostet « . „ Ich übergehe alle Gründe des Herzogs von Gusse , allein dasjenige nicht , was in dem Geschichtschreiber darauf folget , igr bar viele andere Dinge mit so vieler - Heftigkeit gesaget , daß er den Ronig etlichemal zur Veränderung der Farbe nicht aber auf andern Sinn gebracht : der Schluß war einmal gefaßt , und es mögen entweder seine Lieblinge oder sein eigenes Narurel daran schuld gewesen feyrt , so war doch seine - Herzhaftigkeir so niedergeschlagen , daß er den Rrieg nicht länger ertragen konnte . Sr hat also den Vertrag unterzeichnet , und der Friede wurde den 10 April kund gemacht . , - - Alle franzosische Schriftsteller . welch ! von dieser Zeit geschrieben , haben diesen Frieden unglücklich und ver - maledeyt genennt . Brissac har nach erlangter Rundschaft daß derselbe geschlossen war , etlichemal ausgerufen : armes Frankreich ! welch ein Unglück ! t , Er ist Stadrbalter über fünf^rad - te und acht Schlösser geblieben , die der Ronig mir & 00 N7ann zu Fuße , und 450 Pferden behielt , und bar die andern Plätze ju» rück gegeben ; jedoch sie zuvor größten Theils geschleift und den Vorrath nack dem von dem Ronige erhaltenen Seftble verkauft ; l'cdocb viele Mühe gehabt , Geld und die norbigen Befehle vom - Hofe zu bekommen : weil der Connestabel , der dem Herzoge von Savoyen geneigt war , sick bemühr , ibm völlig alle seine Pläne und auck so gar diejenigen wieder in seine Hände zu Uefern , die sich der R6nig vorbehalten harre .
( * ) Dieses erinnert mich folgender Worte de« Trebelliu« Pollio , in Gallicnis duobiis cap . VI , pag . in . 200 Pudet numerare imer haee tempora , qmim ifta gercrcntur , quae faepeGallienus malo generis hu - mani quafi per ioenm dixerit . Nam quuin ei niinciatiioi esset , Aegyptum dcfciuiil'e , dixifle fertirr , Quid\ fine Uno Aegyftio ejje non pojjiimus ? Qiium auiem vaftatam Afiam et elementorum concurfioni - bus et Scytharum ineurfionibus comperiflet : Quid inquit , / " «^ apbro . fiitris eße non pojfumus ? Perdita Gallia arrififle ac dixifle perhibetur , Non fine atrcbaticis fagls tuta Reff , eßi Sic denique de omnibus par . tibus mundi , quum eas amitteret , quafi detrimentis vilium ministe , riorum videretur affici , iocabatur .
Wir werden in den Anmerkungen ( G ) and ( H ) , wo man auch da« Murren über den Frieden vom >55 ? Jahre Horm wird , sehen , daß der französische Hof so schwach gewesen , sich unter Carln dem lX , und Hein - richm dem III . die Räumung des wenigen überreden zu lassen , was «r sich vorbehalten datte ; und e« ist kein Zweifel , daß der Eonnestable unter Carln dem IX , nicht guten Theil an diesem Fehler gelM har . Wenn man an die unmäßigen Güter gedenkt , die er zusammen gebracht , so kann man von ihm nicht wie von so vielen andern sagen , daß er , da er die Sachen seines Herrn gut , die ftinigen noch besser qemackr . Man muß sagen , daß , da er seine Sachen sehr gut , er seiner Herren chre sehr schlecht gemacht . Hat er sich nicht unter Carln dem IX , mit den Guisen verbunden , und ist er nicht Ursache an der erstaunlichen Macht gewesen , dazu sie gekommen , welche der Monarchie so kläglich war , und worau« bey nahe noch ein viertes Geschlecht ausden französischen Thron . ^kommen wäre ? Da FraneiscuS der erste den Connestabel mir seiner Ungnade be , leger , so hat er ihn für einen Unwissenden in den zwven Hauptvernchrun - gen seines Amts gehalten , welche der Krieg und die Staatskunst waren . VarillA» Hift . de Francis I , Livr . IX , pag . 397 - holländ . Ausgabe von 1690 , aufs 1540 Jahr . Man sehe das Bildniß , welche« die Anhang« der Guisen in dem II Bande de« Mezerai , Historie von Frankreich nz ; S . von ihm machen .
Vielleicht werden einige Kunstrichter sagen , Mezerai mache die Vorc theile allzuklein , die Heinrichen dem ll , durch den Vertrag zu Cateau Eee e« » zugestand

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