Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-11624

Hemelar . Hemmingius .
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nichts antworten können . Contra abfurdas DaniÖlis A'ngelocratoris opinationes , vt eas infignis Chronplogiis Sethiis Calnifius in litteris ad Heluicum datis indigitat , quem ita errorum conuicit , vt ne contra quiden ) hifcere potuerit . Wynckelmann . 'in Orat . funebr . Gleichwohl hat sich Anqelokrator der Eingebung gerühmt . er saget vome in seinem Buche , daß er es Deo illtmrimmtc verfertiget habe . Beym VoßiuS , de 8cient . I^stKeu , . p . 403 . Dieses verringert den Ruhm derer um ein großes^ diechn . widerleget habe» ; den» «S . ist nicht schwer , tausenderley Hirngespinnste in den Schriften solcher eingebildeten Begeisterten zu fin - den . Wenn sie auch nicht wirkliche Schwärmer wären , und keine andre Absicht hätten , als die Leidenschaften zu reizen , so zeigen sie dennoch , da sie sich wider ihr Gewissen einer solchen Sache rühmen , eine Verblendung des Geistes , die ihnen keine Hoffuuna läßt , daß sie auch dem geringsten Kunstrichter entwischen könnten . Helvicus hat Abhandlungen , de Dia - Icfilis Graecis ; de ratione Carnnna Graeca conifcribendi ; de Pai'aphrafi Bibliohim Chaldai'ca ; eine lateinische Dichtkunst ; Defiderium Euae , cum aHorum diÖoViitrr Biblicoriim a deprauationibus Iudaeorum , Caluiniarlonitn , et Photinianoriim erroribus annexa . vindicatione i SynopflnHiftonae vniuerfalis , gemacht . Er har die hebräische Dicht - kunst unter die Presse gegeben , und dieZuschrift bereits dazu gemacht ; al - lein er hat sie , und zwar aus gewissen Ursachen unterdruckt . Quam tarnen poft , certis de caufis praelo fubduxit . Wynckelman . in Orat . funebri .
Man sehe Wittens Diarium Biographictim : vor allen aber Paul Fr«» Hers Schauplatz , 394 Seite , und Spitzels Tempil , , » honoris ; man wird darinnen ein sehr langes Verzeichniß von des Helvicus Werken sin - den , das mir sehr richtig zu seyn scheint . Die meisten sind lateinisch , die andern deutsch . Man verbessere im Freher bey der Grabschrift XXXVI . und IX ; ( Magirus , in Eponymol . setzet auch XXXVI . ) und setze XXXV und IIX . Es ist sehr wundersam , daß diejenigen , die dieses große Buch verbessert , haben , nicht gesehen haben , daß ein den 26 des nats 158' gebohrner Mensch , ( dieß versichert Paul Freher 393 S^> und der den ig des Herbstmonats >6 , 7 gestorben ist , ( dieß enthält die Grab , schrift beym Freher auf der 393 und 394 Seite , ) nicht sechs und dreyßig Jahre , neun und eiim , halben Monat gelebet hat . Es stehen in der vom Wynkclmann , auf der >6 Seite des Cip . memor . angeführten Grab - fchrift XXXV Jahre und IIX Monate , der überdieß den Fehler begangen hat , in der Leichenrede zu sagen , daß Helvicus in dem sieben und dreyßig - sten Jahre seines Lebens gestorben ist , anno aetatis fuae trigefimo fepti - mo : er hat dieses nicht mit Ziffern , sondern völlig ausgeschrieben . Er hat aus gleiche Art den GeburtS - und Sterbetag bemerkt : jener ist . nach ihm , der 26 des Christmonats 15« , ; der andre ist der 10 des Herbst - monats 1617 : woher kommen denn die sieben und drevßig ^ahre ^ Je leichter diese Fehler zu vermeiden sind , um so viel mehr hätte er sie ver - meiden sollen .
aag ist ein sehr gelehrter Mann gewesen . Er hat >issenschaft von den Münzen ( A ) , als auf die theoiogi -
Aemelttv , ( Johann ) Domherr zu Antwerpen , gebürtig vom sich vielmehr auf das Studium der schönen Wissenschaften , und auf die
schen Streitigkeiten geleget . Er war ein Poet und Redner . Er hielt zu Rom eine Lobrede auf Clemens den VIII , mit so gutern Erfolge , daß man ihm die - Wahl , zwischen der Aufsicht über die vaticanische Bibliothek , oder einer guten Pfründe , gelassen hat h . Er hat sich begnügt , Domherr bey der Hauptkirche zu Antwerpen zu seyn c . Er hat viel Theil an der Freundschaft und Hochachtung des Jastuö Lipsius , seines Professors , gehabt ; dieß erhellet aus den Briefen , welche LipsiuS an ihn geschrieben hat < * , und aus dem Zeugnisse , welches er ihm 1600 gegeben hat - . Hemelar machte sich damals zu der Reise nach Italien fertig . Er blieb sechs Jahre zu Rom bey dem Cardinale Cesi / . Er war des Grotius Freund , und hat Verse herausgegeben , worin , nen er ihm wegen seiner Befreyung aus dem Gefängnisse Glück gewünschet s . Er war ein Bruder von der Mutter Jacobs Golius , desjenigen gelehrten Professors zu Leiden , der sich durch die tiefe Erkenntniß der morgenländischen Sprachen , einen so schönen Namen erworben hat . Er hätte ohne Zweifel diesen Vetter der römischen Kirche gern gewonnen , wie er den Peter lius , Jacobs Bruder , gewonnen hatte ; allein er ist nicht vermögend gewesen , solches zu bewerkstelligen , Jacob Golius war ein guter Protestant , der seine ganze Lebenszeit viel Widerwillen gegen seinen Oheim , wegen der Religionsveranderung seines Bru - derö , behalten hat h , Moren , der in dem Artikel ©oliuo , meldet , daß er an einem andern Orte von unserm Johann Hemelar reden wolle , giebt bloß eine falsche Nachricht . Ich will ihm , in Ansehung des Versprechens , nicht nachahmen , das ich in eben demselben Artikel gethan habe , etwas vom Peter Golms zu sagen ( B ) .
a ) Valer . Andr . Eibl . Belg . 5 , 4 . by loh . Frid . Gronouius , in Orat . Fun . Iacob . GoIii , p . 7 . c ) Ebendaselbst , d ) Ebendas . 8 0 . - ) Es ist voller Lobsprüche . Man findet es im Swerttus , Athen . Belg . p . 436 . / ) Ebendas . g ) Grotio arcam et angelum eußodem luculcnto carmine . graUilatus eft . Gronou . in Orat . Fun . Iac . Golii . h ) Vnum in eo non fine gemitu folebat accufare noftcr , quod fratrem Petrum reuocaflit ad religiones parentibus eiuratas . Ebendas .
( A ) Er Kar ftcb auf das Studium der schonenU ? issenschaften . und die ] " t : nfd ? aft von den Itianjen gelegt . ] Er hat ein Buch über diese Wissenschaft gemacht , und , es zur Herausgab« , hingegeben , doch mit dex Bedingung , . daß man seinen Namen nicht darauf setzen sollte . Auftor eft Expofitionis Nuniismatum Iniperatorum Romanorum a IuIioCae . fare ad HcracliilSO , quam oper . i fuo Iac . ßiaeus adiecit , tacito , vt ßifu~ latum erat , nomine , Antverp . apud Verduf . 1614 , 4 . Dieses findet man im Valerius . Andreas , Bibl . Belg . p . 5 , 4 . Man wird etwas umständli , chers in Gronovs Leichenrede des Jacob Golius , 7 und 8 S . sehen , ln Numismata Regum et Irnpp . Romanorum a C . Iulio Caefare , vsque ad Fl . Iuftinianum ex Caroli . Arfchotani reguli , et Nie . Rocoxii con . fiilaris viri armariis depromta , commentarios edidit bonac frugis plenos , in quibus quiequid in auro , argento , aere , flato , percufl'o in vrbe aeterna , exquifttum , elegans , hiftoriae temporum et genio prin - eipum conueniens , per notas , figuras , ambages breues et firpos ver - borutn fignificatur , acutiflime paucis et planiflime explicat , penu quodam ndmmariac antiquitatis : et quo opere aliquis arrogantior fuperis fe nüfeeri pofict arbitrari , in eo nomen ftium diflinuilauit . Die vorhergehenden Worte in Gronovö Rede , sind allzuschön , als daß sie nicht angeführet werden sollten . Mater ( Golii ) omni fexus laude prae - dita - - - vel vnica Iohannis Hemelarii fratris imagine fat no - bilis eft , viri et in veterum litterarum traöatione cum primis exer - citati , et poetac diferti , et probitate ac tranquiliitate vitae fugaque honorum et negotiorum T . aliquem Pomponium Atticum referentis . Panegyricum dixit votis tertioruin quinquennaliutn Clementis VIII . tarn illuftri gratia exceptum , vt Vaticanae bibliothecac praefefluram , aut Optimum facerdotium ( Canonicatum vocant ) optare iuflii« fit : facerdotio Antwcrpiae contentus fnit . Cvlomies , Melangcs Hiftor . p . 78 . bemerket , daß man Hemelars Buch von Münzen , nid ? t leicht finde . Gleichwohl sind drey Ausgaben davon gemacht worden . Die andere ist von 1627 in 4 , und die dritte von 1654 in folio , alle beyde zu Antwerpen . Siehe des P . Labbe , Kibl . Nummar . p . 262 . Die andern Werke dieses Domherrn von Antwerpen sind : Gratulatio in inaugu - rationem D . Chriftiani Michaelii , L ) . Michaelis apud Antverpienfes Pracmonftratenfis Cocnobii Abhatis . Poemata multa fparlim edita .
Oratio in funere Ioannis Malderi V . Antverpienfis Epifcopi habita .
( B ) ( d ) coi ( l etuias vom Peter Golms siigen . Z Er fent eben die« selbe Neigung zu den Reisen in die Levante , und gegen die morgenlandischen Sprachen gehabt , als sein Bruder . Er ist ein Carmeliter - Darsüßer gewor - den , und hat den Namen Eölestin , von der h . Liduine , angenommen^ Er hat verschiedene Jahre auf dem Berge Libanon gewohnt , und ist zu Rom Professor der morgenlaudischen Sprachen gewesen . Er hat denThoma« von Kempis ins Arabische übersehet , und im 7 - , Jahre seines Alters , die Reise nach den malabari , chen Küsten unternommen , um daselbst an der Bekehrung der Ungläubigen zu arbeiten . Die Verschiedenheit der Re , ligion und Profeßion hat nicht verhindert , daß die zween Brüder einan - der nicht zärtlich geliebt hätten . Peter hat an Jacoben gesd>rieben , daß er ihm die gute Ausnahme zu verdanken gehabt , die er in Asien genossen hatte . Frater Afcetes e familia difealeeatorum , cum per veftigia tris in Oriente decurreret , feripfit ad noftrum diu iam reducem , omnia tibi euenire praeter expe & ationem : parafle ( e ad vincula , car . ceres , verbera , cruces ; inuenire ainplexus , gratulationcs , fhidia , gra . tias potentium ob nomen Golium : eam memor iam id defiderium ful reliquerat ; ita gratiain abfenti referebant . Gronou . in Orat . fun . pag . 19 . Dieß will sagen , daß der Name Golius , seit Jacobs Reisen daselbst , in solchem Ansehen gewesen , daß man demselben in der Per - son Peters , viel Ehre erwiesen hätte . Uebriqens darf man sich nicht ein - bilden , daß Hemelar viel Wik und Geschicklichkeit gebraucht hat , seinen Vetter katholisch zu machen ; denn er hat ihn in der Kindheit überredet : Peter Golius war , s , it seinem achten Jahre , in seinem Hause erzogen worden . Ich will Gronovs Worte anführen , darauf ich mich gründe . Man wird darinnen finden , daß dieses Kind einen sehr guten Verstand gehabt . Vnum in eo { Hemelario ) non finc : gemitu folebat accufare nofter , quod fratrem Petrum reuecafl'et ad religiones parentibus ein . ratas , virum alioquin egregium , et fraterno fecum animo , nec minus gnarum rerum et linguarum Orientis , diuque in partibus iisdemver . fatum et Arabicae linguae Romae Profefl'orem : qui quam praecoqui fuerit indole , teftis oft Oratio , quam Chriftiano Michaelro Abbat» Praemonftratenli , ab Hemelario feriptam gratulandi caufa , puer oäo annorum conttanter , et quafi feeiflet , memoriter pronnntiauit .
auf der Insel Laland gebohrm
HMUNlNglUS , ( Nicolaus ) Professor der Gottesgelahrtheit zu Copenhagen , war 151z . . .
Seine erste Auferziehung kann ihm nicht allzuvortheilhaft gewesen seyn , weil sciiu'sVarerS Bruder , einHammerfchmidt , die Auf» ficht darüber gehabt . Gleichwohl begriff er etwas in den schönen Wissenschaften , und gieng darauf nach Wittenberg , wo er fünf ^ahre einer von MelanchthoiiS fleißigsten Zuhörern gewesen . Weil er seinen Lebensunterhalt entweder durch Unterweisen der Schüler , oder mit Schreiben für sie gewinnen mußte ; so ist die Gelehrsamkeit um so viel mehr zu bewundern , die er sich er - worden bar . Er qieng von da nach Dännemark zurück , und kam daselbst durch Melanchthonö Fürbitte , zu einem Edelinanne ins HauS dessen Töchter zu unterrichten . Nach diesem ward er Prediger bey der heil . Geistskirche in Copenhagen , und dann Prof - ssor der hebräischen Sprache . Er nahm den Doctorgrad der Gottesgelahrchelt 1557 an , und erhielt sogleich eine Profeßion in derselben ^acultat zu Copenhagen . Er stund bis ins 1579 Jahr feinen AmtSvernchtungen sehr wohl vor , da er für emeriku , erkläret und mit einem Canonicate bey der Kirche zu Rothschild versehen worden . Er genoß diese Pfründe bis an seinen Tod Aeruhia , näm'i ^ b>6 den 2z May 1600 . Er wurde in seinen leßten Lebensjahren bltnd b , und darüber darf ma» sich um so viel weniger verwundern wenn man bedenket , daß er allezeit sehr fleißig studieret , und sieben und achtzig Jahre geleber hat . Es ist ju bemerken dak er nicht allein kein allzustrenqer Lutheraner gewesen ist ( A ) , sondern es schien auch , daß er sich als ein guter Cal - vinist gezeiaet haben würde , wenn man es nicht verhindert hätte . Man nahm seine Neigung gegen die genferMeynungen wchr , vnd nöthigre ihn sick zu erklaren , und so gar zu widerrufen ( BJ . Er gab ein lutherisches Glaubenöbekenntniß heraus , und ' 19 Ddd dd 3 nicht«

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